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Indiana Jones und das Schiff der Götter

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:

Indiana Jones — eine Legende lebt weiter! Im Jahr 1939 entdeckt das amerikanische Forschungsschiff Poseidon in der Nähe von Grönland einen riesigen schwimmenden Eisberg — und auf ihm einen halbverrückten Wissenschaftler. Einige Monate später machte sich ein internationales Forscherteam von New York aus in einem Zeppelin auf den Weg, um das Geheimnis dieses Eisbergs — genannt Odinsland — zu lüften. Und natürlich kann man bei einer so riskanten Expedition auf die Mithilfe von Indiana Jones nicht verzichten! Doch nach einem gefahrvollen Flug und einer noch katastrophaleren Landung muß das Team feststellen, daß irgend jemand seine Forschungstätigkeit auf Odinsland mit allen Mitteln zu vereiteln sucht…
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— und dann konnte er atmen.

Seine Lungen füllten sich mit süßem, köstlichem Sauerstoff. Gierig sog er ihn so tief ein, wie er konnte, schloß die Augen und tat für die nächsten zwei, drei Minuten nichts anderes, als Luft zu holen.

Sein rasender Pulsschlag beruhigte sich allmählich. Seine Lungen schmerzten jetzt nicht mehr, dafür begann sich in seinem Kopf ein immer heftiger werdendes Schwindelgefühl auszubreiten. Wie durch einen grauen treibenden Nebel hindurch sah er, daß Gestalten unter ihm erschienen, Gestalten in blauen Uniformen und weißen Marinemützen, eine von ihnen in einer grauen, mit schwarzen und goldenen Tressen geschmückten Uniform, die irgendwie unpassend wirkte. Schreie erfüllten das Luftschiff, und das Trappeln zahlloser hastiger Schritte.

Plötzlich blieb eine der Gestalten stehen, hob den Kopf und blickte direkt zu ihm hinauf. Es war Lestrade. Seine Augen weiteten sich fassungslos, als er das Gesicht von Indiana Jones in der zerschnittenen Hülle des Gastanks erblickte.»Was, zum Teufel, tun Sie dort?«schrie er.

«Ich versuche, am Leben zu bleiben«, antwortete Indiana Jones mühsam. Seine Stimme klang lächerlich: schrill und quietschend, verzerrt vom Helium, das sein Lungen gefüllt hatte. Er atmete noch einmal tief ein, richtete sich auf und zerrte mit aller Kraft. Das dünne Material zerriß jetzt wie Papier, und plötzlich verlor Indiana zum wiederholten Male in den vergangenen Minuten den Halt, konnte sich gerade noch irgendwo festklammern, um wenigstens nicht kopfüber in die Tiefe zu stürzen, und landete reichlich ungeschickt kaum einen Meter vor Lestrades Füßen. Über ihm begann der Gastank allmählich seine Form zu verlieren. Das Helium strömte jetzt aus beiden Rissen immer schneller und schneller ins Freie, und aus dem gewaltigen prall gefüllten Luftballon war längst ein nur noch halb so großer Sack mit dem Aussehen einer schrumpeligen braunen Riesenmelone geworden.

Lestrade blickte fassungslos von Indiana Jones zu dem zusammensackenden Gastank hinauf und dann wieder zurück.»Was… was haben Sie getan?«fragte er. Seine Stimme war nur noch ein entsetztes Krächzen. Daß es jemand gewagt hatte, Hand an sein Schiff zu legen, das mußte für ihn einer Gotteslästerung gleichkommen.

Indiana rappelte sich mühsam hoch, schüttelte zwei-, dreimal den Kopf, um die Benommenheit loszuwerden, und sagte noch einmaclass="underline" »Ich habe versucht, zu überleben, mein lieber Colonel. Irgend jemand war so freundlich, mir für den Rest der Reise ein Einzelzimmer zuweisen zu wollen. «Er deutete mit dem Zeigefinger nach oben.»In dem Ding da.«

Lestrades Augen quollen fast aus den Höhlen.»Sie… Sie…«, stammelte er.

Indiana hörte gar nicht mehr hin. Das Schwindelgefühl in seinem Kopf wurde immer schlimmer, und in seinem Mund begann sich ein widerwärtiger fauliger Geschmack auszubreiten. Offensichtlich war das Gas, das die Dragon in der Luft hielt, doch nicht ganz so ungefährlich, wie allgemein behauptet wurde. Er wollte einen Schritt machen, spürte, wie seine Knie weich wurden, und griff instinktiv nach dem erstbesten, was seine Hände fanden: dem Ordensband auf der linken Brustseite von Lestrades Uniform, das unter seinem Gewicht abriß.

Indiana taumelte. Er versuchte vergeblich, irgendwo Halt zu finden, und machte einen letzten mühsamen Schritt. In seinem Kopf drehte sich alles, und seine Gedanken begannen sich zu verwirren.

Als er an Lestrade vorbeizuwanken versuchte, fiel er der Länge nach hin — und diesmal über seine eigenen Hosen, die, ihres Gürtels beraubt, ins Rutschen geraten waren und bis zu seinen Knöcheln hinunterglitten.

Aber davon bemerkte er schon nichts mehr.

Er erwachte mit den schlimmsten Kopfschmerzen seines Lebens. In seinem Mund war ein Geschmack, als hätte er versucht, das Totenhemd seines Großvaters zum Frühstück zu verspeisen, und in seinen Gliedern machte sich ein Gefühl von Betäubung breit, das fast an Schmerz grenzte. Er blinzelte, stöhnte unterdrückt, als ein grelles, unerträglich gleißendes Licht in seine Augen stach, und senkte hastig wieder die Lider.

«Ich glaube, er kommt zu sich.«

Die Stimme kam ihm vage bekannt vor, aber er war noch zu benommen, um sie einordnen zu können. Wesentlich vorsichtiger als beim ersten Mal hob er wieder die Lider, und diesmal konnte er sehen.

Er befand sich nicht mehr im Inneren des Luftschiffs, sondern lag auf der Pritsche in seiner eigenen Kabine. Colonel Lestrade, Browning sowie Bates standen mit besorgten Gesichtern um ihn herum, und Dr. Rosenfeld saß auf dem Rand seiner Liege und knipste gerade die bleistiftdünne Taschenlampe aus, mit der sie ihm in die Augen geleuchtet hatte. Als sie seinem Blick begegnete, lächelte sie flüchtig und fragte:»Wie fühlen Sie sich?«

«Wollen Sie eine ehrliche Antwort?«

Dr. Rosenfelds Lächeln wurde noch freundlicher, während sie den Kopf schüttelte.»Versuchen Sie nicht, aufzustehen«, sagte sie. Zu Lestrade und den anderen gewandt, erklärte sie:»Er scheint es relativ gut überstanden zu haben. Ich glaube nicht, daß er ernsthaft verletzt ist. Aber ich bin keine Ärztin«, fügte sie hinzu.

Indiana Jones ignorierte Doktor Rosenfelds Rat und stemmte sich auf den Ellbogen hoch, was er fast in der gleichen Sekunde wieder bereute, denn das Schwindelgefühl in seinem Kopf erwachte jäh zu neuem Leben, und in seinem Magen breitete sich Übelkeit wie eine warme, klebrige Woge aus.

«Was ist passiert?«fragte er mühsam. Er hatte Schwierigkeiten mit dem Sprechen. Was aus seinem Mund kam, war jetzt nicht mehr diese alberne Mickymaus-Stimme, aber sein Kehlkopf und seine Lippen fühlten sich noch immer taub an, und er war unbeschreiblich durstig.

«Ich dachte, das könnten Sie uns sagen. «Lestrade gab Doktor Rosenfeld mit den Augen zu verstehen, daß sie aufstehen sollte, wartete, bis sie gehorchte, und ließ sich dann an ihrer Stelle auf Indianas Bettkante nieder.»Was war da oben los?«

«Ich weiß es nicht«, antwortete Indiana wahrheitsgemäß.»Jemand hat Bates und mich angegriffen, als wir hinaufkamen. «Er warf dem Marineflieger einen beistandheischenden Blick zu, aber Bates nickte nur und schwieg.

Lestrade musterte ihn und Bates abwechselnd mit feindseligen Blicken.»Das wissen wir mittlerweile auch«, erwiderte er.»Was haben Sie überhaupt dort oben gesucht?«

Bates fuhr ganz leicht zusammen, und Indiana begriff, daß er dem Kapitän der Dragon nicht die ganze Wahrheit gesagt hatte.»Wir wollten zu Quinn und den Hunden«, log er.»Ich konnte nicht schlafen, und Bates mag Tiere genauso gern wie ich.«

Lestrades Blick machte sehr deutlich, was er von dieser Antwort hielt, aber er ging nicht weiter darauf ein, sondern fragte:»Konnten Sie einen der Kerle erkennen?«

«Nein. «Indiana schüttelte bedauernd — und sehr vorsichtig — den Kopf und versuchte, die Beine von der Liege zu schwingen. Daß er Lestrade damit mehr oder weniger von seiner Bettkante schubste, war ein unbeabsichtigter, aber keineswegs bedauernswerter Nebeneffekt.»Ich dachte, Sie hätten sie gekriegt«, fuhr er fort, nachdem er sich aufgerichtet hatte.

Lestrades Gesichtsausdruck wurde noch düsterer.»Nein«, antwortete er.»Wir hatten alle Hände voll damit zu tun, das Schiff am Abstürzen zu hindern, und Sie und Morton hier herunter zu bringen.«

«Morton?«Indiana sah verwirrt auf.

«Jemand hat versucht, ihn umzubringen«, gestand Browning leise und sehr ernst.»Und es wäre ihm gelungen, wenn Sie und Bates nicht dazwischengeplatzt wären.«

«Jemand?«fragte Indiana Jones.

«Sie sind entkommen«, sagte Browning düster.»Aber ich kann mir ungefähr denken, wer es war. «Er machte eine aufforderne Handbewegung und blickte zuerst Doktor Rosenfeld, dann Indiana fragend an.»Fühlen Sie sich in der Lage aufzustehen?«

Indiana fühlte sich ganz und gar nicht in der Lage, irgend etwas zu tun, aber er nickte trotzdem, griff dankbar nach Bates’ hilfreich ausgestreckter Hand und stand vorsichtig auf.

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