Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
Ja! Das Pferd stimmte begeistert zu. Poseidon kann auch reinkommen. Fressen wir euch beide. Meeresfrüchte!
Meeresfrüchte! Die anderen Pferde stimmten ein, als sie über die Weide herbeijagten. Überall brummten Fliegen herum, und die Hitze machte den Gestank nicht besser. Ich hatte gedacht, ich könnte diese Aufgabe vielleicht lösen, weil ich noch wusste, wie Herkules das geschafft hatte. Er hatte einen Fluss in die Ställe umgeleitet und sie auf diese Weise ausgespült. Ich stellte mir vor, dass das Wasser mir vielleicht gehorchen würde. Aber wenn ich nicht an die Pferde herankam, ohne gefressen zu werden, dann hatte ich ein Problem. Und der Fluss befand sich unterhalb der Ställe, viel weiter entfernt, als mir klar gewesen war, fast eine halbe Meile. Aus der Nähe sah das Kackeproblem noch viel größer aus. Ich hob eine rostige Schaufel auf und schob versuchsweise etwas Kacke vom Zaun weg. Großartig. Jetzt waren es nur noch vier Milliarden Schaufelladungen.
Die Sonne stand schon tiefer am Himmel. Mir blieben bestenfalls noch wenige Stunden. Ich sah ein, dass der Fluss meine einzige Hoffnung war. Wenigstens würde mir am Flussufer das Denken leichter fallen als hier. Ich wanderte den Hügel hinunter.
Als ich am Fluss ankam, wartete dort ein Mädchen auf mich. Sie trug Jeans und ein grünes T-Shirt und hatte Flussgras in ihre langen braunen Haare geflochten. Sie sah mich streng an. Die Arme hatte sie übereinandergeschlagen.
»O nein, das tust du nicht«, sagte sie.
Ich starrte sie an. »Bist du eine Najade?«
Sie verdrehte die Augen. »Was sonst!«
»Aber du sprichst Englisch. Und du bist nicht im Wasser.«
»Glaubst du etwa, wir könnten nicht Menschisch sprechen, wenn wir wollen?«
Ich hatte nie darüber nachgedacht. Und ich kam mir ein wenig blöd vor, weil ich im Camp jede Menge Najaden gesehen hatte, und sie hatten immer nur gekichert und mir vom Grund des Sees zugewinkt.
»Hör mal«, sagte ich. »Ich wollte nur fragen …«
»Ich weiß, wer du bist«, sagte sie. »Und ich weiß, was du tun willst. Und die Antwort ist Nein! Ich werde meinen Fluss nicht noch einmal hergeben, um diesen Saustall zu säubern.«
»Aber …«
»Spar dir das, Seejunge. Ihr Ozeangott-Typen haltet euch immer für sooo viel wichtiger als einen hergelaufenen kleinen Fluss, stimmt’s? Na, ich kann dir sagen, diese Najade hier lässt sich nicht herumkommandieren, bloß weil du Poseidon zum Daddy hast. Das hier ist Süßwasserterritorium, Mister. Der letzte Typ, der mich um diesen Gefallen gebeten hat – und der sah übrigens viel besser aus als du –, hat mich überredet, und das war der ärgste Fehler meines Lebens! Hast du überhaupt irgendeine Vorstellung davon, was dieser ganze Pferdedünger mit meinem Ökosystem anstellt? Sehe ich in deinen Augen aus wie eine Kläranlage? Meine Fische würden sterben. Ich würde diesen Dreck nie wieder aus meinen Pflanzen entfernen können. Ich wäre jahrelang krank. NEIN DANKE!«
So, wie sie redete, erinnerte sie mich an meine sterbliche Freundin Rachel Elizabeth Dare – sie schien mit Wörtern auf mich einzuboxen. Ich konnte es der Najade nicht übel nehmen. Wenn ich es mir genauer überlegte, würde ich auch ganz schön sauer sein, wenn jemand vier Millionen Pfund Kacke in meinem Wohnzimmer abladen wollte. Aber trotzdem …
»Meine Freunde sind in Gefahr«, erklärte ich ihr.
»Schlimm. Aber das ist nicht mein Problem. Und du wirst mir meinen Fluss nicht ruinieren.«
Sie sah richtig kampfbereit aus. Sie hatte die Fäuste geballt, aber ich glaubte, in ihrer Stimme ein leichtes Zittern zu hören. Plötzlich wurde mir klar, dass sie sich trotz ihrer zornigen Haltung vor mir fürchtete. Sie glaubte vermutlich, ich würde mit ihr um die Herrschaft über den Fluss kämpfen, und hatte Angst, sie könnte verlieren.
Bei diesem Gedanken wurde ich traurig. Ich kam mir vor wie ein Tyrann, ein Sohn des Poseidon, der mit seiner Bedeutung protzt.
Ich setzte mich auf einen Baumstumpf. »Okay, du hast gewonnen.«
Die Najade machte ein überraschtes Gesicht. »Wirklich?«
»Ich werde nicht mit dir kämpfen. Das ist dein Fluss.«
Ihr Schultern entspannten sich. »Oh. Gut. Ich meine – dein Glück.«
»Aber meine Freunde und ich werden an die Titanen verkauft, wenn ich diese Ställe nicht bis Sonnenuntergang sauber machen kann. Und ich weiß nicht, wie.«
Der Fluss gurgelte fröhlich vor sich hin. Eine Schlange glitt durch das Wasser und zog den Kopf ein. Endlich seufzte die Najade.
»Ich werde dir ein Geheimnis verraten, Sohn des Meeresgottes. Nimm dir eine Handvoll Dreck.«
»Was?«
»Du hast mich gehört.«
Ich ging in die Hocke und kratzte mir eine Handvoll Texas-Erde zusammen. Sie war trocken und schwarz und gesprenkelt mit winzigen weißen Steinen … nein, das war etwas anderes als Stein.
»Das sind Muscheln«, sagte die Najade. »Versteinerte Seemuscheln. Vor Jahrmillionen, noch vor der Zeit der Götter, als nur Gaia und Uranos regierten, stand dieses Land unter Wasser. Es war ein Teil des Meeres.«
Plötzlich begriff ich, was sie meinte. Ich hielt winzige Stücke von uralten Seeigeln in der Hand, Weichtierschalen. Sogar die Kalkfelsen wiesen Abdrücke von Muscheln auf.
»Na gut«, sagte ich. »Und was habe ich davon?«
»Du bist gar nicht so viel anders als ich, Halbgott. Selbst, wenn ich das Wasser verlasse, ist das Wasser in mir. Es ist mein Lebensquell.« Sie trat zurück in den Fluss und lächelte. »Ich hoffe, du findest eine Möglichkeit, deine Freunde zu retten.«
Und damit wurde sie wieder flüssig und verschmolz mit dem Fluss.
Die Sonne berührte schon die Hügel, als ich zu den Ställen zurückkam. Irgendwer musste die Pferde gefüttert haben, denn sie zerrten an riesigen Tierkadavern. Ich wusste nicht, was das für Tiere waren, und ich wollte es eigentlich auch nicht wissen. Wenn irgendwas diese Ställe noch widerlicher machen konnte, dann fünfzig Pferde, die an rohem Fleisch nagten.
Meeresfrüchte, dachte eins bei meinem Anblick. Nur hereinspaziert! Wir haben noch immer Hunger.
Was sollte ich machen? Ich konnte den Fluss nicht benutzen. Und die Tatsache, dass die Gegend vor einer Million Jahren unter Wasser gestanden hatte, war mir jetzt auch keine große Hilfe. Ich sah die kleine verkalkte Muschel in meiner Hand an, dann den riesigen Dunghaufen.
Frustriert warf ich die Muschel in die Kacke. Ich wollte den Pferden gerade den Rücken zukehren, als ich ein Geräusch hörte.
PFFFFFF! Wie ein kaputter Ballon.
Ich schaute mich zu der Stelle um, an die ich die Muschel geworfen hatte. Ein winziger Wasserstrahl schoss aus dem Dreck.
»Kann doch nicht sein«, murmelte ich.
Zögernd ging ich auf den Zaun zu. »Größer werden«, sagte ich zu dem Wasserstrahl.
WUUUUUSCH!
Wasser schoss fast einen Meter in die Luft und blubberte wie wild. Es war unmöglich, aber da war es. Zwei Pferde kamen herüber, um nach dem Rechten zu sehen. Eins hielt sein Maul in den Strahl und fuhr zurück.
Uääääh!, sagte es. Salzig.
Es war Meerwasser, mitten auf einer Ranch in Texas. Ich raffte noch eine Handvoll Erde zusammen und las die Fossilien heraus. Ich wusste wirklich nicht genau, was ich tat, aber ich rannte am Stall entlang und warf Muscheln in die Dunghaufen. Wo immer eine Muschel landete, entsprang eine Salzwasserquelle.
Halt!, riefen die Pferde. Fleisch ist gut. Baden ist schlecht!
Dann sah ich, dass das Wasser nicht aus den Ställen oder hügelabwärts floss, wie normales Wasser das getan hätte. Es blubberte einfach um die Quellen herum, versickerte dann im Boden und nahm den Dung mit. Die Pferdekacke löste sich im Salzwasser auf und hinterließ ganz normale nasse Erde.
»Mehr!«, schrie ich.
Mein Bauch krampfte sich zusammen und die Fontänen explodierten zur gewaltigsten Waschstraße aller Zeiten. Salzwasser schoss fast sieben Meter in die Luft. Die Pferde drehten durch, sie rannten hin und her, als die Geysire sie aus allen Richtungen ansprühten. Berge aus Kacke schmolzen wie Eis. Und all das hatte ich gemacht. Ich hatte den Ozean auf diesen Hügel gebracht.