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Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott

Электронная книга - «Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott». Краткое содержание книги:

Aus dem Englischen übertragen von Renate Schilling Titel der Originalausgabe
GOD IS DEAD – Now Zen is the only living truth Osho International Foundation, Switzerland, www.osho.com.
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Ich vermute, dass er selbst vielleicht niemals über den Verstand hinausgegangen ist. Wie hätte er das sonst übersehen können?

Wenn er über den Verstand hinausgegangen wäre, dann hätte er sich bestimmt sein ganzes Leben lang bemüht, den Menschen zu helfen, über den Verstand hinauszugehen. Wenn man anfängt, über den Verstand hinauszublicken, dann gibt es keinen Gott, aber diese Existenz wird so schön, so intelligent, so strahlend, so sich selbst genug, dass sie nichts anderes mehr braucht. Doch nur Meditation kann dieses Wunder zustande bringen.

Die dritte Frage:

Gestern hörte ich dich sagen, dass Gebet etwas nach außen

Gerichtetes ist. Was ist mit Dankbarkeit? Ich habe das Gefühl,

dass Dankbarkeit nicht unbedingt ein äußeres Objekt braucht.

Und dass sie nicht nur entsteht, weil eine offene oder geheime

Sehnsucht erfüllt wurde.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Dankbarkeit. Die eine ist immer nach außen gerichtet und entsteht dadurch, dass man sich tief im Innern etwas direkt oder indirekt gewünscht und es bekommen hat. Aus diesem Grund ist man dankbar. Diese Art Dankbarkeit bedeutet einfach nur, dass man sich für etwas bedankt.

Das macht es vielleicht etwas klarer: Man bedankt sich bei demjenigen, der eine Sehnsucht erfüllt hat, die vorhanden gewesen war, ob man sich dessen nun bewusst war oder nicht. Etwas wurde erfüllt, daher fühlt man sich dankbar.

Diese Dankbarkeit ist immer nach außen gerichtet. Das kann Dankbarkeit einem Gott gegen über sein, der nicht existiert. Es kann Dankbarkeit einem Freund gegenüber sein, der existiert. Doch diese Dankbarkeit entspringt der Befriedigung einer bewussten oder unbewussten Sehnsucht.

Die andere Art von Dankbarkeit ist ein vollkommen anderes Phänomen, auch wenn sie im Wörterbuch nicht unterschieden werden. In Wörterbüchern wird Dankbarkeit nicht in verschiedene Kategorien unterteilt. Doch das Leben richtet sich nicht nach euren Wörterbüchern. Diese Art von Dankbarkeit hat kein äußeres oder inneres Objekt. Sie ist mehr wie der Duft, den eine Blume verströmt. Sie ist eine Erfahrung, die nicht auf irgendjemanden gerichtet ist.

Wenn man die innerste Quelle seines Wesens erreicht hat, wo immer Frühling herrscht und unzählige Blüten auf einen herabregnen, verspürt man plötzlich eine Dankbarkeit, die auf niemand Bestimmten gerichtet ist, die wie ein Duft aus einem aufsteigt, so wie Weihrauch Wolken von Rauch und Duft zum Himmel emporsendet, wo sie sich auflösen.

Diese Dankbarkeit steigt wie ein Duft aus einem auf, nicht wie die Dankbarkeit, die auf jemanden gerichtet ist. Sie ist der Schatten, das Nebenprodukt, wenn man zum Buddha wird. Sie entspringt nicht der Befriedigung irgendeiner Sehnsucht. Wenn man irgendwelche Wünsche hat, bewusst oder unbewusst, kann man nicht zum Buddha werden. Erst wenn alle Wünsche sich aufgelöst haben, wenn man alle Wünsche und Sehnsüchte transzendiert hat, wird man zum Buddha. Und von einem Buddha strahlt ein gewisser Duft aus. Dieser Duft besteht aus vielen Elementen. Er besteht aus Dankbarkeit, aus Mitgefühl, aus Liebe, aus Glückseligkeit, aus Ekstase – er ist vielfältig, er ist multidimensional.

Nun zu unserem Sutra:

Nachdem Nangaku diesen Kommentar über Sekito abgegeben

hatte, schickte er den Mönch abermals zu Sekito, um ihm einige

Fragen zu stellen. Als der Mönch bei ihm ankam, fragte er also:

»Was ist Befreiung?«

Bevor ich Sekitos Antwort erläutere, möchte ich euch eine kleine Anekdote über den Sufi-Mystiker Al-Hillaj Mansoor erzählen. Einmal kam ein Mann zu ihm und stellte ihm dieselbe Frage: »Was ist Befreiung?«

Mansoor befand sich gerade in einer Moschee mit prachtvollen Säulen rundum. Als er diese Frage hörte, ging er zu einer der Säulen, umklammerte sie mit beiden Händen und begann zu schreien: »Hilf mir! «

Der Mann verstand nicht, was das sollte. Er hatte doch nur eine Frage zum Thema Befreiung gestellt, doch dieser Mansoor schien verrückt zu sein. Er umklammerte die Säule und flehte den Mann an: »Bitte hilf mir – diese Säule hält mich fest und lässt mich nicht los. Befreie mich!«

Der Mann erwiderte: »Du bist ja verrückt. Du hältst doch die Säule fest, und nicht die Säule dich.«

Da ließ Mansoor die Säule los und sagte: »Das war meine Antwort, und jetzt verschwinde. Niemand hält dich fest.«

Das war auch Sekitos Antwort: »Wer hat dich gebunden? «

Warum strebst du nach Befreiung? Das ist die Vorgehens weise beim Zen – sich die eigene Sklaverei genauer anzusehen. Kümmere dich nicht um deine Befreiung. Deine Sklaverei ist das Problem, und sie ist deine eigene Schöpfung. Wer hat dich zum Sklaven gemacht? Du selbst! Und jetzt bittest du: »Befreie mich.« Niemand kann dich befreien, weil niemand dich versklavt hat. Es ist nur dein eigenes Spiel.

Diese Antwort ist hart, aber überaus klar und überaus wahr.

Sekito antwortete: »Wer hat dich gebunden?«

Sag mir zuerst, worin deine Sklaverei besteht. Wer hat dich versklavt? Warum strebst du danach, dich zu befreien? Sobald du dir deine Sklaverei genauer ansiehst, wirst du einfach nur anfangen zu lachen. Deine Sklaverei ist deine eigene Kreation; du kannst sie jetzt sofort loslassen. Und sobald du sie losgelassen hast, wirst du erkennen, dass Freiheit deine wahre Natur ist; du musst nicht befreit werden. Du wurdest frei geboren, du warst von Anfang an frei, doch wieder und wieder gerätst du in Sklaverei.

Vielleicht gibt dir die Sklaverei eine gewisse Sicherheit, einen gewissen Schutz. Die Sklaverei gibt dir ein gewisses Gefühl, dass du etwas gegen deine Sklaverei tust. Doch in deinem Bewusstsein bist du vollkommen frei und immer schon frei gewesen.

Es ist so, als würdest du dich hinlegen, die Augen schließen und anfangen zu schreien: »Weck mich auf!« Natürlich ist es sehr schwierig, jemanden aufzuwecken, der bereits wach ist. Es ist leicht, jemanden aufzuwecken, der schläft. Man kann ihm kaltes Wasser, einen Eimer eiskaltes Wasser, ins Gesicht schütten, und er wird sofort aufspringen. Man kann ihm die Decke wegziehen, und er wird sofort aufschreien: »Was machst du da ?«

Aber wenn jemand wach ist, wenn jemand mit geschlossenen Augen daliegt und sagt: »Bitte weck mich auf!« ... Das ist es, was Sekito zu dem Mönch sagt, als dieser ihn fragt:

»Was ist Befreiung?«

Sekito antwortet ihm: »Wer hat dich gebunden? « Du warst schon immer frei; du bist der Buddha; du bist der Erwachte. Deine Sklaverei ist deine eigene Erfindung, sie ist nur eine Fiktion.

Ihr könnt einmal ein kleines Experiment machen, wenn ihr zu Hause in eurem Zimmer sitzt. Faltet die Hände fest zusammen und verschränkt die Finger ineinander. Schließt dann die Augen und stellt euch vor, dass ihr die Hände nicht mehr öffnen könnt, egal, was ihr macht. Wiederholt mindestens fünf Minuten lang vor euch hin, mit geschlossenen Auge n: »Was immer ich mache, ich kann meine Hände nicht mehr öffnen.« Dann, nach fünf Minuten, strengt euch an, sie zu öffnen. Setzt eure komplette Energie ein und versucht, sie zu öffnen – und ihr werdet euch wundern: Je mehr ihr es versucht, desto unmöglicher scheint es. Ihr habt euch selbst in Sklaverei hypnotisiert.

Die einzige Möglichkeit, die Hände zu öffnen, besteht jetzt darin, euch nicht mehr anzustrengen, euch nicht mehr zu bemühen, sie zu öffnen. Entspannt euch, und eure Hände werden sich irgendwann von ganz allein öffnen, ohne dass ihr euch anstrengen müsst. Eure Anstrengungen haben sich gegen euch gerichtet, weil ihr euch selbst hypnotisiert hattet. Dann könnt ihr sie nicht mehr öffnen; mit Anstrengung ist es nicht mehr möglich, die Hände zu öffnen.

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