Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Детские и приключения » Die seltsamen Abenteuer des Marko Polo
Die seltsamen Abenteuer des Marko Polo - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die seltsamen Abenteuer des Marko Polo

Электронная книга - «Die seltsamen Abenteuer des Marko Polo». Краткое содержание книги:

Die seltsamen Abenteuer des Marko Polo
1 ... 48 49 50 51 52 53 54 55 56 ... 80
Перейти на страницу:

Da tauchte sein Kopf über dem Wasser auf, die Wellen klatschten in sein Gesicht. Er befand sich auf der Oberfläche des wildbewegten Wassers und wußte, daß er, wenn ihm sein Leben wert war, weiter gelebt zu werden, oben bleiben müsse. Nichts arideres hatte mehr Platz in seinem Denken, weder Marco noch Giovanni oder Giannina. Er dachte jetzt nur an sich selbst. Die Schmerzen im rechten Schultergelenk waren so stark, daß er laut schrie, aber er bewegte den Arm trotz alledem. Er spie das Wasser aus, das eine Welle in seinen Mund gespült hatte, und begann sich seines Wamses zu entledigen. Es gelang ihm, Stück für Stück der Oberkleidung abzuwerfen.

Er legte sich auf den Rücken und bewegte sich gerade so viel, daß er nicht untersank. Mit tiefen Zügen atmete er die Luft ein. Uber ihm wölbte sich ein wolkenbehangener Himmel mit nur wenigen Sternen. Von Zeit zu Zeit ließ der Mond sich sehen. Paolo hob den Kopf und versuchte sich zu orientieren, in welche Richtung er schwimmen müsse.

Um ihn her Wasser, Wellen, Rauschen, weiße Schaumkämme und das Heulen des Windes!

Er wußte, daß der Strand des Lido in der Nähe war. Aber wo lag er? Immer wieder hob er, die Schmerzen unterdrückend, den Kopf und suchte den dunklen Schatten des Landes. Nichts war zu sehen. Er überlegte, daß der Wind, wenn er seine Richtung nicht geändert hatte, parallel zum Ufer wehte, er sich also links halten, quer durch die Wellen schwimmen müsse. Die leichte Benommenheit, die wie ein Reif um seine Stirn gelegen hatte, war gewichen. Mit kräftigen Bewegungen, den rechten Arm möglichst schonend, schwamm Paolo los. Er wollte nicht untergehen, alles in ihm bäumte sich gegen den nassen Tod auf, der ihn von allen Seiten umlauerte. Wie lange schwamm er schon? Er hatte jeden Sinn für die Zeit verloren. Seine Bewegungen waren matter geworden, er hob auch nicht mehr den Kopf, um nach dem Land Ausschau zu halten. Das wäre eine unnötige Anstrengung gewesen. Seine Kraft reichte gerade noch aus, um sich über Wasser zu halten und langsam, unendlich langsam vorwärtszubewegen.

Paolo wurde müde, er schloß die Augen, träumte, er läge geborgen in einem Bett, das Heulen des Windes und das Tosen des Wassers klang immer ferner, er vergaß die Schwimmbewegungen, die Beine sanken und fanden Grund. Paolo wachte mit einem Schlage aus seiner Betäubung auf. Er war in der Nähe des Landes, stand auf festem Boden. Das Wasser reichte ihm kaum bis zur Brust, und vor ihm lag das Ufer.

Die Wellen hatten nachgelassen, er war unbemerkt in eine schützende Bucht hineingeschwommen. Langsam ging er auf das Ufer zu. Er taumelte, als das Wasser ihm nur noch bis zu den Waden reichte, schleppte sich mit seiner letzten Kraft weiter und sank auf dem weichen gelben Dünensand nieder.

Fünfzig Schritt entfernt von der Stelle, wo Paolo fest und ohne Träume schlief, stand die Hütte des alten Dimitro, von dem man sagte, daß er schon hundert Jahre alt sei. Er selbst wußte das Jahr seiner Geburt nicht mehr, nur soviel konnte er sagen, daß er zu jener Zeit, als Kaiser Barbarossa und Papst Alexander III. in Venedig sich trafen, schon ein denkender Knabe gewesen war. Und diese Begegnung zwischen den beiden gekrönten Häuptern der Christenheit hatte vor einundneunzig Jahren stattgefunden.

Acht andere mit Schilf gedeckte Fischerhäuser befanden sich, in einem unregelmäßigen Halbrund gebaut, in der Nähe von Dimitros Hütte. Er selbst fuhr zwar nicht mehr zum Fang hinaus, machte sich aber den anderen durch vielerlei Arbeiten nützlich — Netze flicken, Fische dörren, Kähne reparieren, Reusen flechten — so daß man ihm gern seinen Anteil von der Ausbeute des Fanges gab.

Dimitro war der erste, der sich von seinem Lager erhob. Der Sturm hatte sich ausgetobt, die Lagune schimmerte im Zwielicht, als sei nichts geschehen in der vergangenen Nacht. Der Mond stand am Himmel, blaß und ohne Leuchtkraft, und die Lichter der Sterne verlöschten.

Neben einem Fischerkahn, der zum Schutz gegen die gierigen Wellen auf den Strand gezogen worden war, lag ein dunkler Gegenstand: Dimitros hundertjährige Augen waren noch so scharf wie die eines jungen Menschen, nichts entging ihnen, was den gewohnten Anblick störte. Er glaubte zuerst, es handele sich um ein Stück angeschwemmtes Holz, bemerkte dann aber, daß ein Mensch dort lag, der nur mit einer Hose bekleidet war.

Dimitro stand lange vor dem ruhig atmenden Körper, bis er sich entschloß, ihn wachzurütteln. Als er sich niederbeugte, erkannte er an der Schwellung, daß die Schulter des Mannes verletzt war. Vorsichtig weckte er ihn.

Der Herbstmorgen stieg kühl aus dem Wasser. Noch verbarg sich die Sonnenkugel hinter dem Horizont. Paolo fror, als er die Augen öffnete, und spürte bei den ersten Bewegungen den Schmerz im Schultergelenk. Er sah in ein uraltes Greisengesicht und glaubte, er träume noch. Aber Dimitro ließ ihn nicht lange im unklaren darüber, daß er keine Traumerscheinung, sondern ein lebendiger Mensch sei. Paolos Erinnerung an die Erlebnisse der vergangenen Nacht kehrten zurück. Und da er keinen Augenblick daran zweifelte, daß die Schmugglerbarke des Kapitäns Matteo von den Schergen aufgebracht worden war, redete er mit beschwörenden Worten auf den alten Fischer ein.

«Versteckt mich, Großväterchen, die Schergen sind mir auf den Fersen. Ihr könnt mir glauben, daß ich kein Verbrechen begangen habe. Ich bin da in eine Sache hineingeraten… nachher erzähl ich Euch alles. Versteckt mich jetzt, ehe es Tag wird.»

Das trübe Licht der Dämmerung breitete sich über Wasser und Land aus und ließ die Konturen der Hütten und Kähne deutlicher werden. Der Alte sah aufmerksam in Paolos Gesicht. Eine bange Weile dauerte die schweigende Musterung. «Komm!» sagte er dann und winkte.

Paolo erhob sich mühsam und folgte dem Alten. Im Gehen versuchte er, seinen rechten Arm zu bewegen. Er schmerzte zwar sehr, aber er glaubte festzustellen, daß er nicht ernsthaft verletzt war.

Dimitros Hütte bestand nur aus einem Raum, in dem es so stark nach Fisch roch, daß Paolo einen Augenblick lang den Atem anhielt. Dimitro brannte eine Ölfunzel an und wies auf ein Schilflager in der Ecke des Raumes.

Paolo legte sich, erschöpft von dem kurzen Weg, nieder und ließ es geschehen, daß der Alte ihn mit einer zerlumpten Decke zudeckte. Er hörte im Halbschlaf, wie es sich in den benachbarten Hütten regte, leise Stimmen, Geräusche zuschlagender Türen, Schritte im Sand, dann schlief er fest ein und erwachte erst, als die Sonne durch das winzige Fenster hereinschien.

Mit offenen Augen lag er da und überlegte, was nun weiter zu tun sei. Zunächst blieb ihm nichts anderes übrig, als sich der Pflege und Verschwiegenheit des Alten anzuvertrauen. Das Wichtigste war, daß die Schulter ausheilte, damit er wieder in den vollen Besitz seiner Kräfte kam. Außer seiner Hose besaß er nichts auf dem Leibe. Seine Lage war wirklich nicht beneidenswert. Aber er war schon froh darüber, den Schergen entronnen zu sein; nun galt es, sich auch weiterhin ihrem Zugriff zu entziehen, denn er hatte keine Lust, ins Gefängnis geworfen oder zu lebenslanger Galeerenarbeit verurteilt zu werden.

Er beschloß, sobald sein Gesundheitszustand es erlaubte, das Gebiet der Republik von San Marco zu verlassen und nach Süden zu ziehen. Irgendwo würde er schon eine Arbeit und ein Unterkommen finden. Es fiel ihm schwer, von Venedig Abschied zu nehmen, besonders wenn er an Giovanni, Marco und Giannina dachte. Aber er wußte sich in seiner Not keinen anderen Rat. Das einzige, was ihm zu tun übrigblieb, war, den Kindern auf irgendeine Weise Nachricht zu geben, daß er sich noch am Leben befand und nach Jahren vielleicht wieder nach Venedig zurückkehren würde.

Während er so grübelte, hörte er, wie leise die Tür geöffnet wurde. Er wandte den Kopf und sah ein etwa achtzehnjähriges schlankes Mädchen im Türrahmen stehen.

«Großvater schickt mich», sagte sie mit scheuer Zurückhaltung, «schlaft Ihr noch?»

1 ... 48 49 50 51 52 53 54 55 56 ... 80
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)