Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Der Medicus - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Medicus

Электронная книга - «Der Medicus». Краткое содержание книги:

Noah Gordon
Der Medicus
Roman

Titel der Originalausgabe »The Physician«
Copyright © 1986 by Noah Gordon

Aus dem Amerikanische übersetzt
Von Willy Thaler
1 ... 39 40 41 42 43 44 45 46 47 ... 162
Перейти на страницу:

£s hatte keinen Sinn, bei solchen Leuten in die Lehre zu gehen. £r kam auf den Gedanken, dass ein jüdischer Arzt wie Merlin vielleicht eher bereit sein würde, ihn als Lehrling aufzunehmen. Auf dem Hauptplatz von Maldon, wo Arbeiter gerade eine Ziegelmauer errichteten, hielt er an.

»Kennt Ihr Juden in dieser Stadt?« fragte er den Maurermeister. Der Mann starrte ihn an, spuckte aus und wandte sich ab. Er fragte andere Männer auf dem Platz, mit dem gleichen Ergebnis. Endlich sah ihn jemand neugierig an. »Warum sucht Ihr Juden?« »Ich suche einen jüdischen Medicus.«

Der Mann nickte verständnisvoll. »Möge Christus Euch gnädig sein. Es gibt Juden in Malmesbury, und sie haben dort einen Medicus namens Adolescentoli.«

Die Fahrt von Maldon nach Malmesbury dauerte fünf Tage, und er unterbrach sie in Oxford und Alveston, um Vorstellungen zu geben und Arzneien zu verkaufen. Rob fiel ein, dass der Bader Isaak Adolescentoli als berühmten Medicus bezeichnet hatte, und er fuhr hoffnungsvoll in Malmesbury ein, als die Schatten des Abends sich auf den kleinen, bescheidenen Ort senkten. Im Wirtshaus erhielt er eine einfache, aber kräftige Mahlzeit.

Der Bader hätte das Hammelstew als ungewürzt bezeichnet, aber es enthielt viel Fleisch, und nachher konnte er gegen Bezahlung erreichen, dass man für ihn in der Ecke des Schlafraums frisches Stroh aufschüttete.

Am nächsten Morgen beim Frühstück ersuchte er den Wirt, ihm von dem Juden von Malmesbury zu erzählen.

Der Mann hob die Schultern, als wolle er sagen: Was gibt es da zu erzählen?

»Ich bin neugierig, weil ich bis vor kurzem keine Juden kannte.« »Das kommt daher, dass sie in unserem Land selten sind«, antwortete der Wirt. »Der Mann meiner Schwester, ein weitgereister Schiffskapitän, behauptet, dass es in Frankreich viele gibt. Man findet sie in allen Ländern, und sie sind um so zahlreicher, je weiter man nach Osten reist.« »Lebt Isaak Adolescentoli hier unter ihnen? Der Medicus?«

Der Wirt grinste. »Nein, sie leben um Isaak Adolescentoli und sonnen sich in seinem Ruhm.« »Er ist also berühmt?«

»Er ist ein großer Medicus. Die Leute kommen von weit her, um ihn um Rat zu fragen, und wohnen dann in dieser Herberge«, berichtete der Wirt stolz. »Die Pfaffen sind natürlich gegen ihn, aber« — er legte den Finger an die Nase und beugte sich vor- »ich weiß von mindestens zwei Fällen, bei denen er im Dunkel der Nacht geholt und nach Canterbury gebracht wurde, um Erzbischof Aethelnoth zu behandeln, von dem man im vergangenen Jahr befürchtete, dass er sterben

würde.«

Er erklärte Rob, wie er die jüdische Siedlung erreichen könne, und bald fuhr dieser an den grauen Steinmauern der Abtei von Malmesbury vorbei, durch Wälder, Felder und einen steilen Weingarten, in dem Mönche Trauben pflückten. Ein niedriges Wäldchen trennte das Gebiet der Abtei von den Unterkünften der Juden, einer Ansammlung von etwa einem Dutzend Häusern. Das mussten Juden sein: häßliche Männer in losen, schwarzen Kaftanen und glockenförmigen Lederhüten sägten und hämmerten und bauten einen Schuppen. Rob fuhr zu einem Gebäude, das größer war als die anderen und auf dessen großem Hof Pferde angebunden waren und Wagen standen. »Isaak Adolescentoli?« erkundigte sich Rob bei einem der Jungen, die sich um die Tiere kümmerten.

»Er ist im Behandlungsraum«, antwortete der Junge und fing geschickt die Münze auf, die ihm Rob zuwarf, um sicher zu sein, dass die Stute gut behandelt wurde.

Die Haustür führte in einen großen Warteraum mit Holzbänken, auf denen sich leidende Menschen drängten. Es ging zu wie in den Reihen, die vor Robs Wandschirm warteten, aber hier waren viel mehr Menschen. Es gab keinen freien Sitzplatz, und so lehnte er sich an die Wand.

Von Zeit zu Zeit kam ein Mann durch die kleine Tür, die ins Innere des Hauses führte, und holte den Patienten, der jeweils am Ende der ersten Bank saß. Dann rückte jeder um einen Platz vor. Es schien fünf Ärzte zu geben.

Vier waren jung, der fünfte war ein kleiner Mann mittleren Alters, der sich schnell bewegte. Rob nahm an, dass das Adolescentoli war.

Als Rob endlich auf dem ersten Platz der vordersten Bank saß, war der halbe Nachmittag vergangen. Einer der jungen Männer kam heraus. »Ihr könnt mit mir kommen.« Er sprach mit französischem Akzent. »Ich möchte Isaak Adolescentoli sprechen.«

»Ich bin Moses ben Abraham, ein Schüler von Meister Adolescentoli. Ich bin imstande, Euch zu behandeln.«

»Ich bin sicher, dass Ihr mich gut behandeln würdet, wenn ich krank wäre. Ich muss Euren Meister in einer anderen Angelegenheit sprechen.«

Der Schüler nickte und wandte sich an die nächste Person auf der Bank. Nach einer Weile kam Adolescentoli heraus und führte Rob durch die Tür und einen kurzen Korridor entlang; durch eine offenstehende Tür an der linken Seite sah Rob in ein Sprechzimmer mit einem Operationstisch, mit Eimern und Instrumenten. Sie kamen in einen kleinen unmöblierten Raum, der nur einen Tisch und zwei Stühle enthielt. »Was für Beschwerden habt Ihr?« fragte Adolescentoli und hörte etwas überrascht zu, als Rob, statt Symptome zu beschreiben, nervös von seinem Wunsch sprach, Medizin zu studieren.

Auf dem dunklen, gutaussehenden Gesicht des Arztes zeigte sich kein Lächeln. Zweifellos hätte das Gespräch anders geendet, wenn Rob klüger gewesen wäre, doch er konnte nicht anders, er musste eine Frage stellen: »Lebt Ihr schon lange in England, Meister Medicus?« »Warum fragt Ihr danach?« »Ihr sprecht unsere Sprache so gut.«

»Ich bin in diesem Hause zur Welt gekommen«, antwortete Adolescentoli ruhig. »Im Jahre 70 wurden nach der Zerstörung des großen Tempels fünf junge jüdische Gefangene von Titus aus Jerusalem nach Rom gebracht.

Man nannte sie adolescentoli, das lateinische Wort für >die Jungen<. Ich stamme von einem dieser Jungen ab, von Joseph Adolescentoli. Er erlangte die Freiheit, indem er in die Zweite Römische Legion eintrat, mit der er auf diese Insel kam, als deren Einwohner dunkle, kleine Bootsleute waren, die schwarzen Silurer, die ersten, die sich Briten nannten. Lebt Eure Familie auch schon so lange in England?«

»Ich weiß es nicht.«

»Ihr sprecht die Sprache recht gut«, meinte Adolescentoli seidenweich. Rob erzählte ihm von seiner Begegnung mit Merlin und erwähnte nur,

dass sie über die medizinische Ausbildung gesprochen hatten. »Habt Ihr auch bei dem großen persischen Arzt in Isfahan studiert?« Adolescentoli schüttelte den Kopf. »Ich habe die Universität von Bagdad besucht, eine größere medizinische Schule mit einer umfangreichen Bibliothek und Fakultät. Nur hatten wir natürlich nicht Avicenna, den sie Ibn Sina nennen.«

Sie sprachen über Adolescentolis Schüler. Drei waren Juden aus Frankreich und der vierte ein Jude aus Salerno.

»Meine Schüler haben mich Avicenna oder einem anderen Araber vorgezogen«, stellte Adolescentoli stolz fest.

»Ihnen steht natürlich keine solche Bibliothek zur Verfügung wie den Studenten in Bagdad, aber ich besitze das

>Heilkundebuch< des Baldus, das die Heilmittel nach der Methode des Alexander von Tralles aufzählt und angibt, wie man Salben, Packungen und Pflaster herstellt. Meine Schüler müssen das Buch sehr aufmerksam studieren, auch gewisse lateinische Schriften des Paul von Aegina und einige Werke des Plinms. Und noch ehe ihre Lehrzeit zu Ende ist, weiß jeder, wie man zur Ader läßt, ausbrennt, Einschnitte in Adern legt und den grauen Star sticht.« Rob empfand ein überwältigendes Verlangen wie ein Mann, der eine Frau zu Gesicht bekommt, die er sofort besitzen möchte. »Ich wollte Euch bitten, mich als Lehrling aufzunehmen.«

1 ... 39 40 41 42 43 44 45 46 47 ... 162
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)