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Warcraft: Roman zum Film

Электронная книга - «Warcraft: Roman zum Film». Краткое содержание книги:

Die friedliche Welt Azeroth sieht sich plötzlich am Rande eines verheerenden Krieges, als ihre Ländereien von bislang unbekannten und furchteinflößenden Gegnern bedroht werden. Bei den Fremden handelt es sich um Orcs, die ihrer sterbenden Heimat den Rücken gekehrt haben, um neue Lebensräume zu erobern. Als sich ein Portal öffnet, das beide Welten verbindet, prallt eine Armee, die den sicheren Untergang vor Augen hat, auf ein Heer von zu allem entschlossenen Verteidigern. Das Schicksal ganzer Völker liegt nun in den Händen zweier Helden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Beginn einer epischen Saga über Macht und Opferbereitschaft, in der der Krieg viele Gesichter hat und eine Niederlage keine Option ist …
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„Dies ist König Llane“, sagte Garona. „Er sagt, man habe ihm mitgeteilt, dass du mit ihm sprechen willst.“

Durotan nahm einen tiefen Atemzug, zwang sich zur Ruhe und nickte. Der andere Mann neben Llane sagte mit raschen Worten etwas und sah Durotan mit mehr als nur einem Anflug von Skepsis an.

„Anduin Lothar wünscht zu wissen, ob ihr beabsichtigt, durch das Portal, das ihr baut, in eure Heimat zurückzukehren“, übersetzte Garona.

„Unsere Welt stirbt“, sagte Durotan. „Es gibt nichts, zu dem wir zurückkehren könnten.“

„Wir sind nicht für die Zerstörung eurer Welt verantwortlich“, sagte Llane durch Garona. „Mit uns Krieg zu führen, wird eure Probleme nicht lösen.“

Durotan seufzte schwer und dachte an Orgrims vorherige Worte. „Bei Orcs“, sagte er, „löst Krieg immer alle Probleme.“

„Warum triffst du dich dann jetzt mit uns?“ Die Frage kam von Llane, der Durotan mit festem Blick musterte, und zum ersten Mal seit Beginn der Unterredung stellte sich Durotan diesem Blick mit ruhiger Gelassenheit. Er sah keine Furcht in diesen Augen, bloß Wachsamkeit, Zuverlässigkeit und … Neugierde. Dieser Llane hatte keine Ahnung, wie ehrenvoll Orcs waren oder wie sehr Durotan mit seiner Entscheidung zu kämpfen hatte. Er wusste nichts weiter als das, was Garona ihm über seine Rasse erzählt hatte. Und doch war er hergekommen.

Er war aus demselben Grund hergekommen wie Durotan.

„Um unser Volk zu retten“, sagte Durotan zu ihm.

Als Garona seine Worte übersetzte, wirkte der König überrascht. Er tauschte einen Blick mit dem Mann namens Lothar, und Garona sah Durotan erwartungsvoll an.

„Die Fel-Magie raubt nicht nur ihren Opfern das Leben“, erklärte Durotan. „Sie tötet die Erde und verdirbt alle, die darauf wandeln. Wir haben dies alles schon einmal gesehen, in meiner Welt – in Draenor. Das Land starb, die Geschöpfe wurden krank und verdreht … sogar die Geister erlitten Schaden. Gul’dan würde hier alles mit seiner Todesmagie vergiften, genau, wie er es dort getan hat. Wenn mein Volk überleben soll, muss Gul’dan vernichtet werden. In zwei Sonnen werden die Menschen, die wir gefangen haben, dazu benutzt, um das Portal zu öffnen. Falls ihr unser Lager angreifen und seine Krieger fortlocken könntet, wird der Frostwolfclan Gul’dan töten.“

Llane hörte aufmerksam zu, während Garona seine Worte übersetzte, um hin und wieder zu nicken. Er und Lothar sprachen miteinander. Dann wandte sich der König von Neuem an Durotan. „Zwei Tage … Wenn wir uns darauf einlassen, wirst du meine Leute bis dahin beschützen.“

Durotan dachte an die Käfige und an die Qualen, die jene darin zu erdulden hatten. Die meisten der Orcs ignorierten die Menschen einfach, einige allerdings nicht. Gleichwohl, dieser König wollte, dass er für ihre Sicherheit bürgte – genau dasselbe, was Durotan verlangen würde, wenn ihre Rollen umgekehrt gewesen wären.

„Ich werde versuchen …“, begann er, nur widerwillig bereit, sein Wort für etwas zu geben, das er im Grunde überhaupt nicht garantieren konnte.

Der Rest des Satzes ging in einem Brüllen unter, das hinter ihm erklang. Überall um sie herum sprangen grünhäutige Orcs aus den Verstecken heraus, in denen sie sich verborgen gehalten hatten: Sie stürmten hinter Felsen und Sträuchern hervor, sprangen aus Spalten in den Steinwänden und stürzten sich mit Äxten, Hämmern und Streitkolben auf die Frostwölfe. Durotan sah das Begreifen in Llanes braunen Augen genau im selben Moment, in dem auch ihm klar wurde, was geschehen war.

Sie waren verraten worden.

Und Durotan brach das Herz, als er begriff, von wem.

„Rückzug!“

Lothar, zeit seines Lebens Soldat, hatte sich als Erster von dem Schock erholt. Er zog sein Schwert und schwang sich auf Reliants Rücken. Llane war direkt hinter ihm und saß bereits auf seinem eigenen Ross. Garona, der der Kopf von dem schwirrte, was sie gerade miterlebt hatte, wurde von einem donnernden Krachen aus ihrer entsetzten Benommenheit gerissen. Sie wirbelte herum und packte die Zügel ihres Pferdes, ehe sie sah, wie ein massiver Felsbrocken den Steilhang herunter auf sie zuschoss und dann noch einer und noch einer. Ihr Reittier wieherte vor Furcht, bäumte sich auf und zerrte an den Zügeln in ihren Händen. Die anderen reiterlosen Pferde reagierten genauso. Lothar hatte Garona erzählt, dass die Tiere für den Kampf ausgebildet waren, doch offensichtlich nicht für einen solchen.

Garona heulte vor Wut darüber, dass sie abgesehen von dem kleinen, juwelenbesetzten Dolch, den die Königin ihr geschenkt hatte, unbewaffnet war. Die winzige Klinge würde gegen Streitkolben, Äxte und Morgensterne vollkommen nutzlos sein. Frustriert und gehetzt schaute sie sich um. Sie entdeckte kleine grünhäutige Gestalten, die oben auf den Kämmen der Schlucht standen; zweifellos waren das die Orcs, die die Felsen heruntergerollt hatten. Hinter den Soldaten des Königs stürmten noch weitere Orcs heran und versperrten den einzigen Fluchtweg. Andere sprangen aus scheinbar harmlosen Steinhaufen entlang des Pfads hervor.

Die Schlacht war längst in vollem Gange. Llane und Lothar ritten mit ihren Rössern durch das Chaos und versuchten, jene zu verteidigen, die ein bisschen zu langsam gewesen waren und jetzt auf sich gestellt kämpften. Rechts von ihr ertönte ein durchdringendes Bellen voll vergnügter Blutgier, das Garona dazu brachte, sich umzudrehen.

Die Haut dieses Orcs war nicht bloß grün getönt, sondern durch und durch damit gesättigt. Er war gewaltig, dieser Orc, fast so groß wie Schwarzfaust, und er hielt einen riesigen Schild vor sich, den der Schädel einer Bestie mit zwei Hörnern zierte. Der Orc setzte diesen Schild ausgesprochen wirkungsvoll als Zweitwaffe ein. Er pflügte durch das Gedränge gepanzerter Soldaten wie ein vorpreschendes Tier, ohne im Mindesten langsamer zu werden. Er schleuderte sie auseinander, als wären sie nichts weiter als die winzigen Spielzeugsoldaten, an die Garona sich aus dem Kriegsraum erinnerte, wie beiläufig von einer Hand beiseitegefegt. Die beiden großen, spitzen Hörner des Schildes fanden ein Ziel – Lothars Pferd.

Angst senkte sich über Garona, wie sie sie noch nie gekannt hatte. Anduin Lothar würde mit Gewissheit sterben, hier, direkt vor ihren Augen, und sie konnte nichts tun, um ihm zu helfen. Sie war schon zuvor Zeugin von Kampf und Tod geworden, doch da hatte sie denen, die gefallen waren, nie etwas anderes entgegengebracht als Feindseligkeit und Zorn.

Beides empfand sie nicht für Lothar.

Noch während die ungewohnte Furcht Garonas Kehle umklammerte und ihre Eingeweide in Eis verwandelte, hechtete Lothar so leichtfüßig von dem sterbenden Tier, als würde er überhaupt keine Rüstung tragen. Noch im Sprung zog er sein Schwert und ließ es herniedersausen, sodass es sich hinter dem großen Schild in die Kehle des Orcs bohrte. Der Orc stürzte zu Boden, Sekunden später gefolgt von Lothars totem Pferd.

Lothar wirbelte herum, ehe er sich bückte, um eine Pike aufzuheben, die einer von Llanes Soldaten fallen gelassen hatte. Er hob den Kopf und sah Garona in die Augen. Einen Herzschlag lang trafen sich ihre Blicke. Dann fällte Lothar eine Entscheidung und warf der Halborcin die Pike zu. Sie fing die Waffe geschickt auf; ihre Finger schlossen sich um den Griff. Verhaltene Freude stieg in ihr auf. Jetzt konnte sie sich nicht bloß ehrenvoll zur Wehr setzen – Anduin Lothar hatte auch gerade bewiesen, dass er ihr vertraute.

Als ein weiterer Orc vorwärtsstürmte, schwang Lothar herum; sein Schwert funkelte im Sonnenlicht und schlug klirrend gegen das Metall einer Axtschneide, ohne dabei zu brechen. Stahl kreischte über Stahl, und Funken sprühten, als Lothars Schwert abrutschte, am Axtschaft hinab nach unten glitt und sich tief in den Arm des Orcs grub. Mit einem Mal baumelte die riesige Axt führungslos in der Hand des Angreifers, die sie immer noch umklammert hielt, obwohl sie bloß noch durch ein paar Sehnen mit dem Arm des Orcs verbunden war. Lothar nutzte die vorübergehende Benommenheit des Orcs, um seinem Gegner die Klinge in die Brust zu stoßen.

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