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Электронная книга - «Die Familie ohne Namen». Краткое содержание книги:

1825 wird eine franko-kanadische Verschwörung gegen die englische Regierung in Kanada verraten. Aber der Verräter verzweifelt an seiner Schuld und erschießt sich. Nun setzt die Familie alles daran, dieses Verbrechen zu sühnen, bis ihr guter Name wieder hergestellt ist. In spannenden Episoden schildert uns Verne das Schicksal der beiden Söhne des Verräters, die für ein freies Kanada kämpfen -bis zum bitteren Ende. Ein Abenteuerroman vor historischem Hintergrund, bei dem auch die kanadischen Indianer eine wichtige Rolle spielen.
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- Und ich wiederhole Ihnen, daß er hier ist, Thomas Harcher, versetzte Rip kühl.

- Nein, sag' ich Ihnen, er ist nicht hier. ist niemals hier erschienen!. Ich kenne ihn nicht einmal. Doch ich erkläre auch, daß wenn er mich um Obdach angesprochen hätte, so würde ich's ihm gewährt haben; und wenn er sich bei mir aufhielte, würde ich ihn nicht ausliefern!

Ueber die deutlichen Zeichen der Zustimmung, mit denen diese Erklärungen des Farmers aufgenommen wurden, konnte Rip sich nicht täuschen. Thomas Harcher hatte sich offenbar zum Dolmetsch der Gefühle der gesammten Gesellschaft gemacht. Angenommen, Johann ohne Namen hätte doch auf der Farm Zuflucht gesucht, so durfte er hier von Keinem erwarten, daß er feige genug sein würde, ihn Jenen zu verrathen.

Johann hörte dem Allen noch immer mit Gelassenheit zu. Herr de Vaudreuil und Clary wagten gar nicht, ihn anzublicken, aus Furcht, Rip's Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken.

»Thomas Harcher, nahm dieser das Wort, es wird Ihnen wahrscheinlich nicht entgangen sein, daß eine am 3. September 1837 erlassene Bekanntmachung einen Preis von sechstausend Piastern Jedem zusichert, der Johann ohne Namen verhaftet oder seinen Zufluchtsort angibt.

- Natürlich weiß ich davon, bestätigte der Farmer, und wer in ganz Canada wüßte es nicht? Bisher hat sich aber noch kein Canadier gefunden, der erbärmlich genug wäre, einen so elenden Verrath zu begehen. es wird sich auch nie einer finden!

- Gut gesagt, Thomas!« rief Catherine, der ihre Kinder und Freunde sich anschlossen.

Rip ließ sich nicht in Verlegenheit bringen.

»Thomas Harcher, fuhr er fort, wenn Sie die Proclamation vom 3. September 1837 auch kennen, so ist Ihnen doch vielleicht die neue Verordnung des General-Gouverneurs vom 6. October dieses Jahres noch unbekannt?

- Richtig, die kenne ich nicht, antwortete der Farmer, doch wenn sie von demselben Schlage wie die erste ist, wenn sie nur zu erbärmlicher Angeberei verführen soll, so können Sie sich der Mühe entheben, sie uns mitzutheilen.

- Hören müssen Sie dieselbe doch!« entgegnete Rip.

Damit entfaltete er ein von Gilbert Argall unterzeichnetes Blatt und las wie folgt:

»Jedem Bewohner der Städte und des platten Landes wird hiermit aufgegeben, dem proscribirten Johann ohne Namen niemals Hilfe und Schutz zu gewähren. Jeder, der ihm Obdach gibt, verfällt der Strafe des Galgens.

Für den General-Gouverneur

Der Polizeiminister

Gilbert Argall.«

Die englische Regierung hatte es also gewagt, zu derartigen Schreckensmitteln zu greifen! Nachdem sie einen Preis auf den Kopf Johanns ohne Namen ausgesetzt, bedrohte sie jetzt noch mit dem Tode Jeden, der ihm Obdach gegeben hatte oder noch geben würde!

Dieser unerhörte Gewaltstreich rief die lebhaftesten Proteste aller Anwesenden hervor. Thomas Harcher, seine Söhne und seine Gäste sprangen schon von ihren Plätzen empor, um sich auf Rip zu stürzen und diesen sammt seinem Gefolge von Beamten und Freiwilligen aus der Farm zu verjagen, als Nick sie mit einem Winke noch zurückhielt.

Das Gesicht des Notars war sehr ernst geworden. Gleichwie alle in diesem Saale versammelten Patrioten, empfand auch er den so natürlichen Abscheu, welche die eben von Rip verlesene Verordnung des Lord Gosford wachrufen mußte.

»Herr Rip, wendete er sich an diesen, der, den Sie suchen, befindet sich nicht in der Farm von Chipogan. Thomas Harcher hat Ihnen das schon versichert und ich wiederhole es Ihnen hiermit ausdrücklich. Sie haben also hier nichts zu suchen und hätten besser gethan, jenes bedauerliche Schriftstück in der Tasche zu behalten. Glauben Sie mir, Herr Rip, Sie würden das beste Theil wählen, wenn Sie uns Ihre Anwesenheit nicht länger aufdrängten.

- Sehr gut, Nicolas Sagamore! rief Lionel.

- Ja!. Ziehen Sie sich zurück!. Sogleich! erscholl es von dem Farmer, dessen Stimme schon vor Zorn bebte. Johann ohne Namen ist nicht hier! Doch wenn er käme und von mir Obdach verlangte, so würde ich ihn, trotz der Drohungen des Gouverneurs, bei mir aufnehmen. Jetzt hinaus aus meinem Hause. Hinaus!

- Ja!. Ja!. Hinaus! wiederholte Lionel, dessen Aufgeregtheit Meister Nick vergeblich zu dämpfen versucht hatte.

- Nehmen Sie sich in Acht, Thomas Harcher! erwiderte Rip. Sie werden den Kürzeren ziehen gegen das Gesetz und gegen die aufgebotene Macht, welche zu dessen Unterstützung bestimmt ist. An Polizisten und Kronfreiwilligen hab' ich fünfzig Mann bei mir!. Ihr Haus ist eingeschlossen.

- Hinaus!. Hinaus!.«

Wie aus einem Munde kamen diese Zurufe gleichzeitig mit directen Bedrohungen der Person Rip's.

»Ich werde nicht eher von der Stelle weichen, antwortete dieser, als bis die Identität aller hier anwesenden Personen nachgewiesen ist!«

Auf ein Zeichen von seiner Seite näherten sich die noch im Hofe stehenden Beamten der Thür, um sofort in den Saal eindringen zu können. Durch dessen Fenster blickend, überzeugten sich Herr und Fräulein de Vaudreuil auch, daß die Kronfreiwilligen rings um das Haus verstreut waren.

In Voraussicht eines drohenden Zusammenstoßes hatten sich die Frauen und die Kinder, mit Ausnahme des Fräulein de Vaudreuil, in die angrenzenden Zimmer zurückgezogen. Pierre Harcher, seine Brüder und seine Freunde holten schon die an den Wänden hängenden Waffen herunter. Und doch, wie konnten sie bei ihrer so weit unterlegenen Zahl Rip ernstlich hindern, seines Amtes zu walten?

Herr de Vaudreuil, der von Fenster zu Fenster ging, suchte noch zu erkennen, ob Johann die Möglichkeit geboten sei, auf der Rückseite der Farm und durch den Garten zu entkommen. Doch nach dieser Seite ebenso wie nach der anderen schien eine Flucht ganz unmöglich. Inmitten des herrschenden Aufruhrs stand Johann noch regungslos neben Clary, welche nicht hatte von der Stelle weichen wollen.

Meister Nick versuchte noch eine letzte Anstrengung, Frieden zu stiften, als die Polizisten schon in den Saal eindrangen.

»Herr Rip! Herr Rip! rief er, Sie werden ein Blutvergießen, und ich sage Ihnen, ein ganz unnützes anrichten!. Ich wiederhole Ihnen, ich gebe mein Wort darauf. Johann ohne Namen, den Sie zu verhaften beauftragt sind, befindet sich nicht auf der Farm.

- Und wenn er hier wäre, fiel Thomas Harcher ein, so wiederhole ich Ihnen, daß wir ihn bis aufs Aeußerste vertheidigen würden.

- Gut!. Sehr gut!. rief Catherine, entzückt von dem mannhaften Auftreten ihres Gatten.

- Mischen Sie sich nicht in diese Angelegenheit, Herr Nick, antwortete Rip. Sie geht Sie nichts an und Sie dürften es später bereuen. Ich werde meine Pflicht thun, was auch daraus werden möge!. Jetzt Platz!. Platz!.«

Ein Dutzend Beamte stürzten in den Saal, während Thomas Harcher und seine Söhne sich ihnen entgegenwarfen, um sie zurückzudrängen und die Thür zu verschließen.

Und hin und her laufend wiederholte Meister Nick immerfort, ohne sich vernehmbar machen zu können:

»Johann ohne Namen ist nicht hier, Herr Rip; ich versichere Ihnen, daß er nicht da ist!.

- Er ist doch hier!« rief da eine laute Stimme, welche den Tumult übertönte.

Alle hielten ein.

Regungslos, mit gekreuzten Armen und Rip scharf ansehend, wiederholte der junge Mann gelassen:

»Johann ohne Namen ist hier - und ich, ich bin es selbst!«

Herr de Vaudreuil hatte den Arm des jungen Patrioten erfaßt, während Thomas Harcher und die Anderen riefen

»Er!. Er!. Johann ohne Namen!«

Johann bedeutete durch eine Handbewegung, daß er sprechen wollte. Sofort entstand allgemeine Stille.

»Ich bin der, den Sie suchen, sagte er, sich an Rip wendend. Ich bin Johann ohne Namen.«

Dann kehrte er sich nach dem Farmer und dessen Söhnen um.

»Verzeihung, Thomas Harcher, Verzeihung, meine wackeren Gefährten, fuhr er fort, daß ich Euch bisher verhehlte, wer ich sei, und meinen Herzensdank für die Gastfreundschaft, die ich während fünf voller Jahre in der Farm zu Chipogan genossen. Auf diese Freundschaft, welche ich so lange annahm, muß ich jetzt verzichten, weil es jedem, der mir Obdach gewährt, das Leben kosten kann!.

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