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Eiswelt

Электронная книга - «Eiswelt». Краткое содержание книги:

Auf Sarr taucht ein neues, gefährliches Rauschgift auf. Sallman Ken erhält den Auftrag, dessen Herkunft zu erforschen und die Einfuhr zu unterbinden.
Als Sallman die Rauschgiftwelt im Sichtschirm seines Raumschiffs auftauchen sieht, stockt ihm der Atem. Auf einem solchen Planeten soll es tatsächlich intelligentes Leben geben? Denn was er sieht, muß ihm als Bewohner einer Hitzewelt wie die Hölle erscheinen. So existiert Schwefel dort nicht als Gas, sondern in fester Form, und Wasser ist in flüssigem Zustand vorhanden.
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   »Sie dürfen nicht zulassen, daß er es glaubt! Streiten Sie es ab! Er weiß zuviel.«

   »Na, und was ist dabei?« fragte Ken ganz vernünftig.

   »Stellen Sie sich bloß vor, wenn die auch noch Raumfahrt betreiben! Das fehlte jedoch, daß die uns einen Besuch machen! Ich habe diesen Ort hier zwanzig Jahre geheimhalten können.«

   Ken verkniff es sich, die Fehler in dieser Beweiskette aufzuzeigen.

   »Da ich nicht weiß, wie überzeugt sie von diesen Tatsachen sind, halte ich ein Leugnen für ausgesprochen dumm. Und wenn sie ihrer Sache sicher sind, wissen sie ohnehin, daß ich lüge. Die Folgen könnten übel ausfallen.«

   Drai gab darauf keine Antwort, und Ken wandte sich wieder dem Erdenmenschen zu, der das Gespräch verständnislos mitangehört hatte.

   »Merkur. Ja«, sagte der Sarrianer.

   »Ich verstehe. Heiß«, antwortete Mr. Wing.

   »Nein. Kalt.« Ken suchte nach Worten. »Wenig heiß. Für dich heiß. Heiß für…« Er schwenkte den Ärmel seines Panzers in einem großen Kreis… »Pflanzen, für diese Dinge. Kalt für mich.«

   Don murmelte seinem Vater zu: »Wenn ihm Merkur zu kalt ist, muß er irgendwo aus dem Inneren eines Vulkans stammen. Die meisten Astronomen geben sich damit zufrieden, daß es keinen Planeten gibt, der näher zur Sonne steht, und er zeigte keinen auf seiner Skizze.«

   »Wäre gut, wenn wir wüßten, wie heiß er es gern hat«, meinte Mr. Wing. Er wollte sich eben an Ken mit einer entsprechenden Frage wenden, als plötzlich ein Schwall fremder Wörter aus dem Torpedolautsprecher dröhnte.

   »Ken! Dieser…« Nur diese zwei Worte. Feths Stimme. Dann war die Verbindung mit einem Klicken unterbrochen. Ken rief Feths Namen mehrmals in sein eigenes Mikro. Es kam keine Antwort. Nun überstürzten sich seine Gedanken.

   Die Eingeborenen starrten ihn stumm an. Vermutlich ahnten sie, daß es irgendeine Panne gegeben hatte. Er fühlte sich wie ein Taucher, der mitanhören muß, wie die Mannschaft, die seine Luftpumpe bedient, in Streit gerät. Was um alles in der Galaxis, hatten die dort oben vor? Hatte Drai sich am Ende entschlossen, ihn ganz fallenzulassen? Nein, auch wenn der Rauschgifthändler entschieden hatte, Ken wäre nutzlos, so würde er doch nie die teure Ausrüstung in den Wind schreiben, nur um ihn loszuwerden. Drai würde es sicher vorziehen, ihn an Entzugserscheinungen sterben zu sehen, vermutete Ken, der sich gleichzeitig bewußt war, daß er Drai damit vielleicht Unrecht tat. Was dann? War Drai plötzlich raffiniert geworden und hatte die Anlage oben ausgeschaltet in der Hoffnung, Ken würde sich irgendwie verraten? Unwahrscheinlich. In diesem Fall hätte Feth sicher versucht, ihn irgendwie zu warnen, und seine Worte, die er noch übermitteln konnte, hätten nicht so erschrocken geklungen.

   Vielleicht hatte Drais unter den gegebenen Umständen verständliches Mißtrauen einen Punkt erreicht, an dem er sich entschied, das Vorgehen seines gezähmten Mitarbeiters persönlich zu überwachen. Ken konnte sich trotzdem nicht vorstellen, daß Drai sich, wenn auch gepanzert, auf die Oberfläche der Eiswelt wagen würde, um irgend etwas herauszufinden.

   Es gab aber keinen anderen Weg, wenn er persönlich herunterkommen wollte. Lee würde natürlich nicht begeistert sein. Er würde seinen Chef vielleicht sogar davon überzeugen können, daß es viel zu gefährlich sei. Versuchen würde er es sicher. Aber wenn Drai es sich wirklich in den Kopf gesetzt hatte, dann war es sehr wahrscheinlich, daß er Lee gar nicht anhören würde.

   In diesem Fall konnte der Schatten der Karella sich jeden Augenblick über sie senken. Damit war auch Feths Warnversuch erklärt und die darauf folgende abrupte Unterbrechung, War dies wirklich der Fall, dann brauchte er sich keine Sorgen zu machen. Sein Gewissen war rein. Drai sollte ruhig sehen, was hier vorging, und wenn ihm dabei die Augen an den Scheiben anfroren.

   Bis jetzt hatte er nirgends eine Spur von Tafak entdecken können, obwohl die Kinder in regelmäßigen Abständen mit neuen Proben für die Behälter zurückgekommen waren und jede einzelne Pflanze genannt hatten. Er selbst hatte bislang nichts unternommen, um seinen Plan zu verwirklichen.

   Er hatte sich eben mit dieser Erkenntnis beruhigt, als der Eingeborene, der beim Reden die Hauptrolle innegehabt hatte, eine Zigarette hervorholte und sie anzündete.

   Mr. Wing hatte nicht die Absicht gehabt, es zu tun. Er hatte eine zutreffende Vorstellung von dem Wert, der dem Tabak von diesen Wesen beigemessen wurde, und er wollte den Wissenschaftler nicht von einem Gespräch ablenken, das vielleicht sehr nützlich sein konnte. Tatsächlich wäre es ihm sogar recht gewesen, wenn das Wesen geglaubt hätte, daß ein anderer der Handelspartner gewesen sei. Seine Gewohnheit aber durchkreuzte seine guten Absichten. Er wurde erst aus seinen Spekulationen über die Natur dieser neuen Unterbrechung gerissen, als er merkte, daß er den ersten Zug getan hatte.

   Der Sarrianer hielt beide Augen auf den kleinen Zylinder gerichtet – an sich schon ein ungewöhnlicher Vorfall. Für gewöhnlich war ein Auge ständig in Bewegung, so daß es sogar einem unerschütterlichen Typ wie Roger auf die Nerven fiel.

   Der Grund war klar. Mr. Wing konnte sich gut vorstellen, wie der Fremde nun im Geist die Liste der mitgebrachten Dinge durchging und sich fragte, was er für den Rest der Packung eintauschen könne. Er war der Wahrheit damit näher, als es Ken recht gewesen wäre.

   Diese Oberlegungen waren nutzlos. Das wußte niemand besser als Ken. Das echte Problem lag darin, das höllische Zeug fortzuschaffen, ehe Drai aufkreuzte, falls er kommen würde. Einen Augenblick lang fragte Ken sich, ob die zweite Funkanlage, die er auf der Veranda hatte liegen gesehen, rechtzeitig in Betrieb gesetzt werden konnte. Sein Verstand sagte ihm, daß es unmöglich war. Auch wenn es ihm gelänge, einen Eingeborenen zu überreden, den Apparat zu bringen und das Torpedo außer Hörweite zu schleppen, würde er es nicht schaffen, seine Wünsche rechtzeitig an den Mann zu bringen. Blieb nur die Hoffnung… der Zylinder verschwand ganz langsam. Es bestand die Möglichkeit, daß er ganz verschwunden sein würde, wenn das Schiff eintraf. Wenn er bloß sicher gewußt hätte, daß die Empfangsanlage und auch der Sender an Bord des Raumschiffes abgeschaltet worden waren!

   Falls Drai noch immer auf der Lauer lag, dann würde die Stille der letzten Sekunden ihn womöglich noch argwöhnischer machen. Nun, das ließ sich im Moment eben nicht ändern.

   Als es passierte, hatte die Zigarette reichlich Zeit gehabt, herunterzubrennen, dank Ordon Lee. Feth hatte versucht, Ken zu warnen, kaum daß er merkte, was in Drai vorging. Aber noch ehe er den Satz beenden konnte, hatten ihn die peitschenden Tentakel des anderen vom Instrumentenbrett und quer durch den Kontrollraum geschleudert. Als er sich wieder gefaßt hatte und aufstehen wollte, hatte er in die Mündung einer Pistole geblickt, deren scheibenförmiger Griff fest gegen den Torso des Rauschgifthändlers gestützt war.

   »Ihr beide habt also tatsächlich etwas vor«, hatte Drai gesagt. »Wundert mich nicht. Lee, peil das Torpedo an und ab die Post!«

   »Aber, Sir… in die Atmosphäre von Drei? Wir können nicht…«

   »Wir können, du hirnverbrannter Tastenklopfer! Dieses zahme Hirn da unten hat es drei Stunden und länger in einem Panzeranzug ausgehalten, und du willst mir einreden, der Schiffsrumpf könnte es nicht aushalten!«

   »Aber die Scheiben… die äußeren Antriebsplatten und…«

   »Ich sagte, nichts wie runter! Scheiben sind auch an einem Panzeranzug, und die Fußplatten mußten aushalten, was der Boden von Planet Drei hergibt. Und komm mir jetzt nicht mit den Gefahren, die von den Flachländern drohen! Ich weiß so gut wie du, daß der Rumpf gegen frequenzmodulierten Radar geschützt ist, ganz zu schweigen von dem, was wir ausstrahlen – dafür habe ich schwer bezahlt, und wir sind damit lange durch die Systemüberwachung auf Sarr geschlüpft. Und jetzt laß mal die Tasten spielen!«

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