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Indiana Jones und das Schiff der Götter

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:

Indiana Jones — eine Legende lebt weiter! Im Jahr 1939 entdeckt das amerikanische Forschungsschiff Poseidon in der Nähe von Grönland einen riesigen schwimmenden Eisberg — und auf ihm einen halbverrückten Wissenschaftler. Einige Monate später machte sich ein internationales Forscherteam von New York aus in einem Zeppelin auf den Weg, um das Geheimnis dieses Eisbergs — genannt Odinsland — zu lüften. Und natürlich kann man bei einer so riskanten Expedition auf die Mithilfe von Indiana Jones nicht verzichten! Doch nach einem gefahrvollen Flug und einer noch katastrophaleren Landung muß das Team feststellen, daß irgend jemand seine Forschungstätigkeit auf Odinsland mit allen Mitteln zu vereiteln sucht…
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Sie verließen die Kabine. Obwohl es noch immer tiefste Nacht sein mußte, herrschte an Bord der Dragon jetzt rege Betriebsamkeit. Überall hörte man Schritte, Stimmen und die Geräusche eilig hin und her hastender Menschen. Und auch das Dröhnen der Motoren hatte sich verändert: Es klang jetzt kraftvoller, tiefer, und Indiana begriff, daß er selbst nicht nur um ein Haar sein Leben, sondern Colonel Lestrade auch die Gewalt über sein kostbares Schiff verloren hätte.

Sie betraten den Aufenthaltsraum. Er war taghell erleuchtet, und an die zwanzig Soldaten — diesmal voll bewaffnet mit Gewehren, aufgepflanzten Bajonetten und Pistolengürteln — standen in kleinen Gruppen zwischen den Tischen herum. Er entdeckte Morton an demselben Tisch, an dem er vor zwei Stunden mit ihm und Bates zusammengesessen hatte. Der Kapitän saß vornübergebeugt da und hatte den Kopf in die Hände gestützt; auf seiner Stirn leuchtete ein weißer Verband, auf dessen rechter Seite sich ein häßlicher dunkler Fleck zeigte. Die beiden dänischen Forscher saßen neben ihm. An einem anderen Tisch, nur ein Stück entfernt, hockten Loben und von Ludolf, wie immer mit steinernen Gesichtern und trotz der späten Stunde mit perfekt sitzenden Uniformen. Und die Soldaten, die ihren Tisch umgaben, standen nicht zufällig dort, das begriff Indiana Jones im gleichen Moment, in dem er sie sah.

Er ging ein wenig schneller, beugte sich vor und berührte Morton an der Schulter. Der Kapitän sah auf. Er blinzelte. Sein Blick war trüb, und es schien eine Weile zu dauern, bis er Indiana überhaupt erkannte. Dann zwang er sich zu einem mühsamen Lächeln.»Doktor Jones«, sagte er.

«Wie geht es Ihnen?«fragte Indiana besorgt. Mortons Lächeln wurde noch etwas gequälter.»Ich bin noch am Leben, wenn Sie das meinen. Aber das habe ich nur Ihnen zu verdanken. Wenn Sie nicht gekommen wären…«

«Das war reiner Zufall«, sagte Indiana.»Was ist passiert?«

Er zog sich einen Stuhl heran und setzte sich, als Morton mit den Schultern zuckte.»Ich weiß es nicht«, gestand er unglücklich.»Ich bin in meine Kabine gegangen, nachdem wir miteinander gesprochen haben, und von da an…«

Er zögerte.»Ich habe keine Ahnung, was passiert ist«, meinte er schließlich.

«Ich muß wohl einen Schlag über den Kopf bekommen haben. Als ich aufwachte, lag ich jedenfalls dort oben auf dem Steg, und einer der beiden Kerle war gerade dabei, mit einem Messer ein Loch in die Hülle zu schneiden.«

«Aber wozu denn?«wunderte sich Erikson.

«Bestimmt nicht, weil ihm warm war«, knurrte Lestrade zornig.»Die beiden wollten Kapitän Morton über Bord werfen, vermute ich.«

«Und dafür schneiden sie extra ein Loch in die Hülle?«fragte Indiana zweifelnd.

«Wissen Sie eine bessere Erklärung?«

«Nein«, gestand Indiana.»Aber Ihre gefällt mir auch nicht.«

Er wandte sich wieder an Morton.»Haben Sie sie erkannt?«

Morton schüttelte abermals den Kopf.»Ich habe überhaupt nichts mitbekommen«, sagte er.»Die beiden müssen auf mich gewartet haben. Ich weiß wirklich nicht, wer es war.«

«Wer, zum Teufel, sollte einen Grund haben, Sie umzubringen?«fragte Indiana.

Kapitän Morton antwortete nicht sofort, aber er war auch nicht der einzige, der den Blick hob und zu den beiden Deutschen hinübersah, die ein paar Tische entfernt saßen und die kleine Versammlung voll unverhohlenem Mißtrauen beobachteten.

«Das ist nicht Ihr Ernst«, zweifelte Indiana. Er war vermutlich der letzte an Bord, der die beiden deutschen Wehrmachts-Offiziere als seine Freunde bezeichnet hätte; aber einen Mord traute er ihnen denn doch nicht zu. Vor allem dann nicht, wenn er so sinnlos und offensichtlich war.

Aber dann fiel ihm etwas ein. Etwas, was er gesehen und gleich wieder vergessen hatte, woran er sich aber mit einem Mal wieder erinnerte.

«Was starren Sie mich so an?«fragte von Ludolf. Seine Stimme war so kühl und gelassen wie immer, aber in seinem Blick war etwas Aggressives.

«Oh, es ist… nichts«, sagte Browning.»Es ist nur…«

Er suchte einen Moment nach Worten, lächelte flüchtig und unecht und räusperte sich hörbar. Als er weitersprach, hatte seine Stimme einen offiziellen Tonfall angenommen.»Es ist nur… jemand hat versucht, Kapitän Morton umzubringen.«

Von Ludolf nickte ärgerlich.»Und selbstverständlich verdächtigen Sie sofort uns«, sagte er.»Warum? Gibt es irgendwelche Beweise gegen uns, oder ist es schlichtweg die Tatsache, daß wir die einzigen Deutschen an Bord sind?«

«Sie waren dort oben«, erwiderte Indiana an Brownings Stelle.

«Und? Fast alle waren dort oben«, antwortete von Ludolf. Er musterte Indiana mit dem kalten, glitzernden Blick einer Schlange, die nach einer passenden Stelle zum Zubeißen sucht.»Wir haben die Schreie gehört und sind hinaufgerannt, um nachzusehen, was los ist. Und um zu helfen.«

«Hat Sie irgend jemand dabei gesehen?«fragte Browning.

Von Ludolf lachte humorlos.»Zum Beispiel Doktor Jones«, antwortete er.»Nebst ungefähr drei Dutzend Männern Ihrer Besatzung, Mister Browning.«

Browning überging den beißenden Spott in von Ludolfs Stimme und schüttelte den Kopf.»Das meine ich nicht, Herr Major«, sagte er.»Ich meine, hat irgend jemand gesehen, wie Sie nach oben gelaufen sind — nachdem wir Doktor Jones’ Schreie gehört haben?«

Der Deutsche zuckte mit den Schultern.»Das weiß ich nicht«, meinte er.»Aber ich denke schon. Warum fragen Sie nicht einfach die Männer, die mit oben waren?«

«Das werden wir«, versicherte Browning.»Das werden wir sogar ganz bestimmt.«

«Allmählich reicht es mir«, schnappte von Ludolf.»Welchen Grund sollten Major Loben und ich wohl haben, Kapitän Morton umbringen zu wollen? Noch dazu auf eine so dumme Art und Weise?«

«Das weiß ich nicht«, antwortete Browning.»Für mich ergibt das Ganze hier so wenig Sinn wie für alle hier. Selbst einmal vorausgesetzt, es gäbe einen Grund, Kapitän Morton zu töten, so fallen mir auf Anhieb ungefähr fünfundzwanzig Methoden ein, dies unauffälliger und sicherer zu bewerkstelligen, als ihn niederzuschlagen, ihn quer durch das Schiff zu tragen und ein Loch in die Außenhülle zu schneiden, um ihn dann ins Meer zu werfen.«

In von Ludolfs Augen blitzte es auf. Browning hatte es endgültig geschafft, seine Selbstsicherheit zu erschüttern. Und wahrscheinlich wäre es jetzt wirklich zum Streit zwischen den beiden Männern gekommen, wäre in diesem Moment nicht die Tür aufgeflogen und einer der Marinesoldaten hereingestürmt. Mit raschen Schritten durchmaß er den Raum, beugte sich zu Browning nieder und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Browning sah auf, blickte den Mann einen Moment fragend an und erhob sich dann mit einem Ruck.

«Was gibt es denn?«fragte Indiana.

«Ich weiß es noch nicht«, antwortete Browning.»Aber wir haben ein paar Männer hinaufgeschickt, um dort oben nach Spuren zu suchen. Und es sieht so aus, als hätten sie etwas gefunden.«

Die riesige Halle hatte sich völlig verändert, seit Indiana das letzte Mal hier gewesen war. Die Lichtstrahlen zahlloser starker Handscheinwerfer durchschnitten die Finsternis, und überall waren hastende, suchende Gestalten. Das Schiff hallte wider von den Stimmen der Männer, die offensichtlich keinen Winkel bei ihrer Suche nach den Attentätern oder irgendwelchen Spuren, die sie vielleicht hinterlassen hatten, ausließen. Selbst die Tür zu dem Laderaum, in dem die Hunde untergebracht waren, stand offen und wurde von einem bewaffneten Matrosen bewacht. Dahinter konnte Indiana das aufgeregte Knurren und Winseln der Hunde vernehmen sowie Quinns Stimme, die beruhigende Worte murmelte, wahrscheinlich, damit die Tiere sich nicht kurzerhand auf die Männer stürzten, die ihre Unterkunft durchsuchten.

Lestrade deutete nach oben, empor zu dem Laufsteg, auf dem Indiana gegen die beiden Schatten gekämpft hatte. Sehr rasch und ohne ein weiteres Wort folgten sie dem Mann, der Browning etwas zugeflüstert hatte.

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