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Der Borowski-Betrug

Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:

Er wurde aus der See gezogen — mehr Leichnam als Mann. An seinen Namen kann er sich nicht erinnern. Er ist ein Mensch ohne Vergangenheit und ohne Zukunft — gejagt von mächtigen Feinden; geliebt von einer schönen Frau, die nicht glauben kann, daß er wirklich das ist, was sich langsam herauskristallisiert: Ein Berufsmörder!
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«Ich habe gewartet und gewartet«, hauchte sie schließlich.»Ich hatte solche Angst, solche Sorge um dich. Ist etwas passiert? Ist bei dir alles in Ordnung?«

«Mir geht es gut, so wohl habe ich mich lange nicht mehr gefühlt.«

«Was?«

Er hielt sie an den Schultern fest.»Vor sechs Monaten ist ein Mann getötet worden… Erinnerst du dich?«

Ihr Blick verfinsterte sich.»Ja, ich erinnere mich.«

«Ich habe ihn nicht getötet«, sagte Borowski.»Ich kann ihn nicht getötet haben.«

Sie fanden ein kleines Hotel etwas abseits von dem lärmerfüllten Boulevard Montparnasse. Die Zimmer sahen heruntergekommen aus, aber trotzdem war ein Hauch von Eleganz geblieben, der dem Hotel ein Flair von Zeitlosigkeit verlieh.

Jason schloß die Tür und nickte dem weißhaarigen Pagen zu, dessen anfängliche Gleichgültigkeit sich nach Erhalt einer Zwanzigfrancnote in Nachsicht verwandelt hatte.

«Er hält dich für einen Geistlichen, der von der Vorfreude auf eine sündige Nacht erfüllt ist«, sagte Marie.»Ich hoffe, es ist dir aufgefallen, daß ich gleich zum Bett gegangen bin.«

«Er heißt Herve und wird sehr um unsere Bedürfnisse besorgt sein. «Er ging auf sie zu und nahm sie in die Arme.»Danke für mein Leben«, sagte er.

«Jederzeit, mein Freund. «Sie hielt sein Gesicht mit beiden Händen fest.»Aber laß mich nicht wieder so lange warten. Ich bin fast verrückt geworden; ich habe ständig denken müssen, daß dich jemand erkannt hatte… daß etwas Schreckliches passiert war.«

«Du vergißt, daß niemand weiß, wie ich aussehe.«

«Verlaß dich nicht darauf; das ist nicht wahr. In der Steppdeckstraße waren vier Männer, diesen Bastard am Guisan-Quai eingeschlossen. Sie leben, Jason. Sie erkennen dich bestimmt wieder.«

«Sie sahen einen dunkelhaarigen Mann, der hinkte und der am Kopf und am Hals verbunden war. Nur zwei waren in meiner Nähe: der Mann im Obergeschoß und dieses Schwein im Park. Der erste wird Zürich eine Weile nicht verlassen; er kann nicht gehen, und von seiner Hand ist nicht mehr viel übrig. Der zweite war von einer Taschenlampe geblendet.«

Sie ließ ihn los und runzelte die Stirn.»Du kannst trotzdem nicht sicher sein.«

Wenn Sie Ihr Haar ändern… dann verändert sich auch Ihr Gesicht.

«Ich wiederhole, sie haben einen dunkelhaarigen Mann in Erinnerung. Ich werde mir die Haare färben lassen, ganz einfach. Morgen werde ich zu einem Friseur gehen.«

Sie studierte sein Gesicht.»Ich versuche mir vorzustellen, wie du mit blonden Haaren aussehen wirst.«

«Anders. Nicht viel, aber es wird reichen.«

«Vielleicht hast du recht. «Sie küßte ihn auf die Wange.»Jetzt sag mir, was geschehen ist. Was hast du von diesem… Vorfall vor sechs Monaten erfahren?«

«Es war nicht vor sechs Monaten, und deshalb kann ich ihn nicht getötet haben. «Er erzählte ihr alles, abgesehen von den kurzen paar Augenblicken, in denen er geglaubt hätte, es wäre besser, sie nie wiederzusehen.

«Wenn du dich nicht so deutlich an das Datum hättest erinnern können, wärst du nicht zu mir gekommen, nicht wahr?«

Er schüttelte den Kopf.»Wahrscheinlich nicht.«

«Ich wußte es. Ich habe es gefühlt. Eine Minute lang, während ich vom Cafe zum Museum ging, konnte ich kaum atmen. Es war so, als erstickte ich.«

Sie saß auf dem Bett, er in dem Sessel daneben. Er griff nach ihrer Hand.»Ich bin immer noch nicht sicher, ob es richtig ist, daß wir wieder zusammen sind. Ich habe jenen Mann gekannt, ich habe sein Gesicht gesehen. Zwei Tage bevor er erschossen wurde, war ich in Marseille!«

«Aber du hast ihn nicht umgebracht.«

«Warum war ich dann dort? Warum glauben Leute, daß ich ihn getötet habe? Herrgott, das ist verrückt!«Er sprang auf, und in seinen Augen stand wieder der Schmerz.»Aber jetzt habe ich etwas vergessen: Ich bin ja nicht normal, oder? Ich habe Jahre, ein Leben vergessen.«

Marie sprach ganz sachlich, ohne Mitgefühl in der Stimme.»Die Antworten werden schon kommen. Du mußt Geduld haben. Schließlich wirst du sie dir selbst geben können.«

«Das ist vielleicht gar nicht möglich. Washburn sagte, es sei, wie wenn man Bausteine neu anordnet. «Jason ging ans Fenster und blickte auf die Lichter von Montparnasse hinunter.»Die Bilder sind nicht dieselben; sie werden es nie wieder sein. Irgendwo dort draußen sind Leute, die ich kenne, die mich kennen. Ein paar tausend Meilen entfernt sind andere Leute, die mir wichtig sind… o Gott, vielleicht eine Frau und Kinder; ich weiß es nicht. Ich drehe mich im Wind, werde hin und her geschleudert und kann nicht auf den Boden gelangen. Jedesmal, wenn ich es versuche, werde ich wieder in die Höhe gerissen.«

«In den Himmel?«fragte Marie.

«Ja.«

«Du bist aus einem Flugzeug gesprungen«, sagte sie, und es klang wie eine Feststellung.

Borowski drehte sich um.»Das habe ich dir nie gesagt.«

«Du hast neulich im Schlaf gesprochen. Du hast geschwitzt, dein Gesicht war gerötet.«

«Warum hast du nichts gesagt?«

«Ich habe dich gefragt, ob du ein Pilot wärst oder ob das Fliegen dich stört, besonders nachts.«

«Ich wußte nicht, wovon du geredet hattest. Warum hast du nicht weiter gefragt?«

«Davor hatte ich Angst. Du warst dicht vor einem hysterischen Anfall. Ich kann dir dabei helfen, daß du dich an weitere Einzelheiten erinnerst, aber mit deinem Unterbewußtsein setze ich mich besser nicht auseinander. Ich glaube, nur ein Arzt sollte dies versuchen.«

«Ein Arzt? Ich war fast sechs Monate mit einem zusammen.«

«Nach dem, was du über ihn erzählt hast, glaube ich, daß wir noch eine andere Ansicht brauchen.«

«Ich nicht!«erwiderte er, von seinem eigenen Ärger verwirrt.

«Warum nicht?«Marie erhob sich vom Bett.»Du brauchst Hilfe, mein Liebster. Ein Psychiater könnte…«

«Nein!«Er schrie es hinaus, ohne es zu wollen, wütend auf sich selbst.»Das tu ich nicht. Das kann ich nicht.«

«Bitte sag mir, warum«, fuhr sie ruhig fort. Sie stand jetzt direkt vor ihm.

«Ich… ich… kann das nicht.«

«Sag mir nur, warum, sonst nichts.«

Borowski starrte sie an, dann drehte er sich um und blickte wieder zum Fenster hinaus.

«Weil ich Angst habe. Jemand hat gelogen, und ich war dafür dankbarer, als ich dir sagen kann. Aber nimm einmal an, sonst seien da keine Lügen mehr, der Rest sei wahr. Was tue ich dann?«

«Willst du damit ausdrücken, daß du die Wahrheit gar nicht erfahren willst?«

«Nicht so. «Er hatte die Augen immer noch auf die Lichter in der Tiefe gerichtet.»Versuche, mich zu verstehen«, sagte er.»Ich muß bestimmte Dinge wissen, um eine Entscheidung treffen zu können… aber vielleicht nicht alles. Ich muß zu mir selbst sagen können, daß das, was einmal war, nicht länger ist, und die Möglichkeit besteht, daß es niemals war, weil ich keine Erinnerung daran besitze. Woran ein Mensch sich nicht erinnern kann, das existiert auch nicht für ihn. «Er wandte sich ihr wieder zu.»Was ich dir klarzumachen versuche, ist, daß es so vielleicht besser ist.«

«Du willst Hinweise, aber keinen Beweis; ist das richtig?«

«Ich suche Pfeile, die in die eine oder die andere Richtung weisen und mir sagen, ob ich fliehen soll oder nicht.«

«Dir sagen. Was ist mit uns?«

«Das wird schon mit den Pfeilen kommen. Das weißt du doch.«

«Dann laß sie uns finden«, erwiderte sie.

«Sei vorsichtig. Vielleicht kannst du mit dem, was dort draußen uns erwartet, nicht leben. Ich meine das ernst.«

«Ich kann mit dir leben. Das meine ich ebenso ernst. «Sie berührte sein Gesicht.»Komm jetzt, in Ontario ist es noch nicht einmal fünf Uhr nachmittags. Ich werde Peter noch in seinem Büro erreichen. Er soll gleich mit der Treadstone-Suche beginnen… und uns den Namen von jemandem in der Botschaft geben, der uns helfen wird.«

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