Eiswelt
- Автор: Клемент Хол
- Год: 1983
- Язык: немецкий
- Год: Bastei-Lübbe
- ISBN: 978-3-404-22060-1
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Eiswelt». Краткое содержание книги:
Als Sallman die Rauschgiftwelt im Sichtschirm seines Raumschiffs auftauchen sieht, stockt ihm der Atem. Auf einem solchen Planeten soll es tatsächlich intelligentes Leben geben? Denn was er sieht, muß ihm als Bewohner einer Hitzewelt wie die Hölle erscheinen. So existiert Schwefel dort nicht als Gas, sondern in fester Form, und Wasser ist in flüssigem Zustand vorhanden.
An die Stelle, wo er landete, war das Feuer noch nicht vorgedrungen. Die Sträucher fingen eben erst zu glimmen an. Eine Spur, die von dem Jungen hätte stammen können, war nicht zu sehen, zumindest keine, die Ken erkennen konnte. Zur Sicherheit ließ er sich bergab ganz an den Rand des Brandgebietes tragen und suchte ihn nach beiden Seiten etwa vierzig Meter weit ab, eine beträchtliche Entfernung bei einer Sichtweite von höchstens vier Meter. Dann ließ er sich langsam bergauf befördern.
Roger war weiter vorangekommen, als man es ihm in Anbetracht seines Zustandes zugetraut hätte. Es vergingen zehn Minuten, ehe Ken ihn fand. Roger kämpfte sich noch immer weiter, ohne nennenswert voranzukommen. Doch hatte er dem Feuer gegenüber beträchtlich Abstand gewonnen, wie der Sarrianer sah.
Er ließ seinen dröhnenden Ruf nach unten ertönen und senkte das Torpedoheck. Roger streckte mit letzter Kraft die Beine in die eine Schlinge und hielt sich mit den Händen an der anderen fest. Sein Gesicht war in unmittelbarer Nähe des Torpedorumpfs, der sich während des Fluges durch die Flammenfront ziemlich aufgeheizt hatte. Roger war sich der Blasen an Händen und im Gesicht kaum bewußt, da ihm alles lieber war, als dort unten den Flammen davonzulaufen. Kaum hatte Ken sich vergewissert, daß der Junge sich gut festhielt, schoß er hoch in reine Luft und trug seine zweite Ladung zum Haus. Als sie ankamen, hielt er sich noch immer fest, doch war es kein bewußtes Verhalten. Seine Mutter mußte seinen verkrampften Griff mit aller Gewalt lösen.
Ken wußte, daß es hier beim Haus für ihn nichts zu tun gab. Er überließ es dem vermutlich sehr kompetenten Erwachsenen, sich um das gerettete Kind zu kümmern, und ließ sich von seinem Torpedo bis über die Baumwipfel tragen, weil er sehen wollte, wie weit es die anderen beim Löschen gebracht hatten.
Die Lage hatte sich seiner Ansicht nach entspannt. Der untere Teil des Hanges war bereits abgebrannt. Nur am oberen Rand war das Feuer noch aktiv. Die Männer waren unermüdlich an der Arbeit. Sie besprühten die Ränder, indem sie sich hangaufwärts bewegten. Das Feuer hatte sie längst überholt, doch hatte es sich in ein Gebiet ausgedehnt, wo es nur mehr Felsen und nichts Brennbares mehr gab. Ehe es aber ganz erloschen war, würden noch Stunden vergehen.
Den Wings war klar, daß der Brand noch tagelang eine Gefahrenquelle darstellte, wenn der Wind sich drehte. Sie ließen in ihren Bemühungen keine Sekunde lang nach und gaben erst auf, als Erschöpfung sie dazu zwang.
Ken landete zweimal auf einer abgebrannten Stelle neben Mr. Wing und zeichnete ihm eine grobe Lageskizze auf den Boden. Einmal suchte er selbst auf dem Boden zwischen Bäumen Schutz, als eine steifflüglige, dreimotorige Metallmaschine über ihn hinwegdröhnte. Und er versteckte sich noch einmal, als eine Gruppe von Männern mit Wasserpumpen und anderen Feuerlöschgeräten auf dem Weg von Clark Fork auftauchten, um den Wings zu Hilfe zu eilen.
Ken hielt sich nun in der Nähe des Hauses auf. Er wollte vermeiden, von diesen neuen Eingeborenen gesehen zu werden. Er befürchtete, seine Fortschritte in der Sprache würden sich verzögern. Damit mochte er recht haben.
Kurz nach Eintreffen der neuen Gruppe kamen Mr. Wing und Don zum Umfallen müde nach Hause. Sie waren zerkratzt, rußverschmiert und versengt. Sogar Ken merkte den Unterschied zu ihrem normalen Aussehen. Nicht mal Roger und Edie hatten so schlimm ausgesehen.
Erst jetzt erfuhr Mr. Wing, daß die beiden aus großer Gefahr gerettet worden waren, denn Ken hatte ihm bislang nichts davon gesagt. Es wäre ihm auch zu schwergefallen, Mr. Wing mit seinen begrenzten Sprachkenntnissen die Vorgänge zu erklären.
Nachdem Mr. Wing die Geschichte erfahren hatte, sah er sich ähnlichen Schwierigkeiten gegenüber. Ken hatte bereits vermutet, daß diese Wesen untereinander starke Zuneigung entwickelt hatten. Jetzt war er seiner Sache sicher. Mr. Wing fand zwar nicht die richtigen Worte, war aber doch imstande, das Ausmaß seiner Dankbarkeit deutlich zu machen.
XIX
Die Karella hatte die Erdatmosphäre zwar verlassen, war aber nicht in ihre frühere Flughöhe zurückgekehrt. Die beidseitige Kommunikationsmöglichkeit war wieder hergestellt – Ken hätte zu gern gewußt, seit wann –, und Feth steuerte nun wieder Kens Torpedo. Der Vorgang des An-Bord-Gehens war nicht komplizierter als sonst. Ken ließ die zwei ›lebendigen‹ Behälter in der Luftschleuse, nachdem er ihre Kühleinrichtung so eingeschaltet, wie es beim ersten erforderlich gewesen war. Die anderen zwei Behälter, die mit Mineralien gefüllt waren, brachte er ins Innere. Drai begrüßte ihn ziemlich säuerlich, als er sich aus seiner Metallpuppe schälte.
»Na, endlich zurück. Haben Sie etwas mitgebracht?«
Ken sah ihn mit einem Ausdruck an, der an Aufmüpfigkeit grenzte. »Sehr wenig. Dank der kleinen Ablenkung, die Sie in Gang setzten, hatten die Eingeborenen Wichtigeres zu tun, als mit mir zu reden.«
»Woher sollte ich denn wissen, daß der Schiffsrumpf eine Kettenreaktion in der örtlichen Vegetation in Gang setzen würde? Wenn das Zeug so entflammbar ist, dann müßten Brände dort an der Tagesordnung sein.«
»Ich glaube mich zu erinnern, daß ich Sie vor der Gefahr warnte. Mag sein, daß das öfter passiert. Die Eingeborenen sind darauf eingestellt, mit diesen Vorfällen fertigzuwerden.«
»Dann ist das Feuer gelöscht?«
»Nicht ganz. Es wird vermutlich noch einige Stunden dauern. Was mir mißfällt, ist Ihre Vermutung, ich wäre entweder ein Lügner oder Dummkopf. Ich sagte Ihnen, was mit dem Stückchen Vegetation passierte, das ich hochhob. Ich sagte Ihnen, wie ich mit dem Eingeborenen die Sprache lernte. Sie haben die meiste Zeit über mitgehört. Was ist denn in Sie gefahren, daß Sie in dieser Art und Weise einfach auftauchten?«
»Ich hatte meine Zweifel an dem, was Sie mir sagten.« Drai sagte dies ohne Umschweife. Er hatte wieder sicheren Boden unter sich. »Sie sagten, Sie hätten über das Thema Tafak mit den Eingeborenen nicht gesprochen, Sie sagten sogar, Sie bezweifelten, ob es derselbe Eingeborene sei, mit dem wir Handel getrieben hätten.«
»Ich sagte bloß, ich wäre nicht sicher, daß es derselbe wäre. Aber das ist unwichtig… weiter.«
»Als Sie am ersten Tag unten waren und mit ihm redeten, kam das Zeichen von der installierten Bodenstation. Es war das Zeichen, daß man zum Handeln bereit war.«
»Nun, das sehe ich eher als Beweis meiner Aufrichtigkeit. Ich war nicht in der Nähe der Bodenstation. Fragen Sie Feth. Er hat mich abgesetzt.«
»Das dachte ich auch. Aber heute lief die übliche Zeitspanne nach dem Signal ab. Ich schickte ein zweites Torpedo hinunter, während Sie Ihre Sprachlektion hatten… und es passierte gar nichts! Niemand war zur Stelle!«
»Das soll wohl heißen, daß Sie keinen Tafak bekommen haben?«
»Und daß niemand das Metall genommen hat. Wenn das Metall nämlich ohne Gegengabe verschwunden wäre, hätte ich angenommen, man wolle mich betrügen. Aber so… da konnte ich mir keinen Reim darauf machen. Ich war sicher, Sie hätten etwas ausgeplaudert, und wollte nachsehen, was Sie da unten vorhätten.«
»Lassen wir mal die Frage aus dem Spiel, wie ich denn hätte merken sollen, wann Sie zuhören und wann nicht, und wenden wir uns dem Umstand zu, daß Sie mich eher für dumm als unehrlich halten. Ich weiß gar nicht, ob mich das freut oder nicht. Ich gebe ja zu, daß mein Eingeborener Ihr Handelspartner sein könnte. Vielleicht wollte er später zum Sender gehen, nachdem er mit mir gesprochen hatte. Er wußte, daß ich nicht lange bleiben konnte. In diesem Fall haben Sie es sich selbst zu verdanken, daß er später nicht kam… er war nämlich viel zu beschäftigt. Zwei von den Jungen wurden durch die Kettenreaktion beinahe getötet. Falls er weiß, daß das Schiff und der Güteraustausch in Zusammenhang stehen, wird er über Sie nicht allzu erfreut sein. Vergessen Sie bei all dem nicht, daß wir von Planet Eins kommen.«