Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Биографии и мемуары » Wladimir - die ganze Wahrheit
Wladimir - die ganze Wahrheit - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Wladimir - die ganze Wahrheit

Электронная книга - «Wladimir - die ganze Wahrheit». Краткое содержание книги:

Wenn Paranoia als Sinn für die Realität gelten muss: Der Moskauer Kremlkundler Stanislaw Belkowski analysiert Wladimir Putins Verhältnis zur Macht und zu seinen russischen Landsleuten.
Wer ist Putin wirklich? Er inszeniert sich als Angler mit gestähltem Oberkörper, als Taucher, Pilot, Macho und Frauenheld – doch obwohl es mittlerweile Dutzende Bücher und Tausende Artikel über den Staatschef Wladimir Putin gibt, bleibt die Person hinter dem Amt seltsam unklar. Ist er tatsächlich der russische »Übervater«? Der Staatserneuerer, der das Tor zu einer leuchtenden Zukunft aufgestoßen hat? Oder doch eher der »Kremltyrann«, der im Begriff ist, die junge russische Demokratie zu zerstören? Stanislaw Belkowski, Insider des Moskauer Politbetriebes, widerlegt in seinem Buch die hartnäckigsten Mythen über Wladimir Putin und beleuchtet dessen persönliche Motive für sein.
1 ... 38 39 40 41 42 43 44 45 46 ... 78
Перейти на страницу:

Hier hätte der Westen Putin an seine liebende Brust drücken und alle Missverständnisse ausräumen müssen. Aber das unterblieb aus zwei Gründen:

•Wegen der Trägheit im Denken der westlichen Eliten: Sie räsonieren immer noch in den Kategorien der 1970er- und 1980er-Jahre, und das auch noch auf dem Hintergrund einer gespensterhaften El Kaida, die sich ständig in irgendwelchen Höhlen versteckt. Aber da gibt es ja noch Russland, den traditionellen Feind – gewichtig, grob und klar erkennbar. Solange der kollektive Brzeziński am Leben ist, wird dieser längst ausgedörrte Zweig immer wieder künstliche Blüten tragen.

•Wegen der Trägheit im Denken der Wählerschaft, und auch sie ist der Demokratie geschuldet. Viele Wähler in demokratischen Ländern denken wie eh und je, Russland sei ein Feind. Deswegen können auch die Politiker nichts anderes sagen, auch wenn sie sich beim Lunch in der Familie oder bei Sport und Spiel keineswegs so äußern.

Putin als Verkörperung der lebenswichtigen Interessen der russischen Elite muss das tun, was er tun muss: mit dem Westen befreundet bleiben und sich mit ihm versöhnen.

Zur Rettung der Situation wurde 2008 der Nachfolger Dmitri Medwedew entsandt. Er sorgte für einen »Neustart«, der, egal, was verschiedene Widersacher behaupten, nicht ganz erfolglos war. Doch dann kam es wieder hart auf hart. 2011 kündigte sich eine weitere Revolution an, diesmal der »arabische Frühling«, und wieder bekam Putin die knochige Hand des Weltgendarms zu spüren, die von den beiden weiter oben beschriebenen Arten von Trägheit geführt wurde. In dieser Situation musste Dmitri Medwedew abberufen werden und Putin auf den Präsidentenposten zurückkehren. Denn im Falle der Fälle (wenn also der arabische Frühling ein wenig slawische Züge angenommen hätte), wäre Dmitri Medwedew mit der Situation nicht klargekommen.

Auch im derzeitigen aktuellen Drama von Syrien arbeitet der »Hauptfeind« des Westens Putin dem amerikanischen Präsidenten Obama zu, egal welche formale Rhetorik von allen Seiten ertönt. Ein Krieg gegen Syrien wurde nicht wegen Russland aufgeschoben, dessen Position allen egal ist, sondern wegen Obama, der sich nicht zu einem Schlag entschließen kann, weil es sowohl bei den amerikanischen Eliten als auch unter den Verbündeten an einem Konsens fehlt. Und in dieser Situation kam die Friedensmission des Kremls gerade recht.

Kapitel 15: Wladimir Putins Geschäft

Bereits im Jahr 2005 hat der Autor des vorliegenden Buches im einflussreichen russischen Internetmagazin Lenta.ru einen Artikel zu »Wladimir Putins Geschäft« veröffentlicht.

Damals neigte die Mehrheit der Beobachter in Russland und außerhalb seiner Grenzen zu der Ansicht, Putin sei Fleisch vom Fleische des KGB der UdSSR und Protegé eines gewissen Tschekistenclans. Die Namen der geheimnisvollen KGBler, die Putin angeblich auf die Höhen der russischen Föderationsmacht gehievt haben sollen, konnte niemand nennen. Aber schließlich sprach man ja auch von einem Geheimdienst.

Dementsprechend ging man davon aus, dass Putin nach der Logik eines neu aufgelegten KGB mit neuimperialistischer Tendenz handele. Putin habe vor allem die Wiederherstellung der Positionen des Staates im Blick: den Wiederaufbau des russisch-sowjetischen Imperiums, die Unterdrückung wirtschaftlichen Unternehmertums, insbesondere desjenigen mit gesellschaftlich-politischen Ambitionen, eine Neutralisierung von Privatinitiativen und so weiter.

Niemand dachte über Putin als einen großen Geschäftsmann nach. Ich war der Erste, der das tat. Was heute praktisch ein Gemeinplatz ist, klang damals geradezu wie Spott über die Realität.

Wenn man sich in seiner Analyse nicht auf Putins Rhetorik beschränkt, die immer einen konjunkturellen Charakter hat und sich qualitativ mehrmals am Tag ändern kann, sondern auch die tatsächliche Kreml-Politik betrachtet, kann man keinerlei geopolitische Ambitionen entdecken.

Eine der frühen, wichtigen Entscheidungen von Putin als Präsident war die Liquidierung der russischen Kriegsflotte auf den Stützpunkten von Lourdes (Kuba) und Kamran (Vietnam). Dafür führte der Präsident folgendes Motiv an: Der Staat habe keine Möglichkeiten, die unermessliche Miete zu zahlen – insgesamt ungefähr 500 Millionen Dollar pro Jahr (weniger als 4 Prozent der Summe, die Gazprom vor Kurzem den Aktionären von Sibneft bezahlt hat). Man kann eine solche Entscheidung aus wirtschaftlicher Sicht für gerechtfertigt halten, aber sie hat Russland als Seemacht zweifellos ernsthaft geschadet. Ein imperialistisch gesinntes Staatsoberhaupt, dem die geopolitische Rolle seines Landes am Herzen liegt, hätte sich wohl kaum zu einem derartigen Schritt entschlossen.

Während der Regierungsjahre von Wladimir Putin wurde die Rolle Russlands im Bereich der ehemaligen UdSSR – also jenes Imperiums, vom dem der Oberste Befehlshaber angeblich träumt – deutlich geschmälert und keineswegs ausgebaut. In den 1990er-Jahren war es noch der Kreml gewesen, der die postsowjetischen Regimes objektiv legitimierte. Offen und aggressiv antisowjetische Staatslenker (zum Beispiel Swiad Gamsachurdia oder Əbülfəz Elçibəy) konnten sich nicht lange an der Macht halten. Neu gewählte Staatsoberhäupter der GUS hatten nichts Wichtigeres zu tun, als die Beziehungen zu Russland in Ordnung zu bringen, das so groß und edelmütig war wie Opa Jelzin.

Außerdem unterstützte Moskau die Lebensfähigkeit nicht anerkannter Staaten, indem man ihnen durch eine postsowjetische Konstruktion auf drei Ebenen Stabilität garantierte: Russland als Rechtsnachfolger der Kolonialmacht – die übrigen Länder der GUS – aufständische Enklaven mit unbestimmtem Status.

Nachdem sie, gemessen an der Größe ihres Territoriums und der natürlichen Ressourcen, unter Putin einfach nur zum größten Teil des ehemals gewaltigen Imperiums geworden war, hatte die Russische Föderation unwiederbringlich ihren Status als Quelle postsowjetischer Legitimität verloren. Aus der geopolitischen ersten Liga, in der regionale Mächte des Niveaus von Indien oder Brasilien mitspielen, sind wir in die zweite Liga abgestiegen, wo Staaten wie Paraguay oder Algerien um einen Platz im Waggon dritter Klasse der Geschichte kämpfen. (Die Menge des vergossenen Erdöls und der wahnsinnigen Offshore-Erträge haben in diesem Fall auf den Status des Staates keinen Einfluss.) Brauchte er eine Legitimierung, flog das Oberhaupt einer ehemaligen Sowjetrepublik nun direkt nach Washington und nicht nach Moskau.

Noch zu Beginn der ersten Amtszeit von Wladimir Putin hörte die Unterstützung der nicht anerkannten Staaten praktisch auf. Folglich verlor Putin seine politischen Einflussmöglichkeiten auf Moldau, Georgien, Belarus und die Ukraine. (Freilich kann der offenkundige PR-Bluff der Idee vom russisch-belorussischen Gemeinschaftsstaat, der jedes Mal aus der Mottenkiste geholt wird, wenn in Russland unliebsame Reformen anstehen, wohl nur einen sehr unerfahrenen Beobachter in Verwirrung stürzen.) Keiner der aufgezählten Staaten orientiert sich heute strategisch an Russland.

Was bleibt, ist die bedrohlich gekrümmte Gaspipeline, aber Putin als ihren Urheber zu sehen, fällt etwas schwer, und das Bild vom aggressiven Kreml-Untier, das Putins Administration dem Segen der Pipeline traditionell beifügt, kann am allerwenigsten zu einem Achtungszuwachs für Russland in den nahen und fernen Winkeln des ehemaligen Imperiums beitragen.

Der Kreml zeigte an den politischen Gefechten in Litauen in den Jahren 2002 bis 2004 nicht das geringste Interesse. Wären allerdings in diesem Land Kräfte an die Macht gekommen, die Russland gegenüber Loyalität zeigen, dann hätte man die schwierige Problematik des Transits nach Kaliningrad um einiges leichter lösen können. Aber die Hilferufe, die von der anderen Seite der litauischen Grenze drangen, wurden vom offiziellen Moskau ignoriert.

1 ... 38 39 40 41 42 43 44 45 46 ... 78
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)