Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]
- Автор: Скальци Джон
- Серия: Krieg der Klone #1
- Год: 2007
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne Verlag
- ISBN: 978-3-641-02950-0
- Переводчик: Bernhard Kempen
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
Bender und ich fanden eine spiralförmige Rampe, die nach oben führte. Keiner von den Whaidianern aus der Lobby folgte uns. Ich vermutete, dass sie so sehr mit anderen KVA-Soldaten beschäftigt waren, dass sie gar nicht mehr an uns dachten. Die Rampe endete auf dem Dach. Ich hielt Bender zurück, bevor wir in Sicht kamen, und schob mich dann vorsichtig weiter. Ich sah drei Whaidianer, die sich als Heckenschützen hinter der Brüstung des Gebäudes verschanzt hatten. Ich erledigte zwei und Bender den dritten.
Was jetzt?, sendete Bender.
Folgen Sie mir, gab ich zurück.
Ein durchschnittlicher Whaidianer sieht ungefähr wie eine Kreuzung zwischen einem Schwarzbären und einem großen, wütenden Flughörnchen aus. Die Whaidianer, die wir erschossen hatten, sahen wie große wütende Schwarzflugbärenhörnchen mit Gewehren und zertrümmerten Schädeln aus. Wir robbten so schnell wie möglich zur Dachkante. Ich winkte Bender, dass er unter einen der toten Heckenschützen kriechen sollte. Ich übernahm einen anderen.
Kriechen Sie drunter, sendete ich.
Was?, kam von Bender zurück.
Ich zeigte auf die anderen Dächer. Andere Whaidianer auf den Dächern. Wir müssen uns tarnen, während ich sie ausschalte.
Was soll ich machen?, fragte Bender.
Den Eingang zum Dach beobachten und aufpassen, dass sie mit uns nicht dasselbe machen, was wir mit ihnen gemacht haben.
Bender verzog das Gesicht und kroch unter seinen toten Whaidianer. Ich tat dasselbe und bereute es schon im nächsten Moment. Ich wusste nicht, wie ein lebender Whaidianer roch, aber ein toter roch auf jeden Fall verdammt übel. Bender drehte sich um und behielt die Tür im Auge. Ich sendete Viveros per BrainPal einen Überblick des Geländes und kümmerte mich dann um die Heckenschützen auf den anderen Dächern.
Ich erwischte sechs auf vier verschiedenen Dächern, bevor sie merkten, was vor sich ging. Schließlich sah ich einen, der seine Waffe auf unser Dach richtete. Ich schickte ihm einen Gruß mitten ins Gehirn und forderte Bender auf, sich seiner Leiche zu entledigen und vom Dach zu verschwinden. Wir waren erst wenige Sekunden weg, als die Raketen einschlugen.
Auf dem Weg nach unten stießen wir auf die Whaidianer, mit denen ich auf dem Weg nach oben gerechnet hatte. Die Frage, wen die Begegnung mehr überraschte, war beantwortet, als Bender und ich als Erste das Feuer eröffneten und uns ins nächste Stockwerk flüchteten. Ich schickte ein paar Granaten die Rampe hinunter, damit die Whaidianer etwas zum Grübeln hatten, während Bender und ich weiterrannten.
»Was, zum Teufel, machen wir jetzt?«, brüllte Bender mir zu, als wir durch das Gebäude liefen.
Benutzen Sie den BrainPal, Sie Arschloch!, sendete ich und ging um eine Ecke. Dahinter trat ich an eine Glasfront und blickte hinaus. Wir waren mindestens dreißig Meter hoch, was selbst mit unseren verbesserten Körpern zu viel für einen Sprung war.
Sie kommen, sendete Bender. Hinter uns waren Geräusche zu hören, die vermutlich von sehr wütenden Whaidianern stammten.
In Deckung!, befahl ich Bender, richtete meine Vauzett auf die Glasfront und feuerte. Das Glas sprang, zerbrach aber nicht. Ich griff nach etwas, von dem ich annahm, dass es ein whaidianischer Stuhl war, und warf ihn durch das Fenster. Dann zog ich mich in die Nische zurück, in der Bender bereits Stellung bezogen hatte.
Was, zum Teufel …?, sendete er. Jetzt sitzen wir in der Falle!
Warten Sie. Bleiben Sie in Deckung, und feuern Sie auf mein Kommando. Automatikmodus.
Vier Whaidianer kamen um die Ecke und rückten vorsichtig zur zertrümmerten Glasscheibe vor. Ich hörte, wie sie abwechselnd Gurgellaute von sich gaben, und schaltete die Übersetzung ein.
»… durch das Loch in der Wand gesprungen«, sagte in diesem Moment einer von ihnen.
»Unmöglich«, erwiderte ein anderer. »Das ist viel zu hoch. Das hätten sie nicht überlebt.«
»Ich habe gesehen, wie sie über große Entfernungen gesprungen sind«, sagte der Erste. »Vielleicht würden sie es doch überleben.«
»Selbst diese [unübersetzbar] halten keinen Sprung über 130 Deg [Maßeinheit] aus«, sagte der Dritte, der zu den ersten beiden vortrat. »Diese [unübersetzbar] Esser von [unübersetzbar] müssen immer noch hier irgendwo sein.«
»Habt ihr [unübersetzbar◦– vermutlich Personenname] auf der Rampe gesehen? Diese [unübersetzbar] haben [ihn] mit ihren Granaten zerstückelt«, sagte der vierte Whaidianer.
»Wir sind über dieselbe Rampe wie du gekommen«, sagte der Dritte. »Natürlich haben wir [ihn] gesehen. Jetzt seid still und durchsucht diesen Bereich. Wenn sie hier sind, werden wir uns an den [unübersetzbar] rächen und unseren Sieg feiern.« Der vierte Alien trat zum dritten und streckte eine Pfote aus, als wollte er sein Beileid bekunden. Nun standen alle vier in einer übersichtlichen Gruppe vor dem klaffenden Loch in der Wand.
Jetzt, sendete ich an Bender und eröffnete das Feuer. Die Whaidianer schüttelten sich ein paar Sekunden lang wie Marionetten, dann trieben die Einschläge der Patronen sie zurück und warfen sie gegen die Wand, die nicht mehr da war. Bender und ich warteten noch einen Moment ab, dann schlichen wir uns zur Rampe zurück. Dort war niemand, bis auf die Überreste von [unübersetzbar◦– vermutlich Personenname], der sogar noch schlimmer stank als die toten Heckenschützen auf dem Dach. Bis jetzt war unser Ausflug auf Whaid in erster Linie ein schwerer Angriff auf unseren Geruchssinn gewesen. Wir gingen wieder runter bis zum zweiten Stock und verließen das Gebäude auf dieselbe Weise, wie wir es betreten hatten, wobei wir an den vier Whaidianern vorbeikamen, die wir durchs Fenster befördert hatten.
»Das ist nicht gerade das, was ich erwartet hatte«, sagte Bender und glotzte auf die Überreste der Whaidianer.
»Was haben Sie denn erwartet?«, fragte ich.
»Das weiß ich selber nicht so genau.«
»Wie kann es dann nicht das sein, was Sie erwarten haben?«, erkundigte ich mich und wandte mich mit meinem BrainPal an Viveros. Wir sind unten.
Kommen Sie rüber!, befahl Viveros und gab ihren Standort durch. Und bringen Sie Bender mit. Sie werden nicht glauben, was hier los ist. Gleichzeitig hörte ich es im gelegentlichen Gewehrfeuer und Granatendonner◦– einen tiefen, kehligen Gesang, der durch die Gebäude des Regierungsviertels hallte.
»Davon hatte ich Ihnen erzählt«, verkündete Bender beinahe freudig, als wir die letzte Ecke umrundeten und in das natürliche Amphitheater abstiegen. Darin hatten sich mehrere hundert Whaidianer versammelt, die sangen, sich im Rhythmus wiegten und Knüppel schwenkten. Rund um sie herum hatten ein paar Dutzend KVA-Soldaten Stellung bezogen. Wenn sie das Feuer eröffneten, würde ihnen niemand entkommen. Ich schaltete wieder auf den Übersetzungsmodus, aber nichts kam. Entweder hatten die Gesänge keine Bedeutung, oder sie waren in einer whaidianischen Sprache gehalten, die die Linguisten noch nicht entschlüsselt hatten.
Ich entdeckte Viveros und ging zu ihr hinüber. »Was ist hier los?«, rief ich ihr über den Lärm zu.
»Sagen Sie es mir, Perry«, rief sie zurück. »Ich bin hier nur Zuschauerin.« Sie deutete mit einer Kopfbewegung nach links, wo Lieutenant Keyes sich mit anderen Offizieren besprach. »Sie überlegen sich gerade, was wir tun sollten.«
»Warum hat noch niemand das Feuer eröffnet?«, fragte Bender.
»Weil noch niemand auf uns geschossen hat«, sagte Viveros. »Wir haben den Befehl, nur im Notfall gegen Zivilisten vorzugehen. Und dies scheinen Zivilisten zu sein. Zwar haben alle Knüppel dabei, aber sie haben uns damit nicht bedroht. Sie fuchteln nur damit herum, während sie singen. Deshalb ist es nicht nötig, sie zu töten. Ich hätte gedacht, sie wären glücklich über so eine Situation, Bender.«