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Eiswelt

Электронная книга - «Eiswelt». Краткое содержание книги:

Auf Sarr taucht ein neues, gefährliches Rauschgift auf. Sallman Ken erhält den Auftrag, dessen Herkunft zu erforschen und die Einfuhr zu unterbinden.
Als Sallman die Rauschgiftwelt im Sichtschirm seines Raumschiffs auftauchen sieht, stockt ihm der Atem. Auf einem solchen Planeten soll es tatsächlich intelligentes Leben geben? Denn was er sieht, muß ihm als Bewohner einer Hitzewelt wie die Hölle erscheinen. So existiert Schwefel dort nicht als Gas, sondern in fester Form, und Wasser ist in flüssigem Zustand vorhanden.
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   Der Boden war wie in den meisten Nadelwäldern mit abgeworfenen Nadeln dicht bedeckt. In unmittelbarer Umgebung des Hauses waren diese Nadeln weggefegt worden, der Boden selbst aber war leicht brennbar geblieben. Kaum hatten Kens gepanzerte Füße den Boden berührt, als sofort eine Rauchwolke entstand. Nur indem er sich blitzartig wieder heben ließ, verhinderte Ken einen Brand. Erst als Roger die Stelle mit einem Eimer Wasser gelöscht hatte, fühlte man sich einigermaßen sicher.

   Dies führte zu weiteren Komplikationen, Ken hatte noch nie Wasser gesehen und vor allem keine Vorrichtung, die dazu diente, scheinbar unbegrenzt Flüssigkeit zu liefern. Der außen am Hans angebrachte Wasserhahn, aus dem der Eimer gefüllt worden war, erregte sein Interesse. Auf seine Bitte hin, die er in einer Mischung aus Gesten und Wörtern äußerte, ließ Roger noch einen Eimer vollaufen, den er auf einen der zementierten Pfosten am Fuß der Treppe stellte, ehe er sich zurückzog, Ken, der auf diese Weise den Gegenstand genau ansehen konnte, ohne mit irgend etwas in Berührung zu kommen, ließ sich dabei ausgiebig Zeit. Zum Schluß tauchte er einen Greifer vorsichtig in die sonderbar durchsichtige Flüssigkeit. Die nun entstehende Dampfwolke erschreckte ihn fast so heftig wie die vorübergehende, aber intensive Kälte, die sich durch das Metall fraß. Hastig zog er den Greifer zurück. Er hatte so eine Ahnung, was diese Flüssigkeit war, und zog im Geiste seinen Hut vor Feth. Der Bursche verstand es, seinen Verstand zu gebrauchen.

   Schließlich wurde Ken auf einen außer Haus gelegenen Backofen gestellt. Die Musterbehälter standen auf dem Boden, und die Kinder waren in verschiedene Richtungen verschwunden, um sie zu füllen. Nun wurde die Sprachlektion wieder aufgenommen. Eine Stunde lang wurden hervorragende Fortschritte erzielt. Am Ende dieser Stunde waren beide Beteiligten sehr erstaunt, festzustellen, daß sie verständliche Sätze austauschten, unbeholfene und fehlerhafte Sätze voller Umschreibungen, aber verständlich. Mr. Wing lächelte zufrieden. Es war der Zeitpunkt gekommen, seinem Gast einen kleinen Schlag zu versetzen und ihm vielleicht eine nützliche Information zu entreißen. Er dachte an das Gespräch, das er am Abend zuvor mit Don geführt hatte. Er empfand stille Zufriedenheit mit dem Jungen, jene Art Zufriedenheit, die einen Vater manchmal zu einem großen Langweiler macht.

   »Sehr oft war es nicht, Dad«, hatte sein Sohn gesagt, »aber es reicht aus. Und außerdem paßt es ohnehin mit anderen Dingen zusammen. Die Intervalle zwischen deinem Signal und der Ankunft des Handelstorpedos schwankten in einer Periode von etwa hundertzwanzig Tagen, wenn man mehrere Jahre betrachtete. Natürlich gab es viele ›Perioden‹, während denen es zu keinem Handel kam, aber die Periode ist immerhin da. Erst zwei Tage, dann drei. Diese hundertzwanzig Tage sind die synodische Periode des Merkur, nämlich jene Zeitspanne, die der Planet braucht, um die Erde auf den Kreisbahnen um die Sonne einzuholen. Mir fiel die Stellung des Merkur ein, die er hatte, als wir ihn im Frühling studierten. Daraufhin habe ich Berechnungen angestellt. Deine kurzen Zeiten traten ein, wenn er uns am nächsten war, die langen, wenn er sich auf der anderen Seite der Sonne, in doppelt so großer Entfernung befand. Diese Torpedos kommen von dort mit einer Beschleunigung von eineinviertel G.«

   Mr. Wing war zwar kein Physiker, verstand aber diesen Begriff, da er im Zusammenhang mit Flugzeugen häufig gebraucht wurde.

   Er hatte sich Dons Berechnungen angesehen, denen er leicht folgen konnte, und mußte ihm bei den Ergebnissen recht geben. Der Junge hatte dann auf seine Bitte hin ein Diagramm der Umlaufbahnen der inneren Planeten des Sonnensystems gezeichnet, auf denen die gegenwärtige Stellung der Planeten selbst gezeigt wurde. Diese Zeichnung hatte er in der Tasche.

   Das Wort ›Zuhause‹ war zufällig eben behandelt worden. Mr. Wing glaubte die Zusammenhänge richtig klargemacht zu haben. Und er hatte das Gefühl, daß der Zeitpunkt gekommen war, eine seiner Karten auszuspielen.

   Er fing an, indem er mit einer Armbewegung den ganzen Horizont umfaßte. »Erde«, sagte er dazu. Der Sarrianer wiederholte das Wort, aber ohne eigene Geste, die angedeutet hätte, daß er verstand. Mr. Wing wiederholte das Wort und stampfte dabei auf dem Boden auf. Dann nahm er eine neue Seite aus dem Notizbuch und zeichnete darauf eine Skizze des Planeten, so wie er sich ihn aus dem All gesehen vorstellte. Und als letzte Demonstration formte er eine Kugel aus einem Knetmaterial, das sich im Spielzimmer gefunden hatte und sich bereits als sehr nützlich erwiesen hatte. Dann deutete er auf Kugel, Zeichnung und Boden, und wiederholte dabei jedesmal das Wort ›Erde‹.

   Ken begriff. Er zeigte es, indem er selbst eine Skizze auf den Boden zeichnete. Dazu langte er so gut es ging seitlich von dem Backofen herunter und benutzte den Metallstab. Es war eine eindeutig erkennbare Zeichnung der Sonne und der Umlaufbahnen der ersten drei Planeten. Er wußte, daß er damit vielleicht irdische Astronomiekenntnisse überforderte, doch die Tatsache, daß der Eingeborene die Form seiner Welt kannte, war ermutigend.

   Prompt zog Mr. Wing Dons Diagramm hervor, das im Grunde Kens Zeichnung entsprach, bis auf den Umstand, daß auch Umlaufbahn und Position des Mars gezeigt wurden. Er brauchte eine gewisse Zeit, bis er alle Planeten genannt hatte und auch den Gattungsbegriff vermittelt hatte. Dann verbrachten sie eine gewisse Zeit mit einer Spielerei. Ken fügte Jupiter und Saturn ins Diagramm ein, um herauszubekommen, wie viel Ahnung diese Wesen von Astronomie hatten. Mr. Wing nannte ihm die Namen und fügte Uranus, Neptun und Pluto hinzu. Don, der bis zu diesem Augenblick noch nichts gesagt hatte, nahm eine Korrektur an der Umlaufbahn Plutos vor, so daß diese die Bahn Neptuns an einem Punkt kreuzte. Dann fing er an, in rasender Eile Satelliten einzuzeichnen. Aus dem Lautsprecher drang nun eine wahre Sturzflut sarrianischer Wörter, die sie als Zeichen für das Staunen des Fremden werteten und entsprechend erfreut waren.

   Ken staunte aus mehr als nur einem Grund.

   »Drai, falls Sie zuhören, diese Typen hier sind alles andere als Wilde. Sie müssen über eine hochentwickelte Wissenschaft verfügen. Hier kennt man neun Planeten in diesem System während wir nur von sechs Planeten wissen. Eben jetzt erfahre ich, daß es jede Menge Monde gibt. Planet Vier hat sogar zwei, und uns ist kein einziger aufgefallen. Entweder kennen die hier Raumfahrt oder haben verdammt gute Teleskope.«

   »Wir haben in zwanzig Jahren kein einziges Raumschiff gesichtet«, rief Feth ihm ins Gedächtnis. Ken gab keine Antwort. Mr. Wing hatte wieder zu sprechen begonnen. Er zeigte auf Planet Drei seiner eigenen Zeichnung und wiederholte den Namen.

   »Erde… mein Zuhause.« Mit einer Hand deutete er auf sich, um das Personalpronomen zu betonen. Dann zeigte er mit dem Finger auf die innerste Welt. »Merkur… dein Zuhause.« Und er deutete auf Sallman Ken.

   Die Reaktion enttäuschte ihn, was nicht der Fall gewesen wäre, wenn er das Mienenspiel eines Sarrianers besser zu deuten gewußt hätte. Ken war volle zehn Sekunden wie vor den Kopf geschlagen. Als er endlich wieder seine Stimme in der Gewalt hatte, wandte er sich eher an die fernen Zuhörer als an den Erdenmenschen.

   »Sicher wird es Sie interessieren, daß er weiß, daß wir von Planet Eins kommen. Ich glaube, er meint, wir leben dort. Ein geringfügiger Irrtum unter diesen Umständen.«

   Nun meldete sich Drais Stimme. »Sie sind wohl verrückt! Sie selbst müssen es ihm verraten haben! Wie kann er das ohne Hilfe erfahren haben?«

   »Ich habe nichts gesagt. Sie haben die ganze Zeit über zugehört und sollten es eigentlich wissen. Und ich sehe nicht ein, warum man von mir erwartet, ich solle erklären, wie er es herausbekommen konnte. Ich sage Ihnen jetzt bloß, was hier im Moment vorgeht.«

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