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Indiana Jones und das Schiff der Götter

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:

Indiana Jones — eine Legende lebt weiter! Im Jahr 1939 entdeckt das amerikanische Forschungsschiff Poseidon in der Nähe von Grönland einen riesigen schwimmenden Eisberg — und auf ihm einen halbverrückten Wissenschaftler. Einige Monate später machte sich ein internationales Forscherteam von New York aus in einem Zeppelin auf den Weg, um das Geheimnis dieses Eisbergs — genannt Odinsland — zu lüften. Und natürlich kann man bei einer so riskanten Expedition auf die Mithilfe von Indiana Jones nicht verzichten! Doch nach einem gefahrvollen Flug und einer noch katastrophaleren Landung muß das Team feststellen, daß irgend jemand seine Forschungstätigkeit auf Odinsland mit allen Mitteln zu vereiteln sucht…
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«Was ist hinter dieser Tür?«fragte er mit einer Handbewegung auf die nachträglich eingezogene Sperrholzwand, die den Gang vor ihm abschloß.

Der Soldat runzelte die Stirn.»Ich weiß es nicht«, sagte er unfreundlich.»Und es geht mich auch nichts an. Nur Colonel Lestrade und Doktor Browning dürfen durch diese Tür gehen.«

«Und jeden anderen, der es versucht, erschießen Sie auf der Stelle, wie?«grinste Indiana sarkastisch.

Der Soldat schwieg, aber sein Blick machte deutlich, daß sein Befehl vielleicht nicht so lautete, er sich aber im Moment vielleicht wünschte, Indiana solle versuchen, es doch zu tun.

Genau das hatte er übrigens vor.»Ich bin sicher, daß der Hund etwas gewittert hat«, sagte er.»Öffnen wir die Tür.«

«Das darf ich nicht«, rief der Soldat.»Und selbst wenn ich es wollte — ich kann es gar nicht.«

Indiana trat nahe an die Tür heran und rüttelte an der Klinke. Sie machte keinen sonderlich stabilen Eindruck, war aber abgeschlossen.

«Lassen Sie mich mal.«

Indiana trat verwundert zur Seite, als Doktor Rosenfeld an ihm vorbeiging, das Schloß kurz und fast abfällig musterte und dann in ihre Jackentasche griff. Sie zog eine Haarnadel hervor, bog sie mit raschen, geschickten Bewegungen ein paarmal um und steckte sie in das Schloß. Es dauerte kaum länger als eine Sekunde, bis ein helles metallisches Schnappen erklang — und die Tür ein kleines Stück nach innen schwang.

«Was tun Sie da?«rief der Soldat zornig.

Indiana ignorierte ihn.»Wie haben Sie das gemacht?«fragte er.

«Ich war einmal Einbrecherin«, antwortete Doktor Rosenfeld spöttisch. Indiana runzelte die Stirn, und sie fügte erklärend und in ernsterem Tonfall hinzu:»Nein, keine Angst. Mein Vater war Schlosser. So einfach ist das. Er hat mir gezeigt, wie man die meisten Schlösser aufbekommt. Es ist ganz leicht, wenn man weiß, wie.«

«Bleiben Sie von der Tür weg!«sagte der Soldat hinter ihnen noch einmal, und jetzt noch lauter.

Indiana drehte sich um und sah, wie es in seinen Augen zornig aufblitzte. Dann hörte er ein dunkles, drohendes Knurren, und der Soldat und er wandten fast gleichzeitig den Blick ab und sahen auf den Husky hinab, der sich in Quinns Armen aufgerichtet hatte und mit angelegten Ohren und gebleckten Zähnen die Tür anknurrte.

«Er wittert etwas«, sagte Indiana.»Sehen Sie das denn nicht, Mann?«

«Es ist mir völlig egal, was dieses blöde Vieh wittert oder nicht«, antwortete der Soldat erregt.»Ich habe meine Befehle, und die lauten, daß niemand diese Tür öffnen darf.«

«Dann gehen Sie doch meinetwegen zu Lestrade und beschweren sich über uns«, antwortete Indiana verärgert.»Ich sehe jetzt jedenfalls nach, was hier los ist.«

Er versuchte es tatsächlich, aber er hatte die Tür noch nicht einmal ganz durchschritten, da war der Soldat schon hinter ihm und riß ihn grob an der Schulter herum.

Indiana schlug seinen Arm zur Seite und funkelte ihn an.»Rühren Sie mich noch einmal an!«fauchte er.»Und…«

Er brach verwirrt ab. Für einen Augenblick erschreckte ihn seine Reaktion, dieser plötzliche, kaum zu beherrschende Jähzorn, den er überhaupt nicht an sich kannte. Mit mühsam beherrschter Stimme fuhr er fort:»Seien Sie doch vernünftig, Mann. Sie sehen doch selbst, daß hier etwas nicht stimmt. Ich kenne diese Hunde! Sie machen nicht grundlos so ein Theater.«

Der Soldat schien einen Moment irritiert. Verwirrt blickte er von Quinn zu dem Hund, dann zurück zu Indiana und wieder zu dem weißen Husky, der sich mittlerweile so wild gebärdete, daß selbst Quinn alle Mühe zu haben schien, ihn zu halten. Schließlich nickte er widerstrebend.

«Also gut«, sagte er.»Meinetwegen. Aber halten Sie mir dieses Mistvieh vom Leib. Wenn er mir zu nahe kommt, schieße ich ihn über den Haufen.«

Indiana antwortete vorsichtshalber nicht darauf, während Quinn dem Soldaten einen mordlüsternen Blick schenkte, Fenris aber fest am Halsband ergriff und neben sich her führte.

Die Nase dicht an den Boden pressend und heftig schnüffelnd, lief der Hund vor ihnen her und blieb schließlich vor einer der Frachtkabinen stehen. Er stieß ein leises Winseln aus und begann mit der Pfote an der Tür zu kratzen.

Indiana wandte sich an den Soldaten.»Haben Sie einen Schlüssel?«

«Nein«, antwortete der Mann.»Nur Kapitän Lestrade selbst hat die Schlüssel und — «

«— und Browning, ich weiß«, unterbrach ihn Jones verärgert. Mit einem fragenden Blick wandte er sich an Doktor Rosenfeld.»Versuchen Sie Ihr Glück noch mal?«

Doktor Rosenfeld zögerte.»Ich weiß nicht, ob das gut ist.«

«Colonel Lestrade läßt Sie auf der Stelle einsperren, wenn er das erfährt«, sagte der Posten. Er klang nervös. Und er sah ganz so aus, als bedauere er seinen Entschluß, Indiana hier hereinzulassen, schon längst.»Und mich gleich dazu.«

«Er muß es ja nicht erfahren«, beruhigte ihn Indiana.»Wenn wir nichts finden, erfährt er kein Wort. Das verspreche ich Ihnen. Und wenn, dann wird er Ihnen dankbar sein.«

Der Soldat machte keinen sehr überzeugten Eindruck, widersprach aber nicht mehr, als Doktor Rosenfeld erneut ihre umfunktionierte Haarklammer nahm und sich damit an der Tür zu schaffen machte. Diesmal dauerte es länger, aber am Ende drang auch aus diesem Schloß ein helles Schnappen, und Doktor Rosenfeld trat mit einer einladenden Handbewegung zurück.

Hinter der Tür herrschte Dunkel — aber es war nicht vollkommen. Für einen Moment sah Indiana Licht — einen schmalen, wie mit dem Lineal gezogenen hellen Streifen, der im gleichen Augenblick, in dem er die Tür öffnete, schmolz und erlosch. Ein dumpfes Geräusch erklang; wie das Zuschlagen einer Tür, nur heftiger.

Fenris stieß ein drohendes Knurren aus und sträubte das Nackenfell, und Indiana tastete ganz automatisch in seiner Jackentasche nach Streichhölzern.

«Sind Sie wahnsinnig geworden?«Der Soldat ergriff seine Hand und schlug sie so grob zur Seite, daß das Streichholzbriefchen davonflog. Sein Gesicht hatte vor Schrecken jede Farbe verloren.»Wollen Sie uns in die Luft jagen?«

Indiana blickte ihn eine Sekunde lang betroffen an, bevor er überhaupt begriff, was der Soldat meinte.»Oh«, murmelte er kleinlaut.»Entschuldigung.«

Der Soldat zog eine Taschenlampe unter seiner Jacke hervor und schaltete sie ein. Ein bleicher, zitternder Lichtstrahl fiel an Indiana, Quinn und dem Hund vorbei ins Innere des Raums, als er die Lampe darauf richtete.

«Warten Sie«, sagte er.»Hier muß irgendwo Licht sein. Ich habe gesehen, wie sie Kabel verlegt haben.«

Er trat an Indiana vorbei in den Laderaum, machte sich eine Zeitlang im Dunkel darin zu schaffen — und dann glommen unter der Decke ein halbes Dutzend trüber Glühbirnen auf.

Und Indiana hielt überrascht den Atem an, als er sah, was sich in dem Raum befand.

Der Großteil des vorhandenen Platzes wurde von einem sorgfältig zusammengeschweißten Metallgerüst eingenommen, in dem sich ein halbes Dutzend fast meterdicker und gut sechsmal so langer Metallzylinder befanden. Ihre vorderen Enden waren feuerrot angestrichen, während sich an den hinteren, schlanker zulaufenden Enden drei pfeilförmige, dreieckige Flossen befanden.

Mabel wollte etwas sagen, aber in diesem Moment hörten sie ein Geräusch: ein Geräusch, das ganz und gar nicht hierhergehörte. Es klang fast wie Schritte, aber es kam von unten — nur, daß unter ihren Füßen der Rumpf der Dragon war, und sonst absolut nichts mehr.

Verwirrt blickte Indiana sich um und erinnerte sich erst jetzt wieder an den haarfeinen Lichtstreifen, den er bemerkt zu haben glaubte. Und jetzt sah er auch, woher dieser gekommen war. In der Mitte des Raums gab es eine gewaltige zweiteilige Klappe, die durch eine komplizierte Mechanik aus Zahnrädern, Stangen und Ketten offenbar geöffnet werden konnte…

Er gab Mabel mit einer Geste zu verstehen, daß sie zurückbleiben sollte, ging vorsichtig weiter — und stockte erschrocken mitten im Schritt, als der Boden unter ihm zu ächzen begann.

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