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Indiana Jones und das Schiff der Götter

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:

Indiana Jones — eine Legende lebt weiter! Im Jahr 1939 entdeckt das amerikanische Forschungsschiff Poseidon in der Nähe von Grönland einen riesigen schwimmenden Eisberg — und auf ihm einen halbverrückten Wissenschaftler. Einige Monate später machte sich ein internationales Forscherteam von New York aus in einem Zeppelin auf den Weg, um das Geheimnis dieses Eisbergs — genannt Odinsland — zu lüften. Und natürlich kann man bei einer so riskanten Expedition auf die Mithilfe von Indiana Jones nicht verzichten! Doch nach einem gefahrvollen Flug und einer noch katastrophaleren Landung muß das Team feststellen, daß irgend jemand seine Forschungstätigkeit auf Odinsland mit allen Mitteln zu vereiteln sucht…
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«Das heißt, Sie überlassen uns unserem Schicksal?«fragte Dr. Rosenfeld fassungslos.»Wenn Ihnen und dem Schiff etwas zustößt, dann sind auch wir verloren.«

«Keineswegs«, antwortete Browning.»Wir werden Sie mit genügend Lebensmitteln und allem Nötigen ausstatten, um zur Not Monate dort durchzustehen. Aber so lange werden Sie nicht warten müssen. Zeitgleich mit der Dragon sind zwei Polarschiffe der US-Navy ausgelaufen. Zu ihrer Ausrüstung gehört selbstverständlich auch ein Funkgerät. Sollte die Dragon nicht innerhalb der verabredeten Frist zurückkehren, dann können Sie einen Hilferuf absetzen. Sie werden dann innerhalb von drei oder vier Tagen abgeholt.«

Dr. Rosenfeld wollte abermals wütend widersprechen, aber in diesem Moment wurde die Tür zu Lestrades Kabine aufgerissen, und ein völlig aufgelöster Matrose stürmte herein. Lestrade fuhr herum und schnauzte den Mann an:»Was fällt Ihnen ein? Ich hatte gesagt, daß — «

«Der Berg, Sir!«unterbrach ihn der Soldat. Er mußte gerannt sein, denn sein Atem ging schnell, er hatte Mühe, überhaupt zu sprechen.»Wir haben den Eisberg gefunden!«

Aus einer Höhe von fünf- oder sechstausend Fuß und einer Entfernung von vielleicht noch fünfzehn Meilen betrachtet, wirkte Odinsland weder gigantisch noch in irgendeiner Weise beeindruckend. Aber es war ganz zweifellos der Eisberg, den sie auf den Fotos gesehen hatten: Die Perspektive stimmte nicht, und auf dem Schwarzweiß-Foto, das noch dazu gegen die Sonne aufgenommen worden war, hatte er viel bedrohlicher und düsterer gewirkt. Trotzdem gab es keinen Zweifel daran, daß der treibende weiße Punkt tief unter ihnen die gesuchte Eisinsel war. Die Form stimmte, und Indiana mußte nur in Mortons Gesicht blicken, um auch noch den allerletzten Zweifel auszuräumen. Der Kapitän der POSEIDON war bleich vor Schreck. Seine Hände zitterten ganz leicht, und er hatte die Unterlippe zwischen die Zähne gezogen und kaute darauf herum, ohne es überhaupt zu bemerken. Seine Augen waren groß und blickten beinahe glasig. Wenn Indiana jemals einen Menschen gesehen hatte, der Angst hatte, dann war es Morton in diesem Moment.

«Das gefällt mir nicht«, murmelte Lestrade neben ihm.

«Was?«Indiana sah verwundert auf.»Wir haben ihn doch schneller gefunden, als Sie erwartet haben, oder? Und ich denke, daß er groß genug ist, um bequem daran anlegen zu können.«

Lestrade schüttelte den Kopf, hob die Hand und deutete nach Norden, aber nicht genau auf den Berg, sondern auf den Horizont, genauer gesagt: einen Punkt ungefähr eine Handbreit darüber.»Ich meine nicht diese verdammte Eisscholle, sondern das da.«

Indianas Blick folgte seiner Geste, und Indiana war auch nicht der einzige, der leicht zusammenfuhr, als er begriff, was es war, das Co-lonel Lestrade solche Sorgen bereitete:

Im Norden, vielleicht hundert, vielleicht aber auch nur noch zwanzig oder dreißig Meilen entfernt, ballten sich schwarze, riesige Wolken zu einer dunklen Front. Dann und wann glaubte Indiana Jones im Inneren dieser gewaltigen Masse etwas aufblitzen zu sehen; vielleicht einen Blitz, vielleicht auch nur das Schimmern von Milliarden und Abermilliarden winziger Eiskristalle, die in den Wolken darauf warteten, über das Schiff herzufallen und es zu Staub zu zermahlen.

«Wo kommt dieser Sturm auf einmal her?«wunderte sich Browning.»Wir hatten herrliches Wetter während der letzten drei Tage.«

«Das bedeutet in dieser Meeresgegend überhaupt nichts«, knurrte Lestrade.»Hier zieht ein Sturm schneller auf, als Sie Ihren Namen buchstabieren können.«

«Es ist genau dasselbe«, flüsterte Morton.

«Was ist dasselbe?«Indiana tauschte einen alarmierten Blick mit Doktor Rosenfeld, ehe er sich zu Morton umwandte.

Der Kapitän der POSEIDON sah ihn nicht an, sondern starrte weiter auf die schwarze Wolkenformation im Norden.»Das Wetter war völlig ruhig«, flüsterte er.»Bis wir uns dem Berg näherten. Ein… ein Sturm zog auf. Und die Besatzung wurde immer nervöser. «Plötzlich fuhr er herum und wandte sich mit schriller, erregter Stimme an Lestrade.

«Drehen Sie bei, Colonel«, rief er aufgeregt.»Ich beschwöre Sie! Sie… Sie dürfen nicht näher herangehen. Wir werden alle sterben!«

Lestrade musterte ihn mit einer Mischung aus Verwirrung und Herablassung.»Sie sind ja verrückt«, sagte er.

Morton schüttelte fast hysterisch den Kopf.»Wir werden alle umkommen!«behauptete er.»Drehen Sie bei, Lestrade! Vielleicht ist es noch nicht zu spät!«

Er streckte die Arme aus, wie um Lestrade bei den Rockaufschlägen zu packen, aber der Colonel schlug seine Hände mit einer zornigen Bewegung beiseite und schrie ihn an:

«Sie sind ja wahnsinnig, Mann! Verlassen Sie das Ruderhaus, auf der Stelle!«

«Aber begreifen Sie denn nicht!?« Mortons Stimme war jetzt schrill, drohte sich zu überschlagen. »Es ist dieser Berg! Er ist verflucht! Ich weiß es!«

Lestrades Gesicht begann sich vor Zorn zu verdunkeln, und Doktor Rosenfeld trat hastig zwischen ihn und Morton, bevor die Situation vollends entgleisen konnte.»Bitte, Kapitän Morton«, sagte sie beschwörend.»Beruhigen Sie sich.«

Aber Morton beruhigte sich nicht; ganz im Gegenteil — er begann immer heftiger zu zittern, starrte abwechselnd Lestrade, den Eisberg und die Wolkenfront an und rang krampfhaft, aber vergebens nach Worten.

«Bringen Sie den Kerl raus!«verlangte Lestrade.»Ehe ich ihn in Ketten legen lasse.«

Doktor Rosenfeld wollte auffahren, aber Indiana begriff, wie sinnlos jedes weitere Wort war. Rasch trat er hinter den Kapitän, legte ihm die Hand auf die Schultern und führte ihn mit sanfter Gewalt zur Treppe. Einen Moment lang versuchte Morton sich zu sträuben, aber Indiana verstärkte den Druck seiner Hand, und dann konnte er fast spüren, wie alle Kraft aus Mortons Körper wich. Die Schultern des Kapitäns sanken nach vorne, und der Ausdruck von Erregung auf seinem Gesicht machte dem einer dumpfen, mit Entsetzen gepaarten Resignation Platz. Er versuchte nicht mehr sich zu wehren, als Indiana ihn mit sanfter Gewalt die Treppe hinauf und aus der Steuerkabine führte. Doktor Rosenfeld folgte ihnen, während die anderen bei Lestrade zurückblieben.

Oben wollte Morton stehenbleiben, aber Indiana schüttelte nur den Kopf und schob ihn weiter, und auch diesmal ließ der Kapitän es widerspruchslos geschehen. Erst als sie den Aufenthaltsraum durchquert hatten und in seiner Kabine angelangt waren, brach er das Schweigen wieder.

«Sie müssen mit Ihnen reden, Doktor Jones!«sagte er. Seine Stimme zitterte. Er war halb wahnsinnig vor Angst.»Bitte«, wiederholte er noch einmal.»Ich weiß, daß sie auf Sie hören. Sie dürfen nicht auf diesem Berg landen.«

Indiana drückte ihn mit sanfter Gewalt auf seine Liege hinab und sah Doktor Rosenfeld an. Sie schwieg, aber ihr Blick antwortete auf die unausgesprochene Frage, und dann griff sie in die Jackentasche und zog eine kleine Glasflasche hervor, aus der sie zwei winzige runde Tabletten auf ihre Handfläche schüttete.»Hier«, sagte sie, während sie Morton die Hand entgegenstreckte.»Nehmen Sie das. Das wird Sie beruhigen.«

Morton starrte die Tabletten an, ohne einen Finger zu rühren. Dann flog sein Kopf mit einem Ruck in den Nacken.»Sie halten mich für verrückt, wie?«fragte er.»Aber das bin ich nicht!«

Doktor Rosenfeld schüttelte den Kopf und lächelte milde.»Keineswegs, Kapitän«, antwortete sie.»Das ist nur ein leichtes Beruhigungsmittel. Sie sind erregt.«

«Aus gutem Grund!«erwiderte Morton.»Ich weiß, daß Sie mich für verrückt halten. Es klingt ja auch verrückt, ich gebe es zu. Aber es ist so. Keiner von uns wird lebend davonkommen, wenn wir auf diesem verdammten Eisklotz landen!«

Dann griff er nach kurzem Zögern doch nach den beiden Tabletten und schluckte sie.

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