Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]
- Автор: Уиллис Конни
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- Переводчик: Christian Lautenschlag
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:
»Bleib hier«, sagte ich zu Cyril. »Und das meine ich ernst.« Ich kroch zu der hingekauerten Katze und wünschte, ich wäre so vorausschauend gewesen, einen Käscher zu kaufen.
Prinzessin Arjumand schlich geduckt auf den Kessel zu, die weißen Pfoten lautlos auf das Gras setzend. Der Professor, genauso angespannt wie die Katze, beugte sich vor und senkte den Käscher langsam ins Wasser. Prinzessin Arjumand spähte in den Kessel und tauchte suchend die Pfote hinein.
Ich sprang nach vorn, stülpte die offene Reisetasche über die Katze und schaufelte sie hinein, als wäre sie der Fisch, hinter dem sie her war. Professor Peddick schwenkte das Netz, in dem ein Fisch zappelte, auf und nieder.
»Professor Peddick!« sagte ich. »Wir suchen Sie überall!«
»Stichling«, sagte er, befreite den Fisch aus dem Käscher und warf ihn in den Kessel. »Exzellenter Platz für Forellen…«
»Terence hat mich geschickt, Sie zu holen«, entgegnete ich und streckte die Hand aus, um ihm ans Ufer hochzuhelfen. »Er kann es kaum abwarten, nach Pangborne zu kommen.«
»›Qui non vult fieri desidiosus amet‹«, sagte Professor Peddick. »Ovid. ›Wer keinen Müßiggang wünscht, möge sich verlieben.‹« Er kletterte jedoch hoch, hockte sich auf die Böschung und zog Strümpfe und Schuhe wieder an. »Jammerschade, daß er meine Nichte noch nie gesehen hat. Er würde sie mögen.«
Ich schnappte den Blechkessel und den Käscher, auf dessen Griff »Andenken an die Themse« gedruckt war. Cyril saß immer noch an der Stelle, wo ich ihm befohlen hatte, zu warten. »Braver Bursche!« rief ich ihm zu, und er galoppierte herbei und donnerte gegen meine Knie. Wasser schwappte aus dem Kessel.
Professor Peddick erhob sich. »Vorwärts! Der Tag ist schon halb vorbei.« Raschen Schrittes strebte er auf das Dorf zu.
»Haben Sie das Telegramm abgeschickt?« fragte ich, als wir an der Post vorbeikamen.
Er griff in seine Taschen und zog zwei gelbe Papierstreifen heraus. »Die Abtei ist von gewissem historischen Interesse«, sagte er und stopfte die Streifen wieder zurück. »Sie wurde von Cromwells Truppen zur Zeit des Protektorats[47] geplündert.« Er hielt am Tor inne. »Sie sollten sich einmal dieses Tor aus dem fünfzehnten Jahrhundert ansehen.«
»Ich glaube, Professor Overforce hält das Protektorat für das Resultat von Naturgewalten«, sagte ich und schob den schwatzenden Professor weiter, bis wir an der Anlegestelle ankamen, wo eine alte Frau mit Morgenhaube Terence gerade zum Kauf eines Bechers mit dem Bild der Boulterschleuse darauf zu überreden versuchte.
»So ein hübsches Andenken an Ihren Ausflug flußabwärts«, sagte sie. »Immer wenn Sie Tee trinken, werden Sie an diesen Tag denken.«
»Davor hab’ ich ja grade Angst«, sagte Terence. Und zu mir: »Wo warst du die ganze Zeit?«
»Angeln«, sagte ich. Ich stieg ins Boot, setzte die Reisetasche ab und hielt Professor Peddick die Hand hin, um ihm zu helfen. Er beugte sich gerade über seinen Kessel und begutachtete den Inhalt durch sein Monokel.
»Er hat das Telegramm doch abgeschickt, oder?« fragte Terence.
Ich nickte. »Er hat mir die gelben Papierstreifen gezeigt.«
Cyril hatte sich auf den Kai gelegt und war in Tiefschlaf gesunken. »Auf, Cyril«, sagte ich. »Professor? Tempus fugit!«
»Weißt du, wie spät es ist?« Terence schwenkte die Taschenuhr vor meiner Nase. »Mist! Es ist fast elf!«
Ich ließ mich auf der Ruderbank nieder und stellte die Reisetasche zwischen meine Knie. »Mach dir keine Sorgen«, sagte ich. »Ab hier haben wir freie Fahrt.«
10. Kapitel
»Nichts — aber auch rein gar nichts — macht nur annähernd so viel Spaß, wie mit einem Boot einfach durch die Gegend zu rudern…«