Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Die Elfenkönigin von Shannara
Die Elfenkönigin von Shannara - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Elfenkönigin von Shannara

Электронная книга - «Die Elfenkönigin von Shannara». Краткое содержание книги:

Die Elfenkönigin von Shannara
1 ... 55 56 57 58 59 60 61 62 63 ... 121
Перейти на страницу:

Durchgänge kamen und gingen, Treppen, die gerade verliefen oder sich wanden, ein Labyrinth von Gängen, die sich tief ins Gestein gruben. Die Stille war allgegenwärtig. Sie war dicht und tief wie Spätherbstblätter im Wald, verwurzelt in den Schloßmauern und unerbittlich. Sie forderten sie nicht heraus, sondern gingen schweigend durch diesen Vorhang und besannen sich statt dessen auf das, was vor ihnen lag, und auf den Weg, dem sie hin zu jenem Weg folgten, der wartete. Türen und leere Räume kamen und zogen vorbei, starr und wenig einladend im Schmuck der Dunkelheit. Fenster öffneten sich ins Grau, in einen seltsamen Dunst, der alles Jenseitige umschattete, so daß der Keep eine Insel zu sein schien. Walker suchte nach Spuren des Waldlandes, das den leeren Hügel, auf dem Paranor gestanden hatte, umschlossen hatte, aber die Bäume waren verschwunden. Oder er war verschwunden, verbesserte er sich – aus den Vier Ländern ins Nichts gekommen. Die Farbe war aus den Teppichen und Wandbehängen und Gemälden, aus dem Gestein selbst und sogar aus dem Himmel gewichen. Es gab nur jene Dunkelheit, eine Art von Grau, das jeglicher Aufhellung trotzte und leer und tot war.

Und doch war da noch etwas. Da war die Magie, die Paranor eingeschlossen hielt. Sie war überall spürbar, einmal unsichtbar und plötzlich enthüllt, eine Art wirbelnden, grünlichen Nebels. Sie schwebte in den Schatten und am Rande ihres Gesichtskreises entlang, böse und entschlossen, das Zischen ihres Daseins der geflüsterte Wunsch zu töten. Sie konnte sie nicht berühren, weil sie durch eine andere Art Magie beschützt und mit dem Keep eins waren. Aber sie konnte sie beobachten. Sie konnte necken und spotten und drohen. Sie wartete mit dem Versprechen dessen, was geschehen würde, wenn ihr Schutz wegfiele. Es war seltsam, daß ihre Anwesenheit so offensichtlich war, Walker Boh spürte das sofort. Es war, als sei die Magie ein Lebewesen, ein Wachhund, der den Keep nach Beute durchstreifte, nach Eindringlingen suchte und sie jagte, um sie zu vernichten. Ihre Gegenwart erinnerte ihn an den Kratzer in Eldwist, einen Kriecher, der den Besitz seines Herrn sauberhielt und alles Leben daraus verbannte. Die Natur des Kratzers war Magie, fremd, aber sie vermittelte das gleiche Gefühl. Sie war ein Feind, das spürte Walker, dem man irgendwann gegenübertreten müßte.

Hinter den Bücherregalen in der Druidenbibliothek, wo das Gewölbe verborgen war, fanden sie die Geschichten. Reihen massiver, ledergebundener Bücher standen dort in den Mauern des Keeps. Die Magie, die sie einst vor sterblichen Augen verborgen hatten, war mit dem Auszug des Keep aus der Welt der Menschen verblaßt. Walker betrachtete die Bücher eine Zeitlang, dachte nach, suchte sich dann wahllos eines aus, setzte sich und begann zu lesen. Cogline und Rumor leisteten ihm schweigend und unaufdringlich Gesellschaft. Die Zeit verging, aber das Licht veränderte sich nie. In Paranor gab es keinen Tag und keine Nacht. Es gab keine Vergangenheit und keine Zukunft. Es gab nur das Hier und Jetzt.

Walker wußte nicht, wie lange er gelesen hatte. Er wurde nicht müde und hatte auch nicht das Bedürfnis zu schlafen. Er aß nicht und trank nicht, dann er war weder hungrig noch durstig. Cogline erklärte ihm irgendwann, daß in der Welt, in die Paranor gesandt worden war, sterbliche Bedürfnisse keine Bedeutung hatten. Sie waren so sehr Geister, wie sie zwei Menschen und eine Moorkatze waren. Walker fragte nichts. Es war nicht notwendig.

Er las stundenlang oder tagelang oder sogar wochenlang, er wußte es nicht. Er las zuerst, ohne zu verstehen, und sah nur die Wörter vor seinen Augen vorbeifließen. Es war eine Erzählung, die so entfernt und einer anderen Welt zugehörig war wie das Leben, daß er vor den Träumen von Allanon gekannt hatte. Er las von den Druiden und ihren Studien, von der Welt, die sie nach der Verheerung durch die Großen Kriege zu errichten versucht hatten, von dem Ersten Konzil in Paranor und dem Zusammentreffen der Rassen nach dem Untergang. Was sollte es für ihn bedeuten? fragte er sich. Welchen Unterschied machte irgend etwas davon jetzt?

Er beendete ein Buch und begann ein neues, und wieder ein weiteres. Er arbeitete sich so beständig durch die Bände hindurch, immer auf der Suche nach etwas, das ihm sagen würde, was er wissen mußte. Es gab Aufzählungen von Zaubersprüchen und Beschwörungsformeln. Er erfuhr von Zauberkräften, die in geringem Maße wirksam waren, von Heilungen durch Berührung und Gedankenkraft, von der Hilfe für Lebewesen und von der Arbeit, die nötig war, um das Land wieder zu einer Einheit zu machen. Er las das alles, und es sagte ihm nichts. Wie sollte er sich von dem, was er war, denn so umgestalten, wie von ihm erwartet wurde, fragte er sich immer wieder. Wo stand, was er tun sollte? Die Seiten wurden umgeblättert, die Wörter liefen weiter an ihm vorbei, und Antworten blieben verborgen. Er beendete seine Lektüre nicht in einer Sitzung, obwohl er von den Beschränkungen seiner sterblichen Bedürfnisse frei war und nicht schlief oder aß oder trank. Er ging von Zeit zu Zeit hinaus, um auf und ab zu wandern, um an andere Dinge zu denken und seinen Geist von allem freizumachen, was die Geschichten erzählten. Manchmal war Cogline der Schatten, der ihn begleitete, und manchmal war es Rumor. Sie hätten wieder am Hearthstone sein und seine Wege entlanggehen können. Es war, als würden sie sich gegenseitig Gesellschaft leisten, während sie erneut in der Abgeschiedenheit des Tales lebten. Aber Hearthstone war vorbei, zerstört von den Schattenwesen, und Paranor war dunkel und leblos, und ihre Wünsche mochten noch so stark sein, sie konnten dennoch nicht wiederbringen, was zuvor verloren worden war. Es gab keinen Rückweg in die Vergangenheit, dachte Walker mehr als einmal bei sich. Alles, was einmal gewesen war, war jetzt verloren.

Nach einiger Zeit begann er zu verzweifeln. Er hatte die Druidengeschichten fast zu Ende gelesen und noch immer nichts entdeckt. Er hatte alles darüber erfahren, wer und was die Druiden waren, über ihre Lehren und ihren Glauben und darüber, wie sie gelebt hatten und was sie erreichen wollten. Doch nichts von allem sagte ihm etwas darüber, wie sie ihr Können erworben hatten. Es gab keinen Hinweis auf die Herkunft von Allanon, darauf, wie er gelernt hatte, ein Druide zu sein, wer ihn unterrichtet hatte oder worum seine Lehren gekreist waren. Die Bücher verwiesen nirgendwo auf die Beschwörungsformel, die den Keep eingeschlossen hatte, oder darauf, was nötig sein würde, um den Zauber umzukehren.

»Ich kann es nicht finden, Cogline«, gestand Walker Boh schließlich ein. Er war hoffnungslos enttäuscht, als der letzte der Bände aufgeschlagen auf seinem Schoß lag. »Ich habe alles gelesen, und nichts davon hat geholfen. Ist es möglich, daß einige Bände fehlen? Was kann man denn sonst noch versuchen?«

Aber Cogline schüttelte den Kopf. Wenn die Antworten je in geschriebener Form existiert hatten, würden sie hier zu finden sein. Es gab keine weiteren Bücher und keine anderen Quellen des Wissens. Alles war in den Geschichten enthalten. Alle Studien der Druiden begannen und endeten dort.

Walker ging dann eine Weile allein hinaus und schritt erregt die Gänge ab. Er fühlte sich verraten und betrogen und sah in sich ein Opfer von Druidenlaunen und Druidenselbstgefälligkeit. Er dachte verbittert an all das, was ihm aufgrund dessen angetan worden war, wer er war, an all das, was zu ertragen er gezwungen gewesen war. Sein Heim war zerstört worden. Er hatte einen Arm verloren und war nur knapp mit dem Leben davongekommen. Er war angelogen und wiederholt hereingelegt worden. Er war gezwungen worden, sich verantwortlich zu fühlen für das Schicksal einer ganzen Welt. Selbstmitleid durchströmte ihn, doch dann kniff er tadelnd den Mund zusammen. Genug, schalt er sich selbst. Er lebte, nicht wahr? Andere hatten nicht soviel Glück gehabt. Er wurde noch immer von Quickenings Gesicht verfolgt. Er konnte nicht vergessen, wie sie ausgesehen hatte, als er sie fallengelassen hatte. Vergiß mich nicht, hatte sie Morgan Leah angefleht, aber sie hatte dabei auch zu ihm gesprochen. Vergiß mich nicht – als könnte jemand, der sie gekannt hatte, sie jemals vergessen.

1 ... 55 56 57 58 59 60 61 62 63 ... 121
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)