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Headhunt - Feldzug der Rache (German Edition)

Электронная книга - «Headhunt - Feldzug der Rache (German Edition)». Краткое содержание книги:

Nur nicht den Kopf verlieren, heißt es für Special Agent Aloysius Pendergast und Lieutenant Vincent D'Agosta: In New York treibt ein Serienkiller sein Unwesen, der die Köpfe seiner Opfer als Trophäen behält. Doch er hinterlässt kaum verwertbare Spuren, und die Ermordeten scheinen nichts gemeinsam zu haben – außer Geld, Macht und keinerlei Skrupel. Geht im Big Apple ein Rächer um? Eine Welle der Hysterie stürzt die ganze Stadt ins Chaos. Mittendrin Pendergast und D'Agosta, die kaum einen Schritt weiterkommen und nicht ahnen, dass die Motive des Killers finsterer sind als die neun Kreise der Hölle.
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Er griff nach einer Dose Lötpaste, drückte einen Deckel drauf und warf die Dose auf die hintere Seite einer der Tische. »Ozmian behauptet also, dass ich von allen Menschen, die er betrogen, zerstört, ruiniert und auf andere Weise beschissen hat, derjenige bin, der ihn am meisten hasst.«

»Das ist korrekt«, sagte Longstreet.

Hightower stieß ein sarkastisches, freudloses Lachen aus. »Was für eine Auszeichnung.«

»Stimmt es denn?«, fragte Longstreet.

»Stellen Sie sich einen Mann vor, der alles hatte im Leben«, sagte Hightower und beschäftigte sich an der Werkbank, »ein schönes Haus, eine hübsche Frau, einen tollen Beruf, Glück, Erfolg und Wohlstand – und dann hat mir dieser Mistkerl das alles entrissen. Ob ich den ersten Preis in der Kategorie Hass gewinne? Ja, vermutlich. Ich bin Ihr Mann, nehme ich an.«

»Dieser Algorithmus, den Sie da entwickelt haben«, sagte Longstreet. »Dieser Audiocodec zum simultanen Komprimieren und Streamen von Dateien. Ich will nicht so tun, als würde ich solche Dinge verstehen, aber laut Ozmian war er originell und sehr wertvoll.«

»Er war mein Lebenswerk«, sagte Hightower. »Mir ist erst bewusst geworden, wie viel von mir in jeder Zeile jenes Codes steckt, als er mir gestohlen wurde.« Er hielt inne, warf einen kurzen Blick auf die Arbeitsbänke. »Mein Dad war Streifenpolizist, genauso wie sein Dad und dessen Dad. Wir hatten nicht viel Geld zu Hause. Aber genug, damit er die Teile für ein Amateurfunkgerät kaufen konnte. Nur die Teile. Die habe ich dann zusammengebaut. Und auf diese Weise habe ich die Grundlagen der Elektrotechnik erlernt, Telefonie, Audiosynthese. Auf dieser Grundlage habe ich ein College-Stipendium bekommen. Später wechselte mein Interesse von der Hardware zur Software. Dieselbe Melodie, anderes Instrument.« Schließlich hörte er auf mit seinem Herumgefummele, drehte sich zu Longstreet und Pendergast um und schaute von einem zum anderen. Longstreet konnte Hightowers Blick einfach nur als gehetzt bezeichnen.

»Ozmian hat mir alles genommen. Und hier bin ich nun.« Er zeigte mit ausladender Geste in die Werkstatt und lachte verbittert. »Kein Geld. Keine Familie. Die Eltern tot. Und was mache ich? Ich lebe in ihrem Haus. Es ist, als hätte das letzte Jahrzehnt gar nicht stattgefunden – außer dass ich ein Dutzend Jahre älter bin und mit leeren Händen dastehe. Und es gibt einen Schwanzlutscher, dem ich das alles zu verdanken habe.«

»Wir verstehen das so«, sagte Longstreet, »dass Sie während und nach der Übernahme Mr. Ozmian belästigt haben. Dass Sie ihm Drohnachrichten geschickt, gesagt haben, Sie würden ihn und seine Familie umbringen – was so weit ging, dass er ein Näherungsverbot beantragen musste.«

»Ach ja?«, antwortete Hightower streitlustig. »Wollen Sie mir das verdenken? Ozmian hat unter Eid gelogen, betrogen, mich mit Klagen überzogen, mein Unternehmen gestohlen, meine Angestellten entlassen – und man konnte sehen, dass er jede Minute davon liebte. Wenn Sie auch nur ein halber Mensch wären, hätten Sie das Gleiche getan. Ich konnte das aushalten, aber meine Frau nicht. Sie ist betrunken im Auto eine Klippe hinabgestürzt. Damals hieß es, es sei ein Unfall gewesen. Quatsch.« Er stieß ein schrilles Lachen aus. »Ozmian hat auch das zu verantworten. Er hat sie umgebracht.«

»Wir haben erfahren«, sagte Pendergast, der sich das erste Mal äußerte, »dass die Polizei in dieser schwierigen Zeit – vor dem tragischen Tod Ihrer Frau – mehrmals zu Ihnen nach Hause gerufen wurde, um eine eheliche Auseinandersetzung zu schlichten.«

Plötzlich verharrten Hightowers Hände, mit denen er unruhig auf der Arbeitsbank auf und ab gewischt hatte. »Sie wissen genauso gut wie ich, dass Sie nie Anzeige erstattet hat.«

»Nein.«

»Ich habe nichts dazu zu sagen.« Seine Hände regten sich wieder. »Komisch. Ich komme immer wieder hierher, Abend für Abend, um ein bisschen rumzuwerkeln. Wahrscheinlich versuche ich, noch mal eine zündende Idee zu haben. Aber ich weiß, es hat keinen Sinn. Der Blitz schlägt nie zweimal an derselben Stelle ein.«

»Mr. Hightower«, fragte Pendergast, »darf ich fragen, wo Sie am Abend des vierzehnten Dezember waren? Um zweiundzwanzig Uhr, um genau zu sein.«

»Hier, nehme ich an. Ich gehe nirgends hin. Was ist denn an dem Abend so besonders?«

»Es war der Abend, an dem Grace Ozmian umgebracht wurde.«

Hightower drehte sich wieder zu ihnen um. Longstreet wunderte sich über den Ausdruck, der plötzlich auf seinem Gesicht erschienen war.

Die gehetzte Miene war einem gespenstischen Lächeln gewichen; das Gesicht war zu einer Maske des rachsüchtigen Triumphs erstarrt.

»Ach ja, der vierzehnte Dezember!«, sagte er. »Wie konnte ich jenen denkwürdigen Abend vergessen? Was für eine himmelschreiende Schande.«

»Und wo waren Sie am darauffolgenden Abend?«, fragte Longstreet. »Als ihre Leiche enthauptet wurde?«

Während er diese Frage stellte, erschien in der Tür zur Garage ein Schatten. Longstreet schaute hin und sah einen hochgewachsenen, mit einer Lederjacke bekleideten Mann, der im Schnee stand. Seine steinerne Miene, die teilnahmslose Weise, wie er die Situation schnell einschätzte, verriet Longstreet, dass der Mann bei einer Strafverfolgungsbehörde arbeitete.

»Bob«, sagte der Mann und nickte Hightower zu.

»Bill.« Hightower deutete auf seine Besucher. »Hochrangige Leute vom FBI. Sind hier, um Fragen zu stellen zu der Nacht, in der Ozmians Tochter ihren Kopf verlor.«

Der Mann schwieg, verzog keine Miene.

»Das ist William Cinergy«, erklärte Hightower gegenüber Longstreet und Pendergast. »NYPD, sechsunddreißigster Bezirk. Mein Nachbar.«

Longstreet nickte.

»Ich bin in einer Familie von Polizisten aufgewachsen«, sagte Hightower. »Und hier im Viertel wohnen viele Polizisten. Wir Angehörigen der blauen Bruderschaft wohnen gern nahe beieinander.«

Es entstand eine kurze Stille.

»Jetzt, wo ich darüber nachdenke«, sagte Hightower, wobei er noch immer das enervierende Zerrbild eines Lächelns aufsetzte, »in der Nacht, als Ozmians Tochter umgebracht wurde, haben Bill und ich zusammen in einer Bar etwas getrunken. Das haben wir doch, Bill?«

»Das ist korrekt«, sagte Bill.

»Wir waren im O’Herlihy’s, um die Ecke an der Avenue R. Das ist eine Polizisten-Bar. Wenn ich mich recht erinnere, waren viele von den Jungs da, nicht wahr?«

Bill nickte.

»Die sich alle daran erinnern würden, dass ich ihnen eine Runde spendiert habe, sagen wir, so gegen zweiundzwanzig Uhr?«

»Absolut.«

»Da haben Sie’s.« Hightower rutschte von seinem Hocker; sein Gesicht war wieder eine ausdruckslose Maske. »Und nun, wenn das alles ist, meine Herren, Bill und ich wollen uns noch ein Footballspiel ansehen.«

Sie saßen in Longstreets Limousine, die mit laufendem Motor am Bordstein in der Gerritsen Avenue stand, und schauten auf das kleine Reihenhaus.

»Also«, sagte Longstreet, »was hältst du von der Art, wie uns der Typ sein fadenscheiniges Alibi förmlich vor die Füße geworfen hat?«

»Ob das Alibi der Wahrheit entspricht oder nicht, ich bezweifle, dass wir eine Chance haben, es zu knacken.«

»Was ist mit deinem Polizistenfreund – D’Agosta? Vielleicht kann er ja die Phalanx der Blauuniformierten durchbrechen.«

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