Die Elfenkönigin von Shannara
- Автор: Брукс Терри
- Серия: Erbe von Shannara #3
- Год: 1992
- Язык: немецкий
- Переводчик: Karin Konig
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Elfenkönigin von Shannara». Краткое содержание книги:
»Wir befinden uns in einer Welt der Halbexistenz, Walker«, erwiderte Cogline sanft. »Wir befinden uns irgendwo zwischen der Welt der Sterblichen und der Welt der Toten. Paranor liegt jetzt hier. Es wurde durch die Magie des Schwarzen Elfensteins aus der Nichtexistenz zurückgebracht. Du hast es gefunden, nicht wahr? Du hast es wiederbeschafft, wo auch immer es verborgen war, und du hast es hierher gebracht. Du hast es benutzt, als du wußtest, daß du es tun mußtest, und hast uns zurückgebracht.«
»Warte, antworte noch nicht.« Er unterbrach Walker, als der versuchte zu sprechen. »Ich eile mir selbst voraus. Du mußt erst einmal wissen, was mit mir geschehen ist. Dann werden wir von dir sprechen. Rumor und ich haben ein eigenes Abenteuer erlebt, das uns hierher geführt hat. Folgendes ist geschehen, Walker:
Vor einigen Wochen, als ich mit dem Schatten Allanons sprach, wurde ich gewarnt, daß meine Zeit in der Welt der Sterblichen fast vorüber sei und daß der Tod zu mir kommen würde, wenn ich das nächste Mal das Gesicht Rimmer Dalls erblicken würde. Wenn dies geschähe, sollte ich die Geschichte der Druiden bei mir behalten und sie nicht aus der Hand geben. Mehr wurde mir nicht gesagt. Als der Erste Sucher und seine Schattenwesen am Hearthstone auftauchten, erinnerte ich mich an Allanons Worte. Es gelang mir, sie lange genug zurückzuhalten, um das Buch aus seinem Versteck zu holen. Ich stand mit dem Buch an meine Brust gepreßt auf der Veranda der Hütte, und Rumor drängte sich gegen mich, als mich die Schattenwesen erreichten, um mich zu zerreißen.
Du dachtest, es wäre meine Magie gewesen, die mich einhüllte. Doch so war es nicht. Als sich die Schattenwesen um mich zusammenzogen, kam eine in der Druidengeschichte enthaltene Magie zu meiner Verteidigung hervor. Sie ließ ein weißes Feuer frei, das alles um sich herum verschlang und alles zerstörte, was nicht Teil von mir war, außer Rumor, der mich beschützen wollte. Sie fügte uns keinen Schaden zu, sondern fing uns statt dessen auf und trug uns in Windeseile davon. Wir wurden bewußtlos und verfielen in einen Schlaf, der tiefer war als alles, was ich je kennengelernt habe. Als wir wieder erwachten, waren wir hier, innerhalb von Paranor, innerhalb des Keeps des Druiden.«
Er rückte näher heran. »Ich weiß nicht sicher, was geschehen ist, als die Magie ausgelöst wurde, Walker, aber ich kann es vermuten. Die Druiden würden ihr Werk niemals ungeschützt lassen. Nichts von dem, was sie erschaffen haben, würden sie jemals jenen überlassen, denen das Recht und die richtige Absicht fehlen. So war es, da bin ich sicher. Ich weiß es aus ihren Geschichten. Die Magie, die sie beschützte, funktionierte so, daß jede Bedrohung ihre Rückkehr zum Gewölbe innerhalb des Keeps nach sich zog, der sie all die Jahre beschützt hatte. Das war es, was mit der Geschichte geschehen war, die ich festhielt. Ich habe in die Gewölbe geschaut und die Geschichte wieder unter den anderen gefunden, sicher zurückgekehrt. Allanon muß gewußt haben, daß dies geschehen würde – und muß gewußt haben, daß jeder, der die Geschichte besaß, auch fortgetragen werden würde – zurück nach Paranor, zurück in das Heiligtum der Druiden.«
»Aber nicht«, beendete er seine Überlegungen, »zurück in die Welt der Sterblichen.«
»Weil der Keep vor dreihundert Jahren woanders hin gesandt worden war«, murmelte Walker, der jetzt zu verstehen begann.
»Ja, Walker, weil der Keep von Allanon aus den Vier Ländern fortgesandt worden war und fortbleiben würde, bis die Druiden ihn wieder zurückbrächten. Also wurde ihm das Buch zurückgegeben, und Rumor und ich wurden mit ihm gesandt.« Er hielt inne. »Es scheint, daß die Druiden mit mir noch nicht fertig sind.«
»Du bist hier also gefangen?« fragte Walker leise.
Das Lächeln des anderen war starr. »Das befürchte ich. Ich verfügte nicht über die Magie, uns zu befreien. Wir sind jetzt Teil von Paranor, genau wie die Geschichten es sind, lebendig und wohlauf, aber Geister in einem Geisterschloß, gefangen in irgendeiner Übergangszeit und an einem Übergangsort, bis eine stärkere Magie als die meine uns befreit. Und darum habe ich auf dich gewartet.« Die knochigen Finger legten sich fester um Walkers Arm. »Erzähle es mir jetzt. Hast du den Schwarzen Elfenstein mitgebracht? Kannst du ihn mir zeigen?«
Walker Boh erinnerte sich plötzlich daran, daß er den Stein noch immer besaß, den Talisman, der so fest in seiner Hand verschlossen lag, daß sich seine Ränder in die Haut seiner Handfläche eingegraben hatten. Er streckte zögernd seine Hand aus, und seine Finger öffneten sich langsam nacheinander. Er war vorsichtig, denn er hatte Angst, daß die Magie ihn überwältigen könnte. Der Schwarze Elfenstein schimmerte dunkel in der Höhlung seiner Handfläche, aber die Magie lag im Schlummer, und das Nichtlicht war darin versiegelt.
Cogline spähte lange Zeit schweigend auf den Stein hinab, ohne mehr zu versuchen, und sein schmales, faltiges Gesicht spiegelte Verwunderung und Unschlüssigkeit wider. Dann schaute er wieder auf und sagte: »Wie hast du ihn gefunden, Walker? Was ist geschehen, nachdem Rumor und ich fortgetragen worden waren?«
Walker erzählte ihm dann von der Ankunft von Quickening, der Tochter des Königs vom Silberfluß, und wie sie seinen Arm geheilt hatte. Er erzählte alles, was auf der Reise nach Norden, nach Eldwist, geschehen war, von der Anstrengung Quickenings und ihrer Begleiter, in dem Land aus Stein zu überleben. Er erzählte von der Suche Uhl Belks, von den Treffen mit dem Kratzer und dem Malmschlund und zuletzt von der Zerstörung der Stadt und jener, die sie hatten erhalten wollen.
»Ich kam allein hierher«, schloß er, und sein Blick schweifte in weite Ferne, als die Erinnerungen an das, was ihm widerfahren war, wieder auftauchten. »Ich wußte, was von mir erwartet wurde. Ich habe akzeptiert, daß die Verpflichtung, die Allanon Brin Ohmsford auferlegt hatte, für mich gedacht gewesen war.«
Er schaute zur Seite. »Du hast mir immer gesagt, daß ich zuerst akzeptieren müßte, um verstehen zu können, und ich vermute, ich habe getan, was du mir geraten hast. Und was Allanon mir aufgetragen hat. Ich habe den Schwarzen Elfenstein benutzt und den Keep der Druiden zurückgebracht. Aber sieh mich an, Cogline. Ich erscheine wie du, als Geist. Wenn die Magie erreicht hat, was beabsichtigt war, warum dann...«
»Denk nach, Walker«, unterbrach der andere ihn schnell. Mit einem gequälten Blick in seinen uralten Augen fragte er: »Welche Aufgabe hat Allanon dir gestellt? Wiederhole sie für mich.«
Walker atmete tief ein. Sein bleiches Gesicht wirkte besorgt.
»Paranor und die Druiden zurückzubringen.«
»Ja, Paranor und die Druiden – beide. Du erkennst, was das bedeutet, nicht wahr? Du verstehst es doch?«
Walkers Brauen zogen sich vor Enttäuschung und Widerwillen zusammen. »Ja, alter Mann.« Er atmete hastig. »Ich muß ein Druide werden, wenn Paranor wiederhergestellt werden soll. Ich habe das akzeptiert, obwohl es so sein sollte, wie ich es wünsche, und nicht, wie ein Schatten es haben will, der seit dreihundert Jahren tot ist.« Seine Worte sprudelten jetzt ärgerlich und hastig hervor. »Ich werde nicht sein, wie sie waren, jene alten Männer, die...«
»Walker!« Coglines Verärgerung war genauso heftig wie die seine, und Walker wurde sofort ruhig. »Höre mir zu. Verkünde nicht, was du tun wirst und wie du sein wirst, bis du verstehst, was von dir verlangt wird. Dies ist nicht einfach eine Sache des Akzeptierens und Ausführens einer Aufgabe. Das war es niemals. Das Akzeptieren dessen, wer du bist und was du tun mußt, ist nur der erste vieler Schritte, die deine Reise erfordert. Ja, du hast den Schwarzen Elfenstein wiederbeschafft und seine Magie beschworen. Ja, du hast Einlaß in das verschwundene Paranor erlangt. Aber das ist nur der Anfang von dem, was notwendig ist.«
Walker sah ihn an. »Was meinst du? Was gibt es noch?«
»Vieles, fürchte ich«, flüsterte der andere. Ein trauriges Lächeln stahl sich über die faltigen Züge, die aussahen wie zerknittertes Holz, das sich mit den Jahren spaltet. »Du bist doch ganz ähnlich nach Paranor gekommen wie Rumor und ich. Die Magie hat dich hierher gebracht. Aber die Magie verschafft dir zu ihren eigenen Bedingungen Einlaß. Wir sind durch ihre Einwilligung hier, lebendig unter den von ihr bestimmten Bedingungen. Du hast bereits bemerkt, wie du erscheinst – fast als ein Geist, der Substanz und Leben hat. Aber du hast nicht genug von beidem, um wie andere Sterbliche zu sein. Das sollte dir etwas sagen, Walker. Sieh dich um. Paranor scheint genauso zu sein – hier und doch nicht hier, undeutlich in seiner Form, noch nicht vollständig erstanden.«