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READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]
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Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]

Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:

Der große Kritiker- und Publikumserfolg aus den USA! Connie Willis, preisgekrönt als beste SF-Autorin der 90er Jahre, schickt in diesem Buch Zeitreisende aus der Zukunft in das viktorianische England — ein unvergessliches Abenteuer …
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Vom Sofa her drang ein Stöhnen. »Tante Malvinia«, sagte Verity und rieb Mrs. Merings Hände zwischen ihren. »Tante Malvinia?« Sie wandte sich zu Tossie. »Cousine, läute nach Baine und sag ihm, er soll den Kamin anfeuern. Deine Mutter hat eiskalte Hände.«

Tossie ging zur Wand hinüber zu einem langen, mit einer Quaste versehenen damastenen Paneel. Sie zog an der Quaste.

Ich hörte keinen Ton, aber irgendwo mußte eine Glocke angeschlagen haben, denn Baine erschien sofort. Während seiner Abwesenheit hatte er offenbar wieder die Kontrolle über sich gewonnen. Sein Gesicht und seine Stimme waren unbeteiligt, als er sagte:

»Sie wünschen, Miss?«

»Machen Sie Feuer«, erwiderte Tossie, ohne ihren Blick von der Katze zu wenden.

Ihr Ton war fast grob, aber Baine lächelte und sagte nachgiebig: »Ja, Miss.« Er kniete sich vor den Kamin, um Holz auf dem Rost aufzuschichten.

Ein Mädchen, dessen Haar noch röter war als Veritys, huschte ins Zimmer. Sie trug ein winziges Fläschchen. »Oh, Miss! Ist Mrs. Mering wieder in Ohnmacht gefallen?« fragte sie mit einem Akzent, der sie sofort als Irin auswies.

»Ja«, erwiderte Verity und nahm die Flasche. Sie zog den Stöpsel heraus und hielt die Flasche unter Mrs. Merings Nase. »Tante Malvinia!« sagte sie aufmunternd.

»Oh, Miss, waren es wieder die Geister?« fragte das Mädchen und schaute sich ängstlich im Zimmer um.

»Nein. Tante Malvinia?« Mrs. Mering stöhnte, öffnete aber nicht die Augen.

»Ich wußte, daß es hier spukt«, sagte das Mädchen und bekreuzigte sich. »Letzte Woche sah ich einen Geist, draußen beim Gartenpavillon…«

»Colleen, holen Sie ein feuchtes Tuch für Mrs. Merings Stirn«, sagte Verity. »Und einen Fußwärmer.«

»Ja, Miss.« Das Mädchen knickste und ging immer noch furchtsam um sich blickend hinaus.

»Miezimiez«, gurrte Tossie zu der Katze. »Hattu Hungerchen? Willst du hamham?« Sie wandte sich zu Baine, der das Holz aufgeschichtet hatte und es eben anfachen wollte. »Kommen Sie her, Baine«, sagte sie gebieterisch.

Obwohl er gerade dabei war, einen Papierfidibus zu entzünden, erhob sich Baine sofort und kam herbei. »Ja, Miss?«

»Bingen Sie Juju ein Schälchen Sahne.«

»Ja, Miss«, sagte er, lächelte der Katze zu und wandte sich zum Gehen.

»Und einen Teller Fisch.«

Baine drehte sich um. »Fisch?« Er zog eine Augenbraue hoch.

Tossies kleines Kinn hob sich höher. »Ja, Fisch. Prinzessin Arjumand hat Furchtbares mitgemacht.«

»Wie Sie wünschen«, sagte er. Seine Stimme triefte vor Mißfallen.

»Ja, ich wünsche es.« Tossie lief leicht rot an. »Bringen Sie es sofort!«

»Ja, Miss«, erwiderte Baine, kniete sich aber, anstatt das Zimmer zu verlassen, wieder vor den Kamin und entzündete geübt das Feuer. Er fachte es mit dem Blasebalg an und stellte diesen sorgsam auf das eiserne Kamingerät zurück, bevor er aufstand.

»Ich bezweifle, daß wir überhaupt Fisch haben«, sagte er und ging hinaus.

Tossie schaute fuchsteufelswild. »Mama!« sagte sie zu ihrer Mutter gerichtet, aber Mrs. Merings Lebensgeister waren noch nicht wieder zurückgekehrt. Gerade deckte Verity eine Kamelhaardecke über ihre Knie und schob ihr ein Kissen unter den Kopf.

Langsam fing ich an, in meinen nassen Kleidern zu frieren, und ging zum Feuer hinüber, das lebhaft prasselte, an dem Sekretär, einem Nähtisch und einem kleinen Tischchen mit marmorner Platte vorbei, auf dem eine Reihe Fotos in metallenen Rahmen stand. Cyril lag schon am Kamin und weichte den Vorleger ein.

Colleen, das Mädchen, kam eilig mit einer Schale Wasser herein. Verity nahm sie ihr ab, stellte sie auf den Tisch neben eine große Bronzevase mit Pfauenfedern und wrang das Tuch aus.

»Haben die Geister ihre Seele gestohlen?« fragte Colleen.

»Nein«, sagte Verity und legte das Tuch auf Mrs. Merings Stirn. »Tante Malvinia!« Mrs. Mering seufzte, ihre Augenlider flatterten.

Ein rundlicher Herr mit buschigem weißem Schnurrbart betrat das Zimmer, eine Zeitung in der Hand. Er trug ein rotes Dinnerjackett und eine seltsame rote Kappe mit einer Quaste auf dem Kopf. »Was ist hier los?« fragte er. »Überall Gerenne. Kann nicht mal in Ruhe die Times lesen.«

»Oh, Papa«, sagte Tossie. »Mama ist in Ohnmacht gefallen.«

»In Ohnmacht?« Der Mann trat zu der Ottomane. »Weshalb?«

»Wir hielten eine Seance ab«, erklärte Tossie. »Wir versuchten, Prinzessin Arjumand zu finden, und Mama rief die Geister. Gerade als sie sagte: ›Kommt, ihr Geister‹, bauschten sich die Vorhänge, ein kalter Windstoß fegte ins Zimmer und Prinzessin Arjumand war da!«

»Hah!« sagte er. »Wußte, daß dieser Spiritismus nichts taugt. Haufen Unsinn, sonst nichts.«

Colonel Mering schien sich einer Art gesprochener Kurzschrift zu befleißigen, mit all diesen Sätzen ohne Subjekt. Ich überlegte, ob diese irgendwo in seinem buschigen Schnurrbart verlorengegangen waren. »Hysterisch«, sagte er. »Macht Frauen nur verrückt.«

An diesem Punkt mischte sich der Geistliche ein. »Eine ganze Reihe namhafter Scholare und Wissenschaftler ist von der Richtigkeit der übersinnlichen Phänomene überzeugt. Sir William Crookes, der bekannte Physiker, hat eine allgemein beachtete Abhandlung über dieses Thema verfaßt, und Arthur Conan Doyle leitet eine…«

»Geschwätz!« fuhr Colonel Mering ihm ins Wort. »Seihtücher und leichtgläubige Frauen. Sollte gesetzlich verboten werden.« Er hielt inne, als er Terences ansichtig wurde. »Wer sind Sie denn? Ein verdammtes Medium?«

»Das ist Mr. St. Trewes, Papa«, warf Tossie rasch ein. »Er und seine Freunde haben Prinzessin Arjumand gefunden.« Sie hielt die Katze in die Höhe, damit ihr Vater besser sehen konnte. »Sie war verschwunden, und Mr. St. Trewes hat sie wiedergefunden.«

Colonel Mering betrachtete die Katze mit unverhohlener Abneigung. »Pah! Dachte, sie wäre ertrunken und endlich weg.«

»Papa, das meinst du doch nicht ernst!« Tossie vergrub ihre Nase in Prinzessin Arjumands Fell. »Er meint’s nicht so, Miezmiez, nein, tut er nicht. Hör nicht auf ihn, Juju.«

Der Colonel starrte erst Professor Peddick und dann mich an. »Nehme an, Sie sind ebenfalls Tischerücker?«

»Nein« sagte ich. »Wir machten eine Bootspartie, und dabei ist unser Boot gekentert und wir…«

»Ooooh«, stöhnte Mrs. Mering von der Couch her. Ihre Augenlider hoben sich flatternd. »Bist du’s, Gatte?« hauchte sie. Sie streckte die Hand nach ihm aus. »Oh, Mesiel, die Geister!«

»Humbug! Nichts als Schwachsinn. Ruiniert deine Nerven und deine Gesundheit. Ein Wunder, daß niemand verletzt wurde.« Colonel Mering nahm ihre Hand. Verity räumte das Feld, und Colonel Mering setzte sich neben seine Frau. »Schluß jetzt. Keine Seancen mehr. Nicht mehr in meinem Haus. Baine!« Er wandte sich an den Butler, der gerade mit der Schale Sahne hereinkam. »Werfen Sie alle Bücher über Spiritismus fort!« Dann zu Mrs. Mering: »Verbiete dir ein für allemal, dich noch mit dieser Madame Idioskovitz zu treffen.«

»Iritosky«, sagte Mrs. Mering. »Mesiel, das darfst du nicht tun!« Sie umklammerte seine Hand. »Versteh doch! Du warst schon immer ein Skeptiker, aber jetzt mußt selbst du es einsehen. Sie waren hier, Mesiel, in diesem Raum. Ich hatte gerade mit Häuptling Gitcheewatha, Madames Iritoskys Hauptmedium, Kontakt aufgenommen und fragte ihn nach Prinzessin Arjumands Schicksal, und da…« — sie stieß ein Schreichen wie Tossie aus, bevor sie weitersprach — »da waren sie, die Katze in ihren Geisterarmen!«

»Tut mir schrecklich leid. Beabsichtigte nicht, Sie so zu erschrecken«, sagte Terence, der Colonel Merings Angewohnheit, die Subjekte unter den Tisch fallen zu lassen, übernommen zu haben schien.

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