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Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]

Электронная книга - «Krieg der Klone [Old Man's War + Questions for a Soldier de]». Краткое содержание книги:

An seinem 75. Geburtstag erledigt John Perry zwei Dinge: Er besucht das Grab seiner Frau. Und er mustert bei der Armee an. Denn in ferner Zukunft werden für jene Einsatztruppen, die weit draußen im All die Kolonien gegen Alien-Überfälle verteidigen, nur Alte, Betagte rekrutiert. Und schnell findet Perry auch heraus, warum das so ist: Die Rekruten erhalten allesamt neue Körper, jüngere Ausgaben ihrer selbst, die mit biotechnischen und elektronischen Mitteln »aufgerüstet« und wie beliebig verfügbares Kanonenfutter in den Kampf geschickt werden. Doch die Armeeführung hat nicht mit einem wie John Perry gerechnet◦– der trotz seines hohen Alters kein Problem damit hat, sich Befehlen zu widersetzen…
Ausgezeichnet mit dem JOHN W. CAMPBELL AWARD als bester Roman des Jahres◦– mit »Krieg der Klone«, ein furioses Science-Fiction-Abenteuer in der Tradition Robert A. Heinleins, hat John Scalzi Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert.
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»Das bin ich auch«, sagte Bender und zeigte mit offensichtlichem Entzücken in die Menge. »Sehen Sie, da drüben ist der Whaidianer, der die Versammlung leitet. Es ist der Feuy, ein religiöser Anführer. Er genießt hohes Ansehen bei den Whaidianern. Wahrscheinlich hat er das Lied geschrieben, das sie gerade singen. Hat jemand eine Übersetzung?«

»Nein«, sagte Viveros. »Sie benutzen eine Sprache, die uns unbekannt ist. Wir haben keine Ahnung, was der Text bedeutet.«

Bender trat vor. »Es ist ein Friedensgebet«, sagte er. »Es kann gar nichts anderes sein. Sie wissen, was wir ihrem Planeten angetan haben. Sie sehen, was wir ihrer Stadt antun. Jedes Volk, dem so etwas angetan wurde, muss darum flehen, dass es aufhört.«

»Absoluter Blödsinn!«, gab Viveros zurück. »Sie haben nicht die leiseste Ahnung, wovon sie singen. Es könnte bedeuten, dass sie uns die Köpfe abreißen und in unsere Hälse pissen wollen. Sie könnten ihre Toten betrauern. Genauso gut könnten sie Einkaufslisten singen. Wir wissen es nicht. Und Sie wissen es auch nicht.«

»Sie irren sich«, sagte Bender. »Auf der Erde habe ich fünfzig Jahre lang an vorderster Front für den Frieden gekämpft. Ich weiß, wann ein Volk für den Frieden bereit ist. Ich weiß, wann es die Waffen niederlegen möchte.« Er zeigte auf die singenden Whaidianer. »Dieses Volk ist für den Frieden bereit, Viveros. Ich spüre es. Und ich werde es Ihnen beweisen.« Bender legte seine Vauzett auf den Boden und ging zum Amphitheater hinunter.

»Verdammt noch mal, Bender!«, brüllte Viveros. »Kommen Sie sofort zurück! Das ist ein Befehl!«

»Ich habe aufgehört, ›nur meine Befehle auszuführen‹, Corporal!«, gab Bender zurück und rannte los.

»Scheiße!«, schrie Viveros und setzte ihm nach. Ich wollte sie zurückhalten, verfehlte sie jedoch.

Inzwischen waren Lieutenant Keyes und die anderen Offiziere aufmerksam geworden und beobachteten, wie Bender zu den Whaidianern lief, gefolgt von Viveros. Keyes brüllte etwas, worauf Viveros abrupt stehen blieb. Offenbar hatte er den Befehl gleichzeitig an ihren BrainPal geschickt. Falls er Bender den gleichen Befehl erteilt hatte, ließ sich der ehemalige Senator dadurch nicht beirren.

Schließlich hielt Bender am Rand des Amphitheaters an. Irgendwann bemerkte der Feuy den einzelnen Menschen, der schweigend am Rand der Versammlung stand, und hörte auf zu singen. Die Versammelten reagierten verwirrt, verstummten ebenfalls und brauchten etwa eine Minute, bis sie Bender ebenfalls bemerkten und sich zu ihm umdrehten.

Das war der Augenblick, auf den Bender gewartet hatte. Er schien die Wartezeit genutzt zu haben, sich zu überlegen, was er sagen wollte, und seine Rede ins Whaidianische zu übersetzen. Denn als er sprach, tat er es in ihrer Sprache, und er machte es sogar recht gut.

»Meine Freunde, die ihr ebenfalls nach Frieden strebt«, begann er, die Hände ausgestreckt und leicht nach innen gebogen.

Die spätere Auswertung der Daten ergab, dass nicht weniger als vierzigtausend winzige nadelähnliche Projektile, die die Whaidianer als avdgur bezeichneten, Benders Körper innerhalb einer knappen Sekunde trafen. Sie wurden von den Knüppeln verschossen, die gar keine Knüppel waren, sondern traditionelle Feuerwaffen in Form eines Baumastes, der den Whaidianern heilig war. Bender zerschmolz geradezu, als ein avdgur nach dem anderen seinen Unitard und dann seinen Körper zerschlitzte, bis er jeden festen Zusammenhalt verloren hatte. Später waren sich alle von uns einig, dass es die interessanteste Todesart war, die wir jemals persönlich gesehen hatten.

Benders Körper löste sich in einen feuchten Nebel auf, und die Soldaten der KVA eröffneten das Feuer. Sie hatten tatsächlich leichtes Spiel. Kein einziger Whaidianer entkam lebend aus dem Amphitheater oder schaffte es, außer Bender einen weiteren von unseren Leuten zu töten oder auch nur zu verwunden. Es war in weniger als einer Minute vorbei.

Viveros wartete, bis das Feuer eingestellt wurde, dann ging sie zur Pfütze hinüber, die von Bender übrig geblieben war, und trat wütend mit den Füßen hinein. »Wie gefällt dir dein Frieden jetzt, du Arschloch?«, brüllte sie, während Benders verflüssigte Organe ihre Beine besudelten.

»Bender hatte Recht«, sagte Viveros, als wir zur Modesto zurückkehrten.

»In welcher Hinsicht?«, fragte ich.

»In der Hinsicht, dass die KVA zu schnell und zu oft zum Einsatz kommt. Dass es leichter ist zu kämpfen, als zu verhandeln.« Sie deutete in die ungefähre Richtung der Heimatwelt der Whaidianer, die hinter uns im Weltraum zurückfiel. »Das hier hätte nicht sein müssen. Wir hätten diese armen Mistkerle nicht aus dem Weltraum jagen und dafür sorgen müssen, dass sie die nächsten paar Jahrzehnte damit zubringen werden, zu verhungern, zu sterben und sich gegenseitig umzubringen. Wir haben heute keine Zivilisten ermordet◦– abgesehen von denen, die Bender getötet haben. Aber sie werden jetzt für sehr lange Zeit an Seuchen und Bürgerkriegen zugrunde gehen, weil ihnen kaum etwas anderes übrig bleibt. Es ist trotzdem ein Genozid, nur dass sich unser schlechtes Gewissen in Grenzen hält, weil wir nicht mehr hier sind, wenn es passiert.«

»Sie waren noch nie mit Bender einer Meinung«, sagte ich.

»Das ist nicht wahr«, erwiderte Viveros. »Ich habe nur gesagt, dass er keine Ahnung hat und dass er ausschließlich uns gegenüber verpflichtet ist. Aber ich habe nicht gesagt, dass seine Argumente falsch sind. Er hätte auf mich hören sollen. Wenn er meine Befehle befolgt hätte, wäre er jetzt noch am Leben. Stattdessen muss ich ihn mir jetzt von den Stiefeln kratzen.«

»Wahrscheinlich würde er sagen, dass er für das gestorben ist, woran er geglaubt hat«, sagte ich.

Viveros schnaufte. »Ich bitte Sie! Bender ist an dem gestorben, woran er geglaubt hat. Einfach zu Leuten rüberspazieren, deren Heimatwelt wir soeben zerstört haben, und so zu tun, als wäre er ein Freund! Was für ein Idiot! Wenn ich einer von ihnen gewesen wäre, hätte ich ihn auch erschossen.«

»Diese verdammten Leute, die immer wieder den friedlichen Idealen in die Quere kommen«, sagte ich.

Viveros lächelte. »Wenn Bender wirklich etwas am Frieden und nicht nur an seinem Ego gelegen hätte, hätte er dasselbe getan, was ich tue und was auch Sie tun sollten, Perry«, sagte sie. »Sie sollten Befehlen gehorchen. Am Leben bleiben. Ihre Dienstzeit in der Infanterie hinter sich bringen. Dann die Offizierslaufbahn einschlagen und sich nach oben arbeiten. Zu einem von denen werden, die die Befehle geben und sie nicht nur befolgen. So werden wir Frieden schließen, wenn es möglich ist. Und auf diese Weise kann ich damit leben, ›nur Befehle auszuführen‹. Weil ich weiß, dass ich eines Tages etwas an diesen Befehlen ändern werde.« Sie lehnte sich zurück, schloss die Augen und verschlief den Rest des Rückfluges zu unserem Schiff.

Luisa Viveros starb zwei Monate später auf einem stinkenden Schlammklumpen namens Deep Water. Unser Trupp spazierte in einen Hinterhalt in den natürlichen Katakomben unterhalb der Hann’i-Kolonie, die wir auslöschen sollten. Im Verlauf der Schlacht wurden wir in eine Höhlenkammer getrieben, die vier weitere Zugänge hatte, die allesamt von Infanterie der Hann’i gehalten wurden. Viveros befahl uns den Rückzug in unseren Tunnel, dann feuerte sie auf die Mündung und ließ sie einstürzen, um den Zugang zur Höhle zu versperren. Nach den BrainPal-Daten wandte sie sich anschließend wieder den Hann’i zu und nahm sie unter Beschuss. Sie hielt nicht lange durch. Der Rest des Trupps konnte sich zurück an die Oberfläche kämpfen, was nicht einfach war, wenn man bedachte, wie man uns nach unten gedrängt hatte. Aber es war immer noch besser, als in einem Hinterhalt zu sterben.

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