Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Der stolze Orinoco». Краткое содержание книги:

Durch ein Unglück wurde eine Familie zerrissen, und nun sucht die Tochter als Erwachsene ihren vermißten Vater, der sie wiederum für tot hält -mitten im Quellgebiet des unerforschten Orinoco findet man die ersten Spuren. Ein mächtiger Indianderstamm lebt unter der Herrschaft eines weißen Häuptlings, und eine Bande Verbrecher bedroht diesen Stamm, als die Expedition gerade eintriftt. Es kommt zum Kampf, und die Verbrecher werden glücklich besiegt.
1 ... 39 40 41 42 43 44 45 46 47 ... 94
Перейти на страницу:

- Valdez, der sich noch im Dorfe aufhielt, erklärte Jean, daß er einen Indianer aus dem Walde hervorstürzen, auf den Capitan zueilen gesehen und auch gehört habe, wie jener meldete, Sie hätten mit den Gewehren.

- Ein Bisamschwein und einen Hirsch erlegt, die wir hier mitbringen fiel Herr Miguel ein.

- Nicht auch einen Tapir?

- Gewiß, auch einen Tapir, antwortete Jacques Helloch. Was ist denn so Schlimmes dabei, einen Tapir zu tödten?

- Nach den Piroguen!. Schnell nach den Piroguen!« rief der Sergeant Martial.

In der That schienen die Dorfbewohner jetzt auf dem Punkte, zu Gewaltthätigkeiten überzugehen. Die so friedlichen, entgegenkommenden, dienstwilligen Indianer schäumten sichtlich vor Wuth. Einige davon waren mit Pfeil und Bogen bewaffnet. Ihr Schreien und Toben wurde immer lauter.

Sie drohten über die Fremdlinge herzufallen. Dem Capitan Caribal gelang es offenbar nur schwierig, sie noch ein wenig im Zaume zu halten - wenn er sich überhaupt darum bemühte - und die Gefahr wuchs jetzt mit jeder Secunde.

War der Grund hierfür wirklich nur der Umstand, daß die Jäger einen Tapir erlegt hatten?

Ja, das einzig und allein, und es war zu bedauern, daß Jean sie vor ihrem Aufbruche nicht nach den Angaben seines Führers darüber unterrichtet hatte, daß sie einer solchen Pachyderme auf keinen Fall auch nur ein Haar krümmen dürften. In den Augen dieser Indianer ist der Tapir ein geheiligtes Thier, verehrt von den dem schlimmsten Aberglauben huldigenden Wilden, die auch noch auf eine Seelenwanderung schwören.

Sie glauben nicht allein an gute und böse Geister, sondern betrachten den Tapir auch als einen ihrer ehrwürdigsten und von ihren Vorfahren schon heilig verehrten Ahnen. In den Leib eines Tapirs zieht, ihrer Annahme nach, die Seele jedes verstorbenen Indianers ein. Ein Tapir weniger bedeutet demnach eine Wohnstätte weniger für diese Seelen, die aus Mangel an Unterkommen dann Gefahr liefen, in Ewigkeit durch das Weltall zu irren. Daher das strenge Verbot die Tage eines Thieres zu verkürzen, das die ehrenwerthe Bestimmung hat, als Hauswirth zu fungieren, und daher, wenn eines doch getödtet worden ist, die Wuth der Piaroas, die sie zu der furchtbarsten Wiedervergeltung treiben kann.

Weder Herr Miguel noch Jacques Helloch wollten jedoch den Hirsch und das Bisamschwein, deren Erlegung keiner Beschränkung unterlag, im Stiche lassen. Die Schiffsleute, die inzwischen ebenfalls herbeigelaufen waren, ergriffen die Jagdbeute und Alle zogen sich eiligst nach den Piroguen zurück.

Mit wüthenden Geberden folgten ihnen die Insassen des Dorfes. Der Capitan suchte sie gar nicht mehr zu besänftigen. im Gegentheil, er marschierte jetzt, seinen Bogen schwingend, an ihrer Spitze, und die Aufregung der Eingebornen erreichte ihren Gipfel, als der von vier Mann auf einer Tragbahre herbeigeschaffte Tapir sichtbar wurde.

Im gleichen Augenblick waren die Passagiere auf ihren Falcas angelangt, wo das Dach der Deckhäuser sie gegen die Pfeile der noch nicht mit Feuerwaffen ausgerüsteten Indianer schützen mußte.

Jacques Helloch brachte Jean eiligst in der »Gallinetta« in Sicherheit, ehe noch der Sergeant Martial sich dieser Verpflichtung erledigen konnte, und empfahl ihm, sich unter dem Deckhause zu halten. Dann kletterte er, und Germain Paterne mit ihm, schleunigst nach der »Moriche« hinüber.

Die Herren Miguel, Felipe und Varinas hatten schon auf der »Maripare« Schutz gefunden.

Die Mannschaften eilten auf ihren Posten und trafen Anstalt, nach der Strommitte zu fahren.

Die Haltetaue waren eben losgeworfen, als ein Hagel von Pfeilen auf die Piroguen niederprasselte, die mittelst der Palaucas fortgestoßen wurden, um aus dem Wirbel zu kommen, der sich an der Rückseite der Landspitze befand. Ehe die regelmäßige Strömung erreicht wurde, ging die Bewegung der Fahrzeuge deshalb recht langsam vor sich, und sie mußten noch eine zweite Salve der am Ufer stehenden Eingebornen über sich ergehen lassen.

Die erste hatte niemand verletzt. Die meisten Pfeile flatterten über die Fahrzeuge hinaus und nur vereinzelte bohrten sich in das Dach der Deckhäuser ein.

Da sie nun ihre Gewehre wieder geladen hatten, begaben sich Herr Miguel und seine Collegen, Jacques Helloch, Germain Paterne und der Sergeant Martial theils nach dem Vorder- und theils nach dem Hintertheile der Piroguen hinaus.

Jetzt knatterten fünf Schüsse, denen nach ganz kurzer Zeit fünf andre folgten.

Sieben bis acht Eingeborne stürzten mehr oder weniger verletzt zur Erde und zwei von den Piaroas, die dabei den Uferabhang hinunter kollerten, verschwanden im Wasser des kleinen Hafens.

Mehr bedurfte es nicht, um die bestürzte Bevölkerung zum Rückzug zu bringen, der bald in eine wilde Flucht ausartete, welche sich unter Geschrei und Geheul bis nach Augustino fortsetzte.

Jetzt außer Gefahr, weiter belästigt zu werden, segelten die Falcas um die Landspitze und dann mit Hilfe der Brise schräg über den Strom.

Es war sechs Uhr abends, als die »Moriche«, die »Maripare« und die »Gallinetta« am linken Ufer für die Nacht anlegten, die durch nichts gestört werden sollte.

Schon wollte sich der Schlaf auf die ermüdeten Lider senken, da richtete, anknüpfend an das eben Erlebte, Germain Paterne an seinen Freund noch eine Frage.

»Was meinst Du, Jacques, was werden jene Piaroas denn nun mit ihrem Tapir anfangen?

- O, den begraben sie mit allen einem so heiligen Thiere zustehenden Ehrungen!

- Ich dächte gar, Jacques!. Willst Du mit mir wetten, daß sie ihn aufessen und damit gar nicht Unrecht haben, denn es geht wirklich nichts über eine gut geröstete Tapirlende!«

Vierzehntes Capitel

Der Chubasco

Mit Tagesanbruch, als die letzten Sterne noch am Westhimmel flimmerten, wurden die Passagiere durch die Vorbereitungen zur Weiterfahrt geweckt. Alles ließ erwarten, daß dies der letzte Reisetag sein werde. San-Fernando lag jetzt nur noch fünfzehn Kilometer weit entfernt. Der Gedanke, heute Abend in einem wirklichen Zimmer und in einem leibhaftigen Bette zu schlafen, berührte Alle natürlich höchst angenehm. Von Caicara aus gerechnet, dauerte die Stromfahrt bereits einunddreißig Tage und folglich ebenso viele Nächte, während der man sich hatte mit den sehr primitiven Esteras der Deckhäuschen begnügen müssen.

Was den Aufenthalt in la Urbana, wie in den Dörfern Maipures und Atures betrifft, wo man in Strohhütten und auf indianischen Lagerstätten übernachtet hatte, so verschwand diese fragliche Annehmlichkeit doch ganz gegen den Comfort eines in europäischer Weise ausgestatteten einfachen Gasthauses, von dem eines eigentlichen Hotels ganz zu schweigen. Ohne Zweifel würde ja San-Fernando nach dieser Seite alle Wünsche befriedigen.

Als die Herren Miguel und seine Gefährten aus den Deckhäusern hervortraten, schwammen die Falcas schon in der Mitte des Strombettes. Bei frischem Nordostwinde kamen sie jetzt ziemlich schnell vorwärts. Leider ließen gewisse Vorzeichen, über die sich Stromschiffer des Orinoco nicht wohl täuschen konnten, befürchten, daß die günstige Brise nicht lange genug anhalten werde, um fünfzehn Kilometer zurückzulegen.

Die Piroguen segelten wieder so nebeneinander hin, daß Jacques Helloch bequem nach der »Gallinetta« hinübersprechen konnte.

»Sie befinden sich doch heute Morgen wohl, lieber Jean? fragte er, mit der Hand grüßend.

- Ich danke Ihnen, Herr Helloch, erwiderte der junge Mann.

- Und Sie, Sergeant Martial?

- Mir scheint, ich befinde mich nicht schlechter als gewöhnlich, begnügte sich der alte Soldat zu antworten.

- Das sieht man. sieht man freilich auf den ersten Blick, versetzte Jacques Helloch froh gelaunt. Ich hoffe, wir werden heute Abend Alle bei vortrefflicher Gesundheit in San-Fernando ankommen.

- Heute Abend? wiederholte der Schiffer Valdez mit ungläubigem Kopfschütteln. Wer kann das wissen?«

1 ... 39 40 41 42 43 44 45 46 47 ... 94
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)