Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие детективы » Im Anfang war der Mord
Im Anfang war der Mord - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Im Anfang war der Mord

Электронная книга - «Im Anfang war der Mord». Краткое содержание книги:

Ein exklusiver Cocktail aus dem Besten, was weibliche Kriminalliteratur zu bieten hat!
Erstmals präsentiert sich hier Bestsellerautorin Elizabeth George,»die Meisterin des englischen Kriminalromans «als Herausgeberin: 26 spannende und raffinierte Kriminalgeschichten von den besten Autorinnen der Welt, wie Dorothy L. Sayers, Ruth Rendell, Sara Paretsky, Minette Walters, Marcia Muller, Nadine Gordimer, Joyce Carol Oates und vielen anderen. Mit einer Einführung von Elizabeth George!
1 ... 48 49 50 51 52 53 54 55 56 ... 151
Перейти на страницу:

Jedes Mal, wenn Sie Kaffee machen?« «Ja, sicher. Ist er Ihnen denn nicht recht so? Ist er vielleicht zu stark?« «Oh, es ist nur so, dass mir das völlig neu ist. Wir kaufen ihn immer fertig — in einer Flasche, wissen Sie, und man schüttet dann ein bisschen davon in die Milch oder ins Wasser.« Er lachte, erklärte:»Das ist kein Kaffee, das ist künstliches Aroma. In dem Land, wo ich herkomme, trinkt man nur richtigen Kaffee, von frisch gemahlenen Bohnen — riechen Sie, wie gut das duftet, wenn man die mahlt?« Der Hausmeister hielt sie an und fragte, was sie denn hier im Hause wolle? Voll beladen mit Einkäufen, die Zeugnis genug waren, gab sie zur Antwort, sie arbeite in Nummer 718, oben im siebten Stock. Der Hausmeister verbot ihr nicht, den Lift für Weiße zu benutzen; schließlich war sie keine Schwarze; in ihrer Familie waren alle ziemlich hellhäutig.

Auf einer seiner Einkaufslisten war ein grauer Hosenknopf aufgeführt. Während sie den Einkaufskorb vom Supermarkt auspackte, sagte sie:»Geben Sie mir doch grad mal schnell die Hose«, und dann nahm sie auf dem Sofa Platz, das immer voller Krümel war von seinem Pfeifentabak. Hin und her ging die Nadel durch die vier Löcher des Knopfes, und die geschickten, sicheren Bewegungen ihrer rechten Hand, mit der sie ihn annähte, hatten all die Gewandtheit, die ihre Sprache vermissen ließ. Wenn sie lächelte, sah man vorn die kleine Lücke zwischen ihren Schneidezähnen, die ihm nicht sonderlich gefiel; doch wenn man ihr Gesicht so im Halbprofil sah, die Augen niedergeschlagen, den Blick auf ihre Arbeit konzentriert, die weichen Lippen fast geschlossen, tat das nichts zur Sache. Er schaute ihr zu, wie sie nähte, sagte:

«Du bist ein braves Mädchen«, und berührte sie.

Spätnachmittags brachte sie stets wieder das Bett in Ordnung, nachdem sie es verlassen hatten, zog sich an, und dann fuhr sie nach Hause. Eine Woche später gab es einen Tag, an dem aus dem späten Nachmittag schließlich Abend wurde, und sie lagen noch immer zusammen im Bett.

«Kannst du nicht über Nacht bleiben?« «Meine Mutter«, sagte sie.

«Ruf sie an. Überlege dir eine Ausrede. «Er war fremd hier. Seit fünf Jahren war er bereits in diesem Land, aber er wusste nicht, dass die Leute dort, wo sie wohnte, normalerweise kein Telefon im Hause habe. Sie stand auf, um in ihre Kleider zu schlüpfen. Es widerstrebte ihm, diesen zarten Körper in die kalte Nacht hinausgehen zu lassen, und immer wieder versuchten seine Hände, sie davon abzuhalten, ohne dass er etwas sagte.

Bevor sie dann in den Mantel schlüpfte, als ihr Körper längst unter den Kleidern verschwunden war, sprach er.

«Aber du musst irgendeine Möglichkeit finden.« «Oh, meine Mutter!«Auf ihrem Gesicht spiegelten sich eine Angst und eine Leere, die er sich nicht erklären konnte.

Er war nicht ganz davon überzeugt, dass die Frau ihre Tochter für eine reine, unbefleckte Jungfrau hielt …

«Warum?« Das Mädchen sagte:»Sie wird sich Sorgen machen. Sie wird Angst haben, dass man uns erwischt.« «Dann erzähle ihr nichts davon. Sage ihr einfach, ich hätte dich eingestellt. «In diesem Lande, in dem er hier arbeitete, gab es normalerweise unterm Dach Zimmer für die Bediensteten der Mieter.

Sie sagte:»Das habe ich bereits dem Hausmeister erzählt.« Sie mahlte jedes Mal frischen Kaffee, wenn er nachts bei seiner Arbeit eine Tasse wollte. Sie wagte nie etwas zu kochen, bevor sie ihm nicht still zugeschaut hatte, wie er es machte, und so lernte sie dann genau die kleinen Mahlzeiten zuzubereiten, die er gern mochte. Sie nahm seine Steinbrocken in die Hand, und als Erstes bewunderte sie ihre Farben —»Oh, das gäbe einen schönen Ring oder eine Kette. «Dann zeigte er ihr die Linien, die Struktur jedes einzelnen Stücks, und erklärte, was es für ein Stein war und wie er sich in den langen Erdenjahren gebildet hatte. Er nannte das Mineral, das er enthielt, und seinen Verwendungszweck. Er arbeitete an seinen Manuskripten, er schrieb und schrieb, jeden Abend, und so war es nicht weiter schlimm, wenn sie nie zusammen ausgehen konnten. Sonntags stieg sie unten in der Garage im Keller zu ihm ins Auto, und sie fuhren hinaus aufs Land, zum Picknick am Megaliesberg, wo nie ein Mensch zu sehen war. Er las oder stocherte zwischen den Felsen herum; sie kletterten zusammen hinauf zu den kleinen Bergseen. Er brachte ihr das Schwimmen bei. Sie war noch nie am Meer gewesen. Sie quiekte und kreischte und ließ dabei ihre Zahnlücke sehen, ganz wie sie es wohl tat — so dachte er bei sich —, wenn sie unter ihresgleichen war.

Gelegentlich kam er einer Einladung zum Dinner im Hause eines Firmenkollegen nach; sie blieb in der Wohnung, nähte und hörte Radio, und wenn er nach Hause kam, fand er ihren warmen Körper im Bett; sie war bereits eingeschlafen. Ohne ein Wort drang er in sie ein, und sie hieß ihn stumm willkommen. Einmal legte er seine Abendgarderobe an, zu einem Dinner im Konsulat seines Heimatlandes; sie schaute ihm zu, wie er ein oder zwei Haare von der Schulter des dunklen Jacketts bürstete, das ihm so gut stand, und sie sah einen großen Saal mit lauter Kronleuchtern vor sich, und die Leute tanzten irgendeinen Tanz aus einem Kostümfilm, würdevoll, einander an den Händen führend. Sie nahm an, dass er — auf ihrem Platz im Auto — eine Partnerin abholte für diesen Abend. Sie küssten sich nie, wenn einer von ihnen aus der Wohnung ging; und als er nach Zigaretten und Schlüsseln griff, hielt er plötzlich inne und sagte:»Du sollst nicht immer so einsam sein. «Und fügte hinzu:»Warum besuchst du eigentlich nicht mal deine Familie, wenn ich hin und wieder abends weg muss?« Er hatte ihr erzählt, dass er nach Weihnachten nach Hause zu seiner Mutter zurückkehren würde, zurück zu den Wäldern und Bergen seiner Heimat, gar nicht weit von der italienischen Grenze — er zeigte es ihr auf der Karte.

Sie hatte ihm nicht erzählt, dass ihre Mutter, die nur die eine Art Doktor kannte, annahm, er sei Arzt, und sie hatte ihr daraufhin auch von den Kindern des Arztes erzählt und von seiner Frau, die eine wirklich nette Dame war, froh darüber, dass sie jemanden hatte, der ihr sowohl in der Arztpraxis wie in der Wohnung zur Hand ging.

Sie äußerte ihr Erstaunen darüber, wie er nach einem arbeitsreichen Tag in der Firma noch bis Mitternacht oder später zu Hause am Schreibtisch sitzen konnte. Wenn sie von ihrer Registrierkasse im Supermarkt nach Hause kam, war sie so müde, dass sie nach dem gemeinsamen Abendbrot kaum noch die Augen offen halten konnte. In Worten, die sie verstand, erklärte er ihr, dass ihre Arbeit eintönig war und kaum wirklich ihre Intelligenz forderte, dass sie nur geringer geistiger und körperlicher Anstrengungen bedurfte, und ihr daher ein Erfolgserlebnis fehlte — wohingegen seine Arbeit auch zugleich das war, was ihn selbst am meisten interessierte, dass sie seine geistigen Fähigkeiten bis an die Grenzen ausschöpfte, all seine Konzentration erforderte und ihn immer wieder mit neuen aufregenden Problemstellungen konfrontierte, und ihn dann ebenso mit Freude und Genugtuung erfüllte, wenn ein Problem gelöst war. Später, als er seine Aufzeichnungen beiseite legte, fragte er in die Stille hinein:»Hast du schon mal was anderes gearbeitet?«

«Vorher habe ich in einer Kleiderfabrik gearbeitet«, antwortete sie,»Sportbeau-Hemden, kennst du die? Aber im Supermarkt zahlen sie besser.« Natürlich. Er war, ganz gleich in welchem Lande er sich aufhielt, ein gewissenhafter Zeitungsleser, und so war ihm nicht entgangen, dass dem Einzelhandel hierzulande erst vor kurzem genehmigt worden war, als Ladenpersonal auch Farbige einzustellen; somit war der Platz an einer Registrierkasse durchaus als Fortschritt zu werten. Und vielleicht konnte ein Mädchen wie sie, bei dem weiterhin anhaltenden Mangel an angelernten weißen Arbeitskräften, durchaus ein paar Stufen höher aufrücken in der Angestelltenkarriere. Er brachte ihr bei, wie man Schreibmaschine schreibt. Er war sich darüber im Klaren, dass ihr Englisch nicht das beste war, auch wenn es sich in seinen Ohren — als Ausländer — nicht allzu schlimm anhörte und sie nicht gleich abklassifizierte, wie es das in den Ohren von jemand seines Bildungsniveaus tun mochte, dessen Muttersprache Englisch war. Er korrigierte ihre grammatikalischen Fehler, doch entgingen ihm die weniger auffälligen, weil sein eigenes Englisch selbst oft exotisch genug war — und sie fuhr fort, auch weiterhin das Pronomen» es «zu benutzen, wo eigentlich der Plural «sie «hingehörte. Weil er selbst Ausländer war (wenn auch ein sehr kluger, wie sie merkte), war sie beim Tippen weniger gehemmt, wie sie es sonst bei ihren Rechtschreibfehlern gewesen wäre. Während sie so an der Schreibmaschine saß, stellte sie sich vor, wie sie ihm eines Tages seine Manuskripte abtippen würde, wie sie ihm dann seinen Kaffee so machte, wie er ihn gern hatte, und ihn in ihren Körper aufnahm, ohne ein Wort zu sagen, und wie sie (wenn auch nur sonntags, wenn niemand auf der Straße war) in seinem Auto neben ihm saß wie eine richtige Ehefrau.

1 ... 48 49 50 51 52 53 54 55 56 ... 151
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)