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Warcraft: Roman zum Film

Электронная книга - «Warcraft: Roman zum Film». Краткое содержание книги:

Die friedliche Welt Azeroth sieht sich plötzlich am Rande eines verheerenden Krieges, als ihre Ländereien von bislang unbekannten und furchteinflößenden Gegnern bedroht werden. Bei den Fremden handelt es sich um Orcs, die ihrer sterbenden Heimat den Rücken gekehrt haben, um neue Lebensräume zu erobern. Als sich ein Portal öffnet, das beide Welten verbindet, prallt eine Armee, die den sicheren Untergang vor Augen hat, auf ein Heer von zu allem entschlossenen Verteidigern. Das Schicksal ganzer Völker liegt nun in den Händen zweier Helden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Beginn einer epischen Saga über Macht und Opferbereitschaft, in der der Krieg viele Gesichter hat und eine Niederlage keine Option ist …
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Khadgars Verstand war in hellem Aufruhr. Derselbe Orc, der ihn mit ruhiger Intelligenz angesehen hatte, als er während des ersten Kampfs gegen die Monster eine schützende Kuppel um sich und Medivh errichtet hatte, wollte ihn verschleppen, hatte ihm mit einer Hand von der Größe eines Holztellers den Mund zugehalten, um ihn am Schreien zu hindern, und ihn dann unbeschadet wieder freigelassen. Nein, nicht bloß unbeschadet – mit der Bitte, sich mit den Menschen zusammenzutun, um Gul’dan und der Fel-Magie Einhalt zu gebieten.

Er schob den Schlüssel ins Schloss seiner Zimmertür. Noch nie zuvor in seinem Leben hatte er solche Angst gehabt, und noch nie zuvor empfand er mehr Stolz, als … na ja … als in dem Moment, in dem dieser mächtige Orc-Häuptling, Durotan, ihm diesen offenkundig freundschaftlichen Knuff verpasst hatte …

„Was ist das?“

Khadgar sprang einen halben Meter in die Luft und hob reflexartig die Hände, um einen Angriffszauber zu wirken, doch er erkannte den Eindringling gerade noch rechtzeitig, um die Beschwörung abzubrechen.

„Wächter!“ Er fühlte die panische Energie, die aus ihm herausströmte, um ihm die Knie vor Erleichterung weich werden zu lassen. Er mühte sich, seine Gedanken wieder unter Kontrolle zu bringen und die Frage des offenbar fuchsteufelswilden Medivh zu beantworten. Der Wächter deutete auf die Notizen, aufgeschlagenen Bücher und Zeichnungen, mit denen die Kammer vollgestopft war. Als Khadgar irgendwann die freien Flächen ausgingen, war er dazu übergegangen, seine Aufzeichnungen an Schnüren zu befestigen, als wäre er ein Waschweib, das Wäsche aufhängte. Khadgars Notizen waren im wahrsten Sinne des Wortes überall um sie herum. „Das Portal …“, stieß er hervor. „Wir haben es gesehen! Im Morast! Ich habe alle Hinweise darauf zusammengesetzt, die ich finden konnte.“

„Das da“, sagte Medivh mit einem grimmigen Blick auf die Skizze, die er in der Hand hielt. „Diese Zeichnung. Wo hast du sie abgemalt?“

Khadgar fühlte sich wie ein Vogel im hypnotischen Bann einer Schlange. Er starrte den Zauberer an, in dem Wissen, dass er vollkommen töricht wirkte, doch noch schlimmer war, dass er sich genauso fühlte, als er seine Gedanken zu sammeln versuchte. Er verstand Medivhs Zorn nicht. „W-Wächter?“

Medivh schnappte sich ein Stück Pergament, das an einer Schlaufe der Schnur baumelte. „Und das? Und das?“

Noch eins und noch eins. Er kam auf Khadgar zu und hielt dem Jungen eins der Blätter direkt vors Gesicht.

Als Khadgar antwortete, zitterte seine Stimme genauso sehr wie seine Hände, und auf seiner Stirn stand der Schweiß echter Furcht. Was hatte er bloß falsch gemacht? Er schluckte; sein Mund war so trocken wie die Pergamente, die Medivhs Hände zerknüllten. „Seit ich die Gegenwart der Fel-Magie das erste Mal gespürt habe, stelle ich Nachforschungen an.“

„Ich bin der Wächter! Ich!“ Medivh kam näher, um Khadgar zugleich einen Schritt nach hinten zu drängen und noch einen und noch einen. „Nicht du. Noch nicht.“

Khadgar unternahm einen letzten Versuch. „Ich dachte einfach, dass Ihr etwas Hilfe zu schätzen wüsstet …“

Khadgar blickte in die blutunterlaufenen blaugrünen Augen des Mannes, der eigentlich der Beschützer ihrer Welt sein sollte. Doch der ihn, da war er sich ziemlich sicher, gleich umbringen würde.

Einen Herzschlag später ging jede einzelne Notiz, jede Skizze, jede Zeichnung und jede Karte, an der er so hart gearbeitet hatte, in magischen Flammen auf. Alles verbrannte schnell, heiß und vollkommen, um nicht einmal Asche zurückzulassen. Es war, als hätten all diese Dokumente niemals existiert.

„Erdreiste dich nicht, zu glauben, du könntest mir von Nutzen sein. Du hast keine Ahnung von den Kräften, gegen die ich mich behaupten muss.“ Er nahm einen tiefen Atemzug und sammelte sich. „Wenn du helfen willst, dann beschütze den König. Überlass die Fel-Magie mir.“

Er wandte sich zum Gehen. Khadgar sackte erleichtert gegen die Wand – für genau eine Sekunde. Dann sah er, was auf einem Stuhl neben der Tür lag.

Das Runenbuch, das er sich aus Karazhan „geborgt“ hatte.

Er darf es nicht sehen, dachte Khadgar inständig. Medivh hatte den Raum mittlerweile zur Hälfte durchquert. Er darf es nicht sehen, er darf es nicht sehen …

Der Wächter erstarrte mitten in der Bewegung. Während Khadgar innerlich in sich zusammenschrumpfte, drehte Medivh langsam den Kopf und starrte das Buch unverwandt an.

Schweigen.

Dann hob der Wächter es mit bedächtigen Bewegungen auf und sah es an. Er wandte sich nicht zu Khadgar um. Tatsächlich war der junge Magier ein bisschen überrascht darüber, dass er nicht an Ort und Stelle in Flammen aufging.

„Interessante Wahl.“ Die Worte des Wächters klangen eisig.

„Wächter …“ Ich kann das erklären, dachte Khadgar hektisch. Plötzlich schoss eine Stichflamme aus seiner Hand hervor, als die Zeichnung, von der er ganz vergessen hatte, dass er sie hielt, unvermittelt in Brand geriet und verschwand. Als Khadgar anschließend wieder aufschaute, war Medivh längst fort.

„Wenn er glaubte, er könne Gul’dan auf eigene Faust besiegen, hätte er nicht um dieses Treffen gebeten“, erklärte Llane. Er kauerte auf seinem Thron, flankiert von Lothar und mehreren anderen Ratgebern, die Garona nicht kannte. Seine Königin saß auf ihrem eigenen Thron neben ihrem Gemahl und blickte freundlich lächelnd auf die Orc-Frau herab. „Die Fel-Magie muss ihn wahrhaft ängstigen.“

Garona sah sich genötigt, den Frostwolf zu verteidigen. „Durotan fürchtet gar nichts.“

Llane warf Lothar einen Seitenblick zu und hob eine Augenbraue, um seinen Freund stumm dazu zu ermutigen, das Wort zu ergreifen.

„Der Ort, die Plötzlichkeit des Treffens … das klingt nach einer Falle, Eure Majestät.“

Garona bedachte ihn mit einem verärgerten Blick. „Das ist es nicht.“

Könnte es aber sein.“

Sie starrte ihn finster an, und der angedeutete Vorwurf gegen sie und Durotan ließ ihre Nasenflügel beben. Lothar hielt ihrem Blick stand, ohne mit der Wimper zu zucken; seine blauen Augen bohrten sich in ihre. „Ist es nicht!“, beharrte sie.

„Was denkt Ihr?“, fragte Lothar an seinen Freund und König gewandt.

„Die Gelegenheit ist zu günstig, um sie einfach verstreichen zu lassen“ erklärte Llane. „Ich denke, uns bleibt gar keine andere Wahl. Wir müssen die Orcs daran hindern, das Portal zu öffnen. Das ist unbestreitbar. Doch dafür werden wir Hilfe brauchen.“

„Und wenn er lügt?“, wollte Lothar wissen.

Garona warf ihm einen Blick zu. „Orcs lügen nicht.“

„Was, wenn er es doch tut?“

„Darin läge keine Ehre!“, sagte Garona, als würde das alles erklären.

„Und welche Ehre liegt darin, sein eigenes Volk zu verraten?“, forschte Lothar nach.

Sie wandte sich ihm zu, um sich der Musterung dieser seltsamen Augen zu stellen. Zwar hatte sie die Menschensprache gut genug erlernt, um sich zu verständigen, doch sie war alles andere als eine Meisterin ihrer Feinheiten. Wie sollte sie ihnen nur vermitteln, wer oder wie Durotan war? Sie schwieg einen Moment lang und wählte ihre nächsten Worte mit Bedacht, ehe sie schließlich sprach.

„Durotan beschützt seinen Clan. Sein Feind ist die Fel-Magie. Gul’dan ist der Verräter.“

Lothar betrachtete sie noch immer; er schaute ihr so tief in die Augen, als würde er darin nach ihrer Seele suchen. Einen solch intensiven Blick war sie nicht gewohnt. Die meisten Orcs hatten sie behandelt, als wäre sie überhaupt nicht da. Und falls sie sie doch zur Kenntnis nahmen, dann nur, um sie zu verhöhnen oder anzuspucken – oder Schlimmeres. Sie hatte die Wahrheit gesagt, als sie Khadgar und Lothar erklärt hatte, dass ihre Knochen sehr stark seien. Sie hob das Kinn und schaute nicht weg.

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