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Электронная книга - «Der stolze Orinoco». Краткое содержание книги:

Durch ein Unglück wurde eine Familie zerrissen, und nun sucht die Tochter als Erwachsene ihren vermißten Vater, der sie wiederum für tot hält -mitten im Quellgebiet des unerforschten Orinoco findet man die ersten Spuren. Ein mächtiger Indianderstamm lebt unter der Herrschaft eines weißen Häuptlings, und eine Bande Verbrecher bedroht diesen Stamm, als die Expedition gerade eintriftt. Es kommt zum Kampf, und die Verbrecher werden glücklich besiegt.
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- Aufgepaßt, rief Jacques Helloch, jeder sei bereit, den andern zu retten!«

In Folge der Krümmung, die der Strom da beschreibt, wo er sich mit der Mündung des Guaviare verbindet, war das linke Ufer des Orinoco jetzt nur noch zweihundert Meter weit entfernt. Durch die vom Regen und Hagel gebildeten Streifen sah man es, von den Dunstmassen, die seine Klippen umwogten, ganz weiß vor sich liegen. In wenigen Augenblicken mußte es erreicht sein, denn die Gewalt des Chubasco nahm noch immer weiter zu, und die von der Seite gepackten Piroguen tauchten zwischen den Wogenfurchen, immer Wasser übernehmend, auf und nieder.

Da erfolgte ein heftiger Stoß.

Die »Moriche« hatte die »Gallinetta« angerannt.

Der Stoß war so stark und die »Gallinetta« neigte sich dadurch so weit über, daß das Wasser über das Schandeck hereinfluthete.

Dennoch kenterte sie nicht.

Ein entsetzlicher Schrei übertönte aber das betäubende Geheul des Sturmes.

Der Sergeant Martial war es, der ihn ausgestoßen hatte.

Im Augenblicke der Collision war Jean in die gurgelnde Fluth gestürzt.

»Mein Kind!. Mein Kind!« wiederholte der alte Soldat, der den Kopf ganz verloren hatte und dessen Glieder jetzt gelähmt schienen.

Dennoch versuchte er, in den Strom nachzuspringen, und was hätte er da zu thun vermocht?

Jacques Helloch packte ihn mit kräftigem Arme und drängte ihn nach der Mitte der Pirogue zurück.

Wenn Jacques Helloch jetzt unmittelbar bei der Hand war, kam das daher, daß er kurz vorher nach der »Gallinetta« hinübersprang, um dem jungen Manne näher und sofort zu etwaiger Hilfeleistung bereit zu sein.

Und im Augenblicke, wo Jean verschwand, hatte er den Sergeanten Martial einen Namen. freilich einen andern und nicht den Namen Jean rufen gehört.

»Ueberlassen Sie Alles mir! sagte er zu dem alten Soldaten.

- Sie werden mich nicht abhalten wollen. entgegnete dieser.

- O, Sie können nicht schwimmen. Sie kämen nur Beide ums Leben. Ich. ich werde Ihr Kind schon retten!«

Ohne eine weitere Erwiderung abzuwarten, war Jacques Helloch kopfüber ins Wasser gesprungen.

Der ganze Auftritt hatte nur wenige Secunden gewährt.

Mit fünf bis sechs Armbewegungen gelang es Jacques Helloch, sich zu Jean hinzuarbeiten, der nach mehrfachem

Wiederauftauchen jetzt dem Versinken nahe war. Er faßte ihn mitten um den Leib, stützte seinen Kopf, um diesen über Wasser zu halten, und ließ sich nach dem Ufer hintreiben.

»Muth, nur Muth!« raunte er ihm wiederholt zu.

Jean, der mit geschlossenen Augen und halb bewußtlos in seinen Armen lag, konnte ihn nicht hören, nicht verstehen.

Die Piroguen waren kaum um zwanzig Meter zurück. Während Valdez den ganz verzweifelten Sergeanten Martial zurückhielt, konnte man sehen, wie Jacques Helloch den jungen Mann fest hielt. Die Oberwasserströmung trug Beide nach dem Ufer hin.

Auch die Falcas erreichten es endlich und wurden durch einen glücklichen, Zufall, statt gegen die Klippen geschleudert zu werden, durch eine Grundwelle hoch emporgehoben und auf eine sandige Strandstelle getragen, wo sie ohne ernstere Beschädigung liegen blieben.

Im nämlichen Augenblick erhob sich Jacques Helloch aus dem Wasser und kam auf die Füße zu stehen.

Jean, der das Bewußtsein jetzt ganz verloren hatte, hing in seinen Armen. Nachdem er ihn mit leicht erhobenem Kopfe neben einen Felsblock niedergelegt hatte, versuchte er, ihn wieder zum Bewußtsein zu bringen.

Bei dem tollen Sturme hatte niemand das Leben eingebüßt, weder als die Piroguen wiederholt gegeneinanderstießen, noch als sie am Ufer strandeten.

Herr Miguel und seine Genossen, die sofort aus der »Maripare« sprangen, eilten auf den neben dem jungen Manne knieenden Jacques Helloch zu.

Heil und gesund kam auch Germain Paterne herbei, während die Mannschaften die Fahrzeuge bis über die Linie der Brandung hinauszogen.

Der Sergeant Martial erschien gerade zur Zeit, wo Jean die Augen aufschlug und den Blick auf seinen Lebensretter richtete.

»Mein Kind. mein Kind! rief er schluchzend.

- Martial. mein guter Martial!« flüsterte Jean.

Dann schlossen sich seine Augen wieder, nachdem er noch mit einem Blicke dem gedankt, der um seinetwillen drohender Todesgefahr getrotzt hatte.

Fünfhundert Schritt weit zur Linken erhoben sich die ersten Häuser von San-Fernando, wohin man sich nun ohne Säumen begeben mußte.

Jacques Helloch wollte den jungen Mann wieder aufheben und stützen da erhob aber der Sergeant Martial Einspruch mit den Worten:

»Wenn ich auch nicht schwimmen kann, mein Herr, so kann ich doch gehen, und an Kraft, mein Kind zu tragen, wird mir's auch nicht fehlen!«

Das war der ganze Dank, den er dem muthigen jungen Manne zollte.

Jean in den Armen haltend und begleitet von Herrn Miguel nebst seinen zwei Collegen, von Jacques Helloch und Germain Paterne, schritt der Sergeant Martial dann auf dem Uferpfade hin, der nach der nahen Ortschaft führte.

Fünfzehntes Capitel

San-Fernando

Der Atabapo und der Guaviare sind an der Stelle, wo sie sich in den Orinoco ergießen - der freundliche Leser verzeihe diese Hypothese bis zur weiteren Klarlegung der Sache - durch eine Art Halbinsel von einander getrennt. Die Betten beider Nebenflüsse begrenzen, der erste an der Ost-, der zweite an der Westseite, diese Halbinsel, deren Spitze nach Norden zu hervortritt.

Hier erblickt man also den »Platz am Kreuzwege« den M. E. Reclus mit Recht das »wahre hydrographische Centrum der ganzen Landstrecke zwischen den Antillen und dem Amazonenstrome« genannt hat.

San-Fernando nimmt den westlichen Theil der genannten, gleichzeitig vom rechten Ufer des Atabapo begrenzten Halbinsel ein. Ob dieser Zufluß unmittelbar in den Orinoco einmündet oder nur einen Nebenarm des Guaviare bildet, war zur Zeit noch eine dunkle Frage, die die bevorstehenden Untersuchungen der Herren Miguel, Felipe und Varinas vielleicht aufhellen sollten.

Die kleine Ortschaft selbst, die Solano 1757 gründete, liegt zweihundertsiebenunddreißig Meter über der Meeresfläche. Wenn je ein Flecken begründete Aussicht hatte, sich in Zukunft zu großer Bedeutung zu entwickeln, trifft das gewiß für San-Fernando zu. Um diesen geographischen Punkt verzweigen sich fünf schiffbare Wasserstraßen: Der Atabapo führt an Gavita vorüber und durch die Becken des Rio Negro und des

Amazonenstromes nach Brasilien; der obere Orinoco nach den östlichen Theilen Venezuelas und der mittlere Orinoco nach dessen westlichen Gebieten; der Yrinida vermittelt den Verkehr mit dem Südwesten, und der Guaviare verläuft durch die Gebiete von Columbia.

Obgleich von San-Fernando aber ein richtiger Stern von Verkehrswegen ausstrahlt, scheint es davon, was den Ort selbst betrifft, doch noch keinen besonderen Nutzen gehabt zu haben. Im Jahre 1887, als Chaffanjon daselbst verweilte, ehe er seinen Zug nach den Orinocoquellen antrat, war es immer noch weiter nichts, als ein großes Dorf. Jetzt hatte sich die Zahl seiner Häuser sowohl, als auch die seiner Einwohner in dem Zeitraume von sieben Jahren, aber doch nur in bescheidener Weise, vermehrt.

San-Fernando wird im höchsten Falle fünf- bis sechshundert Einwohner haben. Sie beschäftigen sich mit dem Bau kleinerer Fahrzeuge, die hier viel gebraucht werden, oder treiben Handel mit Kautschuk, Gummi und Früchten, von letzteren vorzüglich mit denen der Piriguaopalme.

Von diesem Dorfe aus ging im Jahre 1882 der von Lejeanne begleitete Doctor Crevaux zu seinem Zuge den Guaviare aufwärts aus - zu jener Erforschungsfahrt, die dem Nekrologe der Entdecker unsers Zeitalters ein weiteres Opfer hinzufügen sollte.

Die Bevölkerung von San-Fernando umfaßt einige Familien von Weißen, eine gewisse Zahl Neger und außerdem Indianer, die zum größten Theile dem Stamme der Banivas angehören. Die Autorität des Präsidenten der Republik und des Congresses wird hier durch einen Gouverneur vertreten, der nur über eine sehr kleine Zahl von Soldaten verfügt. Diese Miliz versieht hauptsächlich den Polizeidienst im Gebiete der Provinz und wird durch Heranziehung weiterer Leute verstärkt, wenn es einmal gilt, die Banden, die das Uferland des Orinoco und seiner Zuflüsse unsicher machen, zur Vernunft zu bringen.

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