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Eiswelt

Электронная книга - «Eiswelt». Краткое содержание книги:

Auf Sarr taucht ein neues, gefährliches Rauschgift auf. Sallman Ken erhält den Auftrag, dessen Herkunft zu erforschen und die Einfuhr zu unterbinden.
Als Sallman die Rauschgiftwelt im Sichtschirm seines Raumschiffs auftauchen sieht, stockt ihm der Atem. Auf einem solchen Planeten soll es tatsächlich intelligentes Leben geben? Denn was er sieht, muß ihm als Bewohner einer Hitzewelt wie die Hölle erscheinen. So existiert Schwefel dort nicht als Gas, sondern in fester Form, und Wasser ist in flüssigem Zustand vorhanden.
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   Während er sich höhertragen ließ, fand er die Ausdehnung des Waldlandes sehr beeindruckend. Die von der Karella verursachte Katastrophe machte ihm Sorgen. Wenn diese Entzündungsreaktion sich über die ganze Gegend verbreitete, dann würde das für die Eingeborenen ernste Auswirkungen haben. Er sah nun, daß es den kleinen Strom ein Stück weiter oben übersprungen hatte. Die Flüssigkeit mußte also richtig in Kontakt mit der Vegetation sein, um die Verbrennung stoppen zu können. Flammen und Rauchentwicklung machten es unmöglich, dem Wasserlauf zu folgen. Ken ging tiefer, weil er nicht zu Unrecht der Meinung war, die Temperatur seines Panzers würde der bereits brennenden Vegetation keinen Schaden mehr zufügen können. Er trieb knapp über dem Bachbett dahin. Auch in dieser Höhe konnte man kaum etwas erkennen. Trotzdem sah er etwas… die ersten Lebewesen, von den Eingeborenen abgesehen. Ganz kleine Wesen, meist Vierbeiner. Dies konnte er sehen, wenn sie sich auf ihrer hangaufwärts führenden Flucht etwas langsamer bewegten. Ken wunderte sich, daß sie überhaupt atmen konnten. Der Rauch deutete darauf hin, daß die Luft voller Verbrennungsprodukte sein mußte und wahrscheinlich viel zu heiß für sie war. Ihm war das Phänomen relativ reiner Luft in Bodennähe vor einem Brand nicht bekannt. Auf Sarr gab es zwar Brände großen Maßstabs, aber er war kein Feuerwehrmann.

   Er war den Flammen jetzt voraus, befand sich aber noch immer in rauchgeschwängerter Luft, als er die Quelle des Stromes entdeckte. Er hatte Schwierigkeiten zu erkennen, daß es der Ursprung war. Er war keine Geologe, und selbst ein Geologe unter seinen Artgenossen hätte Schwierigkeiten gehabt, den Mechanismus einer Quelle zu durchschauen. Ken vermutete einen künstlichen Hintergrund des Phänomens, wagte aber nicht, die Flüssigkeit zur näheren Untersuchung zu berühren. Er hätte Grund zur echten Sorge gehabt, wenn er geahnt hätte, daß ein Waldbrand manchmal ein lokales Gewitter verursachen kann. Aber auch das lag weit außerhalb seiner Erfahrung. Das annähernd Ähnlichste auf Sarr gab es an den Polen, wo in ganz seltenen Fällen die meteorologischen Kräfte so zusammenspielten, daß starker Druckanstieg und starker Temperaturrückgang einen leichten Niederschlag von flüssigem Schwefel bewirkten.

   Ken, der sah, daß er hier im Moment nichts mehr in Erfahrung bringen konnte, ließ sich wieder in reinere Luft hochschleppen. Unten sah es aus, als hätten die Eingeborenen gewonnen. Ein schmaler Streifen geschwärzter Vegetation am Rand des Flammengebietes zeigte an, daß das Feuer in der Richtung zum Haus eingedämmt war. An den Seiten war der Fortschritt nicht so deutlich sichtbar. Der Brand hatte nun ungefähr die Umrisse eines großen Fächers, dessen Griff auf das Haus zu gerichtet war und dessen Rippen sich auf eine Breite von zweihundertfünfzig bis dreihundertfünfzig Meter gleichmäßig bergauf erstreckten. Durch die Rauchschwaden hindurch sah Ken, daß die hohen Bäume an dieser Stelle spärlicher wuchsen und kleineren Gewächsen weichen mußten, die ihrerseits nach dem hier üblichen Muster blankem Fels in der Nähe der Gipfel wichen. Ken, der von seiner Höhe aus einen guten Überblick hatte, war der Ansicht, daß der Brand sich sehr wahrscheinlich in wenigen Stunden bis zum baumlosen Gelände durchgefressen haben würde. Mit den Randbränden konnten die Eingeborenen gut ohne Hilfe fertigwerden.

   Der Gedanke an mögliche Hilfe löste einen anderen aus. Der Rauch erhob sich in einer hohen Säule, die viele Kilometer weit sichtbar sein mußte. Würden daraufhin andere Eingeborene zu Hilfe kommen, oder würde man das Gebilde für eine gewöhnliche Wolke ansehen? Kens Augen, deren Farbempfinden sich von dem menschlicher Augen unterschied, konnte den Farbton nicht deutlich unterscheiden. Die Form der Rauchsäule war aber so deutlich, daß sie Aufmerksamkeit erregen mußte. Diese Überlegung brachte ihn dazu, das Schiff zu rufen. Doch als er aufblickte, war es nirgends zu sehen. Er bewegte das Torpedo nun so schnell hin und her, daß sein Panzer daran wie ein Pendel ausschwang und er einen Blick zum Himmel direkt über ihm schicken konnte. Der schwarze Zylinder war nirgends zu sehen. Offenbar war Laj Drais Appetit auf den Planeten Drei rasch gestillt worden. Sicherheitshalber gab Ken per Funk seine Vermutung weiter, daß andere Eingeborene zu Hilfe eilen könnten, und machte sich dann wieder ans Beobachten des Feuers. In Sekundenschnelle hatte er die Existenz des Schiffes wieder vergessen.

   Er hatte entdeckt, daß man im Brand selbst nicht viel sehen konnte. Daher ging er knapp vor einem Brandherd tiefer und beobachtete durch die wirbelnden Rauchschwaden hindurch, wie das Laub der Sträucher und kleinen Bäume im Feuer schrumpften, Rauch entwickelten und manchmal viele Meter von der nächsten richtigen Flamme aufflammten. Ihm fiel dabei auf, daß die dickeren Stämme sich nur entzündeten, wenn sie in Kontakt mit Flammen kamen, doch sah er auch Ausnahmen. Ihm fiel dabei der explodierende Baum ein. Er bedauerte, daß er kein Thermometer bei sich hatte, mit dem er den Entflammungspunkt der Gewächse hätte feststellen können. Zu gern hätte er gewußt, ob der Sauerstoff allein an dieser heftigen Reaktion schuld sein konnte oder ob der in der Atmosphäre so reichlich vorkommende Stickstoff vielleicht auch eine Rolle spielte. Schließlich war er mit seiner Titan-Probe eine Verbindung eingegangen. Er sah keine Möglichkeit, Proben der Verbrennungsgase zu bekommen, aber vielleicht würde man aus dem festen Rückstand etwas entnehmen können. Ken landete nun mitten im Feuer, holte das Torpedo neben sich herunter, öffnete die Ladeluke und warf ein Paar Stückchen verkohlten Holzes hinein. Dann ging er ein Stück bergab, fand graue Asche und fügte sie seiner Sammlung zu. Für den Moment war er befriedigt und erhob sich in die Luft. Dabei fragte er sich, wie viel Zeit ihm noch blieb. Die in den Flammen verbrachte Zeit verlängerte nämlich die wenigen Stunden, die er unten auf der Eiswelt bleiben konnte. Während der im Feuer verbrachten Minuten hatte er gehört, wie die Thermostaten Teile der Heizanlage seines Panzers abschalteten. Die äußeren Schichten mußten sich ordentlich erwärmt haben.

   Er wollte nun versuchen festzustellen, wie lange das Feuer noch brauchen würde, bis es ausbrannte. Ken bewegte sich in einem bestimmten Abstand vor der Feuerfront her und fing an, an verschiedenen Stellen das Fortschreiten des Brandes abzustoppen. Das erwies sich als trügerisch, da die Geschwindigkeit sehr unterschiedlich war, was ihm jeder Förster hätte sagen können. Die Geschwindigkeit hing hauptsächlich vom vorhandenen Brennstoff und von der Bodenbeschaffenheit ab, die ihrerseits die das Feuer nährenden Luftströmungen beeinflußte. Und von diesen Punkten hatte Ken nicht die leiseste Ahnung. Er gab den Versuch auf, ließ sich ein Stück weiter tragen und versuchte nun einen Blick auf die Tiere zu erhaschen, die noch immer vor der schrecklichsten Bedrohung flüchteten, die ihr kleines Leben je getroffen hatte.

   An dieser Stelle ertönte im Torpedo-Mikro ein Knistern, das sich vom Knistern des Feuers unterschied. Daneben war lautes Atmen zu hören, das Ken an die Geräusche erinnerte, die er nach seiner ersten Begegnung mit Roger gehört hatte. Da ihm einfiel, daß er zwei der Eingeborenen seit Ausbruch des Brandes nicht mehr gesehen hatte, wurde Ken nervös. Eine zweiminütige Suche zeigte, daß seine Besorgnis nur zu begründet war. Roger und Edith Wing, die von Rauch und Erschöpfung nach Luft schnappten und keuchten, kämpften sich blindlings durchs Gebüsch. Der Junge hatte ursprünglich die Absicht gehabt, sich quer zur Richtung des Feuers durchzuschlagen und ihm auszuweichen, unter den gegebenen Umständen das vernünftigste Vorgehen. Es waren aber mehrere Dinge zusammengekommen, die dieses Vorgehen erschwerten. Als der Rauch so dicht geworden war, daß sie kaum mehr etwas sehen konnten, waren sie in eine flache Senke getappt. Die Hangneigung zur Orientierung benutzend, hatten sie diese Senke ein paarmal umrundet, ehe sie merkten, was da passierte. Inzwischen waren die Flammen schon auf Sichtweite heran. Es blieb ihnen nichts übrig, als einfach vor ihnen davonzulaufen. Jetzt war nicht mehr auszumachen, wie breit diese Flammenfront war. Im Abstand von einigen Metern entlang der Flammen davonzulaufen, wäre der Gipfel des Wahnsinns gewesen. Die Kinder hatten versucht, sich bis zu der einen Flanke durchzuarbeiten, während sie immer einen gewissen Abstand vor den näherkommenden Flammen hielten, doch sie näherten sich rasch einem Zustand der Erschöpfung, bei dem allein dieses Abstandhalten ihren jungen Körpern alles abverlangte. Sie waren fast blind, die Tränen liefen ihnen über rußgeschwärzte Gesichter. Bei Edith war nicht allein der Rauch die Ursache der Tränen, sie weinte ungehemmt vor Müdigkeit und Angst, während der Junge sich mit aller Gewalt beherrschte.

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