Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]
Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]

Электронная книга - «Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]». Краткое содержание книги:

Drei Jahre sind in Chalion vergangen, seit Königinwitwe Ista dy Boacia vom Fluch des Wahnsinns befreit wurde, der sie auf dem Stammsitz ihrer Familie gefangen hielt. Doch ihre neu entdeckte Freiheit ist nicht unbeschwert. Ehemann, Eltern und Sohn sind gestorben, und die Tochter lebt meilenweit entfernt am Königshof zu Cardegoss. Somit bleibt Ista allein mit ihren Schuldgefühlen und Geheimnissen — denn sie weiß, was ihr Land an den Rand des Abgrunds führte! Auf der Suche nach Absolution tritt Ista eine Pilgerfahrt an, den Göttern zur Buße und Abbitte. Aber auf sie wartet eine neue Gefahr, die größer ist, als sie ahnen kann: Erneut wird Chalion bedroht, und diesmal von einem heimtückischen Bösen, das nur Ista aufzuhalten vermag…
1 ... 58 59 60 61 62 63 64 65 66 ... 135
Перейти на страницу:

13

Die Sonne war kaum über den Horizont gestiegen, als Lady Cattilara auch schon geschäftig ins Zimmer platzte, um Ista zum morgendlichen Gottesdienst abzuholen. Im Anschluss daran war ein Bogenschieß-Wettbewerb für Damen angesetzt, gefolgt von einem Mittagsmahl. Diesmal jedoch hatte Ista ihre Ausreden vorbereitet.

»Ich fürchte, ich habe mir gestern ein wenig zu viel zugemutet. Letzte Nacht fühlte ich mich ganz krank und fiebrig. Heute wollte ich in meinem Gemächern bleiben und mich ein wenig ausruhen. Bitte, Gräfin, fühlt Euch nicht verpflichtet, ständig für meine Unterhaltung zu sorgen.«

Lady Cattilara senkte die Stimme und sagte in vertraulichem Tonfalclass="underline" »Tatsächlich hat die Stadt Porifors nur wenig Zerstreuung zu bieten. Wir sind hier an der Grenze, und die Menschen hier sind ebenso rau und geradlinig wie die Pflichten, denen sie nachkommen müssen. Ich habe allerdings meinem Vater geschrieben; Oby ist die zweitgrößte Stadt in Caribastos, nächst der Residenz des Herzogs selbst. Mein Vater würde sich gewiss sehr geehrt fühlen, wenn er Euch dort in einer Weise empfangen könnte, wie sie Eurem hohen Rang ansteht.«

»Ich fühle mich noch nicht gekräftigt genug für eine weitere Reise. Aber wenn es so weit ist, würde ich einen Halt in Oby sehr begrüßen.« Nicht ganz so sehr den Gefahren der Grenze ausgesetzt, dafür aber viel besser bemannt, überlegte Ista. »Doch diese Entscheidung muss nicht heute getroffen werden.«

Lady Cattilara nickte in mitfühlendem Verständnis, schien über die vage Zustimmung der Königin aber sehr erfreut zu sein.

Ja, ich kann mir vorstellen, dass du erleichtert wärest, wenn du mich anderswo loswerden könntest. Ista musterte sie genau.

Äußerlich sah sie aus wie immer. Zarte, grüne Seidenstoffe und Gewänder aus hauchdünnem Leinen über einem Leib voll biegsamer weiblicher Verheißung. Doch in ihrem Innern …

Ista schaute zu Liss hinüber, die dabeistand und darauf wartete, Istas Frisur fertig zu machen und ihrer Herrin in die Übergewänder zu helfen. Eine vollständige Persönlichkeit besaß eine Seele, die mit dem Körper harmonierte, einen Geist, umschlossen von der Materie, die ihn hervorbrachte und nährte. Daher war eine solche Seele für das zweite Gesicht fast ebenso unsichtbar wie für das normale Auge. Doch Ista vermeinte, dass sie in der derzeitigen, gottgewährten Erweiterung ihrer Wahrnehmungsfähigkeit zwar nicht die Gefühle und Gedanken eines Menschen erkennen konnte, aber den Zustand der Seele an sich. Liss schimmerte hell, wirkte aufgewühlt und farbenfroh und voller wirbelnden Energien. Ihre Seele war gänzlich in ihrer Mitte. Die Magd, die darauf wartete, das Waschwasser herauszutragen, besaß eine stillere Seele, die einen Schmierfleck von Unwillen aufwies, jedoch im Einklang mit dem Rest ihrer Erscheinung stand.

Cattilaras Geist war der dunkelste und der dichteste, aufgewühlt von Anspannung und verborgenem Leid. Unter der Oberfläche verbarg sich eine weitere Grenzlinie, noch düsterer und dichter, wie eine Perle aus rotem Glas, die man in rotem Wein versenkt hatte. Der Dämon hatte sich an diesem Morgen anscheinend noch fester in sich selbst eingerollt als in der Nacht zuvor. Versteckte er sich? Wovor?

Vor mir, erkannte Ista. Die Narben, die die Götter ihr geschlagen hatten, waren für sterbliche Augen nicht sichtbar, doch für die eigentümlichen Sinne des Dämons mussten sie so hell strahlen wie Leuchtfeuer in der Finsternis. Doch teilte der Dämon all seine Wahrnehmungen mit dem Wirt, der ihn aufgenommen hatte? Wie lange wurde Cattilara eigentlich schon von diesem Gast heimgesucht? Der sterbende Bär hatte verzehrt ausgesehen, verwüstet. Wie ein gefräßiger Tumor war der Dämon bereits in jeden Teil des Tieres ausgewuchert, hatte dabei die Seelensubstanz des Bären verzehrt und durch seine eigene ersetzt. Was mit Cattilaras Seele auch sein mochte — noch war es weitestgehend ihre eigene.

»Ist Lord Arhys letzte Nacht sicher zurückgekehrt, zu Eurer Erleichterung?«, fragte Ista.

»O ja.« Cattilara lächelte warm und versonnen.

»Bald werdet Ihr nicht mehr zur Mutter flehen müssen, sondern ihr danken können.«

»Ach, wenn es nur so wäre.« Cattilara schlug die heiligen Gesten. »Mein Herr Gemahl hat bisher nur eine Tochter, auch wenn Liviana ein hübsches Kind ist. Sie wird bald neun und lebt bei ihren Großeltern mütterlicherseits. Aber ich weiß, dass er sich nach einem Sohn sehnt. Wenn ich ihm einen Sohn schenken kann, wird er mich mehr schätzen als jede andere Frau!«

Mehr vielleicht als das Gedächtnis seiner ersten Frau? Misst du dich mit einer Toten, Mädchen? Der Blick zurück verschleierte manches und ließ einen Verstorbenen mitunter so vollkommen wirken, dass ein Lebender kaum heranreichen konnte. Gegen ihren Willen empfand Ista Mitleid. »Ich erinnere mich selbst noch an diese unangenehme Wartezeit, an die monatlichen Enttäuschungen. Meine Mutter pflegte mir belehrende Briefe zu schreiben, voller Ermahnungen und Ratschläge, was meine Ernährung betraf, als wäre ich Schuld daran, dass mein Leib leer blieb.«

Aufmerksam hob Cattilaras den Blick. »Wie ungerecht! König Ias war wirklich ein alter Mann — viel älter als Arhys!« Sie zögerte; dann fragte sie schüchtern: »Habt Ihr irgendetwas Bestimmtes getan? Um Iselle zu bekommen, meine ich?«

Ista verzog das Gesicht, als wieder Zorn in ihr aufstieg. »Jedes Kammerfräulein im Zangre kannte ein Dutzend Hausmittel und wollte sie mir aufdrängen. Egal, ob sie selbst schon ein Kind ausgetragen hatte oder nicht.«

Mit unerwartetem Sarkasmus hakte Cattilara nach: »Hatten sie auch Ratschläge für Ias?«

»Eine schöne junge Braut sollte Stärkungsmittel genug für ihn sein.« Am Anfang zumindest war es so gewesen. Doch Ias’ seltsam scheue anfängliche Wollust verblasste im Laufe der Zeit, insbesondere nach seiner Enttäuschung über die Geburt eines Mädchens, so gut er diese sonst auch verborgen hielt. Das Alter und der Fluch waren Erklärung genug für seine übrigen Schwierigkeiten. Statt schädliche Tränke zu schlucken, hatte er zur Anregung vermutlich lieber heimlich Abstecher zu seinem Liebhaber unternommen, ehe er ihre Gemächer aufsuchte. Hätte ihre Unfruchtbarkeit fortgedauert, hätte Lord dy Lutez dann Ias womöglich überredet, den Zwischenschritt auszulassen und ihn unmittelbar in ihr Bett zu lassen? Wie lange hätte es gedauert, bis der unbarmherzige Erwartungsdruck Istas Einwilligung erzwungen hätte? Die Entrüstung über derartige Angebote brannte umso heißer, wenn sie eine tatsächliche Versuchung überdecken musste, denn Arvol dy Lutez war ein eindrucksvoller Mann gewesen. Zumindest diesen Teil von Cattilaras unangemessenem Zorn auf ihren Schwager Illvin verstand Ista nur zu gut.

Ista blinzelte. Plötzlich kam ihr eine Lösung für das verzwickte Problem in den Sinn, wie sie Cattilara — und ihren Dämon — während Illvins mittäglichem Erwachen unter Kontrolle halten konnte. Eine hässliche Täuschung, aber wirksam. Glattzüngig fügte sie hinzu: »Was ich vor meiner Schwangerschaft mit Teidez als Letztes ausprobierte, war ein Breiumschlag aus Fingerlilien. Dieses Mittel stammte von Lady dy Varas alter Amme, soweit ich mich erinnere. Lady dy Vara schwor darauf. Sie hatte damals bereits sechs Kinder.«

Plötzliches Interesse lag in Cattilaras Blick. »Fingerlilien? Von solchen Blumen habe ich noch nie gehört. Wachsen sie hier im Norden?«

»Ich weiß es nicht. Ich dachte, ich hätte ein paar davon gesehen, in der Nähe der Wiese, wo Lord Arhys sein Lager aufgeschlagen hatte. Liss würde die Blumen erkennen, da bin ich mir sicher.« Hinter Cattilaras Schulter zuckten Liss’ Augenbrauen protestierend nach oben. Ista hob zwei Finger und ermahnte sie zu schweigen. Dann fuhr sie fort: »Die alte Amme hatte erzählt, dass die Pflanzen von der Bittstellerin selbst geschnitten werden müssen, barfuß und zur Mittagsstunde, wenn die Sonne am fruchtbarsten ist. Geschnitten mit einem silbernen Messer und einem Gebet an die Mutter. Anschließend müssen die Blütenblätter in ein Seihtuch — oder in Seide, wenn es eine Dame ist — geschlagen und um die Taille getragen werden, bis man das nächste Mal bei seinem Ehemann liegt.«

1 ... 58 59 60 61 62 63 64 65 66 ... 135
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)