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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L

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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
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»Danke, Leute«, sagte ich. »Ich bin euch einen Gefallen schuldig.«

Der Himmel dröhnte in der Ferne, ich nahm also an, dass die Hamburger okay rochen.

»Hurra für Percy!«, sagte Tyson.

»Können wir jetzt diesen Hirten verschnüren?«, fragte Nico.

»Au ja«, stimmte Grover zu. »Und diese Töle hätte mich fast umgebracht.«

Ich sah Eurytion an, der noch immer ganz gelassen am Picknicktisch saß. Orthos hatte seine beiden Köpfe auf die Knie des Hirten gelegt.

»Wie lange wird Geryon brauchen, um wieder Gestalt anzunehmen?«, fragte ich ihn.

Eurytion zuckte mit den Schultern. »Hundert Jahre? Er ist keiner von diesen Schnellentwicklern, den Göttern sei Dank. Du hast mir einen Gefallen getan.«

»Sie haben gesagt, dass Sie schon einmal für ihn gestorben sind«, fiel mir jetzt ein. »Wie ist das passiert?«

»Ich arbeite schon seit Jahrtausenden für diesen Mistkerl. Hab als normales Halbblut angefangen, mich dann aber für die Unsterblichkeit entschieden, als mein Dad es mir angeboten hat. Größter Fehler meines Lebens. Jetzt sitz ich hier auf dieser Ranch fest. Ich kann nicht weggehen. Ich kann nicht aussteigen. Muss die Kühe hüten und Geryons Kämpfe ausfechten. Wir sind sozusagen aneinandergekettet.«

»Vielleicht können Sie das ändern«, sagte ich.

Eurytion kniff die Augen zusammen. »Wie?«

»Seien Sie nett zu den Tieren. Kümmern Sie sich um sie. Hören Sie auf, sie als Nahrungsmittel zu verkaufen. Und machen Sie keine Geschäfte mehr mit den Titanen.«

Eurytion dachte darüber nach. »Von mir aus.«

»Bringen Sie die Tiere auf Ihre Seite, und sie werden Ihnen helfen. Wenn Geryon dann zurückkommt, muss er vielleicht für Sie arbeiten.«

Eurytion grinste. »Na, damit könnte ich leben.«

»Sie werden nicht versuchen, uns am Gehen zu hindern?«

»Meine Güte, nein.«

Annabeth rieb sich die wunden Handgelenke. Sie sah Eurytion noch immer misstrauisch an. »Ihr Boss hat gesagt, dass jemand für unser freies Geleit bezahlt hat. Wer war das?«

Der Hirte zuckte mit den Schultern. »Das hat er vielleicht nur gesagt, um euch in die Irre zu leiten.«

»Was ist mit den Titanen?«, fragte ich. »Haben Sie denen wegen Nico schon eine Iris-Botschaft geschickt?«

»Nein. Geryon wollte bis nach dem Grillen warten. Sie wissen nichts von ihm.«

Nico starrte mich wütend an. Ich wusste nicht, was ich mit ihm machen sollte. Ich nahm nicht an, dass er freiwillig mit uns kommen würde; andererseits konnte ich ihn auch nicht auf eigene Faust herumstromern lassen.

»Du könntest hierbleiben, bis wir den Auftrag hinter uns gebracht haben«, sagte ich zu ihm. »Hier wärst du in Sicherheit.«

»In Sicherheit?«, fragte Nico. »Dich interessiert es doch gar nicht, ob ich in Sicherheit bin. Du hast meine Schwester umkommen lassen!«

»Nico«, sagte Annabeth. »Daran war nicht Percy schuld. Und Geryon hat nicht gelogen, als er gesagt hat, dass Kronos dich kriegen will. Wenn er wüsste, wer du bist, würde er alles tun, um dich auf seine Seite zu bringen.«

»Ich bin auf gar keiner Seite. Und ich habe keine Angst.«

»Solltest du aber«, sagte Annabeth. »Deine Schwester würde nicht wollen …«

»Wenn meine Schwester dir wichtig wäre, würdest du mir helfen, sie zurückzuholen!«

»Eine Seele für eine Seele?«, fragte ich.

»Ja.«

»Aber wenn du meine Seele nicht willst …«

»Dir erkläre ich überhaupt nichts!« Er zwinkerte sich die Tränen aus den Augen. »Und ich werde sie wirklich zurückholen.«

»Bianca würde nicht zurückgeholt werden wollen«, sagte ich. »Nicht auf diese Weise.«

»Du hast sie doch gar nicht gekannt!«, brüllte er. »Woher willst du wissen, was sie wollen würde?«

Ich starrte die Flammen auf dem Grill an. Ich dachte an die Zeile in Annabeths Weissagung: Durch die Hand des Geisterkönigs falle oder lebe. Das musste Minos sein, und ich musste Nico dazu bringen, nicht auf ihn zu hören. »Fragen wir Bianca doch.«

Plötzlich schien der Himmel sich zu verdunkeln.

»Das habe ich ja versucht«, sagte Nico traurig. »Sie antwortet nicht.«

»Versuch es noch einmal. Ich habe das Gefühl, dass sie antworten wird, wenn ich dabei bin.«

»Warum sollte sie?«

»Weil sie mir Iris-Botschaften geschickt hat«, sagte ich und war mir plötzlich sicher. »Sie wollte mir zeigen, was du vorhast, damit ich dich beschützen kann.«

Nico schüttelte den Kopf. »Das ist unmöglich.«

»Wir können das nur auf eine Weise herausfinden. Du sagst, du hast keine Angst.« Ich wandte mich an Eurytion. »Wir brauchen eine Grube, wie ein Grab. Und Essen und Trinken.«

»Percy«, sagte Annabeth warnend. »Ich halte das für keine gute …«

»Alles klar«, sagte Nico. »Ich mache einen Versuch.«

Eurytion kratzte sich den Bart. »Wir haben hinten ein Loch für einen septischen Tank gegraben. Das können wir nehmen. Zyklopenknabe, hol meine Kühlbox aus der Küche. Ich hoffe, die Toten mögen Malzbier.«

Wir spielen in der Quizshow des Todes mit

Wir hielten unsere spiritistische Sitzung nach Einbruch der Dunkelheit ab, an einer sieben Meter langen Grube vor dem septischen Tank. Der Tank war hellgelb und auf der Seite waren ein Smiley und die rote Aufschrift HAPPY END Toilettentechnik GmbH. Er passte nicht so ganz zu der Stimmung, die aufkommt, wenn man Tote herbeiruft.

Es war Vollmond. Silberwolken zogen über den Himmel.

»Minos sollte langsam zurück sein«, sagte Nico und runzelte die Stirn. »Es ist vollkommen dunkel.«

»Vielleicht hat er sich verirrt«, sagte ich hoffnungsvoll.

Nico goss Malzbier in die Grube und warf Grillfleisch hinterher, dann stimmte er einen Sprechgesang auf Altgriechisch an. Sofort hörten die Insekten im Wald auf zu sirren. In meiner Tasche wurde die Hundepfeife aus stygischem Eis kälter und schien an meinem Bein zu gefrieren.

»Mach, dass er aufhört«, flüsterte Tyson.

Ein Teil von mir stimmte zu. Das hier war nicht natürlich. Die Nachtluft kam mir kalt und bedrohlich vor. Aber ehe ich noch etwas sagen konnte, tauchten die ersten Geister auf. Schwefliger Nebel stieg aus dem Boden. Schatten verdichteten sich zu menschlichen Gestalten. Ein blauer Schatten schwebte an den Rand der Grube und ging in die Knie, um zu trinken.

»Haltet ihn zurück!«, sagte Nico und unterbrach seinen Sprechgesang für einen Moment. »Nur Bianca darf trinken.«

Ich zog Springflut. Die Geister wichen beim Anblick meiner Klinge aus himmlischer Bronze mit einstimmigem Zischen zurück. Aber es war zu spät, um den ersten Geist aufzuhalten. Er hatte sich bereits zur Gestalt eines bärtigen Mannes in weißen Gewändern verfestigt. Ein goldener Reif zog sich um seinen Kopf und noch im Tod loderten seine Augen vor Bosheit.

»Minos!«, sagte Nico. »Was tust du denn?«

»Ich bitte um Entschuldigung, Herr«, sagte der Geist, obwohl er sich nicht gerade bedauernd anhörte. »Das Opfer roch so gut. Ich konnte nicht widerstehen.« Er musterte seine Hände und lächelte. »Es tut gut, mich selbst wiederzusehen. Fast in solider Form …«

»Du unterbrichst das Ritual«, sagte Nico wütend. »Mach, dass …«

Die Geister der Toten fingen an, bedrohlich hell zu schimmern, und Nico musste seinen Sprechgesang wieder aufnehmen, um sie in Schach zu halten.

»Ja, ganz recht, Herr«, sagte Minos belustigt. »Singt Ihr nur weiter. Ich bin nur gekommen, um Euch vor diesen Lügnern zu beschützen, die Euch betrügen wollen.«

Er sah mich an wie eine Art Kakerlake. »Percy Jackson … du meine Güte. Die Söhne des Poseidon sind im Laufe der Jahrhunderte auch nicht besser geworden.«

Ich hätte ihm gern eine reingesemmelt, aber ich ging davon aus, dass meine Faust durch sein Gesicht hindurchgleiten würde. »Wir suchen Bianca di Angelo«, sagte ich. »Verschwinde.«

Der Geist kicherte. »Ich habe gehört, dass du mal mit bloßen Händen meinen Minotaurus getötet hast. Aber im Labyrinth harren deiner üblere Dinge. Glaubst du wirklich, dass Dädalus euch helfen wird?«

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