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Электронная книга - «Der stolze Orinoco». Краткое содержание книги:

Durch ein Unglück wurde eine Familie zerrissen, und nun sucht die Tochter als Erwachsene ihren vermißten Vater, der sie wiederum für tot hält -mitten im Quellgebiet des unerforschten Orinoco findet man die ersten Spuren. Ein mächtiger Indianderstamm lebt unter der Herrschaft eines weißen Häuptlings, und eine Bande Verbrecher bedroht diesen Stamm, als die Expedition gerade eintriftt. Es kommt zum Kampf, und die Verbrecher werden glücklich besiegt.
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Nein, das nicht, und zwar so sehr, daß es auffallend erscheinen konnte. So geschmeichelt sich Jean davon fühlen, so dankbar erkenntlich er sich gegen Jacques Helloch zeigen mochte - stets bewahrte er ihm gegenüber die strengste Zurückhaltung, nicht weil der Sergeant Martial über das Gegentheil gemurrt hätte, sondern in Folge seines etwas schüchternen Charakters, der immer eine gewisse Furchtsamkeit verrieth.

Wenn später der Augenblick der Trennung kam, wenn Jean San-Fernando verließ, weil er seine Nachsuchungen weiter fortsetzen mußte, und wenn Jacques Helloch den Rückweg antrat, da würde diese Trennung Jean gewiß nahe gehen. Vielleicht sagte er sich dann, daß er sein Ziel besser erreicht hätte, wenn Jacques Helloch sein Führer gewesen wäre.

Er empfand schon eine tiefe Erregung, als er am Ende jenes Gespräches, dem er ein gar zu williges Ohr lieh, Jacques Helloch zu seinem Kameraden sagen hörte:

»Ueberdies, Germain, ist auch der junge Mann da, den der Zufall uns in den Weg geführt hat und für den ich mich nun einmal interessiere. Flößt er Dir denn nicht auch eine tiefere Theilnahme ein?

- Gewiß, Jacques!

- Je mehr ich darüber nachdenke, Germain, ob er recht daran gethan hat, dem kindlichen Gefühle zu folgen, das ihn auf diese Reise trieb, desto mehr beschleicht mich die Furcht, ihn bald so großen Schwierigkeiten und Gefahren begegnen zu sehen, daß er sie nicht wird besiegen können. Erhält er in San-Fernando weitere Auskunft, so wird er sich ohne Zweifel auch noch in die Gebiete des oberen Orinoco oder selbst in die des Rio Negro hinauswagen. gewiß, sobald er sich sagt: Dort weilt mein Vater!. wird er dahin gehen wollen. O, es wohnt eine mannhafte Seele in der Hülle dieses Kindes! Man braucht ihn nur zu beobachten, nur zu hören, so erkennt man, daß sein Pflichtgefühl sich bis zur Heldenmüthigkeit gesteigert hat. Meinst Du nicht auch, Germain?

- Ich theile ganz Deine Ansichten über den jungen Kermor, Jacques, und gewiß erschrickst Du mit Recht.

- Und wen hat er, ihn zu berathen, zu vertheidigen? fuhr Jacques Helloch fort. Einen alten Soldaten, der sicherlich für ihn in den Tod ginge. Doch ist das der Begleiter, dessen er bedarf?. Nein, Germain; und willst Du, daß ich rein von der Leber weg spreche?. Nun, es wäre wohl besser, daß das arme Kind in San-Fernando keinerlei Auskunft über seinen Vater erhielte.«

Hätte Jacques Helloch, als er so sprach, Jean beobachten können, so würde er gesehen haben, wie dieser emporschnellte, den Kopf in die Höhe warf, wie seine Augen erglühten und er darauf zusammenbrach, erdrückt von dem Gedanken, daß er seinen Zweck vielleicht doch verfehlte, daß er verurtheilt wäre, ohne den ersehnten Erfolg heimzukehren.

Nach dieser augenblicklichen Schwäche schöpfte er jedoch wieder Muth, als er Jacques Helloch hinzusetzen hörte:

»Doch nein. nein! Das wäre zu grausam für den armen Jean, und ich will immer noch lieber glauben, daß seine Nachforschungen von Erfolg gekrönt sein werden. Durch San-Fernando ist der Oberst von Kermor vor dreizehn Jahren zweifellos gekommen, dort wird Jean erfahren, was aus seinem Vater geworden ist. O, ich würde ihn herzlich gern begleiten!

- Ich begreife Dich, Jacques, ein Führer so wie Du wäre ihm vonnöthen gewesen, und nicht jener alte Brummbär, der ebensowenig sein Onkel ist, wie ich seine Tante bin. Bedenke jedoch, unsre Reiseroute kann nicht die seinige sein, und ohne von Nebenflüssen zu reden, die wir bei der Rückfahrt noch zu besuchen haben.

- Giebt es solche nicht auch oberhalb San-Fernandos? warf Jacques Helloch ein.

- Das wohl, ich kann Dir sogar einige recht sehenswerthe nennen, wie den Cunucunuma, den Cassiquiare, den Mavaca. damit würde uns unsre Fahrt aber bis zu den Quellen des Orinoco führen.

- Was schadete das, Germain? Die Untersuchung würde nur vollständiger werden, das wäre Alles, und der Minister der öffentlichen Aufklärung hätte gewiß keine Ursache, sich darüber zu beklagen.

- Der Minister. der Minister, Jacques! Du springst mit dem Großherrn der Universität um, wie es Dir grade paßt! Wenn nun Jean von Kermor seine Nachsuchungen nicht nach der Seite des Orinoco hin fortzusetzen hätte, wenn er sich durch die Ilanos von Columbia wagte, oder wenn er gar nach dem Becken des Rio Negro oder des Amazonenstromes hinunterginge, was dann?«.

Jacques Helloch antwortete hierauf nicht, weil er nichts antworten konnte. Seine Reise bis zu den Quellen des Orinoco auszudehnen, das lag ja, streng genommen, noch innerhalb des Kreises seiner Mission, anders aber, wenn er das Becken des Stromes und Venezuela selbst verließ, um dem jungen Manne durch die Gebiete Columbias oder Brasiliens zu folgen.

Auf der Nachbarpirogue hatte Jean, im Deckhause auf den Knien liegend, Alles mit angehört. Er wußte, welch innige Theilnahme er den beiden Reisegenossen einflößte, wußte aber auch, daß weder Jacques Helloch noch Germain Paterne an seine angebliche Verwandtschaft mit dem Sergeanten Martial glaubten. Worauf gründete sich dieser Zweifel und was würde sein alter Freund denken, wenn er es erführe?

Und ohne sich zu fragen, was die Zukunft ihm in ihrem Schoße bewahrte und ob die Opferfreudigkeit Jacques Helloch's ihm je zur Stütze und Hilfe werden würde, dankte er inbrünstig dem Himmel, daß er ihn diesen wackern und edelmüthigen Landsmann hatte treffen lassen.

Dreizehntes Capitel

Achtung vor dem Tapir

Als die Reisenden am folgenden Morgen - am 21. September -den kleinen Hafen von Mataweni verließen, befanden sie sich nur noch dreiundeinhalb Tagereisen von San-Fernando entfernt. Erlitten sie keine außergewöhnliche Verzögerung, so mußten sie - selbst bei minder günstiger Witterung - ihr nächstes Ziel in jener kurzen Zeit erreicht haben.

Die Fahrt wurde unter den gewöhnlichen Umständen wieder aufgenommen, unter Benutzung der Segel, wenn der Wind das zuließ, der Palancas und des Garapato, wenn die Piroguen sich das an den Strombiegungen vorhandene Stauwasser zunutze machten, oder endlich der Espilla, wenn die Stangen nicht ausreichten, die starke Strömung zu überwinden.

Die Temperatur hielt sich immer sehr hoch. Langsam zogen gewitterhafte Wolken am Himmel hin und lösten sich wiederholt in lauwarme Regengüsse auf. Dann folgte meist ein so brennender Sonnenschein, daß man unter den Deckhäusern Schutz suchen mußte. Im Ganzen blieb der Wind schwach, unstät und genügte nicht, die Gluth des Luftmeeres zu mildern.

Zahlreiche Rios ergossen sich, namentlich am linken Ufer, in den Strom - unbekannte Rios, deren Bett in der heißen Jahreszeit meist ganz trocken lag. Germain Paterne ließ sie übrigens ganz unbeachtet, und sie verdienten auch wirklich gar keinen Besuch der Geographen.

Wiederholt begegnete man indianischen Canots, bemannt mit Piaroas, die gewöhnlich am rechten Ufer dieses Theiles des Orinoco umherschweifen.

Die Indianer fuhren zutraulich an die Piroguen heran und boten ihre Dienste bei der ermüdenden Benutzung der Espilla an. Diese wurden ohne Zögern angenommen, und die Leute begnügten sich willig mit einer Abfindung in Gestalt von Stoffstücken, werthlosen Glaswaaren und Cigarren. Auch sie sind gewandte Stromschiffer, die bei der Fahrt über Stromschnellen gern herangezogen werden.

In Begleitung eines halben Dutzend von Curiares legte die kleine Flottille bei dem Dorfe Augustino am rechten Ufer an. Chaffanjon erwähnt des Dorfes nicht, aus dem einfachen Grunde, weil es zu seiner Zeit überhaupt nicht bestand.

Die genannten Indianer sind eigentlich nicht seßhaft. So wie ihr Rindenboot, in dem sie über den Strom gesetzt sind, ebenso verlassen sie auch die Hütten wieder, die sie in Zeltform für einige Tage errichtet hatten.

Es hatte jedoch den Anschein, als hätte das Dorf Augustino etwas mehr Aussicht auf längeren Bestand, wenn es auch erst unlängst erbaut war. Es nahm zunächst eine recht glücklich gewählte Stelle an einer Biegung des Orinoco ein. Vor ihm am Strande und hinter ihm bis zu mittelhohen, belaubten Cerros hin erhoben sich Hunderte von prächtigen Baumriesen. Links dehnte sich ein Kautschukbaumwald aus, aus dem die Gomeras große Mengen des werthvollen Federharzes gewannen.

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