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Warcraft: Roman zum Film

Электронная книга - «Warcraft: Roman zum Film». Краткое содержание книги:

Die friedliche Welt Azeroth sieht sich plötzlich am Rande eines verheerenden Krieges, als ihre Ländereien von bislang unbekannten und furchteinflößenden Gegnern bedroht werden. Bei den Fremden handelt es sich um Orcs, die ihrer sterbenden Heimat den Rücken gekehrt haben, um neue Lebensräume zu erobern. Als sich ein Portal öffnet, das beide Welten verbindet, prallt eine Armee, die den sicheren Untergang vor Augen hat, auf ein Heer von zu allem entschlossenen Verteidigern. Das Schicksal ganzer Völker liegt nun in den Händen zweier Helden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Beginn einer epischen Saga über Macht und Opferbereitschaft, in der der Krieg viele Gesichter hat und eine Niederlage keine Option ist …
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Taria richtete das Wort an sie. Die Königin schien etwas auf dem Herzen zu haben. „Dieser Orc, Durotan … Wie gut kennst du ihn?“

„Er hat mich befreit … Und sein Clan liebt ihn. Er stellt die Bedürfnisse seiner Leute über seine eigenen. Immer. Er ist ein starker Häuptling.“

„Starke Anführer müssen sich das Vertrauen ihrer Clans erst verdienen.“ Taria betrachtete sie ruhig und gelassen, so, wie Lothar es getan hatte, jedoch mit einem Mitgefühl, das Garona dazu brachte, unbehaglich von einem Bein aufs andere zu treten. Dann schien die Königin zu einer Entscheidung zu gelangen. Ihre Hand glitt zu ihrer schmalen Hüfte und löste geschickt einen kleinen Dolch von ihrem Gürtel. „Wenn wir wollen, dass du dich uns anschließt, müssen wir uns das deine verdienen.“ Sie reichte Garona den Dolch. „Um dich zu verteidigen.“

„Damit?“

„Ja.“

Garona starrte den Dolch an. Er passte zu Taria, nicht zu ihr; er war hübsch und zierlich. Nicht im Geringsten wie ein solides orcisches Messer. Der Griff war mit Edelsteinen verziert, und auf Tarias Nicken hin zog Garona den Dolch aus seiner fein gearbeiteten Lederschneide, um die Klinge in Augenschein zu nehmen. Ihr erster Eindruck hatte sie getäuscht: Für eine so schmale Waffe war der Dolch geradezu ein Meisterwerk.

Sie hätte damit Taria, Lothar und vielleicht sogar den König selbst töten können, bevor es ihnen gelingen würde, sie aufzuhalten. Tarias sanftes Lächeln wurde breiter. Sie weiß, was ich gerade denke, wurde Garona klar. Und sie weiß, dass ihr von mir keine Gefahr droht.

Güte. Und noch wichtiger: Vertrauen. Mit einem Mal brannten Garonas Augen. Sie war außerstande, etwas zu sagen; stattdessen befestigte sie die außergewöhnliche Waffe an ihrer Taille.

Llane nickte entschlossen. „Such den Wächter“, trug er Lothar auf. „Wir werden ihn benötigen.“

Khadgar hatte den Ritt genutzt, um innerlich zur Ruhe zu kommen. Allmählich glaubte er, der Wächter sei nun vollkommen verrückt geworden. Jedenfalls hatte ihn Medivhs Versuch, ihn von seinen Nachforschungen abzubringen, nur noch mehr in seiner Entschlossenheit bestärkt, ihnen weiterhin nachzugehen. Und das sollte bei ihm gewiss etwas heißen.

Er wartete draußen vor Burg Sturmwind auf das Ende einer Zusammenkunft. Einer Zusammenkunft, bei der er eigentlich hätte anwesend sein sollen, doch wie üblich hatte man ihn nicht dazu eingeladen. Auf den ersten Blick war hier alles genauso chaotisch wie an den Stadttoren, doch nach einigen Sekunden stellte Khadgar fest, dass dem vermeintlichen Durcheinander tatsächlich eine gewisse Ordnung innewohnte. Die Leute bewegten sich zielgerichtet und mit Bestimmtheit durch die Gassen, und hier und da schnappte er Bruchstücke militärischer Ausdrucksweise auf. Er eilte, innerlich brodelnd, hin und her, bis er sah, wie Garona die Burg verließ, dicht gefolgt von einem Wachmann mit ernstem Gesicht. Sie hatte ihre Kapuze tief über den Kopf gezogen, um ihr hübsches Gesicht in den Schatten zu verbergen. Khadgar schaute sich nach Lothar um, doch der Hauptmann war noch drinnen. Dennoch konnte Garona ihm hilfreich sein.

„Da bist du ja!“ Er eilte zu ihr hinüber. „Sag mir: Was weißt du über die Magie des Hexenmeisters?“

Sie schaute sich angespannt um und ließ ihren Blick über die emsige Menschenschar schweifen, selbst jetzt bereit zu kämpfen, falls sie dazu gezwungen war. „Was tun diese Leute?“

„Sich auf den Krieg vorbereiten“, entgegnete Khadgar vage, während er auf eine Antwort von ihr wartete. „Garona, ich brauche deine Hilfe. Ich habe etwas gefunden …“

Sie hatte zu lächeln begonnen, und jetzt brach sie vollends in Gelächter aus. Er lief bis zu den Spitzen seiner Ohren knallrot an. „Was? Was ist so komisch?“

Garona versuchte, sich wieder zu beruhigen, doch in ihren Augen tanzte noch immer Heiterkeit. „Wie kann man denn nicht allzeit für den Krieg bereit sein?“

„Einige von uns sind bereit“, hielt Khadgar verteidigend dagegen.

„Oh ja“, stimmte die Orcin noch immer lächelnd zu. „Du … und Lothar. Ein Mann und ein Junge. Die Horde erzittert.“

Er sträubte sich dagegen, als „Junge“ bezeichnet zu werden, und konnte nicht umhin, zu blaffen: „Zwei Männer – und noch viele andere.“ Er langte in die Falten seines Gewandes und holte den einzigen Gegenstand hervor, der Medivhs unerklärlichen Zorn überstanden hatte – eine Zeichnung. „Hier. Sieh dir das an“, sagte er und reichte ihr die Skizze. „Hast du schon einmal etwas von jemandem namens Alodi gehört?“

„Hast du das gezeichnet?“ Kritisch beäugte sie die Skizze, und er unterdrückte ein Lächeln.

„Ja, aber … Du hältst das Pergament falsch herum.“ Seine Stimme war warm, voller Belustigung über ihre Unbefangenheit. „Lass mich …“

Die Worte erstarben ihm in der Kehle. Er hatte das Bild horizontal angelegt, doch sie hielt es senkrecht. Jetzt schienen die Orcs, die er gezeichnet hatte, wie sie aus dem Großen Portal kamen, nicht mehr länger auf ebener Erde zu laufen. Stattdessen wirkte es, als würden sie aus einem gewaltigen Loch im Boden emporsteigen.

Und auf sie wartete eine Gestalt in einem Kapuzenumhang, die ihnen winkte.

„Du hast unsere Ankunft im Schwarzen Morast gemalt. Woher weißt du, wie es da aussah?“

Er antwortete nicht. Die Hitze seiner jüngsten Verärgerung war verpufft. Ihm war kalt, schrecklich kalt. Alles, was er wusste, war, dass er Lothar die Skizze bringen musste. Sofort.

Ohne ein weiteres Wort nahm er das Pergament zurück und sprang die Stufen hoch, immer zwei auf einmal, und rief dabei nach Anduin Lothar.

Als Lothar die Kiste mit dem eingravierten Symbol von Eisenbart und dem Bronzebart-Wappen entdeckte, marschierte er geradewegs darauf zu. Aloman, die versuchte, in dem Durcheinander zumindest einen Anflug von Ordnung aufrechtzuerhalten, fragte: „Hauptmann? Was ist mit denen?“

„Die sind von König Magni“, erklärte Kaz, der um die Ecke der Kiste herumlugte. „Er meint, das könnte nützlicher sein als Pflugscharen.“

Ungeachtet der Trostlosigkeit der Situation und auch des Umstands, dass er sich mit zu viel Adrenalin und zu wenig Essen und Schlaf herumschlagen musste, ertappte Lothar sich dabei, dass er lächelte, als er die Kiste öffnete und mehrere der „mechanischen Wunder“ sah, die der tätowierten Hand des Orcs solchen Schaden zugefügt hatten. „Donnerstöcke“, sagte er erfreut.

„Lothar!“ Khadgars Stimme scholl von draußen herein, und dann stürmte der junge Mann auch schon in den Raum und rannte ihn beinahe um. Keuchend sagte er: „Ich brauche Eure Hilfe!“

„Was ist passiert?“

Um Atem ringend, sagte Khadgar: „Ich habe … ein Buch gefunden.“

Lothar versuchte, nicht die Augen zu verdrehen, und scheiterte kläglich. „Natürlich hast du das.“ Er nickte Aloman zu, und sie half ihm, die Kiste hochzuheben und zur Seite zu wuchten.

„Nein, wartet, Ihr versteht nicht“, beharrte der Junge. Er holte ein zusammengerolltes Pergament hervor. Die Worte sprudelten nur so aus ihm hervor, als hätte er Angst, zum Schweigen gebracht zu werden, bevor er alle über die Lippen gebracht hatte. „Lasst mich erklären. Es gab da in einem Buch eine Zeichnung, die ein Portal darstellte, genau wie das, was wir gesehen haben. Ich wollte sie dem Wächter zeigen, aber aus irgendeinem Grund wurde er wütend und verbrannte all meine Nachforschungen. Dies hier hätte er ebenfalls verbrannt, wenn ich es nicht unter meinem Gewand versteckt gehabt hätte.“

Verärgert, aber jetzt zumindest gelinde interessiert ließ sich Lothar auf eine Kiste sinken und nahm das Pergament entgegen, mit dem Khadgar vor ihm herumwedelte. Der Magier setzte sich neben ihn.

Wie Khadgar schon gesagt hatte, handelte es sich um eine Zeichnung des Großen Tores. Dieses Tor war intakt, und eine Armee bewaffneter Orcs stürmte hindurch. Das Portal selbst besaß bloß die Länge von Lothars Hand, und die Orcs waren winzige Punkte, die in diese Welt drängten. Zu beiden Seiten des Portals thronte eine Gestalt, das mit einer Kapuze bedeckte Haupt nach vorn geneigt. Umringt war die Szene von den Hügeln und den Wassertümpeln des Schwarzen Morasts. Er warf einen Blick auf Lothar und hob verwirrt eine Augenbraue.

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