Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]
Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]

Электронная книга - «Paladin der Seelen [Paladin of Souls - de]». Краткое содержание книги:

Drei Jahre sind in Chalion vergangen, seit Königinwitwe Ista dy Boacia vom Fluch des Wahnsinns befreit wurde, der sie auf dem Stammsitz ihrer Familie gefangen hielt. Doch ihre neu entdeckte Freiheit ist nicht unbeschwert. Ehemann, Eltern und Sohn sind gestorben, und die Tochter lebt meilenweit entfernt am Königshof zu Cardegoss. Somit bleibt Ista allein mit ihren Schuldgefühlen und Geheimnissen — denn sie weiß, was ihr Land an den Rand des Abgrunds führte! Auf der Suche nach Absolution tritt Ista eine Pilgerfahrt an, den Göttern zur Buße und Abbitte. Aber auf sie wartet eine neue Gefahr, die größer ist, als sie ahnen kann: Erneut wird Chalion bedroht, und diesmal von einem heimtückischen Bösen, das nur Ista aufzuhalten vermag…
1 ... 40 41 42 43 44 45 46 47 48 ... 135
Перейти на страницу:

Die Wunde auf der linken Brustseite sah wie ein kleiner, dunkler Mund aus. Träge sickerte Blut daraus hervor. Möglicherweise ein Dolchstich, aufwärts zum Herzen geführt. Lebt er noch? Sie drückte eine Handfläche gegen die Öffnung und fühlte den klebrigen Kuss dieser Lippen. Verzweifelt suchte sie nach einem Pochen oder Zittern, nach irgendeinem Anzeichen dafür, dass sein Herz noch schlug. Sie war sich nicht sicher. Wagte sie es, ihr Ohr an seine Brust zu legen?

Die Erinnerung traf sie wie ein Blitz. Plötzlich stand er wieder vor ihrem geistigen Auge, der hoch gewachsene, magere Mann aus ihrem Traum … und der rote Blutstrom, der zwischen ihren Fingern hervorquoll wie eine Flut …

Ista riss die Hand zurück.

Diese Verletzung habe ich schon einmal gesehen.

Sie spürte, wie ihr Puls schneller ging und hörte das Blut in den Ohren rauschen. Ihr Kopf fühlte sich an wie mit Watte ausgestopft.

Es war dieselbe Wunde, sie hätte es beschwören können, genau dieselbe Wunde, bis in jede Einzelheit. Aber am falschen Mann.

Götter, was ist das für ein Grauen?

Und während sie noch zusah, öffneten sich seine Lippen. Seine entblößte Brust hob sich zu einem tiefen Atemzug. Von beiden Enden her wuchs die Wunde langsam zusammen, der dunkle Schlitz wurde blasser, die Haut straffte sich. Glättete sich. Augenblicke später war nur noch eine blasse rosa Narbe zu sehen, gesäumt von einem rötlich braunen, eintrocknenden Fleck. Er atmete mit einem schwachen Stöhnen aus und bewegte sich.

Ista sprang auf, die Finger der Rechten krampfhaft um das klebrige Blut auf der Handfläche geschlossen. Atemlos schlüpfte sie aus dem Zelt und stand blinzelnd im Freien. Sie hatte das Gefühl, dass ihr alles Blut aus dem Gesicht gewichen war. Der schattige Hain drehte sich vor ihren Augen. Rasch umrundete sie das Zelt und suchte Deckung zwischen seiner Rückseite und dem hohen, dicken Stamm des Olivenbaumes. Dort verweilte sie einen Augenblick, von niemanden zu sehen, und schöpfte Atem. Sie hörte das Feldbett knirschen, spürte Bewegungen auf der anderen Seite der undurchsichtigen Segeltuchwände, und vernahm schließlich ein Seufzen. Sie öffnete die rechte Hand und blickte auf den blutroten Schleier.

Ich verstehe das nicht.

Eine Minute später fühlte sie sich kräftig genug, dass sie gehen konnte, ohne zu straucheln, atmen konnte, ohne zu schreien, und ein ausdrucksloses Gesicht zu wahren, das nichts verriet. Sie gelangte zurück zu ihrem Sitz und ließ sich darauf fallen. Die Akolythin regte sich und richtete sich auf. »Majestät? Oh, ist es schon wieder Zeit zum Aufbruch?«

»Ich nehme es an«, erwiderte Ista und stellte erleichtert fest, dass ihre Stimme nicht zitterte oder schrill. »Lord Arhys hat sich erhoben, wie ich sehe …«

Arhys schlug die Zeltplane beiseite und trat ins Freie. Er musste den Kopf neigen, um durch die Öffnung zu passen.

Seine Stiefel hatte er wieder angelegt, und während er sich aufrichtete, befestigten seine Finger den letzten Verschluss der Tunika — einer Tunika, die keine Flecken oder Löcher aufwies. Er streckte sich, kratzte über seinen Bart und lächelte in die Runde, ganz das Bild eines Mannes, der sich soeben von einem erfrischenden Mittagsschlaf erhoben hat …

Sein Diener eilte wieder herbei und half ihm, den Wappenrock und den Schwertgurt anzulegen. Der klein gewachsene Mann hielt auch einen dünnen Leinenmantel bereit, der kunstvoll mit Goldfäden umsäumt war. Nachdem Arhys den Mantel angelegt hatte, richtete der Diener den Faltenwurf aus, bis das Kleidungsstück mit fürstlicher Eleganz über den Waden schwang. Dann rief Arhys seinen Leuten ein paar Befehle zu — nicht allzu drängend —, und die Männer setzten sich in Bewegung und bereiteten alles zum Aufbruch vor.

Die Akolythin erhob sich, sammelte ihre Sachen zusammen und verstaut sie. Ferda kam vorbei, auf dem Weg zu den Pferden. Ista rief ihn leise zu sich.

Sie blickte in eine andere Richtung. Mit bewusst tonloser Stimme sagte sie zu ihm: »Ferda. Schaut auf meine rechte Hand und sagt mir, was Ihr dort seht.«

Er beugte sich über die Hand und zuckte hoch. »Blut! Majestät, habt Ihr Euch verletzt? Ich werde die Akolythin holen …«

»Nein, nein, ich bin nicht verletzt. Ich wollte nur wissen, ob … Ihr auch seht, was ich sehe. Lasst Euch nicht länger aufhalten.« Sie wischte die Hand an den Decken sauber und hielt ihm den anderen Arm entgegen, damit er ihr aufhelfen konnte. Einen Augenblick später setzte sie leise hinzu: »Erzählt keinem davon.«

Verständnislos schürzte er die Lippen, salutierte und ging weiter.

Der zweite Abschnitt ihres Rittes war sehr viel kürzer, als Ista erwartet hatte. Es ging nur noch ungefähr fünf Meilen über den nächsten Hügelkamm und zu einem Flusslauf hinunter. Die Straße beschrieb mehrere scharfe Kehren und wand sich einen steilen Hang hinab, und dann neben dem kleinen Fluss entlang zu führen. Arhys ritt neben dem Zug vor und zurück, lenkte sein Pferd schließlich aber doch neben Ista und Ferda. »Schaut, dort!« Mit einer überschwänglichen Geste deutete er nach vorn. »Burg Porifors.«

Ein weiteres befestigtes Dorf, viel größer als die vorherige Ansiedlung, schmiegte sich hier am Fuße einer hohen, zerklüfteten Felsnase an den Fluss. Entlang des Scheitels dieser Felsnase ragte eine Ansammlung unregelmäßig großer, viereckiger Mauerstücke, die hier und da mit runden Türmchen durchsetzt waren, drohend über dem Tal auf. Die glatten Wälle — mit Schießscharten und Zinnen gespickt —, bestanden aus sorgfältig gehauenen Steinen, die im einschmeichelnden Licht glänzten wie lauteres Gold. Andere Steine zeigten ein leuchtendes Weiß; sie führten in breiten Streifen rings um die Mauern herum und waren mit kunstvollen Reliefs aus ineinander verschlungenen Rankenmustern verziert — eine erlesene Steinmetzarbeit der Roknari, die erkennen ließ, dass das Bauwerk vor mehreren Generationen errichtet worden war, um Jokona vor Chalion und Ibra zu schützen.

Arhys ließ den Anblick auf sich wirken. Sein aufwärts gewandtes Gesicht zeigte einen seltsamen Ausdruck: Begierde und Anspannung, Sehnsucht und Zögern zur gleichen Zeit. Und für einen winzigen Augenblick wirkte er müde jenseits aller Vorstellungskraft. Dann aber wandte er sich mit einem Lächeln an Ista. »Kommt, Majestät! Wir sind fast da.«

Sie ließen einen weiteren Teil des Trosses und die meisten Soldaten im Dorf zurück. Arhys führte seine verbleibende Truppe sowie Ferdas Männer an den unbedeutenderen Befestigungen des Ortes vorüber und einen schmalen Pfad hinauf. Im Gänsemarsch ging es über Kehren den Steilhang hinauf. Grüne Büsche klammerten sich in Schwindel erregender Weise an den Felsen fest; ihre Wurzeln glichen zupackenden Fingern. Die Pferde mühten sich den letzten, atemlosen Abhang empor. Grüßende Rufe erklangen von oben und hallten zwischen den Felsen wider. Mit derselben Leichtigkeit hätte man aber auch Pfeile und Steine auf sie herabregnen lassen können, wären sie Angreifer gewesen.

Die Kavalkade umrundete die Mauern und hielt auf eine Zugbrücke zu, die einen tiefen, natürlichen Felsspalt überspannte, der unter dem Sockel der Wälle noch etwa zwanzig Fuß weiter abfiel. Arhys ritt inzwischen an der Spitze des Zuges. Vor den Toren winkte er und stieß einen Triumphschrei aus. Er trieb sein Pferd an und galoppierte unter dem Torbogen hindurch, wobei die Hufe seines Pferdes gleichsam einen Trommelwirbel schlugen.

Ista folgte ihm in weniger halsbrecherischem Tempo und fand sich plötzlich in einer Umgebung wieder, die wie eine andere Welt wirkte, wie ein verwilderter Garten. Der rechteckige Vorhof war von riesigen Kübeln gesäumt, in denen blühende Blumen und üppige Sträucher wuchsen. Eine Wand war vollständig mit weiteren Töpfen bedeckt, die an Ringen befestigt waren, die man in die Fugen der Mauer getrieben hatte. Farbkaskaden ergossen sich von dort über die hellen Steine — lila, weiß, rot, blau, rosa — und vermischten sich mit den wuchernden grünen Ranken. Eine andere Mauer bot den Hintergrund für einen Aprikosenbaum, der zu gewaltiger Größe herangewachsen war und seine Zweige mit denen eines ebenso alten Mandelbaumes verflocht. Beide standen in voller Blüte. Am gegenüberliegenden Ende des Hofes ruhte ein Balkon auf einer Arkade aus eleganten Steinsäulen. Ein Treppenaufgang mit zierlichen Schnitzereien senkte sich von dort wie ein Wasserfall aus weißem Alabaster in den Hof hinab.

1 ... 40 41 42 43 44 45 46 47 48 ... 135
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)