Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Wir sind nur Menschen - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Wir sind nur Menschen

Электронная книга - «Wir sind nur Menschen». Краткое содержание книги:

Für die Rettung eines Jungen erhält Tropenarzt Dr. Perthes von dem dankbaren Vater eine Geldsumme. Endlich kann er seinen Wunschtraum verwirklichen: eine Expedition in die Urwälder Südamerikas. Seine Geliebte, die Kinderärztin Dr. Angela Bender, ist dagegen, aber sie kann den tatendurstigen Mediziner nicht halten. Die Briefe aus Südamerika verbrennt sie ungelesen. Als der Giftspezialist Dr. Perthes einen Stammeshäuptling vor dem sicheren Tod rettet, ist er ein berühmter Mann. Doch eines Tages wird er selbst von einer giftigen Urwaldspinne gebissen — und bleibt gelähmt. Durch einen Zufall erfährt Angela Bender in der Heimat von seinem Unglück. In ihrer Verzweiflung wagt sie ein gefährliches Experiment…
1 ... 36 37 38 39 40 41 42 43 44 ... 57
Перейти на страницу:

«Hat man Dr. Bender in den letzten Tagen mit irgendwelchen Leuten zusammen gesehen?«fragte er die Haushälterin. Sie schüttelte den Kopf.

«Nein, Frau Doktor war nie in Begleitung. Einmal sah ich sie beim Einkaufen mit Fritz Benischek zusammen stehen, aber — «, sie lachte,»das hat ja wohl nichts zu sagen!«

«Fritz Benischek? Wer ist der Herr?«

«Herr!«Die Haushälterin kicherte.»Fritz ist der Labordiener vom Universitätslaboratorium. In Erlangen kennt ihn jeder. Er ist ein wenig komisch hier oben!«Sie tippte sich an die Stirn und lachte von neuem.»Frau Doktor kennt Fritze, so nennt ihn jeder, noch von ihrer Studienzeit her.«

Paul Sacher sah sich noch einmal in Angelas Arbeitszimmer um. Er fand nichts, was einen Anhaltspunkt geben konnte, nichts, was das Rätsel lichtete. Etwas unwillig und unzufrieden mit dieser ersten Niederlage seiner Detektivtätigkeit verabschiedete er sich und fuhr in einem Taxi zur Klinik zurück. In der Nürnberger Straße stieg er aus und trank in einem altdeutsch eingerichteten Lokal zwei Schnäpse. Dann kaufte er noch eine halbe Flasche Cognac und ging durch die Straßen bis zu den Laboratorien der Universität. Dort schellte er an der Tür, wo neben einem Klingelknopf auf einem Schild der Name >F. Benischek< stand.

Es dauerte lange, bis die Tür geöffnet wurde. Das bei Fremden stets mürrische Gesicht des langen Mannes wurde noch länger, als der Besucher bat, ihn privat sprechen zu können.

«Ick brauch keene Versicherung«, sagte er abweisend.»Wenn Sie von 'ner Staubsaugerfirma kommen, det rejelt alles det Verwaltungsamt von der Universität!«Er nahm die Türklinke wieder in die Hand.»Un im übrijen — ick hab jetzt Dienst. Sprechzeit für Benischek erst nach achtzehn Uhr!«

Dr. Sacher nickte. Wirklich ein Original, dachte er. Wenn er tatsächlich etwas weiß, könnte man es ihm vielleicht mit einer halben Flasche Cognac herauslocken. Leute mit einem beengten Horizont reagieren frappant auf geistige Genüsse.

«Ich weiß, lieber Herr Benischek«, meinte er jovial.»Ich komme auch nicht von der Versicherung oder einer Staubsaugerfirma — ich bin Arzt!«

«Ich bin nicht krank.«

«Ich bin ein Freund von Dr. Angela Bender.«

«Wat Se nich sagen! Davon hat se mir aba nischt erzählt.«

Benischek sah den Fremden komisch an.

«Mein Name ist Dr. Paul Sacher; ich komme aus Köln.«

«Nie jehört! Wat soll's denn sin? Fräulein Doktor wohnt in der Virchowstraße. «Sein Gesicht wurde noch abweisender. Was aus Köln kam, konnte nichts Gutes sein. In Köln, das wußte Benischek, lebte einmal der Mann, der Angela verlassen hatte.

Sein primitiver Verstand ließ ihn sofort gegen Dr. Sacher voreingenommen sein. Er schirmte sich gegen alles aus Köln ab und bot dem Arzt einen Widerstand, wie ihn dieser nicht erwartet hatte.

Dr. Sacher nickte.»Ich weiß. Ich komme aus der Wohnung. Ich wollte mich mit Ihnen unterhalten!«

«Nach achtzehn Uhr! Ick bin Anjestellter der Universität und damit des Staates. Ick bekomme mein Jehalt für jute Pflichterfüllung. Bis achtzehn Uhr habe ick meine Pflicht zu tun. Wenn Sie mir sprechen wollen — bitte, nach dem Dienst!«

Damit schlug er Dr. Sacher die Tür vor der Nase zu und entfernte sich brummend.

Paul Sacher zuckte mit den Schultern und sah auf die Uhr. 14 Uhr! Noch vier Stunden. Sie wollten ausgefüllt sein, wenn sein Erlanger Aufenthalt von Erfolg sein sollte. Der Gedanke, in der Zwischenzeit doch einmal mit Angela zu sprechen, ließ ihn nicht los. Vielleicht gab seine Gegenwart ihr die Möglichkeit, Schweres von ihrer Seele zu lösen? Oft braucht der Mensch nur einen Anstoß, um die aufgestaute Tragik seines Schicksals herauszusprudeln und sein Herz zu befreien von dem Druck und der Angst, dieses Leben allein ertragen zu müssen.

Aber dann entschloß er sich doch, Angela vorläufig nicht über ihr Geheimnis zu befragen. Er kannte sie; er wußte, daß sie von selbst zu ihm kommen würde, wenn sie die Unmöglichkeit eingesehen hatte, selbst mit der Last des zerrissenen Gewissens fertig zu werden. In sie zu dringen würde vergeblich sein.

Sein eigener innerer Zwiespalt beunruhigte ihn. Er setzte sich in ein Cafe und vertrieb sich die Zeit mit der Lektüre von Illustrierten und Tageszeitungen. Langsam nur vergingen die Stunden.

15 Uhr — 16 Uhr — 17 Uhr.

Die vierte Portion Kaffee wurde serviert. Sein Herz begann stärker zu schlagen. Der ungewohnte Coffeinstoß strengte ihn an, und als es 17.30 Uhr war, bezahlte Sacher und ging in die Nähe der sich bereits leerenden Laboratorien. Im Schatten einer Haustür stehend, beobachtete er, wie die Chemiker und Physiker — viele Damen darunter — das große Gebäude verließen. Professor Dr. Heines trat heraus — sein Bild war Dr. Sacher aus vielen Zeitschriften vertraut —, dann der Chemiker Professor Dr. Dr. Krahn, Nobelpreisträger und Experte für Teerforschung. Kurz nach 18 Uhr — von der nahen Kirche verklang noch der Glockenschlag — schloß der Laboratoriumsdiener Benischek das Gebäude ab. Paul Sacher sah ihn, wie er in der Tür erschien, noch einmal nach rechts und nach links blickte, ein zusammengeknülltes Papier, das vor dem Eingang lag, aufhob und dann wieder hinter der dicken Eichentür verschwand.

Mit schnellen Schritten eilte nun Dr. Sacher um das Haus herum zu dem Privateingang und schellte wieder. Dieses Mal dauerte es nicht so lange. Die schlurfenden Schritte näherten sich, und Fritz Benischek schloß auf.»Herr Doktor Sacher.«, sagte er. Er hatte ein gutes Namensgedächtnis und war auch stolz darauf.»Woll'n Se immer noch wat?«

«Allerdings! Ihr Dienst als Angestellter des Staates ist vorüber, jetzt sind Sie Privatmann. Und als solcher möchte ich Sie sprechen, Herr Benischek.«

Der alte Mann musterte den Arzt von neuem. Er war sich nicht ganz schlüssig, ob der Besucher da seinen Spaß mit ihm trieb oder ob er es ernst meinte. Zu Dr. Sachers Glück entschloß er sich für das letztere und schob die Tür ein wenig auf.

«Kommen Se!«

Sie gingen durch verwaiste Gänge, vorbei an offenstehenden Türen der einzelnen Labors, in den Teil des Gebäudes, wo sich Benischek häuslich niedergelassen hatte. Das Zimmer, in dem Dr. Bender nächtelang gearbeitet hatte, war wieder ausgeräumt und als Wohnzimmer eingerichtet worden. Ohne zu ahnen, in welchem Raum er sich jetzt befand, ließ sich Paul Sacher auf das Sofa nieder, auf dem Angela — vor Erschöpfung zusammengebrochen — den Triumph ihres Sieges über das Gift der >Schwarzen Witwe< genossen hatte.

Dr. Sacher holte die halbe Flasche Cognac aus der Tasche und stellte sie auf den alten Ausziehtisch.»Bitte!«meinte er freundlich.»Unter Männern spricht es sich leichter, wenn der Leib auch zu seinem Recht kommt.«

Fritz Benischek starrte die Flasche an. Die drei Sterne am Flaschenhals lockten ihn sehr, andererseits machte ihn diese unerwartete Spende vorsichtig. Wie kommt dieser fremde Arzt dazu, ihm eine Pulle zu spendieren? Er will doch etwas! Und es muß etwas Wichtiges sein, was er will. Umsonst bringt man doch Benischek nicht so viel Cognac mit.

Er holte zwei Gläser und stellte die Flasche auf einen Nebentisch. Dann setzte er sich in einen alten Korbsessel und blickte Dr. Sacher an, als wollte er sagen: Nun fang schon an, sag, was du auf dem Herzen hast. Ick warte druff!

Paul Sacher zog eine Zigarettenschachtel aus der Tasche, bot Benischek an und steckte seine Zigarette umständlich in Brand. Dabei meinte er wie nebensächlich:

«Sie kennen Fräulein Dr. Bender gut?«

«Se hat während ihres Studiums oft bei mir jearbeitet. «Wenn er von den Laboratorien sprach, sagte er immer >bei mir<. Es waren eben seine Räume — er war der Herr über Retorten und Kolben.

«Und in der letzten Zeit?«

Benischek horchte auf. Aha! dachte er. Dahinaus geht's also! Was sagte doch Angela immer: Keinem etwas sagen, was auch kommen mag! Und er hatte es ihr in die Hand versprochen. Das war ein Schwur gewesen.»In der letzten Zeit?«fragte er gedehnt und stellte sich dumm, was gut zu ihm paßte.»Ab und zu.«

1 ... 36 37 38 39 40 41 42 43 44 ... 57
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)