Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]
Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]

Электронная книга - «Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]». Краткое содержание книги:

Drei Jahre sind in Chalion vergangen, seit Königinwitwe Ista dy Boacia vom Fluch des Wahnsinns befreit wurde, der sie auf dem Stammsitz ihrer Familie gefangen hielt. Doch ihre neu entdeckte Freiheit ist nicht unbeschwert. Ehemann, Eltern und Sohn sind gestorben, und die Tochter lebt meilenweit entfernt am Königshof zu Cardegoss. Somit bleibt Ista allein mit ihren Schuldgefühlen und Geheimnissen — denn sie weiß, was ihr Land an den Rand des Abgrunds führte! Auf der Suche nach Absolution tritt Ista eine Pilgerfahrt an, den Göttern zur Buße und Abbitte. Aber auf sie wartet eine neue Gefahr, die größer ist, als sie ahnen kann: Erneut wird Chalion bedroht, und diesmal von einem heimtückischen Bösen, das nur Ista aufzuhalten vermag…
1 ... 55 56 57 58 59 60 61 62 63 ... 135
Перейти на страницу:

Dämonen, auch wenn es vermutlich Unzählige gab, waren nicht gewaltig. Sie besaßen nichts von der unendlichen Tiefe dieser Augen. Aber sie waren offenbar auf die gleiche Weise beschränkt … vielleicht davon abgesehen, dass sie an den Rändern ihrer Seelenöffnungen nagen konnten, um sie im Laufe der Zeit zu erweitern.

Wem also musste sie vorwerfen, dass er für ihre Ankunft gebetet hatte? Oder vielleicht nicht für ihre Ankunft, sondern um Hilfe — und sie auszuschicken war nichts weiter als ein zotiger Scherz des Bastards. Sie hatte Lord Illvin von Schuld freigesprochen, als sie gedacht hatte, er wäre ohne Besinnung. Aber wenn Goram die Wahrheit sagte, durchlebte er Zeiten der … nun, wenn nicht der Klarheit, dann zumindest der Wachheit. Und Goram hatte sie angefleht, wenn auch nicht mit Worten, so doch mit Gesten. Irgendjemand hatte die weiße Rose als stummes Gebet auf Illvins leeren Teller gelegt. Lady Cattilara sehnte sich sichtlich verzweifelt nach einem Kind, und ihr Ehemann … war ebenfalls nicht das, was er zu sein schien.

Wie dumm und hoffnungslos war es, eine einstige Verrückte mittleren Alters sämtliche Straßen Chalions entlangzuhetzen, damit sie schließlich hier landete, und wofür? Eine gescheiterte Heilige, eine gescheiterte Zauberin, eine gescheiterte Königin, Frau, Mutter, Tochter, in allem gescheitert — nur als Liebhaberin nicht, denn in dieser Rolle hatte sie sich nie versucht, was noch schlimmer war als scheitern in ihrer Rangfolge des Leids. Als sie Lord Arhys’ Verwandtschaft zu dy Lutez entdeckt hatte, hatte sie zunächst vermutet, dass die Götter damit ein weiteres Mal über sie zu Gericht sitzen wollten, für ihren lange vergangenen kaltblütigen Mord und ihre Sünde, die sie dy Cabon damals in Casilchas gestanden hatte. Sie hatte befürchtet, dass sie ein weiteres Mal durch all diese alte Schuld geschleift werden sollte: Holt einen Eimer Wasser für die ertrinkende Frau.

Aber jetzt … Ihr kam es vor, als wären ihre Erwartungen spöttisch vereitelt worden. Nicht sie selbst, sondern ein anderer stand im Zentrum der göttlichen Aufmerksamkeit. Ihre Lippen verzogen sich zu einem bitteren Lächeln. Und sie war nur … was? In Versuchung geführt worden, sich einzumischen?

Versucht worden — ja, das war sie ganz bestimmt. Mit seinem lüsternen Kuss hatte der Bastard sie offensichtlich einstimmen wollen. Seine tastende Zunge hatte eine rätselhafte Botschaft gesandt, aber diesen Teil davon hatte sie deutlich verstanden, mit Körper und Geist.

Was machte es für einen Sinn, diesen schlummernden Hunger zu wecken, hier und jetzt? Was macht es überhaupt für einen Sinn? Im provinziellen Valenda waren niemals irgendwelche Köstlichkeiten aufgetischt worden, die der Begierde wert gewesen wären, selbst wenn der Fluch sie unterhalb der Taille nicht ebenso gelähmt hätte wie oberhalb. Man konnte ihr kaum einen Verrat an ihren weiblichen Pflichten vorwerfen, weil sie sich dort nicht verliebt hatte.

Sie versuchte, sich dy Ferrej als Objekt der Begierde vorzustellen, oder einen anderen Edelmann aus dem Gefolge der Herzogin. Sie schnaubte. Meinetwegen. Eine sittsame Dame hielt den Blick ohnehin stets gesenkt. Das hatte man ihr beigebracht, seit sie elf Jahre alt geworden war.

Arbeit hatte der Bastard gesagt.

Nicht Liebschaft.

Aber was für eine Arbeit? Heilung? Ein verlockender Gedanke. Aber wenn es das war, so war es scheinbar nicht durch einen Kuss zu erreichen. Vielleicht hatte sie bei ihrem ersten Versuch nur etwas übersehen, etwas Offensichtliches. Oder etwas Verborgenes? Etwas Grundlegendes. Etwas Obszönes? Sie hatte kaum den Mut für einen zweiten Versuch. Kurz wünschte sie sich, der Gott hätte sich ein wenig unverhüllter ausgedrückt.

Aber so katastrophal, wie die Lage bereits war — konnte selbst sie es noch schlimmer machen? Vielleicht hatte man sie nach demselben Grundsatz hergeschickt wie junge Heiler, die ihre ersten Behandlungsversuche und neue Medikamente an hoffnungslosen Fällen auszuprobieren pflegten, damit man ihnen für ihr — normalerweise unausweichliches — Scheitern keinen Vorwurf machen konnte. Die Sterbenden, die findet man in Porifors. War diese überschaubare häusliche Tragödie ein kleines Übungsstück? Zwei Brüder, eine unfruchtbare Ehefrau, eine Burg … Das war vielleicht eine lösbare Aufgabe für sie. Nicht wie die Zukunft eines Königreichs, oder das Schicksal der Welt. Nicht wie das erste Mal, als die Götter sie in ihre Dienste genommen hatten.

Aber warum schickst du mich aus, um ein Gebet zu beantworten, wenn du genau weißt, dass ich ohne dich überhaupt nichts erreichen kann?

Daraus den folgerichtigen Schluss zu ziehen, war nicht besonders schwierig.

Solange ich mich dir nicht öffne, kannst du nicht einmal ein Blatt anheben. Solange du nicht in mir bist, kann ich nicht … was?

Ob ein Tor ein Durchgang war oder ein Hindernis, hing nicht von dem Material ab, aus dem es gefertigt war, sondern von der Perspektive. Vom freien Willen des Tores, wenn man so wollte. Alle Tore ließen sich in beiden Richtungen durchschreiten. Sie konnte das Tor nicht einen Spalt weit öffnen und hinausblicken und immer noch darauf hoffen, die Festung zu halten.

Aber ich kann nichts sehen …

Sie verfluchte die Götter. In fünf Verspaaren, in wütender Parodie eines alten Gute-Nacht-Gebets ihrer Kindheit. Sie drehte sich zur Seite und zog sich das Kissen über den Kopf. Das ist keine Auflehnung. Das ist nur Zappelei.

Wenn irgendein Gott durch ihre Träume gestreunt war, erinnerte Ista sich nicht mehr daran, als sie in dieser Nacht wach wurde. Trotz der Wahngebilde, die den Geist beunruhigten, musste der Körper immer noch der Notdurft nachkommen. Ista seufzte, streckte die Füße aus dem Bett und öffnete den schweren hölzernen Fensterladen, um ein wenig Licht einzulassen. Es ging auf Mitternacht, schloss sie aus dem silbernen Schimmer des unförmigen Mondes. Der Vollmond war nun deutlich vorüber; die Nacht aber war klar und frostig. Ista wühlte unter dem Bett nach dem Nachttopf.

Als sie fertig war, ließ sie den Deckel mit einem Scheppern zuklappen. Sie war erschrocken, wie laut dieses Geräusch in der Stille war, und schob den Nachttopf rasch wieder unters Bett. Dann kehrte sie zum Fenster zurück und wollte die Fensterläden wieder verschließen.

Das Schlurfen beschuhter Füße erklang aus dem Innenhof; dann kam das Geräusch rasch die Treppen hinauf. Ista hielt den Atem an und spähte durch das Spiralmuster des Eisengitters. Es war wieder Catti, ganz in weiche, schimmernde Seide gehüllt, die wie Wasser ihren Körper umfloss, während sie sich im Mondlicht bewegte. Ista schüttelte den Kopf. Man hätte doch meinen sollen, dass diesem Mädchen kalt würde!

Gewiss trug sie diesmal keinen Krug mit Ziegenmilch. Sie hatte nicht einmal eine Kerze dabei. Ob sie irgendeine kleinere und gefährlichere Phiole an ihre Brust gedrückt hielt oder einfach nur ihr leichtes Gewand raffte, konnte Ista nicht sagen.

Behutsam und leise öffnete Cattilara die Tür zu Lord Illvins Gemach und schlüpfte hinein.

Ista stand reglos am Fenster, starrte hinaus ins Dunkel und umklammerte mit den Händen das kalte eiserne Blättermuster.

Du hast gewonnen. Ich ertrage es nicht mehr.

Mit zusammengebissenen Zähnen ging Ista die Kleidungsstücke durch, die an den Wandhaken in ihrem Gemach hingen. Sie nahm den schwarzseidenen Überwurf herunter und zog ihn über ihr helles Nachthemd. Sie wollte nicht riskieren, Liss zu wecken, indem sie im Dunkel durch das Vorzimmer zur Tür stolperte. Ließ sich das Fenster überhaupt öffnen? Ein Eisenstift hielt das Gitter geschlossen, und anfangs hatte Ista Zweifel, ob der Stift sich aus seiner steinernen Furche lösen ließ. Schließlich aber kam er mit einem Ruck frei. Das Gitter ließ sich nach außen aufdrücken. Ista setzte sich auf die Fensterbank und schwang die Beine nach draußen.

1 ... 55 56 57 58 59 60 61 62 63 ... 135
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)