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Eiswelt

Электронная книга - «Eiswelt». Краткое содержание книги:

Auf Sarr taucht ein neues, gefährliches Rauschgift auf. Sallman Ken erhält den Auftrag, dessen Herkunft zu erforschen und die Einfuhr zu unterbinden.
Als Sallman die Rauschgiftwelt im Sichtschirm seines Raumschiffs auftauchen sieht, stockt ihm der Atem. Auf einem solchen Planeten soll es tatsächlich intelligentes Leben geben? Denn was er sieht, muß ihm als Bewohner einer Hitzewelt wie die Hölle erscheinen. So existiert Schwefel dort nicht als Gas, sondern in fester Form, und Wasser ist in flüssigem Zustand vorhanden.
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   Er hatte ein Drittel der Vivarienfläche vollgepflanzt, als die Wings eintrafen. Roger und Edie waren den anderen ziemlich voraus. Die zwei Jüngsten wären ihnen wahrscheinlich knapp auf den Fersen gewesen, wenn sie nicht schon einen so langen Marsch hinter sich gehabt hätten. So aber waren sie bereits müde und kamen zugleich mit ihren Eltern an.

   Ken beobachtete nun, wie die restlichen Familienmitglieder näher kamen. Die Größe von Mr. und Mrs. Wing erstaunte ihn ein wenig. Die Individuen, die er zuerst gesehen hatte, waren vermutlich Kinder. Die Erwachsenen waren viel imposanter, wenn man sich allein von der Körpergröße beeindrucken ließ. Ken vermutete, daß sie den Sarrianer im Durchschnitt um ein Viertel Körpergewicht übertrafen, vorausgesetzt, es war ihr Körper, der diese seltsamen Kleidungsstücke füllte, und vorausgesetzt, sie hatten Fleisch von vergleichbarer Dichte. Die älteren Eingeborenen traten viel bestimmter auf, viel würdiger und ernster. Den unreifen Exemplaren hatte es an diesen Eigenschaften gemangelt. Es war das erste Mal, daß Ken in den Erdbewohnern möglicherweise zivilisierte Wesen sah.

   Ken hörte sie nicht kommen. Das Mikro im Torpedo war nicht so empfindlich, und Roger ließ diesmal keinen Ausruf laut werden, als er Ken bemerkte. Statt dessen kamen die Kinder ganz nahe heran und wollten sehen, was er machte. Erst als Rogers Neugierde in diesem Punkt befriedigt war, begrüßte er ihn laut und hörbar.

   »Sie sind früh dran, wie ich sehe.«

   »Warum sagten Sie nicht, daß sie kommen?« zischte Drais Stimme aus dem Lautsprecher.

   »Hab sie nicht gesehen. Ich war an der Arbeit«, gab Ken ruhig zurück. »Wenn Sie wollen, daß wir mit der Verständigung weiterkommen, dann verhalten Sie sich gefälligst ruhig. Die Eingeborenen können nicht unterscheiden, ob ich es bin, der da spricht und werden durch zusätzliche Geräusche bloß verwirrt.«

   Das Verhalten des größten jedenfalls verriet einen disziplinierten Verstand. Mr. Wing verlor keine Zeit. Er ließ sich vor Ken nieder, zog ein Notizbuch hervor, in dem er bereits die Worte aufgeschrieben hatte, von denen Roger behauptete, er hätte sie dem Außerirdischen beigebracht, und ging sie der Reihe nach durch. Er sah auf, als Ken jedes dieser Worte aussprach. Ken deutete zusätzlich auf jeden genannten Gegenstand. Befriedigt, daß alles verstanden worden war, stürzte sich der Mann mit Zielstrebigkeit und Geschick in eine Sprachlektion, die bewirkte, daß Ken ihn als artverwandtes Wesen betrachtete, noch ehe eine echte Kommunikation stattgefunden hatte. Zu einer Verständigung kam es erst nach einer gewissen Zeit, doch dauerte es bei weitem nicht so lange, wie man vielleicht befürchtet hatte. Zu einem Gedankenaustausch über alltägliche Dinge genügt ein Wortschatz von weniger als tausend Wörtern. Die eingetretene Situation war zwar keineswegs alltäglich, doch dank Mrs. Wings Zeichentalent und dem Eifer der Kinder, alle erforderlichen Tätigkeiten praktisch vorzuführen, war der Fortschritt für beide Teile sehr zufriedenstellend.

   Da Ken während der ganzen Lektion immer auf derselben Stelle stehengeblieben war, hatte er den Felsboden erwärmt. Als Folge davon dauerte es volle drei Stunden, bis er den ersten warnenden Kälteschmerz spürte. Und als es soweit war, wurde ihm klar, daß er für sein Vivarium nichts getan hatte, seitdem die Eingeborenen aufgetaucht waren. Er wartete höflich ab, bis Mr. Wing mit seiner Erklärung zu Ende gekommen war, und deutete sodann auf die leere Hälfte. Der Mann nickte, auf den Boden hinter sich deutend.

   Ken hatte den kleineren Kindern keine Beachtung mehr geschenkt, seitdem die Sprachlektion begonnen hatte. Er hatte angenommen, daß sie spielten wie die Kinder seiner eigenen Gattung auch. Er war richtig perplex, als er auf dem Boden in einiger Entfernung von dem Behälter zahlreiche Pflanzen, geordnet nach Arten und Größen sah. Die Kinder hatten offenbar gesehen, was er machte und hatten ihm helfen wollen. Mit wachsendem Erstaunen stellte er fest, daß unter den Proben keine Pflanze doppelt vorkam. Diese Wesen mußten wirklich über Verstand verfügen. Er hatte gar nicht bemerkt, daß die Erwachsenen irgendwelche Anweisungen gegeben hatten. Mit einem Wort des Dankes, das, wie er wußte, natürlich nicht verstanden werden konnte, fing er an, die Pflanzen mit Hilfe seines Metallstabes in den Behälter zu tun. Als er die erste hochhob, wies er mit dem freien Greifhaken darauf. »Wort!« sagte er ein wenig mühsam. Alle verstanden, und Roger antwortete: »Farn.«

   Mr. Wing sah, wie mühsam für Ken die Arbeit war. Er bedeutete ihm zurückzutreten und ließ die Kinder die Arbeit erledigen. Ken sah ihnen mit riesigem Interesse zu. Jetzt erst wurde ihm klar, was für ein nützliches und geschicktes Organ die menschliche Hand sein konnte. Die Finger des Mädchens waren besonders geschickt. Edie drückte die Pflanzen so schnell und gekonnt in die Erde, wie Ken es nie geschafft hätte, auch ohne das Handicap des Panzers und der Kälte nicht. Zu jeder Pflanze wurde der Name angegeben. Es stellte sich hinterher heraus, daß in vielen Fällen ein Name mehrere Male für Pflanzen benutzt worden war, die einander nur entfernt ähnelten oder auch gar nicht. Ken brauchte eine Weile, bis er dahinterkam, obwohl er schon wußte, daß die Sprache der Eingeborenen Gattungsnamen und Einzelbegriffe kannte.

   Der Behälter war in kurzer Zeit säuberlich vollgepflanzt. Und nicht einmal hatte Ken das Wort gehört, das dem lauschenden Drai so viel bedeutet hätte. Ihm konnte das nur recht sein. Die Erwähnung von ›Tafak‹ durch einen Eingeborenen an einem Ort, wo Drai mithören konnte, hätte Kens nun rasch heranreifende Pläne empfindlich gestört.

   Ken hatte vorhin in der Frachtkammer die Funkanlage übersehen, die Feth dort deponiert hatte. Erst als er die leeren Behälter der ersten Proben wieder dort verstaute, bemerkte er das Ding. Zunächst war er wütend auf sich und Feth, da er inzwischen längst dessen Worte beim Abschied vergessen hatte. Aber vielleicht war es ohnehin besser so. Falls Drai von Anfang an mitgehört hatte, mußte er inzwischen überzeugt sein, daß Ken keine Aktionen auf eigene Faust plante. Es hatte keine Unterbrechungen gegeben, die ihn hätten argwöhnisch machen können.

   Während Ken diese Überlegungen durch den Kopf gingen, dachte auch Mr. Wing über einiges nach. Es war klar, daß der Fremde – man hatte sich noch nicht per Namen bekanntgemacht – kurz vor dem Abflug stand. Der Ausflug war für die Familie eine nette Abwechslung gewesen. Aber an eine tägliche Wiederholung war nicht zu denken, dazu kam, daß es zu Hause Dinge gab, die man bei einer Sprachlektion gut verwenden konnte. Daher war es vielleicht der Mühe wert, den Versuch zu wagen, von dem er zu seiner Familie gesprochen hatte. Er wollte die Fremden überreden, näher beim Haus zu landen.

   Als Ken sich nun von der Ladeluke umdrehte, stand der größte Eingeborene vor ihm, in den Händen ein feinsäuberlich gezeichnetes, aber unverständliches Diagramm, mit dessen Hilfe er irgendeinen Plan übermitteln wollte.

   Es dauerte vier oder fünf Minuten, um klarzumachen, was die Karte darstellte, obwohl Ken die Bedeutung in Sekunden erfaßt hatte. Die größte Schwierigkeit stellte der Maßstab dar. Schließlich aber hatte der Fremde begriffen. Er brauchte nun seinerseits etwas Zeit, um die Karte in allen Einzelheiten Feth zu beschreiben, so daß sie später neu angefertigt und studiert werden konnte. Dann sagte er ›Ja‹ zu Mr. Wing.

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