Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]
- Автор: Скальци Джон
- Серия: Krieg der Klone #1
- Год: 2007
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne Verlag
- ISBN: 978-3-641-02950-0
- Переводчик: Bernhard Kempen
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
Viveros wurde posthum mit einem Tapferkeitsorden ausgezeichnet. Ich wurde zum Corporal befördert und übernahm den Trupp. Viveros Koje und Spind wurden von einem Neuling namens Whitford übernommen, einem ganz anständigen Kerl.
Die Institution hatte eine Glühbirne ausgewechselt. Ich vermisste sie sehr.
11
Thomas starb an etwas, das er aß.
Was er sich einverleibte, war so neu, dass die KVA noch nicht einmal einen Namen dafür hatte, auf einer Kolonialwelt, die so neu war, dass sie noch nicht einmal einen Eigennamen hatte, sondern nur eine Katalognummer: Kolonie 622, 47 Ursae Majoris. (Bei der KVA waren weiterhin die irdischen Sternenbezeichnungen in Gebrauch, und zwar aus denselben Gründen, warum man auch einen vierundzwanzigstündigen Tag und ein Jahr von 365 Tagen benutzte◦– weil es einfacher war, es so zu machen.) Die übliche Vorgehensweise sah so aus, dass neue Kolonien eine tägliche Zusammenfassung aller Informationen per Skip-Drohne übermittelten, die nach Phoenix flog, damit die Verwaltung den Überblick über alle kolonialen Angelegenheiten behielt.
Die Kolonie 622 hatte Drohnen geschickt, seit sie sechs Monate zuvor gegründet worden war. Abgesehen von den üblichen Streitereien, Pannen und Prügeleien, die auf die Gründung jeder neuen Kolonie folgten, wurde nichts Außergewöhnliches gemeldet. Es gab da nur einen einheimischen Schleimpilz, der so ziemlich alles überwucherte, er tauchte plötzlich in Maschinen, Computern oder Tierställen auf und verschleimte sogar die Wohnquartiere der Kolonie. Eine genetische Probe des Zeugs wurde nach Phoenix geschickt, mit der Bitte, dass jemand ein Fungizid zusammenbraute, mit dem sich die Kolonisten den Pilz buchstäblich von der Pelle halten konnten. Kurz darauf trafen leere Skip-Drohnen ein, die keinerlei Informationen über die Kolonie enthielten.
Thomas und Susan waren auf der Tucson stationiert, die abgestellt wurde, um die Situation zu klären. Die Tucson versuchte die Kolonie aus dem Orbit anzufunken, aber es kam keine Antwort. Die visuelle Fernerkundung zeigte keine Bewegung zwischen den Gebäuden◦– keine Menschen, keine Tiere, kein gar nichts. Die Gebäude selbst schienen jedoch nicht beschädigt zu sein. Thomas’ Kompanie erhielt den Auftrag zur Bodenerkundung.
Die Kolonie war mit einer dicken Schleimschicht bedeckt, die stellenweise mehrere Zentimeter hoch war. Der Glibber tropfte von Stromleitungen und lag auf allen Kommunikationsgeräten. Das war eine gute Nachricht, denn nun bestand die Möglichkeit, dass der Schleimpilz einfach nur die Funktion der Sendeausrüstung beeinträchtigt hatte. Dieser kurze Ausbruch der Hoffnung wurde bald erstickt, als Thomas’ Trupp die Ställe erreichte. Der gesamte Viehbestand war tot und bereits in ein fortgeschrittenes Verwesungsstadium übergegangen, dank der fleißigen Arbeit des Pilzes. Wenig später fanden sie auch die Kolonisten, um die es mehr oder weniger genauso stand. Fast alle (beziehungsweise das, was von ihnen noch übrig war) befanden sich in oder in der Nähe ihrer Betten, mit Ausnahme von Familien, die häufig in Kinderzimmern oder auf dem Weg dorthin gestorben waren, und Mitgliedern der Kolonie, die als Totengräber arbeiteten und die es an oder in der Nähe ihrer Arbeitsplätze erwischt hatte. Was immer geschehen war, es war so schnell geschehen, dass die Kolonisten einfach keine Zeit zum Reagieren mehr gehabt hatten.
Thomas schlug vor, dass eine Leiche zum medizinischen Zentrum der Kolonie gebracht wurde. Dort konnte er eine schnelle Autopsie durchführen, die vielleicht einen Hinweis auf die Todesursache ergab. Sein Truppführer war einverstanden, und Thomas und ein Kamerad suchten sich eine noch halbwegs unversehrte Leiche aus. Thomas fasste sie unter den Armen, und sein Kamerad übernahm die Beine. Thomas sagte zu ihm, dass sie sie anheben würden, wenn er bis drei gezählt hatte. Er kam bis zwei, als sich plötzlich die schleimige Masse von der Leiche erhob und ihm ins Gesicht klatschte. Er keuchte überrascht auf, wobei ihm die Masse in Mund und Kehle drang.
Die übrigen Leute des Trupps wiesen unverzüglich ihre Anzüge an, die Helme zu schließen◦– keinen Augenblick zu früh, denn innerhalb weniger Sekunden sprang der Schleim aus jeder Fuge und Ritze, um sich auf die Menschen zu stürzen. In der gesamten Kolonie wurden ziemlich genau zum selben Zeitpunkt ähnliche Angriffe gemeldet. Sechs weitere Mitglieder von Thomas’ Kompanie hatten es nicht vermeiden können, dass sie Schleim in den Mund bekamen.
Thomas versuchte sich von dem Zeug zu befreien, aber es rutschte ihm nur tiefer in die Kehle. Es verstopfte seine Luftröhre, schob sich in seine Lungen und durch die Speiseröhre in den Magen. Thomas forderte seine Kameraden per BrainPal auf, ihn zum medizinischen Zentrum zu bringen, wo sich der Schleimpilz vielleicht aus seinem Körper absaugen ließ, sodass er wieder atmen konnte. Mit SmartBlood würde es fast fünfzehn Minuten dauern, bis Thomas dauerhafte Hirnschäden erlitt. Es war eine ausgezeichnete Idee, die vielleicht sogar funktioniert hätte, hätte der Schleimpilz nicht konzentrierte Säuren abgegeben, die ihn bei lebendigem Leib von innen heraus verdauten. Thomas’ Lungen waren im nächsten Moment zersetzt, und fünf Minuten später war er an Schock und Sauerstoffmangel gestorben. Die sechs anderen Kameraden erlitten das gleiche Schicksal, dem auch, so lautete das abschließende Urteil, die Kolonisten zum Opfer gefallen waren.
Der Kompanieführer befahl, Thomas und die anderen Opfer zurückzulassen, während sie sich in den Transporter zurückzogen und auf den Weg zur Tucson machten. Doch dem Beiboot wurde die Andockerlaubnis verweigert. Die Insassen wurden einer nach dem anderen eingeschleust, damit das Vakuum jeden Rest des Schleimpilzes tötete, der noch an ihren Anzügen kleben mochte. Dann wurden sie einer intensiven äußeren und inneren Dekontaminierung ausgesetzt, die genauso schmerzhaft war, wie sie klang.
Danach schickte man unbemannte Sonden hinunter, die bewiesen, dass kein Mitglied der Kolonie 622 überlebt hatte. Außerdem bestätigte sich, dass der Schleimpilz nicht nur genug Intelligenz besaß, um mehrere koordinierte Angriffe durchführen zu können, sondern zudem durch traditionelle Waffen praktisch nicht totzukriegen war. Patronen, Granaten und Raketen vernichteten nur kleine Teile, während andere Teile unbeschadet weiterlebten. Mit Flammenwerfern konnte man die obere Schicht des Schleims braten, doch die tieferen Schichten blieben unbehelligt. Strahlenwaffen schnitten durch die Masse, richteten insgesamt aber nur wenig Schaden an. Die Entwicklung eines wirksamen Fungizids wurde eingestellt, als klar wurde, dass der Schleimpilz fast überall auf dem Planeten existierte. Der Aufwand, eine andere bewohnbare Welt zu suchen, wäre kostengünstiger als die Auslöschung des Schleimpilzes auf dem gesamten Planeten.
Thomas’ Tod erinnerte uns daran, dass wir häufig nicht nur nicht wussten, womit wir es hier draußen zu tun hatten, sondern uns manchmal nicht einmal vorstellen konnten, womit wir es zu tun hatten. Thomas beging den Fehler, sich einzubilden, dass der Feind eine ähnliche Natur wie die Menschen hatte. Er irrte sich. Deswegen starb er.
Die Eroberung des Universums ging mir allmählich an die Nieren.
Mein Unwohlsein hatte auf Gindal begonnen, wo wir gindalianische Soldaten in einen Hinterhalt lockten, während sie zur ihren Horsten zurückkehrten. Wir zerfetzten ihnen die riesigen Flügel mit Strahlen und Raketen, sodass sie kreischend an den zweitausend Meter hohen Klippen hinabstürzten. Etwas schlimmer wurde es über Udaspri, wo wir Antriebssysteme mit Trägheitsdämpfung angelegt hatten, um die Sprünge zwischen den Felstrümmern der Ringe von Udaspri besser kontrollieren zu können. Dort entwickelte sich ein Versteckspiel mit den spinnenähnlichen Vindi, die damit angefangen hatten, Stücke des Rings auf den Planeten hinunterzuschleudern, wobei sie den Kurs der Brocken so berechneten, dass sie genau auf die menschliche Kolonie namens Halford fielen. Als wir auf Cova Banda eintrafen, stand ich kurz vor dem Nervenzusammenbruch.