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Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott

Электронная книга - «Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott». Краткое содержание книги:

Aus dem Englischen übertragen von Renate Schilling Titel der Originalausgabe
GOD IS DEAD – Now Zen is the only living truth Osho International Foundation, Switzerland, www.osho.com.
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Aus dieser Dankbarkeit heraus verneigte sich der primitive Mensch vor den Bäumen, vor den Flüssen, vor der Sonne, vor dem Mond. Das war weitaus schöner, als in eine Kirche zu gehen und sich vor einem traurigen Jesus Christus zu verneigen. Jesus muss ganz offensichtlich traurig sein; er wurde ja schließlich gekreuzigt.

Man erwartet nicht, dass er lacht; das wäre vollkommen unangemessen gewesen. Ich hätte gelacht, doch Jesus macht ein langes Gesicht und ist traurig.

Ihr werdet feststellen, dass alle gottorientierten Menschen ernsthaft und traurig sind, weil sie tief in sich einen Zweifel spüren.

Gott entspricht nicht ihrer Erfahrung, er ist nur ein Glaube. Wie kann man aus einem Glauben Wahrheit machen? Er wird ein Glaube bleiben. Man kann seine Zweifel so weit wie möglich ins Unbewusste verdrängen, doch sie werden immer vorhanden bleiben, vollkommen lebendig und wach. Das macht einen traurig, denn man lebt ein fiktives Leben, ein Leben, das nicht das eigene ist, ein Leben, das andere einem aufgezwungen haben. Gott ist mehr als al les andere dafür verantwortlich, dass euch euer Ansehen, eure Würde, euer Stolz genommen wurden.

Der primitive Mensch liebte das Leben. Für mich war er weitaus religiöser als der zivilisierte Mensch.

Mit dem Privateigentum kam der Vater ins Spiel. Der Vater kann dich beschützen, solange du ein Kind bist, doch wenn du zum Jugendlichen heranwächst, gründest du irgendwann eine eigene Familie; du musst dein eigenes Leben führen. Bis dahin ist dein Vater vielleicht bereits gestorben, oder er ist alt und schwach geworden. Doch vom allerersten Atemzug an hast du unter dem Schutz deines Vaters gelebt. Er war der große Mann in deinem Leben, der erste große Mann. Wenn du allein bist, beginnst du ein gewisses Vakuum in dir wahrzunehmen, das dein Vater auszufüllen pflegte. Daher wurde Gott zum Vater, zu einem Vater, der niemals stirbt.

Dein Vater hat dich verraten, er hat dich verlassen. Du hast ihm so sehr vertraut, und er hat sich so wenig aus dir gemacht, dass er dich jetzt allein lässt . Mit diesem Programm hast du vom ersten Atemzug an gelebt. Wenn der Vater dich verlässt und du plötzlich allein bist, verspürst du ein Vakuum. Dieses Vakuum kann von einem anderen Vater gefüllt werden, doch dieser Vater darf kein menschliches Wesen sein, denn ein menschliches Wesen hat dich bereits enttäuscht. Du fühlst dich verletzt, also projizierst du einen Vater, der ewig und unsterblich ist und weit weg und allmächtig –

nicht wie dein eigener Vater, von dem du in deiner Kindheit immer dachtest, er könne alles ...

Ihr könnt das beobachten, wenn kleine Kinder streiten:

»Mein Vater ist der Stärkste auf der ganzen Welt! « Jedes Kind hält seinen Vater für allmächtig, denn es sieht, dass sein Vater alle möglichen Dinge macht. Er repariert das Auto, er repariert den Fernseher, er kommandiert die Mutter herum ... das Kind weiß, dass sein Vater mächtig ist.

Doch dieser mächtige Vater ... langsam und allmählich, während deine Intelligenz zunimmt, beginnst du seine Schwächen zu erkennen, seine Schwachheit. Plötzlich ist da eine Lücke. Selbst wenn der Vater noch am Leben ist, weißt du jetzt, dass er nicht unbesiegbar ist. Er wird älter, und bald wird er sterben. Du weißt, dass er nicht allmächtig ist. Vor seinem Chef wackelt er mit dem Schwanz, mit einem unsichtbaren Schwanz. Es gibt eine Stelle an eurer Wirbelsäule, ganz am unteren Ende, wovor einigen Jahrmillionen ein Schwanz zu sitzen pflegte. Diese Stelle ist immer noch vorhanden. Das war eines der besten Argumente von Charles Darwin: Wenn wir keinen Schwanz hatten, wozu gibt es dann diese Stelle? Diese Stelle dürfte dann nicht vorhanden sein. Der Schwanz ging verloren, und die Ansatzstelle blieb zurück, die Stelle, wo er zu sitzen pflegte. Warum beginnst du zu lächeln, wenn du deinen Chef siehst? Deine Untergebenen lächelst du nicht an; sie haben zu lächeln, nicht du. Du nimmst keine Notiz von ihnen und liest weiter deine Zeitung; du weißt, dass einer von ihnen vorübergeht und lächelt, aber du schaust ihn nicht einmal an. Dein Chef macht dasselbe mit dir. Du lächelst, und er arbeitet weiter. Vielleicht macht er gerade gar nichts Besonderes, aber sobald er dich hereinkommen sieht, beschäftigt er sich mit seinen Akten, blättert darin und sieht sehr beschäftigt und wichtig aus.

Ich habe schon öfter einen der Präsidenten der herrschen den Kongresspartei besucht, U. N. Dhebar. Er war sehr an mir interessiert. Er pflegte zu meinen Meditationscamps zu kommen, auch wenn alle seine politischen Freunde ihn davon abzuhalten versuchten und zu ihm sagten: »Geh nicht zu diesem Mann.« Aber er war kein wirklicher Politiker, er war nicht schlau. Er war ein sehr einfacher und sehr authentischer Mensch. Nur durch Glück und Zufall war er zum Präsidenten geworden.

Das geschieht recht häufig. Er wurde zum Präsidenten, weil er so höflich war – ein netter Mensch, der niemals nein sagte. Und der Pandit Jawaharlal Nehru brauchte einen Jasager. Nehru war Premierminister und wollte, dass die Kongresspartei entweder ihm selbst unterstand – was aber diktatorisch gewirkt hätte – oder zumindest einem Jasager. U. N. Dhebar war solch ein schlichter Mann, dass er zu allem ja sagte, was Jawaharlal wünschte. Also war es Jawaharlal, der praktisch alles bestimmte.

Einmal besuchte ich ihn in seinem Haus in Neu -Delhi, und er unterhielt sich mit mir und erzählte mir von all den anderen politischen Führern, welche Art Menschen sie waren; er erzählte mir von allen möglichen Idioten. Es gab da einen gewissen Maulana Azad, einen Mohammedaner, der kein Englisch und kein Hindi sprach. Er war ein Gelehrter des Arabischen und des Persischen, und er war Kultusminister von Indien. U. N. Dhebar erzählte mir von diesem Maulana Azad.

Einmal war der Pandit Jawaharlal Nehru zu einer Konferenz nach London gefahren, einer Konferenz der Commonwealth-Staaten. Damals war Indien noch Teil des Commonwealth, heute nicht mehr. Maulana Azad war der zweite Mann im Kabinett. Er hatte diesen zweiten Platz erhalten, weil er Mohammedaner war, um die indischen Mohammedaner zufrieden zu stellen.

Ihr werdet vielleicht überrascht sein, wenn ich euch sage, dass Indien der größte mohammedanische Staat der Welt ist. In keinem anderen mohammedanischen Land leben so viele Mohammedaner wie in Indien. Selbst nachdem Pakistan und Bangladesh sich abgespalten haben, besitzt Indien noch mehr mohammedanische Einwohner als jedes andere Land der Welt. Um die Mohammedaner zufrieden zu stellen, musste also ein Mohammedaner die Nummer zwei im Kabinett sein. Und als Jawaharlal nach London ging, dachte Maulana Azad: »Vielleicht bin ich jetzt stellvertretender Premierminister, weil ich doch der zweite Mann im Kabinett bin.«

Aber Premierminister sind Premierminister, wo immer sie sein mögen. So etwas wie einen »stellvertretenden Premierminister«

gibt es nicht. Wenn der Präsident als Regierungsoberhaupt außer Landes geht, dann ist der Vizepräsident sein Stellvertreter. Doch der Premierminister ist unter einer Verfassung, wie Indien oder England sie besitzen, nicht das Regierungsoberhaupt. Der Premierminister ist das Oberhaupt von gar nichts, also braucht er auch keinen Stellvertreter. Doch Azad war anderer Ansicht, und U.

N. Dhebar erzählte mir: »Wir sagten alle zu ihm, dass das überhaupt nicht verfassungsgemäß sei. Es gibt in der Verfassung keinen Platz für einen stellvertretenden Premierminister; es gibt nur einen stellvertretenden Präsidenten.«

Doch Azad hörte nicht auf sie. Er rief sofort Jawaharlals Chauffeur an und sagte zu ihm: »Bringen Sie seine Limousine zu meinem Haus; während er weg ist, bin ich der stellvertretende Premierminister.« Und er fuhr mit der Flagge des Premierministers am Auto und zwei Motorrädern vorne weg und zwei Motorrädern an den Seiten und zwei Motor rädern hinter ihm zum Parlament.

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