Die Elfenkönigin von Shannara
- Автор: Брукс Терри
- Серия: Erbe von Shannara #3
- Год: 1992
- Язык: немецкий
- Переводчик: Karin Konig
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Elfenkönigin von Shannara». Краткое содержание книги:
Die dünnen Lippen preßten sich zusammen. »Verstehst du? Wir sind keine von uns – Rumor, du und ich, Paranor. Wir sind noch nicht in die Welt der Menschen zurückgekehrt. Wir sind noch immer in einem Dasein irgendwo zwischen Sein und Nichtsein gefangen, und wir warten. Wir warten darauf, Walker, daß uns die Magie völlig wiederherstellt. Weil sie das noch nicht getan hat, obwohl du den Schwarzen Elfenstein gebraucht hast. Und in den Keep eingetreten bist. Sie hat es noch nicht getan, weil sie noch nicht beherrscht wird.«
Er streckte die Hand aus, schloß Walkers Finger wieder sanft über dem Schwarzen Elfenstein und setzte sich dann langsam zurück. Vor den Schatten erinnerte er an ein zerbrechliches Reisigbündel.
»Um Paranor wieder für die Welt der Menschen zurückzugewinnen, müssen die Druiden wiederkommen. Genauer gesagt, ein Druide, Walker. Du. Aber es reicht nicht, zu akzeptieren, was das bedeutet. Das ist noch nicht genug dafür, daß du ein Druide wirst. Du mußt mehr sein, wenn die Magie die deine werden soll, wenn sie dir gehören soll. Du mußt werden, was dir aufgetragen wurde. Du mußt dich verwandeln.«
»Mich verwandeln?« Walker war entsetzt. »Es scheint so, als hätte ich das bereits getan! Welche weitere Verwandlung ist nötig? Muß ich völlig verschwinden? Nein, antworte mir nicht. Laß mich das alles einen Moment selbst entwirren. Ich trage das Vermächtnis Allanons, ich bin im Besitz des Schwarzen Elfensteins, und doch muß ich noch mehr tun, wenn etwas davon eine Bedeutung haben soll. Mich verwandeln, sagst du? Wie?«
Cogline schüttelte den Kopf. »Das weiß ich nicht. Ich weiß, daß du, wenn du es nicht tust, kein Druide werden wirst und Paranor nicht für die Welt der Menschen zurückgewonnen werden wird.«
»Bin ich etwa hier gefangen, wenn es mir mißlingt?« fragte Walker aufgebracht.
»Nein. Du kannst gehen, wann immer du willst. Der Schwarze Elfenstein wird dafür sorgen.«
Ein unsicherer Moment ärgerlichen Schweigens entstand, während sich die beiden Männer gegenüberstanden. Sie waren undeutliche Schatten, die auf einer Steinbank unter den Schatten der Schloßmauern saßen. »Und du?« fragte Walker schließlich.
»Und Rumor? Könnt ihr mit mir fortgehen?«
Cogline lächelte schwach. »Wir haben unser Leben teuer bezahlt, Walker. Wir sind an die Magie der Druidengeschichten gebunden. Wir sind unwiderruflich gebunden und müssen bei ihnen bleiben. Wenn sie nicht wieder für die Welt der Menschen gewonnen werden, können auch wir nicht wieder zurückgebracht werden.«
»Schatten.« Walker stieß das Wort aus wie einen Fluch. Er fühlte, wie sich das Gewicht von Paranors Steinen um ihn herum legte. »Also kann ich meine eigene Freiheit erlangen, aber nicht deine. Ich kann gehen, aber du mußt bleiben.« Sein Lächeln war hart. »Das würde ich natürlich niemals tun. Nicht, nachdem du dein eigenes Leben aufgegeben hast, damit ich meines behalten konnte. Das wußtest du, nicht wahr? Du wußtest es von Anfang an. Und Allanon wußte es sicher auch. Ich bin also auf jeden Fall gefangen, nicht wahr? Ich spekuliere darüber, wer ich sein und was ich tun werde, und wie ich mein eigenes Schicksal unter Kontrolle bringen kann, aber meine Worte sind bedeutungslos.«
»Walker, du bist nicht an uns gebunden«, warf Cogline schnell ein. »Rumor und ich haben darum gekämpft, dich zu retten, weil wir es wollten.«
»Du hast gekämpft, weil es nötig war, wenn ich Allanons Aufgabe ausführen sollte, Cogline. Es gibt keinen Ausweg, solange ich lebe. Wenn ich mich weigere, sie jetzt auszuführen, oder wenn es mir mißlingt, dann wird alles, was vorher war, umsonst gewesen sein!« Er kämpfte um seine Selbstkontrolle, als seine Stimme zu einem Schreien zu werden drohte. »Sieh nur, was man mir antut!«
Cogline wartete einen Moment und sagte dann leise: »Ist es wirklich so schlimm, Walker? Bist du so sehr mißbraucht worden?«
Es entstand eine Pause. Walker sah ihn an. »Weil ich nichts dazu zu sagen habe, was aus mir werden soll? Weil es mir bestimmt ist, etwas zu tun, was ich verachte? Weil ich in einer Weise handeln muß, in der ich sonst niemals handeln würde? Alter Mann, du erstaunst mich.«
»Aber nicht genug, um dich zu einer Antwort zu reizen?«
Walker schüttelte angewidert den Kopf. »Antworten sind sinnlos. Jede Antwort, die ich jetzt gebe, würde später nur auf mich zurückfallen. Ich habe das Gefühl, als würde ich in dieser Angelegenheit von meinen eigenen Gedanken betrogen. Es ist besser, mit dem umzugehen, was da ist, als mit dem, was sein wird, nicht wahr?« Er seufzte. Die Kälte des Gesteins drang in ihn, doch er spürte das jetzt zum ersten Mal. »Ich bin hier genauso gefangen wie du«, flüsterte er.
Cogline lehnte sich gegen die Schloßmauer zurück, und es sah einen Moment so aus, als werde er in sie hinein verschwinden.
»Dann fliehe, Walker«, sagte er ruhig. »Nicht indem du vor deinem Schicksal davonläufst, sondern indem du es willkommen heißt. Du hast von Anfang an darauf bestanden, daß du dir nicht erlauben würdest, von den Druiden benutzt zu werden. Glaubst du, ich dächte anders darüber? Wir sind beide Opfer von Umständen, die vor dreihundert Jahren in Gang gesetzt wurden. Für uns beide würde nichts von dem gelten, wenn wir die Wahl hätten. Aber wir haben keine Wahl. Und es hat keinen Sinn, auf das zu schimpfen, was uns angetan wurde. Also, Walker, tu etwas, um die Dinge zu deinem Vorteil zu verändern. Tu das, was dir vorherbestimmt ist, werde, was du werden mußt, und dann handele so, wie du es für richtig hältst.«
Walker lächelte ironisch. »Also möchtest du, daß ich mich verwandele. Wie soll ich das tun, Cogline? Das mußt du mir noch sagen.«
»Fang mit den Druidengeschichten an. Alle Geheimnisse der Magie sollen darin enthalten sein.« Die Hand des alten Mannes umklammerte impulsiv seinen Arm. »Gehe hinauf in den Keep, nimm die Geschichten aus ihrem Gewölbe, eine nach der anderen, und sieh selbst, was sie dich lehren können. Die Antworten, die du brauchst, müssen darin liegen. Zumindest ist das etwas, mit dem du beginnen kannst.«
»Ja«, stimmte Walker zu, wobei er innerlich über die Möglichkeit nachgrübelte, daß Cogline recht haben könnte, daß er das, was er suchte, nicht erringen könnte, wenn er sein Schicksal verleugnete, sondern nur dadurch, daß er es zu seinem eigenen Nutzen umwandelte. »Ja, das ist ein Anfang.«
Darauf erhob er sich und Cogline mit ihm. Walker stand dem alten Mann einen Moment lang schweigend gegenüber, dann streckte er seinen gesunden Arm aus und umarmte ihn sanft. »Es tut mir leid, was dir angetan wurde«, flüsterte er. »Ich meinte wirklich, was ich damals am Hearthstone gesagt habe, bevor Rimmer Dall auftauchte – daß es mein Fehler war, dir die Schuld daran zu geben, was geschehen ist, und daß ich dankbar bin für alles, was du getan hast, um mir zu helfen. Wir werden einen Weg finden, um uns zu befreien, Cogline. Das verspreche ich dir.«
Dann trat er zurück, und das Lächeln, mit dem Cogline ihm antwortete, war wie ein blitzender Sonnenstrahl, der durch die Dunkelheit bricht.
Also ging Walker Boh in den Keep hinauf. Er vertraute sich der Führung Coglines und Rumors an, und sie waren jetzt drei Geister auf der Jagd in einer Übergangswelt. Das Schloß der Druiden war dunkel und düster und schimmerte wie ein Bild, das sich auf der Oberfläche eines Teiches spiegelt, wo es den Schatten preisgegeben ist. Das Gestein der Mauern und Böden und Türme war kalt und leblos, und die Gänge, die sich wie Tunnel unter der Erde wanden, waren düster und feucht. Hier und dort lagen Knochen in den Gängen verstreut, die Teppiche und Wandbehänge schmückten. Es waren die Überreste jener Gnome, die gestorben waren, als Allanon die Magie beschworen hatte, die den Keep vor dreihundert Jahren aus den Vier Ländern fortgesandt hatte. Berge von Staub sprachen vom Ende der dort gefangenen Mord Wraiths, und alles, was von ihnen übriggeblieben war, war ein Flüstern der Erinnerung, das die Mauern eingeschlossen hielten.