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Im Anfang war der Mord

Электронная книга - «Im Anfang war der Mord». Краткое содержание книги:

Ein exklusiver Cocktail aus dem Besten, was weibliche Kriminalliteratur zu bieten hat!
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An einem Sommerabend kurz vor Weihnachten — er hatte bereits eine Uhr für sie gekauft, ein etwas auffälliges, doch gutes Stück, von dem er annahm, dass es ihr gefiel – ertönte ein lautes Klopfen an der Tür, das sie aus dem Badezimmer lockte und ihn an seinem Schreibtisch hochfahren ließ.

Es kam nie vor, dass sie abends jemand besuchte; er hatte keine Freunde, die ihm nahe genug standen, um unangemeldet vorbeizukommen. Es war ein anmaßendes Klopfen, ohne Pause, und es klang ganz so, als würde es nicht eher aufhören, bis man die Tür öffnete.

Sie stand in der offenen Badezimmertür und starrte ihn über den Durchgang zum Wohnzimmer hinweg an; hinter dem großen Badetuch schauten ihre nackten Schultern und Füße hervor. Kein Wort, nicht einmal ein Flüstern kam über ihre Lippen. Unter dem lauten, anhaltenden Hämmern an der Tür schien die ganze Wohnung zu erzittern.

Schließlich machte er eine Bewegung, als wolle er zur Tür gehen, aber nun rannte sie auf ihn zu und packte ihn mit festem Griff an beiden Armen. Sie schüttelte wild mit dem Kopf, ihre Lippen teilten sich, doch die Zähne hatte sie fest aufeinander gebissen, sie sagte kein Wort. Sie zog ihn ins Schlafzimmer, schnappte sich flugs ein paar Kleidungsstücke von der frischen Wäsche, die auf dem Bett ausgebreitet war, und stieg in den Wandschrank, drückte ihm den Schlüssel in die Hand. Obwohl er spürte, wie seine Arme und Waden kalt und gefühllos waren vor Schreck, war er doch entsetzt und fassungslos, ja angewidert von dem Anblick, wie sie sich da hinter seinem Mantel und seinen Anzügen zusammenkauerte; es war abscheulich und lächerlich zugleich. Komm raus! flüsterte er. Nein, komm raus da! Sie zischte: Wohin? Wo soll ich denn hin?

Egal! Aber komm raus da!

Er streckte die Hand aus, um nach ihr zu greifen. In die Enge getrieben, sagte sie mit einem grauenvollen, gehetzten Flüstern, wobei man ihre Zahnlücke sehen konnte: Ich springe aus dem Fenster.

Sie presste ihm den Schlüssel in die Hand, als sei es ein Messergriff. Er schlug ihr die Tür vor der Nase zu, schloss den Schrank ab und ließ den Schlüssel zu dem Kleingeld in seiner Hosentasche fallen.

Er nahm die Sperrkette ab, mit der die Wohnungstür gesichert war. Er drehte den kantigen Knopf des Yale-Schlosses herum. Die drei Polizeibeamten, zwei von ihnen in Zivil, standen ohne alle Eile da, obwohl sie bereits ein paar Minuten lang an die Tür gehämmert hatten. Der große Dunkle mit dem raffinierten Schnurrbart streckte eine Hand aus, an der er einen geflochtenen goldenen Ring trug, und hielt ihm irgendeinen Ausweis hin.

Dr. von Leinsdorf spürte, wie allmählich wieder das Blut in seinen Armen und Beinen zirkulierte, und er sagte mit ruhiger Stimme:»Worum geht es?« Der Sergeant sagte, sie wüssten, dass sich eine Farbige in der Wohnung aufhielte. Sie seien über alles im Bilde.

«Ich beobachte diese Wohnung jetzt schon seit drei Wochen, ich weiß Bescheid.« «Ich bin alleine hier. «Dr. von Leinsdorf sagte es, ohne den Ton seiner Stimme zu heben.

«Ich weiß Bescheid, ich weiß genau, wer da ist.

Kommen Sie — « Und der Sergeant und seine beiden Begleiter gingen ins Wohnzimmer hinein, in die Küche, ins Badezimmer (hier nahm der Sergeant eine Flasche After Shave in die Hand, schien das französische Etikett zu studieren) und ins Schlafzimmer. Die beiden Zivilen schoben die frische Decke zurück, zogen die Laken ab und trugen sie zu dem Sergeanten, der sie unter der Lampe inspizierte. Sie unterhielten sich in Afrikaans, das der Doktor nicht verstand. Der Sergeant schaute persönlich unter das Bett, hob die langen Vorhänge am Fenster in die Höhe. Die Türen am Wandschrank waren ohne Griff; er merkte, dass sie abgeschlossen waren, und fragte erst in Afrikaans, wechselte dann höflicherweise zu Englisch.»Geben Sie uns den Schlüssel.« Dr. von Leinsdorf sagte:»Es tut mir Leid, aber ich habe ihn in meinem Büro liegen lassen — ich schließe morgens immer ab und nehme den Schlüssel mit ins Büro.« «Es hilft alles nichts, Mann, Sie geben mir besser den Schlüssel.« Er lächelte knapp, nicht übertrieben.»Er liegt auf meinem Schreibtisch im Büro.« Die beiden Zivilen holten einen Schraubenzieher hervor, und er schaute zu, wie sie ihn in den Schlitz zwischen den Schranktüren schoben, ihm einen kurzen, kräftigen, nicht allzu heftigen Ruck gaben. Er hörte, wie das Schloss nachgab.

Gewiss, sie war splitternackt gewesen, als sie an die Tür gehämmert hatten. Doch nun hatte sie ein Paar Jeans an und ein langärmeliges T-Shirt mit einem aufgenähten Schmetterling auf der einen Brust. Ihre Füße waren noch immer nackt; zwar war es ihr in dem dunklen Schrank gelungen, in die Kleider hineinzuschlüpfen, die sie hastig vom Bett gerafft hatte, doch sie war ohne Schuhe. Es war anzunehmen, dass sie hinter der Schranktür geweint hatte (man sah fleckige Spuren auf ihren Wangen), doch nun war ihre Miene düster, sie atmete schwer; ihr Bauchfell zuckte unkontrolliert, unter dem Stoff des T-Shirts hoben sich ihre Brüste ab. Es sah aus, als sei sie wütend; vielleicht kam es auch bloß daher, dass sie unter Sauerstoffmangel litt, weil sie halb erstickt war in dem engen Schrank. Sie schaute Dr. von Leinsdorf nicht an.

Auf die Fragen des Sergeants gab sie keine Antwort.

Sie wurden zum Polizeirevier gebracht, wo man sie sofort trennte und nacheinander zur Untersuchung durch den Amtsarzt führte. Man nahm dem Mann die Unterwäsche ab und untersuchte sie, wie zuvor schon die Bettlaken, auf Spermaspuren. Bei der Entkleidung des Mädchens entdeckte man, dass sie unter ihren Jeans eine Männerunterhose trug, auf deren ordentlich eingenähtem Wäscheschild sein Name stand; in der Eile hatte sie die falsche Unterwäsche mit in ihr Versteck genommen.

Jetzt weinte sie, als sie in einer Männerunterhose vor dem Amtsarzt stand.

Er sah höflich darüber hinweg. Er reichte Unterhose, Jeans und T-Shirt zur Tür hinaus und gab ihr ein Zeichen, auf den hohen, weißen Tisch zu steigen, wo er dann ihre Schenkel auseinander schob und sie auf Beinstützen legte; und dort, wo der andere so behutsam und voller Wärme eingedrungen war, steckte er ein kaltes, hartes Instrument hinein, das sich immer weiter öffnete. Ihre Schenkel und die Knie zitterten unkontrolliert, während der Arzt in sie hineinschaute und sie tief innen drin mit weiteren harten Instrumenten berührte, an denen vorne kleine Wattebäusche dran waren.

Als sie von der Untersuchung zurück ins Vernehmungszimmer kam, war Dr. von Leinsdorf nicht zu sehen; sie mussten ihn woanders hingeführt haben. Den Rest der Nacht verbrachte sie in einer Zelle, wie er wahrscheinlich auch; doch früh am nächsten Morgen wurde sie entlassen und von einem weißen Mann zum Hause ihrer Mutter gebracht, der ihr erklärte, er sei der Sekretär des Rechtsanwaltes, den Dr. von Leinsdorf für sie engagiert habe. Dr. von Leinsdorf, sagte der Sekretär, habe man ebenfalls an diesem Morgen gegen Kaution freigelassen. Er sagte nichts davon, wann oder ob sie ihn jemals wieder sehen würde.

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