Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott
- Автор: Раджниш Бхагван Шри
- Язык: немецкий
- Жанр: Эзотерика
Электронная книга - «Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott». Краткое содержание книги:
GOD IS DEAD – Now Zen is the only living truth Osho International Foundation, Switzerland, www.osho.com.
Und als er diesen Satz las: »Ist nicht derjenige ein wahrer Weiser, der sich mit allen Dingen im Universum identifiziert?« — einfach nur beim Lesen dieses Sutras geschah bei ihm eine Metamorphose.
Er wurde ein vollständig neuer Mensch. Die alte Persönlichkeit fiel von ihm ab, und er war zum ersten Mal ein Individuum, im Einklang mit dem Leben.
Und dieser Mann, Sengchao, war ebenfalls ein großer Meister.
Doch je größer ein Meister ist, desto mehr richtet sich die Gesellschaft gegen ihn. Er wurde inhaftiert, weil er sich gegen die alte Religion Japans geäußert hatte — die eigentlich gar keine besondere Religion ist. Sie ist nur eine ganz gewöhnliche Religion wie der Hinduismus, der Islam, das Christentum. Sie besitzt keinen genialen Touch und keine geistigen Giganten.
Doch immer wenn ein Genie und ein Gigant auftaucht, wird der kleine Mann aus der Masse ärgerlich, fühlt er sich unterlegen, wird er zornig. Er hat Sokrates getötet, er hat Jesus getötet, und er hat Mansoor getötet. Er hat auch Sengchao getötet. Weil die Masse gegen ihn war, musste der Kaiser ihn verhaften lassen. Er verursachte durch seine Aussagen großen Aufruhr im ganzen Land.
Und seine Aussagen sind so wundervoll, dass ein einziger Satz Sekito die Erleuchtung brachte.
Sengchaos kleines Buch, Chaolun, besteht aus sehr verdichteten Aussagen, denn er schrieb dieses Buch, kurz bevor er zum Tode verurteilt wurde. Doch was für ein Mann! – Er kümmerte sich nicht um den Tod, sondern schrieb sein letztes Testament ohne Angst vor dem Tod, ohne jede Frage nach dem Tod. Sein Buch wurde kurz vor seiner Verurteilung geschrieben. Es ist nur ein dünnes Buch.
Wenn man es nicht weiß, würde man niemals annehmen oder sich vorstellen können, dass dieses Buch geschrieben wurde, kurz bevor er zum Tod verurteilt wurde. Darin zeigt sich das Kaliber dieses Mannes; darin zeigt sich die Höhe und Tiefe seiner Erleuchtung; darin zeigt sich seine Großartigkeit, sein strahlender Glanz.
Eine kleine Aussage in diesem Buch verhalf Sekito zur Erleuchtung. Und von diesem Buch inspiriert, schrieb Sekito ein eigenes Buch, das er Sandokai nannte. Es ist ebenso großartig wie Chaolun.
Nur sehr selten passieren solche Dinge in unserer zeitgenössischen Welt. Es war Friedrich Nietzsches Werk »Also sprach Zarathustra«, das Khalil Gibran zu seinem Buch »Der Prophet« inspirierte. Gibran schrieb »Der Prophet«, als er erst einundzwanzig Jahre alt war, und in seinem weiteren Leben muss er insgesamt mindestens fünfzig Bücher geschrieben haben. In jedem Buch versuchte er, über den »Propheten«
hinauszugehen, doch es gelang ihm nicht, den »Der Prophet« war ein inspiriertes Buch. Er war so erfüllt von Friedrich Nietzsches Einsichten, dass sie ihn in neue Räume katapultierten.
»Der Prophet« ist ein großartiges Buch, doch seine anderen Werke ... Er schrieb auch »Der Garten des Propheten«, ein Versuch, über den »Propheten« hinauszugehen, doch es gelang ihm nicht. Er hat mindestens fünfzig Bücher geschrieben: dreißig in Englisch und zwanzig in Libanesisch, seiner Muttersprache. Doch mit keinem anderen Buch kam er dem »Propheten« auch nur nahe –
bei den anderen Büchern war er es, der schrieb. »Der Prophet«
dagegen wurde unter dem gewaltigen Schatten von Friedrich Nietzsches Erkenntnissen geschrieben. Er lässt sich nicht mit »Also sprach Zarathustra« vergleichen, aber er kommt ihm recht nahe.
So war es auch mit Sengchaos Buch Chaolun und Sekitos Sandokai. Doch der Unterschied ist, dass beide erleuchtet waren.
Sandokai erreicht dieselbe Höhe wie Chaolun.
Weder Friedrich Nietzsche noch Khalil Gibran waren erleuchtet, aber Friedrich Nietzsche war ein Gigant im Vergleich zu Khalil Gibran. Beide waren nicht erleuchtet, doch Nietzsche erreichte die äußerste Grenze des Verstandes. Nur noch ein Schritt, und er wäre erleuchtet gewesen. Khalil Gibran kam nicht einmal an diese Grenze heran, darum wurde er auch niemals verrückt.
Nietzsches Wahnsinn ist ein Zeichen dafür, dass er fast reif für die Erleuchtung war, aber die Tür nicht finden konnte. Er hatte keine Vorstellung davon, dass es etwas jenseits des Verstandes gibt, und er rannte gegen die Wand im Versuch, sich einen Weg über den Verstand hinaus zu erzwingen. Doch man kann sich den Weg nicht erzwingen. Es gibt eine Tür, doch man muss sie kennen; Meditation ist der Name dieser Tür. Andernfalls verletzt man sich selbst, indem man gegen die Wände rennt. Auf diese Weise wurde Nietzsche verrückt.
Khalil Gibran wurde niemals verrückt. Er erreichte niemals auch nur die Grenzen des Verstandes; die Frage nach einem Weg über den Verstand hinaus stellte sich damit gar nicht. Doch allein der Schatten von Nietzsches überragendem Intellekt löste in ihm eine große Inspiration aus, und er schrieb »Der Prophet«.
Die beiden Bücher Chaolun und Sandokai stehen auf derselben Grundlage, sie erreichen dieselbe Höhe. Wir werden uns nun Sandokai zuwenden; die folgenden Sutren stammen aus Sandokai.
Jede Aussage ist magisch.
Hier nun die Sutren:
Der Geist des großen indischen Weisen wurde auf intime
Weise von Indien nach China übermittelt.
Er wurde auf intime Weise vermittelt, weil Bodhidharma, ein Mann von derselben Größe wie Gautama Buddha, nach China ging.
Er war voller Licht, voller Freude, voller Ekstase. Sein Frühling war gekommen. Er ging als Erleuchteter nach China. Das ist der Grund, warum hier das Wort »intim« verwendet wird.
Bevor Bodhidharma nach China ging, waren schon Tausende buddhistischer Gelehrter dort gewesen. Hunderte buddhistischer Schriften waren ins Chinesische übertragen worden. Fast ganz China war bereits buddhistisch geworden, als Bodhidharma endlich dort ankam. Doch keiner dieser Menschen war erleuchtet gewesen.
Es waren große Gelehrte gewesen, die hingegangen waren und die Schriften übersetzt hatten. Die Schriften waren wunderbar. China besaß nichts Vergleichbares. Es besaß nur ein einziges Buch von Laotse über das Tao, doch das reicht nicht an Buddhas Sutren heran, denn es ist ein geschriebenes Buch, und es war unter Zwang, unter Drohungen geschrieben worden.
Laotse hatte niemals in seinem ganzen Leben etwas geschrieben, und er sprach auch nicht. Die Menschen pflegten still an seiner Seite zu sitzen, und wenn in der Stille etwas geschah, gut. Wenn nichts geschah ... »Was kann ich da machen? «, war seine einzige Antwort. Einige wenige Menschen wurden erleuchtet, doch nur sehr wenige. Ein gewisser Tschuang Tse und ein gewisser Lieh Tse
– nur zwei Menschen wurden erleuchtet, indem sie still neben Laotse saßen. Schweigen zu verstehen ist nicht einfach; man muss dieselbe Tiefe erreichen. Ansonsten sitzt man vielleicht neben Laotse, doch der Verstand bewegt sich weiter im Kreis herum, eine ständige Flut von Gedanken. Außen ist man vielleicht still, doch im Innern läuft jede Menge Geschwätz ab.
Als der Tonfilm entstand ... zuvor hatte es nur Stummfilme gegeben. Die erste Bezeichnung für Tonfilme war »Talkies«. Und in indischen Dörfern heißen Kinofilme immer noch »Talkies«. In eurem Verstand läuft ständig dieses Talkie ab. Es spielt keine Rolle, ob ihr das möchtet oder nicht. Es ist ständig da, unabhängig von eurem Willen.
Obwohl also Tausende von buddhistischen Gelehrten nach China gegangen waren und das ganze Land zum Buddhismus übergetreten war, selbst der Kaiser von China zum Buddhismus übergetreten war, hatte ihnen niemand einen Geschmack davon vermittelt; es war kein intim vertrautes Phänomen. Es wurde erst vertraut, als Bodhidharma nach China kam.
Damit war ein Buddha nach China gekommen – ein anderer Mensch als Gautama Buddha, doch dasselbe Bewusstsein. Ein anderer Körper, doch dieselbe Höhe und dieselbe Tiefe. Es ist also vollkommen richtig, dass Sekito von einer intimen Vermittlung von Indien nach China spricht.