Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]
Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]

Электронная книга - «Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]». Краткое содержание книги:

Drei Jahre sind in Chalion vergangen, seit Königinwitwe Ista dy Boacia vom Fluch des Wahnsinns befreit wurde, der sie auf dem Stammsitz ihrer Familie gefangen hielt. Doch ihre neu entdeckte Freiheit ist nicht unbeschwert. Ehemann, Eltern und Sohn sind gestorben, und die Tochter lebt meilenweit entfernt am Königshof zu Cardegoss. Somit bleibt Ista allein mit ihren Schuldgefühlen und Geheimnissen — denn sie weiß, was ihr Land an den Rand des Abgrunds führte! Auf der Suche nach Absolution tritt Ista eine Pilgerfahrt an, den Göttern zur Buße und Abbitte. Aber auf sie wartet eine neue Gefahr, die größer ist, als sie ahnen kann: Erneut wird Chalion bedroht, und diesmal von einem heimtückischen Bösen, das nur Ista aufzuhalten vermag…
1 ... 54 55 56 57 58 59 60 61 62 ... 135
Перейти на страницу:

Goram krümmte sich zusammen. Er blickte zu Boden und suchte Zuflucht in seinem unverständlichen Genuschel.

Er war dermaßen zerknirscht, dass er Ista Leid tat; sie beschloss, ihm zu Hilfe zu kommen, um ihm Ärger zu ersparen. »Ihr müsst Goram entschuldigen«, warf sie ein. »Ich habe ihn gefragt, ob ich einen Blick auf Lord Illvin werfen darf, weil …« Ja, warum? Um zu sehen, ob er seinem Bruder ähnlich sieht? Nein, das klang zu schwach. Um zu sehen, ob er meinen Träumen ähnlich sieht? Das klang noch schlimmer. »Ich habe festgestellt, dass Lord Arhys ob der Notlage seines Bruders sehr beunruhigt ist. Daher habe ich beschlossen, einer gewissen, sehr erfahrenen Heilerin meines Vertrauens in Valenda zu schreiben, der Geistlichen Tovia. Vielleicht weiß sie ja Rat. Also wollte ich mir ein Bild von dem Patienten und den Krankheitsäußerungen machen, um beides möglichst genau schildern zu können. Tovia legt großen Wert darauf.«

»Das ist überaus freundlich von Euch, Majestät, uns Eure eigene Heilerin anzubieten«, sagte Lady Cattilara sichtlich bewegt. »Mein Gemahl leidet tatsächlich sehr unter der Tragödie seines Bruders. Wenn die herausragenden Heiler, nach denen wir geschickt haben, auch weiterhin nicht bereit sind, so weit zu reisen — denn wir mussten feststellen, dass solche Meister meist sehr, sehr alt sind —, wären wir sehr dankbar für Eure Hilfe.« Sie warf der Magd mit dem Krug einen zweifelnden Blick zu. »Glaubt Ihr, Eure Heilerin möchte auch wissen, wie wir ihm die Ziegenmilch verabreichen? Ich fürchte, es ist kein schöner Anblick. Mitunter würgt er alles wieder aus.«

Die Schlussfolgerungen waren deutlich, unheilvoll und abstoßend. Ista dachte an die viele Arbeit, die Goram auf sich genommen hatte, um seinen gefallenen Meister möglichst würdig erscheinen zu lassen, und sie wollte nicht zusehen, wie dieser Mann allen höfischen Schmucks entledigt wurde und eine schmachvolle Behandlung hinnehmen musste, so nötig sie auch sein mochte. »Ich gehe davon aus, dass Tovia auch damit gut vertraut ist. Ich muss ihr nicht jede Einzelheit schildern.«

Lady Cattilara wirkte erleichtert. Mit einer Geste bedeutete sie der Magd und Goram, fortzufahren; dann geleitete sie Ista und Liss zurück auf die Galerie und ging mit ihnen bis zu Istas Gemächern. Das Zwielicht wurde intensiver. Der Innenhof lag bereits völlig im Schatten, obwohl die höchsten Wolken noch pfirsichfarben vor dem zunehmend dunklen Blau des Himmels leuchteten.

»Goram ist ein sehr pflichtbewusster Mann«, sagte Cattilara entschuldigend zu Ista. »Aber ich fürchte, er ist mehr als naiv, obwohl er unter den Männern Lord Illvins, die sich um seine Pflege gekümmert haben, bei weitem der fähigste ist. Die anderen sind zu verängstigt, nehme ich an. Goram hat einst ein raues Leben geführt, und er ist nicht zimperlich. Ohne ihn könnte ich die Sache mit Illvin nicht einmal ansatzweise schaffen.«

Gorams Zunge mochte zurückgeblieben sein, seine Hände waren es gewiss nicht, auch wenn er wie das Musterexemplar eines beschränkten Faktotums wirkte. »Er scheint Lord Illvin außergewöhnlich ergeben zu sein.«

»Das ist nicht verwunderlich. Ich nehme an, in jüngeren Jahren war er ein Offiziersbursche, und er wurde während eines der gescheiterten Feldzüge von König Orico von den Roknari gefangen genommen und als Sklave verkauft. Auf jeden Fall hat Illvin ihn zurückgeholt — auf einer seiner Reisen nach Jokona vermutlich. Ich weiß aber nicht, ob Illvin ihn freigekauft hat, oder ob etwas anderes geschah. Jedenfalls hat es den Anschein, als wäre irgendein unangenehmes Missgeschick damit verbunden. Seither ist Goram an Illvins Seite geblieben. Ich nehme an, er ist zu alt, um weiterzuziehen und anderswo noch einmal neu zu beginnen.« Cattilara blickte auf. »Worüber wollte der arme Bursche mit Euch reden?«

Liss machte den Mund auf, doch Ista zwickte sie in den Arm, bevor sie etwas sagen konnte. Stattdessen erwiderte sie selbst: »Ich fürchte, er kann sich nicht besonders verständlich ausdrücken. Ich hatte gehofft, er wäre ein alter Bediensteter des Hauses und könnte mir deshalb etwas über die Jugend der Brüder erzählen. Aber es stellte sich heraus, dass dem nicht so war.«

Cattilara lächelte voll Mitgefühl. »Als Lord dy Lutez noch lebte und jung war, meint Ihr? Ich fürchte der Kanzler — war er schon der Kanzler des Königs Ias, damals, oder nur ein aufsteigender Höfling? — kam nicht häufig nach Porifors.«

»Das habt Ihr mir bereits erklärt«, erwiderte Ista kühl und ließ es zu, dass Cattilara sie und Liss behutsam in ihre Gemächer brachte. Dann zog sich die Burgherrin wieder zurück, um die Pflege zu überwachen, oder was immer sie für Illvin tat. Ista fragte sich, ob es außer dem Honig noch etwas anderes gab, das der Ziegenmilch zugegeben wurde, und was für seltsame Gewürze aufs Essen gestreut sein mochten, das er bekam … worauf er unzusammenhängendes Zeug redete und dann den ganzen Tag verschlief, ohne dass jemand ihn wecken konnte.

Eine verführerisch einleuchtende Überlegung: keine einzelne Dosis Gift durch den roknarischen Dolch, sondern eine fortgesetzte Verabreichung durch jemanden, der ihm viel näher stand. Das würde die sichtbaren Symptome ziemlich genau erklären.

Ein schrecklicher Gedanke, aber immerhin weniger verstörend als Träume von weißem Feuer.

»Warum habt Ihr mich in den Arm gezwickt?«, wollte Liss wissen, nachdem die Tür zugefallen war.

»Damit du nichts sagst.«

»Das hab ich mir gedacht. Warum?«

»Die Gräfin war nicht eben erfreut über die Dreistigkeit des Knechtes. Ich wollte ihm Schläge ersparen, zumindest einige scharfe Worte.«

»Oh.« Liss runzelte die Stirn. »Tut mir Leid, dass ich zugelassen habe, dass er Euch belästigt. In den Ställen machte er einen harmlosen Eindruck. Es gefiel mir, wie er mit dem Pferd umging. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass er etwas so Törichtes von Euch verlangt.« Nach einer kurzen Pause setzte sie hinzu: »Ihr wart sehr freundlich, Euch nicht über ihn lustig zu machen oder ihm seine Bitte zu verweigern.«

Mit Freundlichkeit hatte das nichts zu tun.

»Er hat sicherlich einiges auf sich genommen, um sein Angebot so anziehend wie möglich erscheinen zu lassen.«

Beim trockenen Ton von Istas Stimme hin kehrte das fröhliche Glitzern in Liss’ Augen zurück. »Das ist wahr. Und trotzdem … irgendwie wirkte dadurch alles noch trauriger.«

Ista konnte nur zustimmend nicken.

Als Ista sich zum Schlafengehen fertig machen ließ, war ihr leichter zumute, da sie Liss’ praktische und liebevolle Fürsorge wiederhatte. Liss wünschte ihr fröhlich eine Gute Nacht und begab sich selbst zum Schlafen ins Vorzimmer, in Istas Rufweite. Auf Istas Bitte hin ließ sie wieder die Kerze brennen. Dann saß Ista im Bett, auf ihre Kissen gestützt, und dachte über die neuen Enthüllungen dieses Tages nach.

Ihre Finger zuckten ruhelos. Sie fühlte sich so unruhig wie damals, als sie auf den Zinnen der Burg von Valenda umhergeschritten war, bis ihre Füße Blasen bekamen, die Sohlen sich von den Schuhen lösten und ihre Damen um Gnade flehten. Das alles war aber nur ein Betäubungsmittel für die Gedanken gewesen, keine Hilfe.

Wenn es auch so schien, als hätten eine Reihe unglücklicher Zufälle sie nach Porifors geführt, so hatte der Bastard doch behauptet, dass sie nicht zufällig hier war. Die Götter seien knauserig, hatte Lord dy Cazaril einmal ihr gegenüber angemerkt, und würden die Gelegenheiten beim Schopf packen, wo sie sich boten. Ista lächelte in grimmiger Zustimmung.

Wie kam es überhaupt dazu, dass Gebete erhört wurden? Gebete waren zahllos, Wunder jedoch selten. Die Götter ließen andere ihre Arbeit tun, so schien es. Denn wie gewaltig ein Gott auch sein mochte, ihm stand nur der Raum jeweils einer einzigen Seele zur Verfügung, um in die Welt des Stofflichen hineinzureichen, ob dies nun eine Tür, ein Fenster, ein Spalt, ein Riss oder nur ein Nadelstich sein mochte …

1 ... 54 55 56 57 58 59 60 61 62 ... 135
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)