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Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott

Электронная книга - «Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott». Краткое содержание книги:

Aus dem Englischen übertragen von Renate Schilling Titel der Originalausgabe
GOD IS DEAD – Now Zen is the only living truth Osho International Foundation, Switzerland, www.osho.com.
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Die Existenz besitzt eine multidimensionale Intelligenz. Wir sind nur ein kleiner Teil dieses großen Universums. Glaubt auch nicht einen Moment lang, dass ich die Existenz an die Stelle Gottes stellen möchte. Ganz und gar nicht! Gott existiert nicht, doch die Existenz existiert. Darum bezeichnen wir sie ja auch als

»Existenz«.

Die zweite Frage:

Es ist sehr einfach für mich zu sagen: »Ach, ich glaube nicht

mehr an Gott, seit ich ein Kind war, und selbst damals war ich

mir nie so ganz sicher.« Doch die Gewohnheit des Verstandes,

Mysterien in Aberglauben zu verwandeln, sitzt sehr tief und ist

sehr trügerisch. Als du gestern Abend gesprochen hast, erinnerte

ich mich an verschiedene Gelegenheiten in der Vergangenheit,

bei denen ich die Qualitäten der Allmacht, der Allgegenwart und

der Allwissenheit dir zugeschrieben habe, obwohl du uns immer

gesagt hast, dass so etwas Unsinn ist. Es scheint, diese Krankheit

namens Gott verbirgt sich tief in den Knochen und kommt immer

dann zum Vorschein, wenn ich es am wenigsten erwarte, und

dort, wo ich es am wenigsten möchte.

Es ist leicht, einfach nur das Gefängnis zu wechseln. Das Ketten auszutauschen, eure Sklaverei, denn jede Sklaverei, sosehr sie sich auch von der alten unterscheidet, ist doch im tiefsten Grunde dasselbe – und das ist es, was die Menschen ständig machen.

Hindus werden zu Christen, Christen werden zu Hindus. Doch sie tauschen nur ihre Sklaverei aus. Sie wechseln nur das Gefängnis, die Handschellen, die Ketten. Nichts verändert sich wirklich.

Wenn ihr also hört, dass Gott tot ist, und wenn euer Intellekt überzeugt ist, dass Gott niemals existiert hat, dass er nirgendwo zu finden ist ... dann ist das nur eine intellektuelle Überzeugung. Doch ihr besteht nicht nur aus Intellekt; ihr besteht auch aus Emotionen, Empfindungen, Gefühlen, und diese gehen tiefer als der Intellekt.

Und das Konzept von Gott ist bis in eure Emotionen vorgedrungen, bis in eure Empfindungen, eure Gefühle. Der Intellekt ist nur die Oberfläche eures Geistes, und ihr könnt rein logisch, rational, durchaus davon überzeugt sein, dass es keinen Gott gibt.

Einer meiner Freunde, ein alter Mann und sehr intelligent, war immer ein Anhänger von J. Krishnamurti gewesen, und er war im selben Alter wie Krishnamurti. Ich trat in sein Leben, als er schon recht alt war, doch er fing an, zu mir zu kommen. Intellektuell war er ein Gigant und überzeugt davon, dass es keinen Gott gibt, keine Hölle, keinen Himmel, keine Moral, dass das alles nur eine soziale Übereinkunft ist.

Eines Tages kam sein Sohn angerannt – sie wohnten nur fünf Minuten Fußmarsch von mir entfernt – und sagte:

»Mein Vater hatte einen schweren Herzinfarkt, und die Ärzte machen sich Sorgen, dass ein zweiter folgen könnte. Er ist sehr schwach, doch er hat sich plötzlich an dich erinnert und möchte, dass du bei ihm bist.«

Also rannte ich mit ihm zurück. Als ich zum Zimmer des alten Mannes kam ... ich stand an der Tür und hörte ein Geräusch. Dieser alte Mann sprach vor sich hin: »Hare Krishna, Hare Rama.« Ich konnte es kaum glauben. Sein ganzes Leben hindurch hatte er Gott geleugnet, geleugnet, geleugnet, und nun betete er: »Hare Krishna, Hare Rama.«

Ich ging sehr langsam zu ihm hin, um ihn nicht zu stören, setzte mich an seine Seite und hörte ihm zu. Er wiederholte ständig:

»Hare Krishna, Hare Rama.« Ich schüttelte ihn. Er öffnete die Augen. Ich fragte ihn: »Was machst du da? Ein Herzinfarkt, und schon ist deine ganze Philosophie vergessen? «

Er antwortete: »Jetzt ist keine Zeit zum Diskutieren, und jetzt ist es auch nicht an der Zeit, Risiken einzugehen. Lass mich einfach in Ruhe; setz dich nur neben mich, und lass mich zu Gott beten.

Intellektuell ist mir klar, dass es keinen Gott gibt. Aber wer weiß?

Und was kann es schon schaden? Ich sterbe sowieso. Da ist es besser, seinen Namen zu wiederholen. Wenn es ihn gibt, hilft es vielleicht; wenn es ihn nicht gibt, was kann es dann schon schaden?

Ich habe einfach nur ein paarmal seinen Namen wiederholt, das ist al les.«

Ich erwiderte: »Darum geht es gar nicht. Es geht um deine Integrität. Du bist ein vollkommen gespaltener Mensch.« Es war alles nur intellektuell gewesen. Das ist es, was ich euch immer und immer wieder gesagt habe, dass es sich dabei nur um intellektuelle Rationalität handelt. Und darin hat Krishnamurti versagt. Er sprach nur intellektuell zu den Menschen, er überzeugte sie intellektuell, doch er gab ihnen keine Methode, keine Meditation, mit der sie tiefer als das Gefühl hätten gehen können. Die Menschen können tiefer gehen als bis zum Herzen. Sie können zu ihrem innersten Wesen gehen, und erst dann taucht ein enormes Licht auf, das nicht mehr flackert; dann spielt es keine Rolle mehr, ob der Tod kommt, ob ein Herzinfarkt kommt.

Der alte Mann erholte sich wieder. Ein paar Tage später kam er zu mir und sagte: »Erzähl niemandem davon.«

Ich antwortete: »Ich werde es allen erzählen, und ich werde es auch Krishnamurti berichten.« Und das machte ich auch. Ich sagte zu ihm: »Das sind deine Anhänger. Sie waren ein Leben lang deine Anhänger, und du hast dich auf diese Leute verlassen.«

Krishamurtis letzte Worte, bevor er starb, bestätigten das. Seine letzte Aussage war: »Ich sterbe als frustrierter Mensch. Die Menschen haben sich von mir nur unterhalten lassen. Niemand hat mir wirklich zugehört.« Doch das war nicht der Fehler der Leute.

Es war sein eigener Fehler. Er sprach nur auf der intellektuellen Ebene zu ihnen; er wies sie niemals darauf hin, tiefer zu gehen.

Solange ihr nicht tiefer geht, werdet ihr eure Projektionen nur von einem Objekt auf ein anderes verlagern. Wenn es keinen Gott gibt, macht ihr mich zu eurem Gott. Und ich bin ganz sicher nicht Gott. Ich habe dieses schreckliche Chaos nicht erschaffen, das ihr hier auf der ganzen Welt seht. Ich habe Adolf Hitler nicht erschaffen, oder Dschingis Khan oder Tamerlan, auch nicht Nadir Schah oder Benito Mussolini. Ich habe diese Menschen nicht erschaffen. Macht mich nicht dafür verantwortlich! Und ich bin nicht allmächtig. Ich sitze einfach nur hier auf meinem Stuhl, das ist alles. Allmächtig würde bedeuten, dass ich einen Stuhl brauche, in den das ganze Universum passt. Und ich bin nicht allgegenwärtig. Ich bin kein Voyeur, der euch im Schlafzimmer beobachtet. Das ist es, was Gott angeblich macht, er beobachtet euch selbst noch im Badezimmer, durchs Schlüsselloch.

Ich bin auch nicht allwissend. Ich weiß nicht , was im nächsten Augenblick passieren wird. Ich bin einfach nur ein Mensch, einfach nur vollkommen wach und bewusst, und antworte auf das Leben von Moment zu Moment, entsprechend meiner Bewusstheit, meinem Bewusstsein; einfach nur ein klarer Spiegel, der alles reflektiert, was vor ihn tritt. Projiziert also nichts auf mich.

Doch ich kann dein Problem verstehen. Dein Problem ist, dass du intellektuell überzeugt bist, doch dass du die Wahrheit in den tieferen Schichten deines Wesens noch nicht erkannt hast. Du musst erst durch Meditation erkennen, dass es keinen Gott gibt; die Existenz genügt, es braucht keinen Gott, keine Fiktion.

Sobald du das in deinem tiefsten Kern erkannt hast, wirst du diesen alten Aberglauben niemals mehr projizieren. Nur Meditation kann für eine Verwandlung deines Wesens sorgen. Krishnamurti starb frustriert, weil er niemals bedacht hatte, dass er nur mit dem Intellekt der Menschen arbeitete. Krishnamurti half den Menschen nicht, über den Verstand hinauszugehen.

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