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Headhunt - Feldzug der Rache (German Edition)

Электронная книга - «Headhunt - Feldzug der Rache (German Edition)». Краткое содержание книги:

Nur nicht den Kopf verlieren, heißt es für Special Agent Aloysius Pendergast und Lieutenant Vincent D'Agosta: In New York treibt ein Serienkiller sein Unwesen, der die Köpfe seiner Opfer als Trophäen behält. Doch er hinterlässt kaum verwertbare Spuren, und die Ermordeten scheinen nichts gemeinsam zu haben – außer Geld, Macht und keinerlei Skrupel. Geht im Big Apple ein Rächer um? Eine Welle der Hysterie stürzt die ganze Stadt ins Chaos. Mittendrin Pendergast und D'Agosta, die kaum einen Schritt weiterkommen und nicht ahnen, dass die Motive des Killers finsterer sind als die neun Kreise der Hölle.
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Als er an der Sheep Meadow ankam, blieb er stehen. Er überquerte die Grünfläche, ging weiter zur Mall, spazierte nach Norden und passierte dabei den Bethesda Fountain, dann schritt er tief in Gedanken auf dem labyrinthischen Weg im Ramble weiter. Savonarola hatte seinen Scheiterhaufen auf der Piazza della Signoria von Florenz entfacht. Der Platz war das Herz der Stadt gewesen, ein idealer Ort, um seine Botschaft zu verkünden. Aber das New York von heute war anders. Man konnte am Times Square keinen Scheiterhaufen errichten – nicht nur war der Platz überlaufen von Touristen, sondern die Polizeipräsenz war derart groß, dass die ganze Sache vorbei sein würde, bevor sie angefangen hatte. Nein, Marsden Swopes idealer Ort musste groß, offen und aus allen Richtungen gut erreichbar sein. Seine Anhänger, die ihre Luxusgüter bei sich trugen, um sie auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, mussten Zeit haben, damit sie sich versammeln, das Feuer entzünden und ihre »Eitelkeiten« hineinwerfen konnten. Es war unerlässlich, dass man seine Leute nicht allzu schnell stoppte.

Stoppte. Swope merkte, dass er stehen geblieben war. Er blickte um sich. Inzwischen waren nur noch einige ferne Nachtschwärmer zu sehen, sie eilten aus dem Park und gingen nach Hause. Zur Linken erhob sich die dunkle Masse des Belvedere Castle, die Zinnen vom Schein Manhattans erhellt. Dahinter lag die monolithische Mauer der Wohnhäuser an der Central Park West, sie zog sich schier endlos nach Norden, unterbrochen nur von der Fassade des Naturhistorischen Museums. Und unmittelbar vor ihm, ausgebreitet in all seinem Glanz, erstreckte sich der Great Lawn.

Der Große Rasen. Schon allein der Name weckte tiefe Gefühle in Swope. Dies war in der Tat ein Ort, der geeignet war, die Massen aufzunehmen, die seinem Aufruf folgen würden. Dies war in der Tat ein zentraler Ort, für alle leicht erreichbar. Dies war in der Tat der ideale Ort für einen Scheiterhaufen – und ein Ort, den die Polizei nicht zu schließen und zu räumen in der Lage wäre.

Eine noch stärkere Überzeugung drängte sich Swope auf, als hätte sie ihn wie von selbst, geleitet vom Himmel, zum idealen Ort geführt.

Er trat einen Schritt vor, dann noch einen, und dann, durchdrungen von einem jähen Ansturm von Gefühlen, blieb er auf der Rasenfläche stehen und sagte die ersten Worte, die er seit mehr als zwei Tagen laut ausgesprochen hatte:

»Hier wird das Fegefeuer der Eitelkeiten lodern!«

43

Es hatte zwar einige Zeit gedauert, bis Longstreet die Telefonate tätigen und den notwendigen Druck aufbauen konnte, zumal in dieser arbeitsfreien Zeit, doch um 13 Uhr am Neujahrsmorgen fuhr Pendergasts Rolls abermals in die Tiefgarage des DigiFlood-Komplexes in Lower Manhattan. Die Wachleute, die den Wagen in Empfang nahmen, führten sie zu den, wie es schien, am entferntesten liegenden Aufzügen, wo man ihnen den Zugang zu den Privatliften verweigerte und von wo sie stattdessen die Betontreppe bis auf Straßenniveau nehmen und das Gebäude durch die Eingangshalle betreten mussten. Und hier wurden sie von den Security-Leuten aus der Menge herausgewunken und durchsucht. Howard Longstreet wurde immer ungehaltener, hielt allerdings den Mund. Das hier war Pendergasts Nummer, doch der Special Agent nahm das Ganze anscheinend ganz locker, war unbeeindruckt und verzichtete darauf, sich zu dieser Behandlung zu äußern, die, wie Longstreet fand, einzig und allein darauf abzielte, sie zu demütigen.

Schließlich hatten die Security-Leute ihre Kontrolle beendet, und Pendergast und Longstreet fuhren im Aufzug bis in die oberste Etage. Hier wurden sie in einen kleinen, fensterlosen Raum geführt, wo sie Platz nehmen und warten sollten, bewacht von einem teilnahmslosen, jungen Sicherheitsbeauftragten in einem teuren Anzug.

Nach einer Stunde in dem Raum, während derer Pendergast keinerlei sichtbare Anzeichen von Verärgerung zeigte, verlor Longstreet schließlich die Geduld. »Das ist ungeheuerlich!«, sagte er zu dem Sicherheitsbeauftragten. »Zwei leitende FBI-Agenten, die in einem Fall ermitteln, werden bei der Arbeit behindert! Wir tun Ozmian einen Gefallen, indem wir den Mord an seiner Tochter aufzuklären versuchen – und man lässt uns hier ewig warten!«

Der Sicherheitsbeauftragte nickte bloß. »Tut mir leid, ich habe meine Anweisungen.«

Longstreet drehte sich zu Pendergast um. »Ich fahre gleich zurück zum Federal Plaza, besorge uns einen richterlichen Beschluss – und ein Spezialeinsatzkommando dazu – und schlage die Tür des Kerls mit einer Ramme ein.«

»Du calme, H., du calme. Das Ganze zielt offenkundig darauf ab, eine besondere Wirkung zu erzielen – so wie bei meinem Besuch vor zwei Tagen. Mr. Ozmian möchte zeigen, dass er die Lage völlig im Griff hat. Lassen wir ihm seinen Glauben. Vergiss nicht, was du mir gesagt hast: Das hier ist meine Show, du bist nur als Beobachter dabei. Sogar dadurch, dass man uns warten lässt, haben wir wertvolle Informationen gewonnen.«

Longstreet setzte sich zurück und fasste den Entschluss, Pendergast die Sache auf seine Weise erledigen zu lassen. Sie saßen noch eine weitere halbe Stunde in dem Raum, ehe sich die Tür erneut öffnete und sie endlich in Ozmians privates Adlernest geführt wurden. Während sie sich durch den hohen Raum der großen doppelflügeligen Tür näherten, wunderte sich Longstreet, wie viele Leute ringsum geschäftig ihrer Arbeit nachgingen, und das zu einer Zeit, in der die meisten Angestellten arbeitsfreie Tage hatten. Doch derlei Dinge bedeuteten Anton Ozmian vermutlich sehr wenig.

Der Mann selbst saß, die Hände auf dem schwarzen Granit, die Finger ineinander verschränkt, hinter seinem wuchtigen Schreibtisch. Teilnahmslos sah er Pendergast und Longstreet an. Auf einem der Chrom-und-Leder-Stühle, die vor dem Schreibtisch standen, saß eine Frau. Augenscheinlich interessierte sie sich mehr für den Blick durch die bodentiefen Fenster auf den New Yorker Hafen als für die Neuankömmlinge.

Nach einer unverschämt langen Pause bedeutete Ozmian Pendergast und Longstreet, dass sie sich setzen sollten. »Special Agent Pendergast«, sagte er lakonisch. »Wie schön, Sie wiederzusehen.« Er wandte sich Longstreet zu. »Und Sie sind –?«

»Howard Longstreet, Stellvertretender Direktor Nachrichtendienst.«

»Ach ja, natürlich. Sie sind also die Person, die dieses Treffen veranlasst hat.«

Longstreet wollte etwas darauf erwidern, doch Pendergast hielt ihn zurück, indem er ihm leicht die Hand auf den Arm legte.

Ozmian grinste Longstreet an. »Nun, ich freue mich, dass Sie hier sind. Denn diese Ermittlungen können sicher ein wenig Kompetenz gebrauchen.« Der Vorstandschef richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf Pendergast. »Zweifellos sind Sie gekommen, um mich über das blitzkriegsartige Tempo und die rasiermesserscharfen Schlussfolgerungen in Kenntnis zu setzen, mit denen Sie den Fall vorangetrieben haben.«

»Nein«, sagte Pendergast. Dabei wahrte er, wie Longstreet bemerkte, die unterwürfige Haltung, die er eingenommen hatte, als sie an der Sicherheitsschleuse warteten.

Daraufhin zeigte sich Ozmian überrascht. Er setzte sich in seinem Stuhl zurück und fixierte Pendergast mit strengem Blick. »Na schön. Warum sind Sie also gekommen?«

»Mr. Ozmian, bei Ihrer Arbeit kaufen oder übernehmen Sie andere Unternehmen und deren Technologien.«

»Solche Sachen passieren bekanntermaßen in der Geschäftswelt.«

»Ist es richtig, dass nicht alle diese Unternehmen besonders erpicht darauf sind, auf diese Weise erworben zu werden?«

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