Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott
- Автор: Раджниш Бхагван Шри
- Язык: немецкий
- Жанр: Эзотерика
Электронная книга - «Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott». Краткое содержание книги:
GOD IS DEAD – Now Zen is the only living truth Osho International Foundation, Switzerland, www.osho.com.
S. Roy lehrte. Schon beim allerersten Mal, bei unserer ersten Begegnung, hatte er sich in mich verliebt. Er gehörte zur Jury dort –
die Jury hatte drei Mitglieder –, und er gab mir neunundneunzig von hundert möglichen Punkten. Ich bekam die meisten Punkte, ich gewann den Wettbewerb, und als ich mit meiner Medaille gerade gehen wollte, kam er zu mir und sagte: »Warte. Ich muss mich bei dir entschuldigen.«
Ich fragte ihn: »Wofür?«
Er antwortete: »Ich wollte dir eigentlich hundert Punkte geben, aber ich habe einen Punkt abgezogen, weil ich das Gefühl hatte, dass die Leute denken könnten, ich sei zu sehr von dir eingenommen. Also habe ich dir nur neunundneunzig Punkte gegeben. Verzeih mir bitte. Ich wollte dir hundert Punkte geben, aber ich war nicht stark genug. Ich wusste, dass die anderen Professoren sagen würden, ich würde dich bevorzugen.«
Ich erwiderte: »Das schadet doch nichts. Ich habe den Preis trotzdem gewonnen, und die anderen haben mir ebenfalls gute Noten gegeben. Von einem habe ich 80 Punkte bekommen, und von einem anderen 85 Punkte. Das Ganze ist also kein Problem. Die anderen Teilnehmer bekamen weit weniger Punkte als ich, also macht es keinen Unterschied, dass Sie mir einen Punkt weniger gegeben haben.«
Er meinte: »Für dich macht es vielleicht keinen Unterschied, aber für mich schon, denn ich bin mir selbst nicht treu gewesen. Ich wollte dir hundert Punkte geben.«
Darauf sagte ich: »Dann eben beim nächsten Mal. Ich werde sicher wiederkommen. « Denn ich ging zu allen Universitäten und Colleges, wo es Rhetorik oder Debattierwettbewerbe gab.
Ein einziges Mal gewann ich nur den zweiten Preis; ansonsten bekam ich Hunderte erster Preise. An dem Tag, als ich den zweiten Preis bekam, konnte es die gesamte Zuhörerschaft an der Universität nicht fassen. Ich musste mich einfach dazu melden. Ich sagte zum Vizekanzler, der den Vorsitz hatte: »Ich weiß, warum ich nur den zweiten Preis bekommen habe, und Sie sollten sich das auch fragen.« Ein Mädchen hatte den ersten Preis gewonnen. Also sagte ich:
»Ich möchte die Sache vollkommen klarstellen, denn ich weiß, was passiert ist. Einer der Professoren aus der Jury ist in das Mädchen verliebt, und er hat ihr zu viele Punkte gegeben. Die beiden anderen Jurymitglieder hatten keine Ahnung davon. Sie gaben mir beide die höchste Punktzahl, aber dieser Mensch gab ihr so viele Punkte, dass sie am Ende einen Punkt mehr hatte als ich.«
Ich sagte also: »Sie müssen den Professor fragen, denn ich weiß, dass sie zusammen nachts spazieren gegangen sind. Der Park liegt unmittelbar vor unserem Haus, also weiß ich das ganz genau. Und ich kann auch Zeugen beibringen, weil alle Gärtner im Park wissen, dass diese beiden spät in der Nacht kommen, wenn der Park eigentlich schon geschlossen ist. Sie bestechen die Gärtner und gehen in den Park, weil es nachts dort am sichersten ist. «
Da fingen das Mädchen und der Professor an zu schwitzen. Ich sagte: »Schaut nur, wie sie schwitzen! Niemand anderer in dieser Halle« – es waren mindestens tausend Leute – »ist am Schwitzen.
Nur diese beiden. Warum schwitzen sie so? « Ich befahl ihnen:
»Steht auf!« Und ich sagte es so laut und befehlend, dass sogar der Professor aufstand.
Der Vizekanzler meinte daraufhin: »Du machst hier einen ziemlichen Aufruhr, aber ich kann es verstehen.«
Ich sagte: »Sie müssen diese ganze Debatte für ungültig erklären; sie muss wiederholt werden, und dieser Mann darf nicht mehr Mitglied der Jury sein.«
Er fühlte sich so beschämt, dass er noch in derselben Nacht an der Universität kündigte und aus der Stadt wegzog. Zwanzig Jahre später begegnete ich ihm in einem Zug. Ich sagte zu ihm: »Hallo.«
Er antwortete: »Mein Gott! Ich hoffte, Sie niemals wiederzusehen.«
Ich erwiderte: »Das Leben ist geheimnisvoll. Wo ist das Mädchen? « Er fragte: »Sie haben das noch nicht vergessen?«
Ich sagte zu ihm: »Ich habe es weder vergessen noch vergeben.
Wo ist das Mädchen? «
Darauf meinte er: »Dieses Mädchen hat mich Ihretwegen verlassen! Sie schämte sich so sehr, dass sie aufhörte, sich mit mir zu treffen.«
Ich entgegnete ihm: »Das ist sehr gut! Jetzt vergebe ich Ihnen, und jetzt werde ich Sie vergessen. Ich wollte diese Beziehung noch zu einem Ende bringen, weil Sie mich ungerecht behandelt hatten.
Sie dachten, dass ich nichts dazu sagen würde.«
Doch von da an waren die Jurymitglieder gewarnt, dass sie nichts Ungebührliches machen durften, denn »dieser Typ ist ein bisschen seltsam«. Jeder hatte das Gefühl, dass es vollkommen ungerecht gewesen war. Dieses Mädchen war es nicht einmal wert, Vierte zu werden!
Und S. S. Roy begann sich für mich zu interessieren, weil ich widersprochen hatte. Das gefiel ihm, und er sagte zu mir:
»Ich werde alles für dich arrangieren, ein Stipendium, alles Mögliche, was immer du willst, wenn du die Universität wechselst.
Ich möchte, dass du mein Student wirst.« Er war Philosophieprofessor.
Also wechselte ich die Universität. Er war ein sehr bekannter Gelehrter und ein Experte für die Philosophie von Shankara, die da lautet, dass die Welt illusorisch und Gott die absolute Wahrheit ist.
Und er war auch Experte für die Philosophie Bradleys, eines englischen Philosophen, der genau dasselbe sagt: Die Welt ist Illusion und Gott ist die absolute Wahrheit. Er hatte seine Doktorarbeit über Shankara und Bradley geschrieben.
Als ich zum ersten Mal in seine Vorlesung kam ... Er hatte mich eingeladen, doch ihm war nicht bewusst gewesen, dass er sich damit ein Problem einlud. Er sprach über Illusion und das Absolute, über die Welt und über Gott. Ich sagte zu ihm: »Wenn Gott unwandelbar ist, dann muss er tot sein. Ein lebendiges Wesen kann nicht unwandelbar sein. Zeigen Sie mir irgendein lebendiges Wesen auf der ganzen Welt – jedes lebendige Wesen bewegt sich, wächst, vergeht. Es ist ein beständiger Fluss. Das Leben ist ein Fluss. Wenn Gott lebendig ist, kann er nicht unveränderlich sein, immer derselbe. Wie könnte man dann zwischen einem toten und einem lebendigen Gott unterscheiden? Sagen Sie mir das doch einmal.
Beide sitzen vor einem, der lebendige Gott und der tote Gott.
Weder der tote noch der lebendige Gott verändern sich. Wie kann man da herausfinden, welcher der lebendige Gott ist? «
Er sagte: »Mein Gott! Ich habe mir mit dieser Arbeit einen Doktortitel verdient, aber darüber habe ich noch nie nachgedacht.«
Ich erwiderte: »Allein schon das Wort >absolut< ist eine Reaktion. Zuerst nennt man die Welt illusorisch, was sie nicht ist.
Sie wissen ganz genau, dass Sie nicht einfach in das Haus von jemand anderem gehen können. Wenn alles illusorisch wäre, welche Rolle würde es dann spielen? Warum gehen Sie jeden Tag immer nur in Ihr eigenes Haus? Welche Rolle spielt es? Sie könnten doch auch in das Haus von jemand anderem gehen. «
Er antwortete: »Deine philosophische Diskussion ist gefährlich.
Ich habe über philosophische Probleme gesprochen, und du sagst mir, dass ich das Haus von jemand anderem betreten soll? «
Ich entgegnete: »Ja, denn wenn alles nur illusorisch ist, nur ein Traum, welche Rolle spielt es dann, ob es sich um Ihre eigene Frau handelt oder um die Frau von jemand anderem? Ob es sich um Ihre eigenen Kinder handelt oder um die Kinder von jemand anderem, das ist alles nur Illusion. Ihr Gott ist nur ein philosophisches Konzept: Weil die Welt so veränderlich ist, sagen Sie, dass Gott unveränderlich sein muss. Doch das ist nur Logik, keine Realität.
Wenn es einen Gott gibt, muss er ebenfalls veränderlich sein, andernfalls wäre er tot.« An diesem Tag, dem ersten Tag, an dem ich seine Vorlesung besuchte, sagte ich zu ihm: »Ihr Gott ist ganz sicher tot, darum verändert er sich nicht.«
Diese Vorstellung von einem absoluten Gott ist nur ein philosophisches Konzept, darum sagt Sekito: »Dem Relativen verhaftet zu sein ist Illusion ... «