Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие детективы » Das Haus der verlorenen Herzen
Das Haus der verlorenen Herzen - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Das Haus der verlorenen Herzen

Электронная книга - «Das Haus der verlorenen Herzen». Краткое содержание книги:

In Sonne, Wind und Wellen will der deutsche Herzchirurg Dr. Heinz Volkmar einen erholsamen Urlaub am Mittelmeer verbringen. Doch alles kommt anders: Von Sardinien nach Sizilien entführt, muß der Arzt erkennen, daß er einem jener berüchtigten Mafia-Bosse in die Hände gefallen ist, die dort ihr geheimes Schreckensregiment ausüben.
Mit den raffiniertesten Mitteln wird Dr. Volkmar die Flucht unmöglich gemacht; er verliert seine Identität und gilt zu Hause in München als tot. Denn Dr. Eugenio Soriano, sein immer höflicher Entführer, braucht seine Dienste. Doch welcher Art die sind, begreift Dr. Volkmar erst ganz allmählich…
In einen goldenen Käfig eingesperrt, leidenschaftlich in Sorianos Tochter, die schöne Loretta, verliebt, wehrt sich Dr. Volkmar mit allen Kräften dagegen, an einem abscheulichen Verbrechen mitschuldig zu werden. Denn Soriano, der in Palermo als Menschenfreund gilt, benötigt die ärztliche Kunst seines Gefangenen, um sich und die >Ehrenwerte Gesellschaft auf grauenvolle Weise zu bereichern.
1 ... 38 39 40 41 42 43 44 45 46 ... 85
Перейти на страницу:

«Das ist ungemein beruhigend«, sagte Volkmar heiser.»Ich bleibe dabei: Ich operiere nicht!«

«Und Sie treten ab sofort in den Hungerstreik?«

«Ja!«

«Sie sind ein glücklicher Mensch. Sie haben sich mit zweiundvierzig Jahren noch viel von Ihrer Jungenhaftigkeit erhalten.«

«Ihr Sarkasmus nutzt Ihnen gar nichts!«schrie Volkmar und stieß sich von der Säule ab.»Nichts! Sie investieren Millionen in mich — es ist verlorenes Geld! Ab sofort werde ich mich generell weigern. Ich bin gespannt, wie Sie mich zwingen wollen!«

Er wandte sich ab und lief den Säulengang hinunter zum Gästehaus.

Dr. Soriano sah ihm nach und schüttelte den Kopf. Worthlow kam und bediente Don Eugenio mit dem dampfenden, ungemein starken Kaffee.

«Laden Sie alle aus, Worthlow«, sagte Soriano nachdenklich.»Sagen Sie alle Partys ab! Bis Ende September.«

«Sehr wohl, Sir. «Worthlow reichte eine warm angefeuchtete Serviette hin, damit sich Soriano den Honig aus den Mundwinkeln wischen konnte.»Auch die Geburtstagsparty für Miß Loretta?«

«Auch die!«

«Es wird zu einer großen Diskussion kommen, Sir.«

«Verweisen Sie meine Tochter an Dr. Volkmar. Er tritt ab sofort in den Hungerstreik.«

Soriano lehnte sich zurück. Das Sonnenlicht durchdrang das orangenfarbene Gewebe des Schutzdaches und überzog alle Gegenstände unter ihm mit einem mildroten Schimmer. Man kann ihn wirklich nicht zwingen, dachte Soriano. Nicht mit Maßnahmen gegen seinen Körper, denn jeder Nerv in ihm ist wertvoll. Das weiß er ganz genau, und insofern hat er mir gegenüber die bessere Position. Er kann mich tanzen lassen, wochenlang, monatelang, und es gibt keinen anderen Weg als den der Güte, um ihn an den OP-Tisch zu bringen. Ihn, wie bei Melata, zu überlisten, gelingt nur einmal, und selbst wenn er sich bereit findet, zu operieren und für die Klinik zu arbeiten, kann er alle Pläne zunichte machen, indem ihm jede Operation mißlingt. Zwei, drei Todesfälle — das spricht sich in den Kreisen, auf die es uns ankommt, sofort herum. Dann stehen wir vor leeren Betten, und die >Gesellschaft< wird Rechenschaft von mir fordern. So einfach ist das. Theoretisch. Wer Leben und Sterben mit seiner Hand beherrscht, ist immer der Stärkere. Wer weiß das besser als ich?! Und hier, am OP-Tisch, ist Dr. Volkmar unbestritten der Stärkere.

«Was meinen Sie, Worthlow?«fragte Soriano.»Bekäme es Enrico fertig, fehlerhaft zu operieren, um mir zu schaden?«

«Nein, Sir. Nie!«Worthlow sagte es fast mit Empörung.»Dr. Volkmar ist Arzt!«

«Was heißt das schon? Es gibt genug korrupte Ärzte. Warum soll es nicht Ärzte geben, die ihren Patienten als Waffe benutzen?«

«Das trauen Sie Dr. Volkmar zu, Sir?«

«Nein! Aber wenn man bedenkt, was er tun könnte…«

«Wenn Dr. Volkmar einen Kranken vor sich hat, so ist das ein Mensch, der Hilfe braucht — weiter nichts. Ein Mensch, der gerettet werden will. Alles andere tritt zurück.«

«Das ist meine große Hoffnung, Worthlow. «Soriano schloß die Augen. Er wirkte plötzlich älter als Fünfzig. Das vom Sonnensegel gefilterte Licht warf Schatten in die Rillen seiner Haut.»Er wird dem Elend einer Krankheit nicht weglaufen, wenn wir ihm dieses Elend richtig präsentieren. Aber keiner, Worthlow, keiner kann ihn zwingen, Herzen zu transplantieren, wenn er behauptet, das sei medizinisch unvertretbar. Mit seinem Ethos kann er uns fertigmachen.«

«Sir, das haben Sie sicherlich vorher gewußt«, sagte Worthlow steif. Stellungnahmen erwartete man von ihm nicht. Er war als Butler auch so etwas wie die Klagemauer seines Herrn. Gegen sie konnte man anbrüllen, sie nahm alles auf, schluckte es und antwortete nie. Aber sie verschaffte Befreiung, indem sie zuhörte.»Aber mit Miß Lorettas Geburtstagsparty.«

«Absagen, Worthlow. Es bleibt dabei. Mir bleibt nur der Angriff mit kleinen Nadelstichen.«

Dr. Soriano erhob sich und ging ins Haus. Worthlow räumte den Tisch ab und überließ es den untergeordneten Dienern, das Geschirr wegzurollen. Er selbst ging gemessenen Schrittes zum Gästehaus II, überzeugte sich in der großen Zentralhalle, daß die Abhörgeräte abgestellt waren, und trat hinaus auf den Dachgarten. Dr. Volkmar lag unter der Markise in einer Gartenschaukel und las die deutsche Zeitung, die Soriano jeden Morgen vom Flughafen Palermo herüberbringen ließ. Sie war zwar immer einen Tag alt, aber Zeit spielte für Volkmar keine große Rolle mehr. Es war so unwichtig geworden, Neuigkeiten aus der Politik oder über Menschen noch brandaktuell zu empfangen. Früher hatte man am Fernseher gehockt und auf die Nachrichten gewartet. Beim Morgenkaffee galt der erste Blick den Zeitungen. Was hat sich in der Welt getan?! Der erdumspannende Klatsch war wie eine Droge, die man am Morgen einnehmen mußte, um zufrieden und stark auf beiden Beinen stehen zu können.

Wie banal, wie unwichtig war das alles geworden! Es las sich wie Nachrichten von einem anderen Stern.

«Sollen Sie mich jetzt zwangsweise ernähren, Worthlow?«fragte Dr. Volkmar, als der Butler in seiner weißen Uniform vor ihm stand.

«Darüber wurde nicht gesprochen, Sir. Außerdem bekäme Ihnen eine Diät gut. Sie haben neun Pfund über dem Idealgewicht, Sir. «Worthlow ging zu der Gartenbar und holte Mineralwasser und Eis heraus.»Auch das nicht, Sir?«

«Nein!«Volkmar richtete sich in seiner Gartenschaukel auf.»Worth-low, ich werde verrückt, wenn ich hier untätig herumsitze. Nicht heute — aber in zwei, drei Monaten! Ich komme hier ja nie wieder heraus.«»Nicht auf diese Art, Sir«, sagte Worthlow mit britisch unterkühltem Ton.

«Was heißt das?«

«Ihre Chancen sind größer, wenn Sie als Arzt arbeiten.«

«Für die Ehrenwerte Gesellschaft?! Als Mafia-Arzt?! Worthlow!«

«Es ist mir nicht bekannt, Sir, daß die Zugehörigkeit zur Mafia einen umfassenden Gesundheitsschutz garantiert. Ich würde mich um diese kranken Menschen kümmern, Sir. Das Altersheim stellt die Ärzte immer wieder vor medizinische Probleme — wenn man Dr. Nardo hört. Allein neununddreißig Krebsfälle.«

«Sie werden alle im Haus behandelt?«

«Nein! Zur Operation kommen sie nach Neapel. Inoperable oder Pflegefälle werden in einen anderen Flügel des Hauses verlegt. Man nennt ihn ganz offen das Sterbeabteil. Dort pflegt man die Alten mit wirklicher Hingabe. Das Heim hat ja auch einen eigenen Pfarrer und eine Kapelle und einen Friedhof für die Alleingebliebenen. Wenn ein Chirurg wie Sie, Sir.«

«Halt, Worthlow!«Dr. Volkmar erhob sich aus der Gartenschaukel und trat an die Brüstung des Dachgartens. Das tiefblaue Meer schien greifbar nahe, ein gleißendes Flimmern lag über ihm. Die Sonne sog Wasser hinauf in die Unendlichkeit.»Sie nehmen biblisches Format an: Die Versuchung in der Wüste.«

«Sir, Sie vergessen, daß ich nicht der Satan bin und Sie nicht Jesus sind. Sie sind Arzt. «Hinter Volkmar klingelte das Eis im Glas. Worthlow war doch mit einer Erfrischung gekommen. Aber Volkmar drehte sich nicht um.

«Es wäre eine Kapitulation!«sagte er leise.

«Aber ein Segen für die Kranken, Sir. Ist es nicht gleichgültig, wo Sie Kranke behandeln?«

«Das Bewußtsein, für einen Mann zu arbeiten, der.«

«Sir, Sie sind tot!«sagte Worthlow steif.»Ein Toter darf keine Empfindungen mehr haben.«

An einem Freitagvormittag sah Anna den Mann, der Luigi aufgeschlitzt hatte.

Paolo Gallezzo war vom Festland herübergekommen und hatte seine Aufträge zur Zufriedenheit des Don erfüllt. Er hatte über ein neu eingerichtetes Importbüro für medizinische Einrichtungen Kontakt zu allen maßgebenden Lieferanten und Fabriken dieser Branche aufgenommen und auch einen jungen Kaufmann eingestellt, den er bei einer medizinischen Fachhandlung auf einfachste Art abgeworben hatte. Er hatte ihm das doppelte Gehalt geboten und eine Sekretärin bewilligt, die ein geschminktes Püppchen war und auf horizontales Arbeiten eingeschworen schien.»Damit du keine Langeweile hast, mein Lieber!«hatte Gallezzo gesagt.»Wir werden wenig von uns hören lassen. Aber wenn du etwas von uns hörst, mußt du schneller als der Schall sein! Ist das klar?«

1 ... 38 39 40 41 42 43 44 45 46 ... 85
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)