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Электронная книга - «Der stolze Orinoco». Краткое содержание книги:

Durch ein Unglück wurde eine Familie zerrissen, und nun sucht die Tochter als Erwachsene ihren vermißten Vater, der sie wiederum für tot hält -mitten im Quellgebiet des unerforschten Orinoco findet man die ersten Spuren. Ein mächtiger Indianderstamm lebt unter der Herrschaft eines weißen Häuptlings, und eine Bande Verbrecher bedroht diesen Stamm, als die Expedition gerade eintriftt. Es kommt zum Kampf, und die Verbrecher werden glücklich besiegt.
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- Sie wurde schon vor mehreren Jahren gegründet, antwortete Herr Mirabal, und erfreut sich, soviel ich weiß, glücklichen Gedeihens.

- Eine spanische Mission?.

- Ja, sie wird von einem spanischen Missionär, dem Pater Esperante, geleitet.

- Sobald unsre nöthigen Vorbereitungen zur Weiterreise beendet sind, erklärte Jean, brechen wir nach Santa-Juana auf.

- Mein liebes Kind, sagte der alte Herr, ich darf Sie nicht in Unwissenheit darüber lassen, daß die Gefahren am obern Orinoco sehr groß sind. Abgesehen von Anstrengungen und Entbehrungen, laufen Sie auch Gefahr, Indianerhorden in die

Hand zu fallen, die wegen ihrer Grausamkeit sehr berüchtigt sind, in die der wilden Quivas, welche jetzt von einem aus Cayenne entwichenen Sträfling angeführt werden.

- Gefahren, denen mein Vater ins Auge gesehen hat, erwiderte Jean, werde ich auch nicht scheuen, um ihn wiederzufinden!«

Die Unterredung endigte mit dieser Antwort des jungen Mannes. Herr Mirabal sah ein, daß ihn nichts zurückhalten werde. Er würde auf jeden Fall, wie er sich ausgedrückt hatte, »bis ans Ende« gehen.

Voller Verzweiflung folgte der Sergeant Martial Jean nach, der sich nach der »Gallinetta« begab, um verschiedene Kleidungsstücke zu holen.

Als Jacques Helloch mit Herrn Mirabal allein war, konnte dieser ihm nur noch einmal wiederholen, welch großen Gefahren der Sohn des Oberst von Kermor, der nur den alten Soldaten zum Führer hatte, sich aussetzte.

»Wenn Sie einigen Einfluß auf ihn haben, Herr Helloch, fügte er hinzu, so suchen Sie ihn von diesem, auf so unsichern Voraussetzungen aufgebauten Plane abzubringen. Verhindern Sie seine Weiterreise.

- Zurückhalten wird ihn doch nichts, Herr Mirabal; dazu kenne ich ihn zu gut!«

Jacques Helloch kehrte an Bord der »Moriche« zurück. Er war jetzt sorgenvoller als je und antwortete auf die Worte, die sein Gefährte an ihn richtete, überhaupt gar nicht mehr.

Auf dem Hintertheile seiner Pirogue sitzend, beobachtete Jacques Helloch den Schiffer Valdez und zwei seiner Leute, wie diese die »Gallinetta« offenbar für eine weite Reise in Stand setzten. Dazu mußte sie vollständig entladen werden, um ihren Boden genau zu besichtigen und sie durchweg frisch zu kalfatern, was die oft so schwierige letzte Fahrt und die

Strandung am Ufer von San-Fernando unbedingt nöthig machten.

Jacques Helloch beobachtete dabei auch Jean, der diese Arbeiten überwachte. Vielleicht erwartete der junge Mann, daß Jacques Helloch ihn ansprechen, ihn wegen der Kühnheit seiner Pläne verwarnen oder abhalten sollte, sie auszuführen.

Dieser blieb jedoch stumm und regungslos auf seinem Platze. In Nachdenken versanken, schien er von einer fixen Idee besessen zu sein, einer jener Ideen, die sich tief ins Gehirn eingraben. es verzehren.

Der Abend kam heran.

Gegen acht Uhr erhob sich Jean, um nach dem Gasthause zurückzukehren und der Ruhe zu pflegen.

»Guten Abend, Herr Helloch! rief er zu diesem hinüber.

- Guten Abend, Jean!« antwortete Jacques Helloch, sich erhebend, als beabsichtige er, dem jungen Manne zu folgen.

Jean schritt indeß, ohne jemals nur den Kopf zu wenden, dahin und verschwand in hundert Schritt Entfernung zwischen den Strohhütten.

Der Sergeant Martial war noch am Ufer etwas zurückgeblieben, stark erregt durch den Gedanken an einen Schritt, den zu thun er sich jetzt entschlossen hatte. So kehrte er noch einmal nach der »Moriche« um.

»Herr Helloch, begann er zögernd, ich hätte einige Worte mit Ihnen zu sprechen.«

Jacques Helloch verließ sofort die Pirogue und trat auf den alten Soldaten zu.

»Was steht Ihnen zu Diensten, Sergeant? fragte er.

- Ich möchte Sie um eine Gefälligkeit bitten. darum, daß Sie meinen Neffen, der auf Ihre Worte, gerade auf Ihre, vielleicht am ersten hört, dazu bewegen, daß er die geplante Weiterreise aufgiebt.«

Jacques Helloch sah dem Sergeant Martial gerade ins Gesicht. Nach einigem Zögern antwortete er endlich:

»Ich werde ihn nicht zu überreden suchen, denn das wäre unnütz, das wissen auch Sie recht gut, dagegen bin ich, vorausgesetzt, daß es Ihnen paßt, zu einem Entschlusse gekommen.

- Zu welchem denn?

- Nun, zu dem, Jean auch ferner zu begleiten.

- Sie. Sie wollen ihn begleiten. meinen Neffen?.

- Der gar nicht Ihr Neffe ist, Sergeant!

- Ihn, den Sohn des Oberst.

- Der gar nicht sein Sohn ist. sondern seine Tochter. die einzige Tochter des Oberst von Kermor!«

Band 2 

 

Erstes Capitel

Etwas aus früherer Zeit

Am Morgen des 2. October gegen acht Uhr glitten die Piroguen »Gallinetta« und »Moriche« erst den die rechte Seite der Halbinsel des Atabapo begleitenden Flußarm hinunter und dann bei günstigem Nordwestwinde den Oberlauf des Orinoco hinauf Nach dem Gespräch zwischen dem Sergeanten Martial und Jacques Helloch am Abend vorher konnte der Erstere dem Zweiten nicht länger die Erlaubniß, sie - »seinen Neffen und ihn« - bis zur Mission von Santa-Juana zu begleiten, verweigern. Jetzt war das Geheimniß Jeanne von Kermor's dem, der sie gerettet hatte, bekannt, und jedenfalls würde es -daran war kein Zweifel - auch Germain Paterne bald nicht mehr unbekannt sein. Offenbar mußte es schwierig werden, diese Mittheilung zu unterdrücken, ja es erschien sogar bei den Umständen, unter denen der zweite Theil der Reise vor sich gehen sollte, vortheilhafter, den Schleier zu lüften. Das bisher so sorgsam behütete Geheimniß würden die beiden jungen Männer den Herren Miguel, Felipe, Varinas und Mirabal gewiß ebenso wie dem Gouverneur der Provinz gegenüber zu bewahren wissen. Waren ihre Nachforschungen von Erfolg gekrönt, so blieb dem Oberst von Kermor die Freude vorbehalten, jenen seine Tochter vorzustellen.

Es wurde auch beschlossen, weder Valdez oder Parchal, noch einen von den Schiffsleuten über die letzten Vorgänge und Enthüllungen aufzuklären, und man konnte es nur billigen, daß der Sergeant Martial Jeanne für seinen Neffen Jean ausgegeben hatte in der Hoffnung, dadurch manche Schwierigkeiten eines solchen Zuges aus dem Wege zu räumen. Es war jedenfalls rathsam, von diesem klugen Verhalten nicht abzuweichen.

Nun male man sich die Verblüffung, die Niedergeschlagenheit und darauf den Ingrimm des alten Soldaten aus, als Jacques Helloch ihm eröffnete, daß er das Geheimniß durchschaut habe, daß er wisse, in Jean von Kermor Jeanne von Kermor vor sich zu haben! Doch nein, ein solcher Versuch wäre mindestens nutzlos, denn man würde das Richtige dabei doch nicht treffen.

Ebensowenig brauchen wir wohl die sehr natürliche Verlegenheit hervorzuheben, die sich des jungen Mädchens bemächtigte, als Jacques Helloch und Germain Paterne zum erstenmale wieder vor ihr standen. Beide wollten ihr ihre Hochachtung, ihre Ergebenheit zu erkennen geben und sie ihrer Verschwiegenheit versichern. Ihr entschlossener Charakter, der der gewöhnlichen Scheu ihres Geschlechtes überlegen war, gewann in ihr aber sehr bald wieder die Oberhand.

»Für Sie bleib' ich Jean... immer nur Jean, sagte sie, den beiden Landsleuten die Hände entgegenstreckend.

- Stets, mein Fräulein, antwortete Germain Paterne mit einer Verbeugung.

- Jawohl. Jean. mein lieber Jean. versicherte Jacques Helloch, und bis zu dem Tage, wo wir Fräulein Jeanne von Kermor den Armen ihres Vaters wieder zugeführt haben!«

Es versteht sich von selbst, daß jetzt Germain Paterne keinen weiteren Einspruch gegen die Reise erheben zu dürfen glaubte, die bis zu den Quellen des Orinoco und vielleicht noch darüber hinaus ausgedehnt werden sollte.

Ihm persönlich kam das ja ganz gelegen; er bekam dadurch vielfache Gelegenheit, seine Sammlungen zu bereichern, daß er die Pflanzenwelt des obern Orinoco durchforschte. Das gestattete ihm auch, seine Mission als Naturforscher besser zu erfüllen, und der Minister der öffentlichen Aufklärung hätte sicherlich keine Ursache gehabt, sich über die Verlängerung der Reise mißbilligend zu äußern.

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