Eiswelt
- Автор: Клемент Хол
- Год: 1983
- Язык: немецкий
- Год: Bastei-Lübbe
- ISBN: 978-3-404-22060-1
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Eiswelt». Краткое содержание книги:
Als Sallman die Rauschgiftwelt im Sichtschirm seines Raumschiffs auftauchen sieht, stockt ihm der Atem. Auf einem solchen Planeten soll es tatsächlich intelligentes Leben geben? Denn was er sieht, muß ihm als Bewohner einer Hitzewelt wie die Hölle erscheinen. So existiert Schwefel dort nicht als Gas, sondern in fester Form, und Wasser ist in flüssigem Zustand vorhanden.
»Dumm ist er nicht«, sagte Feth, der ihm gedankenvoll nachsah. »Aber er traut seiner Bildung wohl nicht über den Weg. Also, was wollten Sie vor Drai geheimhalten?«
»Mir ist eingefallen, daß unser Chef alles mitanhören wird wollen, was auf Planet Drei vor sich geht, sobald wir ein halbwegs anständiges Mittel zur Verständigung mit den Eingeborenen gefunden haben. Ich habe ein paar vage Ideen, wie man diese Wesen nutzbringend einsetzen könnte. Mir wäre lieber, Drai würde nicht alle Gespräche mitanhören. Da es im Augenblick keine Möglichkeit gibt, dies zu verhindern, möchte ich wissen, ob es nicht möglich wäre, mich mit dem Torpedolautsprecher zu verbinden, ohne daß hier oben alles mitgehört wird. Am besten wäre es, wenn ich Sie nach Belieben ein- und ausschalten könnte, damit Drai so viel mitbekommt, daß er nicht Argwohn schöpft.«
»Ja, das müßte sich machen lassen«, sagte Feth bedächtig. »Ich fürchte nur, es wird mehr Arbeit kosten, als die Sache wert ist. wäre es nicht viel einfacher, wenn Sie eine zweite Anlage ins Torpedo mitnähmen? Es besteht die Möglichkeit, Sender und Empfänger in den Panzer einzubauen. Dann könnten Sie die eine oder andere Anlage einschalten, ganz nach Belieben.«
»Wird das Fehlen der zweiten Anlage nicht auffallen?«
»Erst wenn Drai sich mehr für die technischen Einzelheiten interessiert, als er es bis jetzt getan hat.«
»Na schön, machen wir es so. Jetzt noch etwas: Ich habe bereits vorgeschlagen, den Panzer vertikal anstatt horizontal vom Torpedo hängen zu lassen, so daß ich mich umhertragen lassen kann, anstatt dieses Stück Metall unter erhöhter Schwerkraft weiterzubewegen.«
»Ja, das wird nicht weiter schwierig sein.«
»Noch ein Grund spricht dafür. Das einzige unbehagliche Gefühl auf diesem Planeten hatte ich in den Füßen. Auf diese Weise können wir Bodenberührung vermeiden und es kommt gar nicht erst zum Wärmeverlust.
Als zweites hatte ich noch eine Idee zur Torpedosteuerung. Wäre es möglich, eine so kleine Einheit zusammenzubasteln, daß ich sie selbst mit herumtragen kann und Ihnen nicht jede Bewegung ansagen muß? Auf diese Weise könnte ich mich frei bewegen.«
Feth runzelte die Stirn. »Daran dachte ich selbst schon, während ich Ihnen ständig das Torpedo nachschickte. Also ehrlich gesagt, bezweifle ich, daß es möglich ist. Nicht die Kleinheit der Steuerung ist es, die Schwierigkeiten macht, vielmehr glaube ich, daß es mit dem vorhandenen Material nicht zu schaffen ist. Aber ich will es versuchen, wenn wir wieder auf Eins sind. Ich nehme an, Sie haben nichts dagegen, wenn Drai von diesen letzten zwei Vorschlägen hört?«
»Nein, keineswegs. Es wird ihn sicher freuen. Vermutlich erübrigt sich die Hoffnung, er würde selbst eine Landung auf Drai wagen, wenn erst feststeht, daß es ungefährlich ist?«
Feth grinste breit. »Dazu bedarf es besserer Psychologen, als wir es sind. Drais Vertrauen in seine Mitarbeiter reicht nicht so weit. Und außerdem, was würde das schon nützen? Wir hätten nichts davon, wenn wir ihn dort aussetzten, so verlockend diese Idee auch klingt, und ihn mit Drohungen einzuschüchtern ist ebenso sinnlos, da er natürlich jedes abgepreßte Versprechen brechen würde.«
»Na ja, viel habe ich mir von dem Vorschlag ohnehin nicht erwartet. Aber jetzt bin ich dafür, daß wir die Proben schleunigst auf Planet Eins bringen, ehe sie erfrieren. Dort wollen wir rasch ein Vivarium zusammenbasteln. Wenn es uns glückt, auch nur irgend etwas zum Gedeihen zu bringen, wird Drai für eine Weile Ruhe geben.«
Das Torpedo, das Ken und seine Proben zur Karella gebracht hatte, wurde an den Rand des Reflektorfelds gelenkt, als Ken sich aus den Halterungen gelöst hatte. Feth kehrte zu seinen Instrumenten zurück und führte das Schiff ganz nahe an den Rumpf des Schiffes heran, so daß es von den Antriebsfeldern der Karella mitgezogen wurde. Auf Kens Wunsch hin hielt Lee wieder auf die Sonne zu. Dreizehnhundert Kilometer über der Merkur-Oberfläche wurde das Torpedo wieder losgeschickt, um von Feth in der Höhle sanft gelandet zu werden. Vor einiger Zeit war dort eine Fernsehanlage eingerichtet worden, mit deren Hilfe er jetzt die Landung durchführte. Er richtete es so ein, daß etwa ein Meter der Torpedospitze sich in der Sonne befand, während alles andere im Schatten eines großen Felsens zu liegen kam. Damit war seiner Ansicht nach die richtige Temperatur wenigstens für einige Stunden aufrechtzuerhalten.
Kaum war die Karella gelandet, als er und Ken in die Werkstatt gingen. Dort wurde in aller Eile ein Metallbehälter zusammengestellt, etwa sechzig Zentimeter hoch, einen Meter lang und ebenso breit. Feth verschweißte sorgfältig alle Fugen und unterzog sie einem vollen Drucktest. Auf den Behälter kam ein Glasdeckel, mit Silizium-Vakuum-Wachs abgedichtet, das zur Standardausrüstung aller Raumschiffe gehörte. Auch diesen Deckel unterzog er einer Druckprobe, die einem irdischen Barometerstand von zwölfhundertfünfzig Millimeter entsprach. Ein zweiter, ähnlicher Behälter, in dem der erste Platz haben sollte, wurde eben zusammengebaut, ab Drai auftauchte. Offenbar hatte er endlich mitgekriegt, daß das Schiff gelandet war. »Na, Sie haben also mit einem Eingeborenen sprechen können, hörte ich eben von Lee. Bravo, sehr gut gemacht. Haben Sie irgend etwas über die Herstellung des Tafaks herausbekommen?«
»So gut können wir uns nicht verständigen.« Ken unterdrückte seinen Sarkasmus nach besten Kräften. »Unsere Arbeit war nach anderen Gesichtspunkten ausgerichtet.« Er deutete auf das halbfertige Vivarium. Drai betrachtete das Gebilde stirnrunzelnd, als müsse er sich über dessen Zweck erst klar werden. »Es ist eine kleine Kammer, in der wir hoffentlich die Umweltbedingungen von Planet Drei nachvollziehen können. Mehr oder weniger ein reines Experiment. Zwischen den beiden Behältern stellen wir ein Vakuum her. Feth sagt, einer der mit Schwefelhexafluorid betriebenen Kühlschränke, die er vor Jahren zusammenbaute, könnte die Temperatur entsprechend niedrig halten. Wir haben jetzt so viel Luft von Planet Drei, daß wir den Behälter mehrmals unter entsprechendem Druck füllen können.«
Drais Miene verriet seine Verwunderung. »Ist der Behälter für einen Eingeborenen nicht zu klein? Lee sagte mir, Sie hätten die auf fast eineinhalb Meter geschätzt. Außerdem weiß ich ja von diesen Plänen gar nichts.«
»Eingeborene? Ich dachte, wir sollten hier Pflänzchen ziehen! Was sollen wir hier mit einem Eingeborenen?«
Drais Miene verklärte sich. »Ach, ich verstehe. Ich wußte ja nicht, daß Sie schon Pflanzen mitgebracht haben. Hm; wenn ich es recht überlege, wäre es aber gar nicht schlecht, wenn man einen oder zwei Eingeborene zur Hand hätte. Falls die Planetenbewohner halbwegs zivilisiert sind, könnte man die Gefangenen gegen gewaltige Mengen von Tafak austauschen, und wir könnten sie außerdem in der Höhle zum Bearbeiten und Ernten des Tafaks verwenden. Vielen Dank für die Idee.«
»Ich weiß bloß nicht, wie intelligent die Eingeborenen sind«, antwortete Ken. »Aber ich halte sie nicht für so hirnverbrannt, daß sie einfach in einen Käfig hineinmarschieren, den wir offen vor sie hinstellen. Wenn es Ihnen nichts ausmacht, behalte ich mir diese Möglichkeit als letzte Ausflucht vor… wir werden schon genug Ärger haben, unsere Erdproben und die Samen von ihren jetzigen Behältern in diesen hier zu verlagern, ohne daß sie unserer Atmosphäre oder dem leeren Raum ausgesetzt werden. Hundertmal schlimmer wäre es, einen Eingeborenen in eine dieser Höhlen hineinzubekommen.«