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READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]
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Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]

Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:

Der große Kritiker- und Publikumserfolg aus den USA! Connie Willis, preisgekrönt als beste SF-Autorin der 90er Jahre, schickt in diesem Buch Zeitreisende aus der Zukunft in das viktorianische England — ein unvergessliches Abenteuer …
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»Warte!« rief ich. »Vorsicht…«

Terence gelang es, das Bein ins Boot zu schwingen. Er zog sich hoch und warf seinen Oberkörper auf den Schandeckel.

»Gott selbst könnte dieses Schiff nicht versenken«, murmelte ich, das Gepäck festhaltend.

»Alles im Lot.« Terence zog sich vollständig ins Boot. »Siehst du! Nichts passiert!« sagte er triumphierend und das Boot kenterte.

Wie wir ans Ufer gelangten, weiß ich nicht. Ich erinnere mich, daß das Portmanteau übers Deck auf mich zuschlitterte wie der Konzertflügel auf der Titanic und daß ich eine Menge Wasser schluckte und mich an den Schwimmgürtel klammerte oder vielmehr was ich dafür hielt und was sich umgehend als Cyril herausstellte, der wie ein Stein unterging. Ich entsinne mich daran, daß ich den toten Mann markierte und daß wir schließlich alle triefend am Ufer saßen und nach Luft schnappten.

Cyril erholte sich als erster. Er taumelte auf die Füße und schüttelte das Wasser aus seinem Fell über uns aus. Terence setzte sich auf, mit dem Blick über den Fluß schweifend.

»›Durch finsterste, grausige Mitternacht, durch peitschenden Graupel und Schnee‹«, zitierte er, »›trieb geisterhaft und bleich das Schiff, zum Felsenriff von Normans Weh.‹«[50]

»Naufragium sibi quisque facit«, sagte Professor Peddick.

Terence starrte aufs Wasser. »Es ist untergegangen«, stellte er fest, genau wie Lady Astor es bei der Titanic getan hatte. Mir kehrten plötzlich die Sinne zurück, und ich stand auf und watete ins Wasser, aber vergebens. Das Boot war verschwunden. Lediglich ein angeschwemmtes Ruder ragte an der Uferböschung halb aus dem Wasser, und in der Flußmitte schaukelte Professor Peddicks Kessel. Weitere Überlebende des Schiffsbruchs gab es nicht. Von der Reisetasche war weit und breit nichts zu sehen.

»›Der Sturm packte das Schiff mit mächtiger Faust, erschütterte es von Heck bis Bug‹«, fuhr Terence fort. »›Er nahm das Tau einer gebroch’nen Spier und band sie damit an den Mast.‹«

Prinzessin Arjumand hatte keine Chance gehabt, so eingekeilt unter der Sitzbank. Wenn ich sie herausgelassen hätte, als sie miaute, wenn ich Terence erzählt hätte, daß ich sie gefunden hatte, wenn ich am richtigen Platz und zur rechten Zeit aufgetaucht wäre, wenn ich nicht die Zeitkrankheit gehabt hätte…

»›Im Morgengrauen, am einsamen Strand, traute ein Fischer seinen Augen nicht recht‹«, zitierte Terence weiter, »›das Meer trieb eines Schoners Mast an Land, ein Mädchen an ihn gebunden mit Taugeflecht.‹«

Ich drehte mich um, um ihm zu sagen, er solle endlich den Mund halten und sah hinter uns im Sternenlicht den Pavillon, zu dem ich die Katze hätte zurückbringen sollen.

Nun, zurückgebracht hatte ich sie und dabei den Mord vollendet, den der Butler begonnen hatte. Und dieses Mal war Verity nicht in der Nähe gewesen, um sie zu retten.

»›Das Salz der See auf ihrer Brust gefroren‹«, deklamierte Terence, »›ihre Tränen verkrustet zu salzigem Naß…‹«

Mein Blick hing am Pavillon. Prinzessin Arjumand war unentdeckt in ihrem Weidenkorb beinahe von einem Zug überfahren worden, zweimal beinahe in die Themse gestoßen worden, einmal von Cyril und ein weiteres Mal von Professor Peddick, und alles hatte sie überlebt, nur um dann hier zu ertrinken. Vielleicht hatte T. J. recht, und sie war dazu bestimmt gewesen, zu ertrinken, gleichgültig, wie sehr Verity, ich oder sonst jemand auch herumpfuschten. Vielleicht war ihr dieses Ende vom Schicksal zugedacht. Die Geschichte, die sich wieder selbst korrigierte.

Vielleicht hatte sie aber auch einfach kein weiteres Leben mehr übriggehabt. Ich zählte fünf ihrer neun Leben, die sie allein in den letzen vier Tagen aufgebraucht hatte.

Ich hoffte, daß es daran lag und nicht an meiner vollständigen Inkompetenz. Aber ich glaubte es nicht. Und ich befürchtete, daß Verity es auch nicht glaubte. Sie hatte Kopf und Kragen riskiert und Dunworthys Zorn in Kauf genommen, um die Katze zu retten. »Ich lasse nicht zu, daß Sie sie ersäufen«, hatte sie gesagt, und ich bezweifelte sehr, daß sie so etwas wie den natürlichen Lauf der Dinge als Entschuldigung akzeptieren würde.

Das letzte, was ich mir wünschte, war ihr zu begegnen, aber es ließ sich nicht umgehen. Trotz seines Schütteins war Cyril immer noch triefendnaß, ebenso Professor Peddick, und Terence sah aus, als sei er am Erfrieren.

»›Welch’ schreckliches Ende nahm die Hesperus‹«, sagte er, und seine Zähne schlugen so heftig aufeinander, daß er kaum mehr rezitieren konnte, »›in Mitternacht und Schnee!‹«

Wir mußten uns abtrocknen und die durchnäßten Kleidungsstücke vom Leib bekommen, und weit und breit gab es kein anderes Gebäude als Muchings End. Es blieb uns nichts anderes übrig. Wir mußten das ganze Haus wecken und um Hilfe bitten, selbst wenn das hieß, Tossie zu begegnen, die fragen würde, ob wir ihre geliebte »Juju« gefunden hätten. Selbst wenn das hieß, Verity zu begegnen.

»Los, komm«, sagte ich und nahm Terence am Arm. »Laß uns zum Haus hinübergehen.«

Er rührte sich nicht von der Stelle. »›Bewahre uns, Heiland, vor solch einem Tod‹«, sagte er, »›am Felsenriff von Normans Weh.‹ Jabez wird fünfzig Pfund von uns verlangen.«

»Darüber können wir uns später Gedanken machen«, sagte ich. »Auf, komm! Wir versuchen es zuerst an der Verandatür. Dort schimmert Licht durch.«

»Ich kann der Familie des Mädchens, das ich liebe, nicht so gegenübertreten«, erwiderte Terence zitternd. »Ich habe nicht einmal eine Jacke an.«

»Hier«, sagte ich, zog meine Jacke aus und gab sie ihm. »Du kannst meine haben. Es wird sie nicht stören, daß wir keine Dinnerkleidung tragen. Schließlich ist unser Boot untergegangen.«

Professor Peddick kam platschenden Schrittes wieder. »Es ist mir gelungen, etwas von unserem Gepäck zu bergen«, sagte er und gab mir die Reisetasche. »Meine Sammlung Fische leider nicht, befürchte ich. Ach, mein weißer Ugubio fluviatilis…«

»Ich kann nicht ohne Schuhe gehen«, sagte Terence. »Ich kann mich vor dem Mädchen, das ich liebe, doch nicht halbnackt zeigen.«

»Hier«, sagte ich und versuchte, meine nassen Schnürsenkel mit einer Hand zu lösen. »Nimm meine. Professor Peddick, geben Sie ihm Ihre Socken.« Während sie damit kämpften, die nassen Socken aus- und anzuziehen, rannte ich hinter den Pavillon und öffnete die Reisetasche.

Prinzessin Arjumand, die nur etwas feucht wirkte, starrte einen Moment lang überrascht aus den Tiefen der Tasche zu mir hoch, kletterte dann geschwind mein Bein hinauf und sprang in meine Arme.

Man sagte, daß Katzen es allgemein haßten, naß zu werden, aber sie schmiegte sich in meine wassertriefenden Ärmel und schloß die Augen.

»Ich habe dir nicht das Leben gerettet«, sagte ich. »Professor Peddick war es.«

Das schien ihr gleichgültig zu sein. Sie schmiegte sich enger an meine Brust und fing erstaunlicherweise zu schnurren an.

»Oh, ausgezeichnet, Prinzessin Arjumand ist hier«, sagte Terence und zog die Jacke straff. Sie schien etwas geschrumpft zu sein. »Ich hatte recht. Sie war die ganze Zeit über hier.«

»Ich glaube nicht, daß es sich für einen Professor der Universität Oxford schickt, ohne Socken herumzulaufen«, meinte Professor Peddick.

»Papperlapapp«, sagte ich. »Professor Einstein hatte auch nie welche an.«

»Einstein?« fragte er. »Ich glaube nicht, daß ich von diesem Gentleman schon mal gehört habe.«

»Kommt noch«, sagte ich und machte mich auf den Weg über den Rasen.

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Aus: Henry W. Longfellow, The Wreck of the Hesperus. — Anm. d. Ü.

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