Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Триллеры » Der Borowski-Betrug
Der Borowski-Betrug - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Borowski-Betrug

Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:

Er wurde aus der See gezogen — mehr Leichnam als Mann. An seinen Namen kann er sich nicht erinnern. Er ist ein Mensch ohne Vergangenheit und ohne Zukunft — gejagt von mächtigen Feinden; geliebt von einer schönen Frau, die nicht glauben kann, daß er wirklich das ist, was sich langsam herauskristallisiert: Ein Berufsmörder!
1 ... 38 39 40 41 42 43 44 45 46 ... 150
Перейти на страницу:

Nachdem Marie seinem Blickfeld entschwunden war, wartete er noch einige Minuten. Er wollte sicher sein, daß niemand ihr folgte. Dann begab er sich gemächlich zum Schalter und löste eine Fahrkarte nach Frankfurt. Von dort aus wollte er eine Maschine in die französische Hauptstadt nehmen.

Er würde Marie später in dem Cafe treffen, an das sie sich aus ihrer Oxford-Zeit erinnerte. Es nannte sich >Au Coin de Cluny< und lag am Boulevard Saint-Michel, einige Häuserblocks von der Sorbonne entfernt. Falls es das Cafe nicht mehr geben sollte, würde Jason sie gegen neun am Eingang zum Cluny-Museum finden.

Borowski würde sich verspäten, er würde in der Nähe sein, aber zu spät kommen. Die Sorbonne verfügte über eine der umfangreichsten Bibliotheken von ganz Europa, und irgendwo in dieser Bibliothek waren alte Zeitungen archiviert. Die Universitätsbibliothek war auch in den Abendstunden geöffnet. Sobald er nach Paris kam, wollte er sie aufsuchen. Es gab etwas, was er in Erfahrung bringen mußte.

Ich lese jeden Tag die Zeitungen. In drei Sprachen. Vor sechs Monaten ist ein Mann getötet worden; jede der drei Zeitungen meldete seinen Tod auf dem Titelblatt. Das hatte ein dicklicher Mann in Zürich gesagt.

Er gab seinen Koffer in der Garderobe der Bibliothek ab und ging ins Obergeschoß, wo sich der große Lesesaal befand. Nach längerem Suchen fand er die Regale, in denen die Zeitungen aufbewahrt wurden. Die Ausgaben reichten genau ein Jahr zurück.

Er konzentrierte sich auf die Nummern, die vor mehr als einem halben Jahr erschienen waren. Von diesem Zeitpunkt an verfolgte er sie zehn Wochen zurück. Er setzte sich an den nächsten freien Tisch und durchblätterte jede Zeitung von Anfang bis Ende.

Der Dollar war gefallen, der Goldpreis gestiegen; Streiks hatten die Wirtschaft einiger Länder fast zum Erliegen gebracht. Aber in dieser Zeitspanne war kein Mann ermordet worden, der Schlagzeilen verdient hätte. Nirgendwo fand er eine Meldung dieser Art.

Jason setzte seine Suche fort und nahm sich auch die noch älteren Ausgaben vor. Wieder nichts. Schließlich holte er sich die Zeitungen, die vor vier und fünf Monaten gedruckt worden waren. Aber erneut war die Mühe umsonst. Hatte ein schwitzender, fetter Mann in Zürich gelogen? War alles eine Lüge? Erlebte er einen Alptraum, der verschwinden würde, sobald…

Sein Blick fiel auf die Titelseite der letzten Nummer.

BOTSCHAFTER LELAND IN MARSEILLE ERMORDET!

Die riesigen Blockbuchstaben der Schlagzeile sprangen ihm förmlich ins Gesicht, taten seinen Augen weh. Das war kein eingebildeter Schmerz, sondern ein scharfes Stechen, das durch seine Augenhöhlen in seinen Kopf drang. Sein Atem stockte, seine Augen hafteten unverwandt an dem Wort LELAND. Er kannte diesen Namen, er konnte sich das Gesicht des Mannes genau vorstellen: Buschige Brauen unter einer hohen Stirn, eine kräftige Nase zwischen hohen Backenknochen und über auffallend schmalen Lippen ein säuberlich gestutzter grauer Schnurrbart. Er kannte das Gesicht, kannte den Mann, der durch einen einzigen Schuß getötet worden war. Der Schütze hatte ihn aus einem Fenster irgendwo im Hafengebiet abgefeuert. Botschafter Howard Leland war um fünf Uhr nachmittags an einem Pier in Marseille entlanggegangen, als ihn die Kugel traf.

Borowski brauchte den zweiten Absatz gar nicht zu lesen, um zu wissen, daß Howard Leland Admiral der US-Marine gewesen war, ehe er zum Chef der Marineabwehr und schließlich zum Militärattache in Paris ernannt wurde. Er brauchte den Artikel nicht weiter zu lesen, um die Hintergründe des Mordes zu erfahren — er kannte sie bereits. Lelands wichtigste Funktion in Paris war es, der französischen Regierung die Genehmigung umfangreicher Waffenverkäufe auszureden — insbesondere die Lieferung ganzer Geschwader von Mirage-Düsenjägern, die für Afrika und den Mittleren Osten bestimmt waren. Er hatte in erstaunlichem Maße Erfolg gehabt, damit aber gleichzeitig den Zorn der Abnehmer erregt. Man vermutete, daß der Täter in ihrem Auftrag gehandelt hatte. Der Mord an Leland sollte zugleich als Warnung für andere dienen.

Und der Mann, der ihn getötet hatte, hatte ohne Zweifel für seine Dienste eine stattliche Geldsumme kassiert, weit weg vom Schauplatz des Verbrechens, und alle Spuren waren beseitigt worden. In Zürich hatte ein Bote einen Mann ohne Beine aufgesucht: ein zweiter hatte einen fettleibigen Mann in einem überfüllten Restaurant alarmiert.

Zürich.

Marseille.

Jason schloß die Augen, der Schmerz war jetzt unerträglich. Er war vor fünf Monaten aus dem Meer gefischt worden, und man vermutete, daß er sich in Marseille eingeschifft hatte. Und wenn es Marseille war, hatte er mit einem gemieteten Boot die Flucht ergriffen. Alles paßte zu gut, jedes einzelne Stück des Gedankenpuzzles paßte zum nächsten. Wie konnte er all die Dinge wissen, wenn er nicht der Mörder von Howard Leland war?

Er schlug die Augen auf, der Schmerz hinderte ihn am Denken, aber nicht völlig. Eine Entscheidung war so klar wie nur irgend etwas: Es würde in Paris kein Zusammentreffen mit Marie St. Jacques geben.

Vielleicht würde er ihr eines Tages einen Brief schreiben und die Dinge aussprechen, die er jetzt nicht sagen konnte. Erst mußte er Distanz zwischen ihnen schaffen, sie durfte nicht mit einem bezahlten Killer in Verbindung gebracht werden. Sie hatte unrecht gehabt, seine schlimmsten Ängste hatten sich bestätigt.

Die Titelseite mit der schrecklichen Schlagzeile, die so viel in ihm ausgelöst, so viele Dinge bestätigt hatte, trug das Datum Donnerstag, 26. August. An diesen Tag würde er sich erinnern können, solange er lebte.

Donnerstag, 26. August…

Etwas stimmte nicht. Was war es? Der Tag? Donnerstag bedeutete ihm nichts. Der 26. August?… Der Sechsundzwanzigste? Das konnte nicht stimmen. Wie oft hatte Washburn, der ausführlich Tagebuch über seinen Patienten geführt hatte, jede einzelne Tatsache wiederholt, jeden Satz, den Jason geäußert hatte.

Man hat Sie am vierundzwanzigsten August, einem Dienstagmorgen, zu meiner Tür gebracht; es war genau acht Uhr zwanzig. Ihr Zustand war…

Dienstag, 24. August.

24. August.

Er war also am 26. August nicht in Marseille gewesen! Er konnte kein Gewehr aus einem Fenster im Hafenviertel abgefeuert haben. Er hatte Howard Leland nicht getötet!

Vor sechs Monaten ist ein Mann getötet worden… Aber es waren nicht sechs Monate; das könnte nur ungefähr richtig sein. An jenem Tage hatte er halb tot im Haus eines Alkoholikers auf der Ile de Port Noir gelegen.

Die Nebel lichteten sich, der Schmerz wich zurück. Ein Hochgefühl erfüllte ihn; er hatte eine konkrete, nachweisbare Lüge gefunden! Und wenn es eine gab, würden da auch noch andere sein! Borowski sah auf die Uhr; es war Viertel nach neun. Marie hatte bestimmt inzwischen das Cafe verlassen und wartete jetzt vor dem Eingang des Cluny-Museums auf ihn.

Er verließ eilig die Bibliothek und lief den Boulevard Saint-Michel hinunter. Bei jedem Schritt wurde er schneller. Er hatte das Gefühl zu wissen, wie es war, wenn man zum Tode verurteilt war und begnadigt wurde. Für eine Weile hatte er die von Gewalt erfüllte Finsternis hinter sich gelassen, befand sich jenseits der grollenden Wogen. Plötzlich hatte er den Wunsch, seine Euphorie mit ihr zu teilen. Er mußte zu ihr, sie an sich drücken und ihr sagen, daß Hoffnung war.

Er sah Marie auf den Stufen stehen, die Arme auf der Brust verschränkt, um sich gegen den eisigen Wind zu schützen, der vom Boulevard herüberfegte. Zuerst bemerkte sie ihn nicht, ihre Augen suchten die von Bäumen gesäumte Straße ab. Sie war unruhig, besorgt um ihn.

Da entdeckte sie ihn. Ihr Gesicht begann zu leuchten, plötzlich war es von Leben erfüllt. Sie rannte auf ihn zu, als er die Treppen hinaufeilte. Sie umarmten sich und einen Augenblick lang schwiegen beide und spürten die Wärme des anderen.

1 ... 38 39 40 41 42 43 44 45 46 ... 150
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)