Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]
- Автор: Скальци Джон
- Серия: Krieg der Klone #1
- Год: 2007
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne Verlag
- ISBN: 978-3-641-02950-0
- Переводчик: Bernhard Kempen
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
»Wie bitte?«, sagte sie. »Würde es Ihnen etwas ausmachen, Ihren letzten Satz noch einmal zu wiederholen?«
»Ich sagte, ich glaube, das Problem mit der KVA ist nicht, dass sie keine exzellente Streitmacht wäre, sondern dass sie viel zu einfach einzusetzen ist.«
»Tatsächlich«, sagte Viveros. »Das ist eine interessante These.«
»Es ist wirklich nicht schwer zu verstehen«, sagte Bender und nahm eine Haltung an, die ich sofort wiedererkannte, weil ich sie bereits auf Bildern von ihm gesehen hatte◦– die Hände ausgestreckt und leicht nach innen gebogen, als würde er das Thema, über das er sich ausließ, festhalten und seinen Zuhörern präsentieren. Nachdem ich nun auf der Empfängerseite dieser Geste stand, erkannte ich, wie herablassend sie wirkte. »Es steht außer Zweifel, dass die Koloniale Verteidigungsarmee eine außergewöhnlich fähige Kampftruppe darstellt. Doch realistisch betrachtet geht es darum gar nicht. Es geht um die Frage, was wir tun, um ihren Einsatz zu vermeiden. Gab es Situationen, in denen die KVA eingesetzt wurde, obwohl intensive diplomatische Bemühungen möglicherweise bessere Ergebnisse erbracht hätten?«
»Offenbar haben Sie nicht die gleiche Rede gehört wie ich«, sagte ich. »Ich meine die, in der es heißt, dass wir nicht in einem perfekten Universum leben und die Konkurrenz um Grundstücke hart und brutal ist.«
»Ich habe sie sehr wohl gehört«, sagte Bender. »Ich kann nur nicht behaupten, dass ich auch daran glaube. Wie viele Sterne gibt es in der Galaxis? Vielleicht ein paar hundert Milliarden. Von denen die meisten in irgendeiner Form ein Planetensystem haben. Die Fläche der verfügbaren Grundstücke tendiert gegen unendlich. Nein, ich glaube vielmehr, dass es in Wahrheit um etwas ganz anderes geht. Wir setzen Gewalt ein, wenn wir mit anderen intelligenten Spezies zu tun haben, weil Gewalt die einfachste aller Lösungen ist. Gewalt ist schnell, direkt und einfach, verglichen mit den Kompliziertheiten der Diplomatie. Entweder hat man ein Stück Land, oder man hat es nicht. Im Vergleich dazu ist die Diplomatie in intellektueller Hinsicht ein wesentlich schwierigeres Unterfangen.«
Viveros warf mir einen kurzen Blick zu, dann schaute sie wieder zu Bender. »Sie glauben, das, was wir hier tun, wäre einfach?«
»Nein, das glaube ich nicht.« Bender lächelte und hob beschwichtigend die Hand. »Ich habe nur gesagt: verglichen mit der Diplomatie. Wenn ich Ihnen eine Waffe in die Hand drücke und Ihnen sage, dass Sie einheimische Bewohner von einem Hügel vertreiben sollen, ist die Sache ziemlich einfach. Aber wenn ich Ihnen sage, dass Sie zu den Bewohnern gehen und eine Vereinbarung aushandeln sollen, durch die der Hügel in unseren Besitz gelangt, gibt es sehr viele andere Dinge zu bedenken. Was soll mit den gegenwärtigen Bewohnern geschehen, wie können sie entschädigt werden, welche Rechte haben sie weiterhin in Bezug auf den Hügel und so weiter.«
»Vorausgesetzt, die Leute auf dem Hügel erschießen Sie nicht einfach, wenn Sie mit dem Diplomatenkoffer in der Hand aufkreuzen«, sagte ich.
Bender lächelte mich an und hob energisch den Zeigefinger. »Sehen Sie, genau das ist der Punkt. Wir gehen davon aus, dass unsere Gegner die gleiche kriegerische Perspektive einnehmen wie wir. Aber was wäre◦– nur mal theoretisch angedacht -, wenn wir die Tür zur Diplomatie öffnen würden, vielleicht nur einen kleinen Spalt weit? Würde es nicht jede intelligente Spezies vorziehen, durch diese Tür zu treten? Nehmen wir zum Beispiel die Bewohner von Whaid. Wir werden in Kürze gegen sie in die Schlacht ziehen, nicht wahr?«
So war es. Die Whaidianer und die Menschen hatten sich schon seit mehr als zehn Jahren belagert und einen Kampf um das Earnhardt-System ausgetragen, in dem es drei Welten gab, die für beide Völker bewohnbar waren. Systeme mit mehreren bewohnbaren Planeten waren ziemlich selten. Die Whaidianer waren hartnäckig, aber auch verhältnismäßig schwach. Sie hatten nur wenige Planeten besiedelt, und der Hauptteil ihrer Industrie konzentrierte sich immer noch auf ihre Heimatwelt. Da die Whaidianer den Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden hatten und sich nicht vom Earnhardt-System fernhalten wollten, sah der Plan vor, in ihr Territorium einzudringen, um ihren Raumhafen und die wichtigsten Industriegebiete zu zerstören, damit ihre Expansionskapazitäten um mehrere Jahrzehnte zurückgeworfen wurden. Die 233. war ein Teil der Streitmacht, die in der Hauptstadt landen und dort für etwas Unordnung sorgen sollte. Wir sollten nach Möglichkeit keine Zivilisten töten, aber vielleicht ein paar Löcher in ihre Parlamentsgebäude und religiösen Versammlungszentren schießen. Dieses Unternehmen schädigte zwar nicht ihre Industrie, aber es vermittelte ihnen die Botschaft, dass wir sie jederzeit fertigmachen konnten, wenn uns danach war. Sie sollten ein wenig eingeschüchtert werden.
»Was ist mit ihnen?«, fragte Viveros.
»Ich habe mir die Informationen über dieses Völkchen etwas genauer angesehen«, sagte Bender. »Sie müssen wissen, dass sie eine bemerkenswerte Kultur haben. Ihre höchste Kunstform ist eine Art von Massengesang, der an gregorianische Chöre erinnert. Eine komplette Stadt der Whaidianer fängt auf einmal zu singen an. Es heißt, man kann die Gesänge über mehrere Kilometer hören, und sie gehen über Stunden.«
»Also?«
»Also handelt es sich hier um eine Kultur, die wir bewundern und erforschen sollten, statt die Leute auf ihren Planeten zurückzuwerfen, weil sie uns im Weg sind. Haben die Kolonialen auch nur versucht, für den Konflikt mit diesem Volk eine friedliche Lösung zu finden? Ich konnte nirgendwo entsprechende Informationen finden. Ich finde, wir sollten den Versuch machen. Vielleicht könnten sogar wir diesen Versuch unternehmen.«
Viveros schnaufte. »Die Aushandlung von Friedensverträgen gehört nicht ganz zu unserem Aufgabenbereich, Bender.«
»Während meiner ersten Amtszeit als Senator war ich anlässlich einer Party mit Wirtschaftsvertretern in Nordirland, und am Ende konnte ich mit den Katholiken und Protestanten die Bedingungen eines Friedensvertrags aushandeln. Ich war nicht befugt, einen Vertrag abzuschließen, und meine Bemühungen lösten in den Vereinigten Staaten eine große Kontroverse aus. Aber wenn sich die Gelegenheit bietet, Frieden zu schließen, müssen wir sie nutzen.«
»Daran erinnere ich mich«, sagte ich. »Das war kurz vor den blutigsten Demonstrationsmärschen der vergangenen zwei Jahrhunderte. Das würde ich nicht als erfolgreichen Friedensschluss bezeichnen.«
»Daran waren nicht die Vereinbarungen schuld«, erwiderte Bender im Ton der Rechtfertigung. »Irgendein katholischer Jugendlicher unter Drogen warf eine Granate in einen Zug der Orange Order, und danach war alles vorbei.«
»Diese verdammten Menschen, die immer wieder den friedlichen Idealen in die Quere kommen«, sagte ich.
»Ich erwähnte bereits, dass Diplomatie keine einfache Sache ist«, sagte Bender. »Trotzdem glaube ich, dass wir letztlich mehr gewinnen, wenn wir versuchen, mit diesen Völkern zusammenzuarbeiten, statt sie auszulöschen. Zumindest sollte man diese Möglichkeit nicht von vornherein ausschließen.«
»Danke für die Belehrung, Bender«, sagte Viveros. »Wenn Sie die Freundlichkeit haben, mir jetzt das Wort zu überlassen, möchte ich zwei Dinge klarstellen. Erstens: Solange Sie noch nicht gekämpft haben, interessiert es mich und alle anderen einen Scheißdreck, was Sie wissen oder zu wissen glauben. Wir sind hier nicht in Nordirland, wir sind hier nicht in Washington, wir sind hier nicht einmal auf der Erde. Sie haben sich als einfacher Soldat rekrutieren lassen, und das sollten Sie nie vergessen. Zweitens: Unabhängig von dem, was Sie glauben, Gefreiter, sind Sie jetzt nicht mehr dem Universum oder der gesamten Menschheit verpflichtet, sondern nur mir, Ihren Kameraden, Ihrer Kompanie und der KVA. Wenn man Ihnen einen Befehl erteilt, führen Sie ihn aus. Wenn Sie etwas tun, das über den Rahmen Ihrer Befehle hinausgeht, müssen Sie sich deswegen vor mir verantworten. Haben Sie das verstanden?«