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READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]
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Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]

Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:

Der große Kritiker- und Publikumserfolg aus den USA! Connie Willis, preisgekrönt als beste SF-Autorin der 90er Jahre, schickt in diesem Buch Zeitreisende aus der Zukunft in das viktorianische England — ein unvergessliches Abenteuer …
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»Bleib hier«, sagte ich zu Cyril. »Und das meine ich ernst.« Ich kroch zu der hingekauerten Katze und wünschte, ich wäre so vorausschauend gewesen, einen Käscher zu kaufen.

Prinzessin Arjumand schlich geduckt auf den Kessel zu, die weißen Pfoten lautlos auf das Gras setzend. Der Professor, genauso angespannt wie die Katze, beugte sich vor und senkte den Käscher langsam ins Wasser. Prinzessin Arjumand spähte in den Kessel und tauchte suchend die Pfote hinein.

Ich sprang nach vorn, stülpte die offene Reisetasche über die Katze und schaufelte sie hinein, als wäre sie der Fisch, hinter dem sie her war. Professor Peddick schwenkte das Netz, in dem ein Fisch zappelte, auf und nieder.

»Professor Peddick!« sagte ich. »Wir suchen Sie überall!«

»Stichling«, sagte er, befreite den Fisch aus dem Käscher und warf ihn in den Kessel. »Exzellenter Platz für Forellen…«

»Terence hat mich geschickt, Sie zu holen«, entgegnete ich und streckte die Hand aus, um ihm ans Ufer hochzuhelfen. »Er kann es kaum abwarten, nach Pangborne zu kommen.«

»›Qui non vult fieri desidiosus amet‹«, sagte Professor Peddick. »Ovid. ›Wer keinen Müßiggang wünscht, möge sich verlieben.‹« Er kletterte jedoch hoch, hockte sich auf die Böschung und zog Strümpfe und Schuhe wieder an. »Jammerschade, daß er meine Nichte noch nie gesehen hat. Er würde sie mögen.«

Ich schnappte den Blechkessel und den Käscher, auf dessen Griff »Andenken an die Themse« gedruckt war. Cyril saß immer noch an der Stelle, wo ich ihm befohlen hatte, zu warten. »Braver Bursche!« rief ich ihm zu, und er galoppierte herbei und donnerte gegen meine Knie. Wasser schwappte aus dem Kessel.

Professor Peddick erhob sich. »Vorwärts! Der Tag ist schon halb vorbei.« Raschen Schrittes strebte er auf das Dorf zu.

»Haben Sie das Telegramm abgeschickt?« fragte ich, als wir an der Post vorbeikamen.

Er griff in seine Taschen und zog zwei gelbe Papierstreifen heraus. »Die Abtei ist von gewissem historischen Interesse«, sagte er und stopfte die Streifen wieder zurück. »Sie wurde von Cromwells Truppen zur Zeit des Protektorats[47] geplündert.« Er hielt am Tor inne. »Sie sollten sich einmal dieses Tor aus dem fünfzehnten Jahrhundert ansehen.«

»Ich glaube, Professor Overforce hält das Protektorat für das Resultat von Naturgewalten«, sagte ich und schob den schwatzenden Professor weiter, bis wir an der Anlegestelle ankamen, wo eine alte Frau mit Morgenhaube Terence gerade zum Kauf eines Bechers mit dem Bild der Boulterschleuse darauf zu überreden versuchte.

»So ein hübsches Andenken an Ihren Ausflug flußabwärts«, sagte sie. »Immer wenn Sie Tee trinken, werden Sie an diesen Tag denken.«

»Davor hab’ ich ja grade Angst«, sagte Terence. Und zu mir: »Wo warst du die ganze Zeit?«

»Angeln«, sagte ich. Ich stieg ins Boot, setzte die Reisetasche ab und hielt Professor Peddick die Hand hin, um ihm zu helfen. Er beugte sich gerade über seinen Kessel und begutachtete den Inhalt durch sein Monokel.

»Er hat das Telegramm doch abgeschickt, oder?« fragte Terence.

Ich nickte. »Er hat mir die gelben Papierstreifen gezeigt.«

Cyril hatte sich auf den Kai gelegt und war in Tiefschlaf gesunken. »Auf, Cyril«, sagte ich. »Professor? Tempus fugit!«

»Weißt du, wie spät es ist?« Terence schwenkte die Taschenuhr vor meiner Nase. »Mist! Es ist fast elf!«

Ich ließ mich auf der Ruderbank nieder und stellte die Reisetasche zwischen meine Knie. »Mach dir keine Sorgen«, sagte ich. »Ab hier haben wir freie Fahrt.«

10. Kapitel

»Nichts — aber auch rein gar nichts — macht nur annähernd so viel Spaß, wie mit einem Boot einfach durch die Gegend zu rudern…«

»Der Wind in den Weiden«
Kenneth Graham

Freie Fahrt • Ein keinesfalls malerischer Teil des Flusses • Das rührselige Verhältnis der Victorianer zu Natur • Die Wichtigkeit von Wohltätigkeitsbasaren für den Lauf der Geschichte • Wir treffen Drei Mann in einem Boot, ganz zu schweigen von dem Hunde • Cyril kontra Montmorency • Die Sache mit dem Labyrinth • Ein Verkehrsstau • Ein Teekessel • Wie Kleinigkeiten den Lauf der Geschichte beeinflussen können • Noch ein Schwan • Schiffsbruch! • Vergleiche mit der Titanic • Ein Überlebender • Eine Ohnmacht

Erstaunlicherweise hatten wir wirklich freie Fahrt oder besser gesagt: freies Rudern, denn unser Boot war weit und breit das einzige auf dem ruhig dahinfließenden Wasser, über das eine erfrischende Brise strich. Die Sonne glitzerte auf den Wellen. Ich bedachte meine Sitzhaltung, hielt die Knie geschlossen und geöffnet, die Riemen platt und ruderte kräftig. Gegen Mittag hatten wir die Schleuse bei Clifton hinter uns und konnten die Kalkfelsen von Clifton Hampden mit der Kirche obendrauf sehen.

Die Karte nannte diesen Teil des Flusses einen »keinesfalls malerischen Teil der Themse« und schlug vor, mit der Bahn nach Goring zu fahren, um ihn zu umgehen. Angesichts der saftig grünen, von blühenden Hecken durchzogenen Wiesen und der mit hohen Pappeln bestandenen Uferbänke war nur schwer vorstellbar, wie die malerischen Flußabschnitte aussehen sollten.

Überall wuchsen Blumen. Auf den Wiesen blühten Butterblumen, wilde Möhren und Kuckucksblumen, entlang dem Ufer blaue Schwertlilien und Rosen und in den Gärten des Schleusenwärters von wucherndem Efeu bedrohte Löwenmäulchen. Sogar auf dem Wasser blühte es. Die Seerosen trugen rosafarbene tassenförmige Blüten, und selbst die Binsen waren mit purpurfarbenen und weißen Büscheln geschmückt. In allen Regenbogenfarben schillernde Libellen schossen pfeilschnell zwischen ihnen umher, und riesengroße Schmetterlinge flatterten dem Boot hinterher und ruhten sich auf dem schiefen Gepäckstapel aus, der dadurch umzustürzen drohte.

Etwas weiter entfernt, hinter einer Gruppe Ulmen, konnte man einen Spitzturm erkennen. Das einzige, was noch fehlte, war ein Regenbogen. Kein Wunder, daß die Victorianer so rührselig gewesen waren, was die Natur betraf.

Terence löste mich am Ruder ab, und unser Boot glitt um eine Flußbiegung, an einem strohgedeckten, mit Prunkwinden beinahe zugewachsenen Häuschen vorbei auf eine gebogene Brücke aus goldenfarbenem Stein zu.

»Schrecklich, was sie mit dem Fluß angestellt haben«, sagte Terence und zeigte auf die Brücke. »Eisenbahnbrücken, Ufermauern und Gaswerke. Die Landschaft ist völlig ruiniert.«

Wir ruderten unter der Brücke durch. Auf dem Fluß befanden sich kaum Boote. Wir passierten zwei Männer in einem Fischerkahn, der unter einer Buche vertäut lag. Die beiden winkten uns zu und hielten eine lange Schnur mit darauf aufgereihten Fischen hoch. Ich war froh, daß Professor Peddick schlief. Und Prinzessin Arjumand auch.

Während Terence und ich die Plätze wechselten, hatte ich einmal kurz nach ihr gesehen, und sie schlief immer noch wie hingemäht. In der Reisetasche zusammengerollt, die Pfötchen unters Kinn geschoben, sah sie nicht aus, als sei sie imstande, den Lauf der Welt zu verändern oder gar das Raumzeitgefüge zu zerstören. Aber danach hatte Davids geschleuderter Stein oder der Schimmelpilz in der Petrischale von Fleming auch nicht ausgesehen, genauso wenig wie die Tonne voller Ramsch, die Abraham Lincoln unbesehen auf einem Wohltätigkeitsbasar für einen Dollar gekauft hatte.

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47

Englische Regierungsform 1653-59, als die Monarchie von dem sogenannten Commonwealth abgelöst worden war und England von Oliver Cromwell als Lordprotektor regiert wurde. — Anm. d. Ü.

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